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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.11.2025

All das Wissen

Cosmix
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Cosmix - Vom Urknall bis zum Menschen ist eine Graphic Novel von Laurent Schafer, die sich für 224 Seiten sehr viel vorgenommen hat. Klar, dass es inhaltlich nicht in die Tiefe gehen kann und dennoch bekommt ...

Cosmix - Vom Urknall bis zum Menschen ist eine Graphic Novel von Laurent Schafer, die sich für 224 Seiten sehr viel vorgenommen hat. Klar, dass es inhaltlich nicht in die Tiefe gehen kann und dennoch bekommt man viele interessante Fakten und Wissen geliefert, das einen guten Einstieg bietet und Interesse wecken kann.

Der Zeichenstil ist super angenehm, die Farben gut gewählt und aufgrund des hohen Textanteils ist auch die eher dezente Farbwahl genau richtig. Die Graphic Novel hat im Gegensatz zu vielen anderen einen sehr hohen Textanteil, der einen phasenweise erschlägt und auch informativ eine extreme Dichte aufweist, sodass Cosmix keine einfache Lektüre darstellt.

Mir hat die komprimierte Darstellung des Wissens gut gefallen, gleichzeitig ist es ein schmaler Grat zwischen ‚es fehlt Tiefe, um die komplexen Themen wirklich nachvollziehen zu können‘ und ‚es ist zu komprimiert, sodass sich Information an Information reiht und kaum Luft zum atmen bleibt‘. Letzteres ist möglicherweise etwas, das sich vor allem Graphic Novel Leser:innen eigentlich wünschen, weswegen eine Entzerrung (und dementsprechend mehr Seiten) Cosmix für meinen Geschmack gut getan hätten.

Den Humor muss man wohl mögen, manche Dinge werden sehr flapsig formuliert. Vermutlich um aufzulockern, auf die Dauer wirkt es jedoch eher gegenteilig.

Cosmix eignet sich vermutlich vor allem für jene, die gerne Graphic Novels lesen und sich dabei erstes Wissen aneignen, das sie dann an anderer Stelle vertiefen.

Veröffentlicht am 11.11.2025

Weltraumabenteuer

Albert & Einstein, Band 2 - Der total verrückte Weltraum-Wahnsinn
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Ein riesiger Asteroid droht auf der Erde einzuschlagen. Ein Fall für den Hobbywissenschaftler Albert und seine Hündin Einstein, die beiden setzen alles daran, um den Asteroiden aufzuhalten. Doch die beiden ...

Ein riesiger Asteroid droht auf der Erde einzuschlagen. Ein Fall für den Hobbywissenschaftler Albert und seine Hündin Einstein, die beiden setzen alles daran, um den Asteroiden aufzuhalten. Doch die beiden haben nicht mit der jungen Astronautin Venus und ihrem Kater Mars gerechnet.

Der total verrückte Weltraum-Wahnsinn ist der zweite Band aus der Albert & Einstein Reihe von Tim Collins. Die Geschichte wechselt zwischen Fließtext und Comic und gewinnt dadurch an Tempo. Außerdem wird das Buch mit über 40 Knobelaufgaben ausgeschmückt, den meisten Kindern im Alter von acht Jahren (Altersempfehlungen) dürften diese teilweise zu schwer sein. Durch einen Hinweis zu Beginn des Buches wird den Leser:innen jedoch der Druck genommen, dass alle Aufgaben gelöst werden müssen, dennoch werde einige Kinder möglicherweise den Anspruch haben und könnten dann enttäuscht sein. Dennoch machen die Aufgaben auch Spaß und geben neues Wissen mit.

Der Zeichenstil des Comics und der Illustratorin Louise Forshaw bereiten Freude und sind schön anzuschauen. Die Geschichte ist interessant und zeigt, dass man erfolgreicher ist, wenn zusammen und nicht gegeneinander arbeitet.

Veröffentlicht am 11.11.2025

(Zu) Anspruchsvoll!

¡Buenas noches, Barcelona!
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Laut Verlag eignet sich ¡Buenas noches, Barcelona! für Anfänger:innen auf A1 Niveau. Mein Gefühl (B2) und das meines Mannes (A1) würden dem widersprechen. Die Sätze sind simpel aufgebaut und grammatikalisch ...

