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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.05.2026

Regt zum Nachdenken an

Homesick
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Rein durch den Schreibstil wäre ich sehr einfach in den Text gekommen, aber die vielen Kurzkapitel von nur einer Buchseite haben es mir etwas erschwert. Ich konnte mich gar nicht so schnell einfinden, ...

Rein durch den Schreibstil wäre ich sehr einfach in den Text gekommen, aber die vielen Kurzkapitel von nur einer Buchseite haben es mir etwas erschwert. Ich konnte mich gar nicht so schnell einfinden, da kam schon wieder ein anderes Setting, eine neue Szene, andere Figuren.

Ich fand es merkwürdig, dass Mara ihren Chef oder generell immer als "Erwachsene" bezeichnet hat, als wäre sie ein Kind und nicht 26. Genauso als die Mutter ihres Freundes quasi am Telefon für ihn Schluss macht. Fand es beim nächsten Treffen richtig peinlich, als er später um halb 10 seine Mom anruft, um ihr zu sagen, dass er länger mit seiner Freundin abhängt, und die Mutter sagt, okay ich werde nicht aufbleiben. Das hatte für mich gar nichts von einer erwachsenen Beziehung, sondern Richtung Teenies. Keiner der Figuren hat verantwortlich für sich und sein Leben übernommen. Tom und Mara haben sich entweder angeschwiegen oder sie ihn bemuttert.
Die "dramatische Fernbez." habe ich auch nicht verstanden bei einer Entfernung von 90-120min.

Generell habe ich ein erwachsenere, reflektiertere Figuren erwartet wg des Alters, aber man sollte das Buch als Übergangsphase zum Erwachsenwerden lesen.
Der Schreibstil hat mir letztlich sehr gut gefallen, die Kapitel waren später nämlich länger. Zwischenzeitlich hat mich der Plot durch das Hin und Her etwas verloren, aber es gab auch einige spannende Szenen.
Bei Tom war ich mir wie Mara nie sicher, ob ich Mitgefühl haben soll oder mir Verantwortung wünsche. Die Darstellung der Depression und seiner Überarbeitung ist hingegen wirklich gut gelungen und hat vieles erklärt. Das Ende erschien mir realistisch gelöst, die Trennung nur wg der 2h Distanz nicht 100% überzeugend, wenn es sich um die wahre Liebe handelt.

Insgesamt haben mir die Idee und die Erzählweise gut gefallen und ich schwanke, zu streng mit den Figuren zu sein und nicht streng genug. Es regt zum Nachdenken und Diskussionen an. Definitiv interessant, aber nicht ganz das, was ich erwartet habe.

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Veröffentlicht am 03.05.2026

Spannender Fokus auf Lyrics

Taylor's Version
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Burt berichtet von Taylors Anfängen im Country bis zur aktuellen Eras Tour, von ihrem MTV Award bis zu ihren boyfriends, einschl. Travis Kelce.

Das Buch hebt sich von anderen Biografien ab, indem ein ...

Burt berichtet von Taylors Anfängen im Country bis zur aktuellen Eras Tour, von ihrem MTV Award bis zu ihren boyfriends, einschl. Travis Kelce.

Das Buch hebt sich von anderen Biografien ab, indem ein Fokus auf die Lyrics innerhalb der verschiedenen Alben gesetzt wird und diese vielschichtig interpretiert werden, u.a. mit literaturgeschichtlichem Hintergrund. Dieses starke Eingehen auf die Texte hat mir am besten gefallen, weil meist entweder über die Lyrics oder über die Sängerin gesprochen wird, aber nur selten beides kombiniert, obwohl man sie ja eigentlich nicht voneinander trennen kann. Zu jedem Album gibt es ein Glossar mit verwendeter Literatur, wenn auch der eine oder andere Punkt natürlich subjektiv interpretiert wurde, aber dann argumentativ.

Auch die feministischen Kapitel, zB zum Song "The Man", in dem Taylor beschreibt, wie ihr Leben als Mann verlaufen würde, bieten hohen Aufklärungswert und eine großartige Verknüpfung zwischen Kunst und Realität. Taylor bezeichnet sich selbst nicht als Naturtalent, sondern gibt Einblick in ihre harte Arbeit, führt ihren Erfolg darauf zurück, während Männer diesen oft ihren Fähigkeiten zuschreiben.
Die Interpretationen werden von Zitaten der Sängerin untermalt, was den Text nochmal realer und sie selbst zugänglicher wirken lässt.

