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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.04.2026

Herrlich skurril!

Einatmen. Ausatmen.
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Marlene Buchholz ist das, was man zweifellos als Workaholic beschreiben würde. Ihr einziger Lebensinhalt ist ihre Arbeit, Erholung und Selbstfürsorge hingegen ein Fremdwort. Trotz ihrer fachlichen Kompetenz ...

Marlene Buchholz ist das, was man zweifellos als Workaholic beschreiben würde. Ihr einziger Lebensinhalt ist ihre Arbeit, Erholung und Selbstfürsorge hingegen ein Fremdwort. Trotz ihrer fachlichen Kompetenz wird ihr Mangel an Empathie zum Problem. Die Beschwerden über sie häufen sich, auch, weil sie die Belästigungsvorwürfe einer Mitarbeiterin nicht ernst nimmt. Um jedoch den angestrebten Posten als Vorstandsvorsitzende übernehmen zu können, soll sie an einem Achtsamkeitsseminar teilnehmen.

Da ihr keine Wahl bleibt, checkt Marlene also in der Achtsamkeitsanstalt von Alex ein, für den, wie sich später rausstellt, der Erfolg ihrer Teilnahme, mindestens genauso wichtig ist, wie für sie selbst.
Zugegeben, ich hätte auf dieses Seminar genauso viel Lust gehabt, wie die Protagonistin selbst, aber zu dem Zeitpunkt standen wir noch am Anfang der Geschichte. Und die entwickelt sich tatsächlich äußerst interessant.

Marlene lernt in den kommenden Tagen viel über sich selbst und mehr als erwartet, allerdings nicht sitzend auf einer Yogamatte, sondern in Gesellschaft des Hausmeisters.
Währenddessen ist Alex mit seinen eigenen Angelegenheiten beschäftigt und gewährt nebenbei einer rebellischen Jugendliche auf seinem Anwesen Unterschlupf, die von der Polizei gesucht wird.
Als hätte er nicht schon genug Probleme - aber naja, vielleicht hilft bei der Lösung ausgerechnet die ganz unbefangene Sichtweise eines Pubertiers.

Es kommt im Verlauf der Geschichte zu zahlreichen skurrilen Situationen, überwiegend liebenswert und witzig, so dass es einiges zu Lachen gab. Vor allem die Charaktere sind mir hier sehr ans Herz gewachsen und waren jeder für sich toll dargestellt, sympathisch und zugänglich. Mit einer Ausnahme - aber auch diese Randfigur hat durchaus ihre Berechtigung in dem Buch.

Für mich war diese Lektüre eine willkommene, entschleunigende und dennoch amüsante Erholung vom Alltag, die mich zu keinem Zeitpunkt gelangweilt, dafür jedoch bestens unterhalten hat.
Eine große Leseempfehlung von mir!

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Veröffentlicht am 23.04.2026

Kindheitstraumata, die Generationen später noch spürbar sind

Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104
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1947: Ein kleiner Junge landet nach Ende des zweiten Weltkriegsauf einem Kindertransport und wird schließlich in einem katholischen Kinderheim untergebracht. Für ihn und die anderen Kinder entpuppt sich ...

1947: Ein kleiner Junge landet nach Ende des zweiten Weltkriegsauf einem Kindertransport und wird schließlich in einem katholischen Kinderheim untergebracht. Für ihn und die anderen Kinder entpuppt sich dieser Ort zu einer Hölle auf Erden, denn die Nonnen in dem Heim führen ein grausames Regiment. Harte körperliche Arbeit, Misshandlungen und Erniedrigungen gehören zur Tagesordnung. Da er nicht spricht und sehr unbeholfen wirkt, wird er direkt als dumm und schwachsinnig abgestempelt und bekommt als Rufnamen die Nr. 104 verpasst. Hier lernt er auch Margret kennen, die auch noch Jahrzehnte später, für ihn die Führung übernehmen wird.

Denn selbst als Erwachsener kann Hardy in den entscheidenden Momenten seine lähmende Sprachlosigkeit nicht überwinden, obwohl seine geliebte Enkelin nun kurz davor steht, in einem Kinderheim zu landen.