Laut Verlag eignet sich ¡Buenas noches, Barcelona! für Anfänger:innen auf A1 Niveau. Mein Gefühl (B2) und das meines Mannes (A1) würden dem widersprechen. Die Sätze sind simpel aufgebaut und grammatikalisch durchaus verständlich für Sprachanfänger:innen, jedoch ist das Vokabularium anspruchsvoller. Zwar werden auf jeder Seite ein paar Vokabeln übersetzt, diese konnten aber kaum den fehlenden Wortschatz ersetzen oder waren teilweise unglücklich gewählt (Vokabeln, die sich aus dem Kontext verstehen lassen, wurden übersetzt, andere nicht). Hier bestätigt sich meine persönliche Skepsis, denn bei Sprachanfänger:innen finde ich Texte von nicht Muttersprachler:innen im Wortschatz meist besser. Vorteile sind aber natürlich, dass ganz besondere Ausdrucksformen direkt gelehrt/gelernt werden und die erlernte Sprache dadurch schneller authentischer wirken kann.

Der Aufbau einer Seite ist mir zu voll. Das Schriftbild zu klein, weswegen viel Text auf einer Seite ist und erstmal einen erdrückenden Eindruck hinterlässt. Gerade zu Beginn einer Sprachlehre sind Geschichten dann einfacher zu lesen, wenn sie mehr künstliche Pausen durch Absätze, ein großes Schriftbild etc. besitzen und dadurch das Tempo verlangsamen.

Gut gefallen haben mir die Infokästchen, die etwas mehr zum entsprechenden Vokabular erzählt haben. Auch die Grammatikübungen sind hilfreich, aber ohne Kontext eingebettet (hier ist Vorwissen dringend nötig). Das Quiz am Ende fand ich toll, hätte ich mir aber eher nach jeder Geschichte gewünscht und nicht am Ende aller Geschichten, weil die Fragen teilweise sehr ins Detail gingen und drei Geschichten später nicht unbedingt der Barname der ersten Geschichte noch präsent ist. Dafür wird den Anfänger:innen zu viel auf anderer Ebene abverlangt.

So bleibt am Ende das Fazit, dass mir ¡Buenas noches, Barcelona! für Anfänger:innen zu anspruchsvoll ist oder durch diese Deklaration bei jenen für Demotivation sorgen kann, weil die Geschichten sich nicht 'einfach' lesen lassen und nur gelegentlich etwas zum Nachschlagen oder Verarbeiten benötigen, sondern viel Konzentration und Geduld in Anspruch nehmen. Wer sich auf A1 Niveau gerne fordert, es liebt sich mit einem Buch zu beschäftigen und fehlende Wörter oder Grammatikfragen anderweitig nachzuschlagen, der hat hier sicher seinen Spaß und ist danach auch nicht mehr auf A1-Niveau unterwegs. Wer jedoch am Anfang gerne an die Hand genommen wird, ein Buch mit viel Wissensvermittlung neben den Geschichten sucht, die in den Kontext eingebettet sind, der ist hier an der falschen Adresse und könnte schnell gefrustet sein.

Veröffentlicht am 30.10.2025

Die Haghexe

Cassandra Morgan, Band 1 - Der goldene Schlüssel
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Cassandra ‚Cassie‘ Morgan lebt seit sieben Jahren im Internat, seitdem Tag an dem ihre Mutter Rose spurlos verschwand. Angekommen ist Cassie dort nie, ihre Mitschülerin Lizzie macht ihr das Leben schwer, ...

Cassandra ‚Cassie‘ Morgan lebt seit sieben Jahren im Internat, seitdem Tag an dem ihre Mutter Rose spurlos verschwand. Angekommen ist Cassie dort nie, ihre Mitschülerin Lizzie macht ihr das Leben schwer, sie findet keine Freunde und unter der Leiterin, die alle nur die Grimmige nennen, darf Cassie sich auch nicht in die Welt ihrer liebsten Bücher träumen, denn das Lesen solcher Bücher ist strengstens verboten.

Doch die sieben Jahre warten auf ihre Mutter sollen eine Veränderung bringen, Rose wird für tot erklärt und Cassie soll vom Internat in ein Waisenhaus umziehen. Einen Ort, der noch viel schlimmer ist als das Internat jemals sein könnte und so beschließt Cassie zu fliehen. Auf ihrer Flucht gerät sie in Gefahr und wird von einem besonderen Kater gerettet. Montague bringt Cassie zu ihrer Tante Miranda nach Hartwood Hall, einem Ort, der Cassies Leben drastisch verändern soll. Denn dort erfährt sie, dass ihre Vorfahren Hexen sind und dass das Leben voller Magie steckt. Nur lauern auch Gefahren in ihrem neuen Leben, am Rande des gefährlichen Walds dem Hag, passieren ungewöhnliche Dinge.