Manche Aussagen der Autorin hörten sich für mich etwas zu feststehend an, obwohl es ja ihre subjektive Meinung ist, manche Dinge habe ich anders gesehen, aber ihre Argumente verstanden. Manchmal hätte ich gern mitdiskutiert, wie in einem Uni-Seminar, und Ansichten verschiedener Prs. verglichen. Die Anglistin aus Harvard merkt man der Autorin definitiv an.

Insgesamt wurde sehr gründlich recherchiert und sich richtig tief mit den Texten und der Sängerin beschäftigt.
Ich kann es daher nicht nur Swifties empfehlen, sondern auch allen, die sich für Literatur- und Musikgeschichte interessieren, empfehlen.

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Veröffentlicht am 30.04.2026

Highlight Romantasy

Dire Bound
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》 𝐇𝐢𝐠𝐡𝐥𝐢𝐠𝐡𝐭 5+ ⭐


In letzter Zeit habe ich immer weniger Romantasy gelesen, aber DIRE BOUND hat mich sooo sehr aus der Flaute rausgeholt und positiv überrascht, wow ♡
Fiebere jetzt schon Bd 2 entgegen.
Trotz ...

》 𝐇𝐢𝐠𝐡𝐥𝐢𝐠𝐡𝐭 5+ ⭐


In letzter Zeit habe ich immer weniger Romantasy gelesen, aber DIRE BOUND hat mich sooo sehr aus der Flaute rausgeholt und positiv überrascht, wow ♡
Fiebere jetzt schon Bd 2 entgegen.
Trotz 800 Seiten habe ich es in zwei Zügen durchgelesen, weil es mich so gefesselt hat und damit meine Erwartungen haushoch übertroffen.

Wir lernen Meryn als Kämpferin kennen, die alles für ihre Familie gibt. Während die in Armut Lebenden sich so gut es geht gegenseitig unterstützen, leben die Reichen im Überfluss, wodurch sie sich Meryns Verachtung zuziehen. Um ihre Schwester vor vampirartigen Kreaturen zu retten, meldet sie sich für die Armee. Mir hat gefallen, dass sie trotz ihres Trainings nicht als unbesiegbare Prota eingeführt wird, sondern sich durchbeißt und ebenso strauchelt wie alle anderen, wodurch wiederum ein wunderschöner Found Family Trope entsteht.

Es war erfrischend, dass sie von Anfang an in dieser gesunden Beziehung war, der Twist seiner Identität kam unerwartet, der nächste dann nicht mehr so, hat mich aber getroffen, ich trauere Mr Green Flag nach.
Ebenso erfrischend war, dass sie sich auf keiner Seite auf den dunkelhaarigen Mr Sixpack stürzt, das hat alles um Romance unerwartet gemacht.

Für mich hatte das Buch auf positive Weise etwas von Fourth Wing mit Wölfen. Das Training, die Bindung, die Charaktere, aber bizarrerweise trzd ohne dass ich das Gefühl hatte, es schon gelesen zu haben. Mit ein paar Twists habe ich gerechnet, mit anderen nicht. Ich wollte permanent wissen, wie es weiter geht. Der atmosphärisch-bildhafte Schreibstil hat mich durchweg gecacht, ich hätte am liebsten direkt weitergelesen.

Bislang mein Romantasy Highlight dieses Jahr. Es hatte einfach alles, was ein Romantasy Buch braucht: Plot, Spannung, Wordbuilding, großartige Figuren, Tension.
Einzig mit Lee hätte ich mir irgendwann mehr Konversation statt Spice gewünscht, aber zumindest war dieser "normal" geschrieben :D
Große Leseempfehlung 🎀

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Fesselnd bis zur letzten Seite

Der letzte Verrat der Boleyns
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Definitiv ein Jahreshighlight. Wenn man sich mit den Tudors auskennt, z. B. durch die TV-Serie, fällt es leicht, alle Figuren zuzuordnen, sodass ich keinerlei Probleme mit den vielen Namen und funktionen ...

Definitiv ein Jahreshighlight. Wenn man sich mit den Tudors auskennt, z. B. durch die TV-Serie, fällt es leicht, alle Figuren zuzuordnen, sodass ich keinerlei Probleme mit den vielen Namen und funktionen hatte. Da die Geschichte aus Perspektive von Anne Boleyns Schwängerin Jane geschrieben wurde, eine von vielen vergessenen Frauen der Geschichte, konnte diese die Handlung bis zur sechsten Ehefrau von Henry VIII miterleben, d.h. das Buch deckt alle Staffeln der Serie ab. Wow, damit habe ich nicht gerechnet, es hat mich so positiv überrascht!

