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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.02.2026

Absolut toll, hab mich prächtig amüsiert

Die Reise ans Ende der Geschichte
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Spionageromane sind ja so ein Genre, damit kriegt man mich. Ich liebe gute Geheimnisse, verdeckte Identitäten und Doppelbluffs, die Ereignissen unerwartete Wendungen geben. Und dieses Buch ist einfach ...

Spionageromane sind ja so ein Genre, damit kriegt man mich. Ich liebe gute Geheimnisse, verdeckte Identitäten und Doppelbluffs, die Ereignissen unerwartete Wendungen geben. Und dieses Buch ist einfach eine charmante, leicht überspitzte Version, da nah an der Parodie kratzt, aber dadurch einfach super kurzweilig und unterhaltsam ist.

Die Figuren sind einfach köstlich konstruiert, bedienen reichlich Klischees und machen einfach Spaß. Es ergeben sich herrliche Konversationen und äußerst schräg anmutende Situationen, bei denen man nie so richtig weiß, wer eigentlich auf welcher Seite steht.

Ähnlich wie Jakob wird auch der Leser einfach mitgerissen auf dieser schrägen Mission deren genauer Inhalt eigentlich zu keiner Zeit eindeutig definiert wird. Aber Jakob lässt sich vom Moment leiten, verzeichnet Erfolge und Rückschläge und so richtig weiß man nie, ob er seine Sache eigentlich gut macht oder überhaupt gutmachen soll.

Das Ende fand ich nochmal sehr speziell, ein bisschen hektisch und unübersichtlich. Es endet so ein bisschen , wie es begann. Mit einem Gespräch, dessen Ausgang und Auswirkung auf Jakobs Leben ungewiss ist. Einerseits sehr passend, andererseits hätte ich mir vielleicht einen letzten großen Knall gewünscht.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Beunruhigend

Happy Head
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Ich finds so spannend, dass diese Geschichte eindeutig dystopische Züge hat, gleichzeitig aber derartig nah an der Realität und aktuellen Strukturen unserer Leistungsgesellschaft, in der mentale Gesundheit, ...

Ich finds so spannend, dass diese Geschichte eindeutig dystopische Züge hat, gleichzeitig aber derartig nah an der Realität und aktuellen Strukturen unserer Leistungsgesellschaft, in der mentale Gesundheit, Fortschritt und reine Funktionalität im Fokus stehen, angelehnt ist, dass man fast schon Angst bekommen könnte vor dem, was leider viel zu realistisch wirkt.

Sowohl in der Buchbeschreibung als auch im Buch selbst gibt es Anspielungen auf Squid Game- weiß ich jetzt nicht. Der Vibe ist schon ein anderer und das Konzept auch. Bei der Bucheschreibung hat das bei mir schon eine falsche Erwartungshaltung geweckt. Ja, es gibt Challenges, aber die haben absolut nichts mit Squidgame zu tun.

Es geht hier mehr um ein manipuliertes Sozialexperiment, was für sich allen auch schon super unheimlich ist. Seb is ein eher ambivalenter Protagonist, gefangen zwischen dem Wunsch zu gefallen; „richtig“ zu sein und seinem Wahren Ich.

Beim Ende bin ich unschlüssig, es wird vermutlich einen zweiten Band geben, aber ich hätte zumindest gerne irgendwas handfestes bekommen.
Fands aber angenehm zu lesen und durchaus auch ein bisschen spannend. Hatte zwar eine etwas andere Geschichte erwartet, aber hat mir unterm Strich gefallen

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Viel Schein, wenig Sein

Alle glücklich
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Das Buch geht auf eine Art an die Nieren, die ich nicht erwartet hatte. Das oberflächlich betrachtet schöne, privilegierte Leben der Familie Holtstein, gerät gehörig ins Wanken während alle Familie Mitgliedern ...

Das Buch geht auf eine Art an die Nieren, die ich nicht erwartet hatte. Das oberflächlich betrachtet schöne, privilegierte Leben der Familie Holtstein, gerät gehörig ins Wanken während alle Familie Mitgliedern versuchen, ihre Unsicherheiten und Probleme mit sich auszumachen.