Die Entwicklungen in der Gegenwart lösen bereits ein Beklemmungsgefühl aus und bekommen nochmal durch die Ereignisse von damals, die in einzelnen Rückblenden erzählt werden, eine ganz besondere Dynamik. Es kaum auszuhalten, was in dieser Geschichte passiert und man kann sehr gut nachempfinden, wie tief sich diese traumatischen Erlebnisse in der Psyche der Figuren eingebrannt haben. Obwohl die Geschichte fiktiv ist, steht sie stellvertretend für zahlreiche Berichte von Betroffenen, die diese Gräultaten tatsächlich am eigenen Leib erlebt haben.

Als ich mit dem Buch begonnen habe, war ich darauf gefasst, dass es kein leichter Stoff wird. Doch keinesfalls hätte ich mir ausmalen können, welche bewegenden Themen die Autorin hier unterbringt. Jedes für sich wiegt schwer und bleibt lange im Gedächtnis.

Diese Romanerzählung ist schonungslos und bedarf definitiv eine große Packung Taschentücher, aber es lohnt sich so sehr, diese Geschichte zu hören!

Ganz große Empfehlung!

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Überzeugend!

Vesselless – Mein verräterisches Herz
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Eine Thronerbin, die sich gegen eine drohende Zwangsheirat auflehnt und dafür in brutalen Duellen bestehen muss und ein ehemaliger König, der als Deathwalker auf Seelenfang ist.

Dagen will um jeden Preis ...

Eine Thronerbin, die sich gegen eine drohende Zwangsheirat auflehnt und dafür in brutalen Duellen bestehen muss und ein ehemaliger König, der als Deathwalker auf Seelenfang ist.

Dagen will um jeden Preis seine Freiheit zurückerlangen, um sein Volk von der Tyrannei des Königs von Zarr zu befreien. Dafür muss er Nizzaras Seele erobern und dem Gott des Todes liefern.
Dieses Unterfangen stellt sich jedoch schwerer dar als gedacht, spätestens als dem ursprünglichen Vorhaben plötzlich ernsthafte Gefühle im Weg stehen und ihm gleichzeitig seine Zeit abzulaufen droht.

Da sich der POV in der Geschichte zwischen Nizzara und Dagen abwechselt, lernt man nicht nur die Protagonisten richtig gut kennen, sondern sitzt auch bei den romantischen Entwicklungen und ihren eigenen Gedankengängen quasi in der ersten Reihe.
Auch das Worldbuilding finde ich absolut überzeugend. Obwohl das Magiesystem anfangs ziemlich komplex wirkt, erschließt sich dann doch mit der Zeit, warum Nizzara die Wirkung der Vessel und Geisterverbindungen so sehr fürchtet, obwohl sie gleichzeitig ihre Rettung wären.

Eine richtig schöne Slow-Burn-Romantasy mit einer absolut verträglichen Menge Spice, bei der man ganz arg mitleidet und mitfiebert! Die Fortsetzung von diesem spannenden Reihenauftakt werde ich mir definitiv nicht entgehen lassen!

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Veröffentlicht am 30.03.2026

(K-) eine Freundschaft

Spielverderberin
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Ein Coming of Age- Roman über Abhängigkeit, Schuld und das Erwachsenwerden.

Es geht um drei Freundinnen, die sich zunehmend voneinander entfremden.
Sophie und Lotte sind zusammen im ländlichen Süthland ...

Ein Coming of Age- Roman über Abhängigkeit, Schuld und das Erwachsenwerden.