Das Layout ist enger gesetzt, sodass mir die 550 Seiten vorkamen wie 700, auch weil man jeden Satz genau lesen musste, weil man sonst direkt eine H1nrichtung o. Ä. verpasst hat. Der Plot war straff, ohne gehetzt zu wirken, mMn die perfekte Geschwindigkeit. Ich habe jede Seite genossen.

Das Leben am Hof war erschütternd. Der gesamte Hofstaat musste sich verbiegen und gute Miene zum bösen Spiel machen, um den launischen, später tyrannischen, selbstverliebten König bei Laune zu halten, der munter Gesetze geändert und erlassen hat, um willkürlich H1nrichtungen ohne Prozess durchzuführen. Dennoch gehört er durch seinen Bruch mit der Kirche und seinen zahlreichen Königinnen zu einer der interessantesten Herrscher der Geschichte. Es war erschreckend, wozu ein Anführer imstande ist, wenn niemand widerspricht, und grausam, dass es Jhdte später noch immer so abläuft, solange nicht genug Menschen aufstehen.

Auch die Rollen der Königinnen haben mich wahnsinnig gefesselt. Die unterschiedlichen Persönlichkeiten: die streng katholische Katharina, die zielstrebige Anne, die brave Jane, die nicht der EN Sprache mächtige Anna, die 30 Jahre jüngere Kitty, mit 16 fast noch ein Kind, die sich allesamt diesen grausamen Mann antun mussten und zum Spielball ihrer Verwandten der Gier um Macht wurden. Die Lovestory zwischen Kitty und Culpeper hat mich so berührt, dass ich bei ihrem Schicksal Tränen in den Augen hatte.

Obwohl ich wusste, wie jede einzelne Figur endet, hatte es wirklich in sich, hat mich aufgewühlt und ist insgesamt durch den eingänglichen Schreibstil hängen geblieben. Man muss konzentriert lesen und mitdenken. Eine riesige Leseempfehlung, wow ♡

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Veröffentlicht am 24.04.2026

90er Jahreshighlight ♡

Little Hollywood
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Little Hollywood

Ich liebe, liebe, liebe dieses Cover 💕
Der einfühlsame, schnörkellose, fast leise Schreibstil passt perfekt zu den Charakteren. Es handelt sich um eine ruhige Geschichte, die jedoch ...

Little Hollywood

Ich liebe, liebe, liebe dieses Cover 💕
Der einfühlsame, schnörkellose, fast leise Schreibstil passt perfekt zu den Charakteren. Es handelt sich um eine ruhige Geschichte, die jedoch ausreicht, um ein wunderschönes, überzeugendes Gesamtbild entstehen zu lassen.
Gefehlt hat mir, dass die Zeit nicht richtig benannt wurde. In den ersten Kapiteln hatte ich das Gefühl, es könnte genauso gut in unserer Gegenwart spielen. 1999 wurde mir erst richtig bewusst, weil im Kino Star Wars I lief.
Besonders gut gefallen hat mir das Motiv der Kamera. Dass Jo aufgrund des vollen Filmes nur die allerwichtigsten und schönsten Momente auffangen kann, aber in dem Bewusstsein, sie später immer wieder hervorzuholen, also nicht endlose Handyordner hat wie heute, die dann keiner mehr anschaut.
Die Aussöhnung mit seiner Familie und der verstorbenen Mutter durch das Entwickeln ihrer letzten Fotos war unglaublich bewegend ♡
Jos Figur und Vergangenheit waren komplex, tiefgründig, berührend und sind definitiv hängen geblieben. Leonie als 1er Schülerin erscheint zunächst als komplettes Gegenteil, ihre Rolle als Bezugsperson für den kleinen Bruder und die Furcht der Mutter vor ihrem g3walttätigen Ex-Mann bringen allerdings nochmal eine ganz andere, tiefgreifende und aufwühlende Seite zum Vorschein. Damit gehen wir beidseitig in eine Mental Health Richtung. Keiner von beiden kann seiner Situation entfliehen, sie gehen nur komplett unterschiedlich damit um, Rebellion vs Resignation.
Die subtile Lovestory war authentisch und wunderschön ♡ Deswegen hat mich das Ende getroffen, obwohl beide den für sie richtigen Weg gegangen sind und sich gegenseitig den Mut dazu geschenkt haben. Verbunden durch die Annäherung in ihrem gemeinsamen lokalen Mittelpunkt, der Videothek Little Hollywood.
Insgesamt hat mir der Roman richtig gut gefallen. Er ist atmosphärisch, tiefgründig und bleibt hängen. Leseempfehlung ♡

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