Der goldene Schlüssel von Skye McKenna ist der erste Band der Reihe der jungen Hexe Cassandra Morgan. McKenna hat eine wunderschöne Welt erschaffen, die sich während des Lesens direkt aufbaut und mit ihren Wesen ein ganz besonderes Abenteuer erschafft. Kater Montague als tierischer Begleiter fällt durch einen besonderen Humor auf, ist aber auch nicht zu überspitzt dargestellt, so dass er sich ganz langsam ins Herz schleicht. Besonders gelungen fand ich jedoch auch jene Wesen, die nicht durchweg böse oder gut dargestellt wurden und dadurch einen tollen Platz in der Geschichte gefunden haben, so u.a. der Goblin Burdock.

Der Schreibstil der Autorin ist detailliert und macht den Weltenaufbau sehr leicht, an einigen Stellen wurde dadurch das Tempo jedoch auch sehr langsam und die Geschichte etwas langatmiger und erst im letzten Viertel kommt richtig Spannung auf, bis dahin ist der Fokus eher auf das Ankommen in der Welt und dem System gelegt. Dies gelingt gut, denn schnell versteht man das Weltensystem, das dem Alter der Rezipienten entsprechend auch nicht zu komplex ist. Auch die Protagonistin Cassie wird toll eingeführt, sodass man sie nicht nur sehr schnell mag, sondern auch ihre Ängste und Wünsche nachvollziehen kann und dadurch auch ihre zukünftigen Handlungen versteht. Die drei Junghexen Rue, Tabitha und Ivy sorgen für die perfekte Mischung an Spannung untereinander, die Fragen bezüglich Freundschaft, Vertrauen und Zusammenhalt aufweisen.

Das Buch selbst ist ein phänomenaler Hingucker, der Erwartungen schürt, das Cover, der Farbschnitt, aber vor allem die Seitengestaltung sind unglaublich detailverliebt und passen hervorragend zur Geschichte. Ein Äußeres, das definitiv anlockt und der Inhalt hält, was das Äußere verspricht. Cassandra Morgan - Der goldene Schlüssel ist ein toller Start einer fantastischen Reihe für Kinder ab zehn Jahren. Eine Geschichte, die jedoch auch Erwachsene verzaubern kann, vor allem, wenn man ruhigere, atmosphärischere Einstiege bevorzugt.

Veröffentlicht am 20.10.2025

Smugaid

Ever & After, Band 3 - Die letzte Stunde
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Die letzte Stunde von Stella Tack ist der Abschlussband der Märchen-Fantasy-Trilogie Ever & After.

Rain Wunsch, Alles auf Anfang zu setzen, geht in Erfüllung und nun muss sie sich mit den Konsequenzen ...

Die letzte Stunde von Stella Tack ist der Abschlussband der Märchen-Fantasy-Trilogie Ever & After.

Rain Wunsch, Alles auf Anfang zu setzen, geht in Erfüllung und nun muss sie sich mit den Konsequenzen rumschlagen. Der letzte Teil der Trilogie knüpft damit unmittelbar am zweiten Band an, durch das geschickte Ende des zweiten bzw. Anfang des dritten Bands, fiel mir der Einstieg deutlich leichter als damals mit dem zweiten Teil. Die ersten 100 Seiten habe ich dementsprechend schnell weggelesen, doch dann kam für mich langsam etwas zähes in die Geschichte. Die Szenen waren mir phasenweise zu langwierig und gaben kaum etwas Neues. Gefühlt hat sich an manchen Stellen viel wiederholt oder es gab ähnliche Abläufe. Ich wurde zudem nicht besonders warm mit den fantastischen Elementen, die für mich wenig mit Märchen zutun haben und in den Vorgängerbänden nicht so präsent waren. Das ist aber natürlich Geschmacksache.

Die Grundidee der Trilogie finde ich nach wie vor überragend, jedoch hätte ich mir für den dritten Band noch etwas mehr ‚Neues‘ gewünscht, vor allem der erste Band hatte durch die verschiedenen Geschichten der Charaktere und ihren Verbindungen etwas tolles, das ging mir hier etwas verloren. Am spannendsten fand ich dahingehend den Charakter der Madame Champagne, die vielschichtig war und von der ich gerne noch mehr erfahren hätte.

Die Weiterführung der Geschichte konnte mich auch nur semi abholen. Ich mochte die Idee der Veränderung der Geschichte, jedoch konnte ich nicht nachvollziehen, warum hier ständig eine gewisse Sicherheit seitens Rain herrschte, auf die ich aus Spoilergründen gar nicht näher eingehen möchte. Auch das Ende hat mich total enttäuscht zurückgelassen.

Sodass Die letzte Stunde mich leider nicht vollends überzeugen konnte, auch wenn ich die Welt und Charaktere, die Stella Tack erschaffen hat, wirklich geliebt habe.