Es geht um drei Freundinnen, die sich zunehmend voneinander entfremden.
Sophie und Lotte sind zusammen im ländlichen Süthland aufgewachsen und bereits seit Kindertagen befreundet. Doch als später Romy aus München dazustößt, entsteht ein Ungleichgewicht, da Romy mit ihrer selbstbewussten, faszinierenden Art zum Dreh-und Angelpunkt in der neuen Dreierkonstellation wird. Im Verlauf kommt es zu einem folgenschweren Unfall und einem Bruch in der Freundschaft.
Während sie zu Lotte den Kontakt nur noch oberflächlich hält, sucht Sophie um so mehr die Nähe zu Romy, von deren Andersartigkeit sie regelrecht angezogen wird. Sie träumt davon, nach dem Abitur gemeinsam mit Romy nach Köln ziehen, um dort zu studieren, doch als es konkret wird, scheint Romy Sophie plötzlich zu ghosten.

Die Geschichte zeigt sehr eindrücklich wie unterschiedlich sich die gesellschaftliche Prägung auf  Freundschaften auswirkt, wie fragil Kinder- und Jugendfreundschaften sein können und wie schwer es ist, seinen eigenen Platz im Leben zu finden.

Gerade am Anfang hat es mich sehr gereizt, die Entwicklung dieser freundschaftlichen Verbindung zu verfolgen. Dabei musste ich jedoch schnell feststellen, dass diese bereits einen ersten Knacks abbekommen hat. Ein Grund dafür, ist Lottes Unfall, der einerseits  für Schuldgefühle bei Sophie und Romy sorgt, dessen genauere Umstände und Folgen andererseits erst später thematisiert werden. Generell herrscht viel Interpretationsspielraum zwischen den Zeilen und häufiger auch leichte Verwirrung durch unangekündigte Zeitsprünge. Obwohl gerade das Ungewisse einen spannenden Nährfaktor in diesem Roman hat, wurde es mir zeitweise zuviel. 

Lotte tritt lediglich als Randfigur in Erscheinung, da sich Ich-Erzählerin Sophie sehr auf Romy konzentriert. Sie gibt ehrliche, nachvollziehbare Einblicke in ihre Gefühlswelt und teilt ihre Überforderung in den Situationen mit denen sie konfrontiert wird. Und doch fiel es mir schwer eine Beziehung zu ihr aufzubauen.

Am Ende angekommen, bin ich mir nicht sicher, wie ich das Leseerlebnis beurteilen soll. Es war intensiv, interessant und doch nicht so recht MEINE Geschichte! Dennoch halte ich den Roman für sehr lesenswert!

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Nützlich und alltagstauglich

Cooking for Family
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Kennt ihr schon den Instagramaccount @mamiblock ? Mir war er bisher gänzlich unbekannt, bis ich durch Zufall auf diesen Buchtitel gestossen bin. 
Als berufstätige Mama habe ich oftmals wenig ...

Kennt ihr schon den Instagramaccount @mamiblock ? Mir war er bisher gänzlich unbekannt, bis ich durch Zufall auf diesen Buchtitel gestossen bin. 
Als berufstätige Mama habe ich oftmals wenig Zeit und Muße mich nach der Arbeit (und am Wochenende) noch stundenlang zum Kochen in die Küche zu stellen, daher war ich um so neugieriger, ob das Buch, das „schnelle Familienküche“ verspricht, seinen Namen auch tatsächlich verdient!

Was mir beim Blättern im Buch sofort aufgefallen ist: Die Anzahl an Zutaten für die einzelnen Rezepte sind übersichtlich und tatsächlich überwiegend in 20 Minuten umsetzbar. Dazu gibt es einige Seiten voll nützlicher Küchenhacks, beispielsweise zur Resteverwertung, aber auch Inspirationen zur Menüplanung für eine ganze Woche.
Zudem eignen sich einige Gerichte wunderbar zum Vorkochen, variieren und dafür, Kinder als Küchenhelfer zu integrieren.

Obwohl uns alle bisher ausprobierten Rezepte geschmeckt haben, fehlt hier und da mal eine dazugehörige Soße (z.B. für die Sommerrollen) oder war derart schlicht, dass ich die kulinarische Daseinsberechtigung doch ein wenig anzweifeln musste.

Ansonsten ist es aber ein absolut alltagstaugliches, tolles Familienkochbuch, aus der ich einige Tipps und Rezepte mitgenommen habe und das ich daher gerne weiterempfehlen möchte.

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