Es ist schon bemerkenswert wie die Familie aneinander vorbeilebt und es trotzdem alle, jeder für sich selbst, schaffen, sich der Lebebssituation und dem Verhalten der anderen aufzureiben. Und sich gegenseitig zu verletzen.

Das Ende war schon tough. Als generell die ganze Geschichte war eine wilder Achterbahnfahrt aus toxischen Verhaltensmustern, fehlender Kommunikation und Desinteresse, aber das Ende war nochmal richtig heftig. Der Titel kommt einem da wie purer Hohn vor. Das Buch macht betroffen, man beginnt eigene Beziehungsmuster zu hinterfragen- kann man sich schleichend verlieren?

Die stetig wechselnden Perspektiven haben mir gut gefallen, auch wie jedes Kapitel durch eine Frage eingeleitet wird, die den Kern dessen widerspiegelt, was die Figuren umtreibt. Die Autorin schreibt einfühlsam, scheut aber auch nicht vor Konfrontationen zurück, was mir richtig gut gefällt.
Die Geschichte zeigt gut, dass Idylle trügerisch sein kann und ein vermeintlich schönes Leben nicht für sich erfüllend sein muss. Wie gut kennt man die Menschen, die man liebt, wirklich? Stark, tolles Buch.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Erst mau, dann absolut perfide

Ruf der Leere
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Der Roman beginnt erstmal eher unspektakulär- eine Gruppe junge Erwachsene in verschiedenen zwischenmenschlichen Beziehungsstadien und eine abgelegene Hütte. Die Gruppendynamik insgesamt eher kühl und ...

Der Roman beginnt erstmal eher unspektakulär- eine Gruppe junge Erwachsene in verschiedenen zwischenmenschlichen Beziehungsstadien und eine abgelegene Hütte. Die Gruppendynamik insgesamt eher kühl und Protagonist Felix, der im Zentrum des ganzen Plots steht, auf blasierte Art unsympathisch.

Die Handlung beginnt in eher gemäßigtem Tempo und so richtig ist nicht klar, worauf der Plot eigentlich hinauslaufen soll. Anfangs fand ich die Rückblenden in Felix und Lauras sich entwickelnde Beziehung, die sich irgendwo zwischen Rivalität und Freundschaft bewegt, eher belanglos, aber als zur Mitte der Geschichte der Wendepunkt naht, bekommen nicht nur die Medizinethikseminare und Diskussionen über Moral eine neue Bedeutung, sondern auch Felix Freundschaft zu Laura.

Die zweite Hälfte der Geschichte liest sich dann wie ein absoluter Fiebertraum. Bin immer noch völlig platt vom Ausmaß dessen, wie die Geschichte den Bach runtergeht. Vom Plot her eigentlich super geschickt gemacht, aber bin doch ehrlich: ich hätte da zum Schluss noch ein paar Fragen.

Felix ist auf jeden Fall ein Protagonist, wie ich selten einen hasse. Zwischendurch tat der mir doch tatsächlich ein bisschen leid, aber mein Gott, selten so eine abgründige Romanfigur erlebt, die es auf reine Provokation anlegt.

Hatte ein ganz anderes Buch erwartet, bin aber vor allem in der zweiten Hälfte positiv überrascht worden

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Richtig cooler Suspense-Roman

Firewatch
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Ich mochte bereits Hadlers letztes Buch, aber dieses hier finde ich vom Suspense-Teil her nochmal stärker. Die Geschichte ist verworren, moralisch irgendwo im Graubereich angesiedelt und alle habe irgendwie ...

Ich mochte bereits Hadlers letztes Buch, aber dieses hier finde ich vom Suspense-Teil her nochmal stärker. Die Geschichte ist verworren, moralisch irgendwo im Graubereich angesiedelt und alle habe irgendwie was zu verbergen. Stark geplottet und einfach spannungsgeladen.

Die Geschichte schwankt zwischen Gegenwart und der Zeit kurz vor Aarons Verschwinden. Die Perspektiven konzentrieren sich auf Aaron selbst und seinen besten Freund Robin, der versucht herauszufinden, was eigentlich passiert ist. Es gibt eigentlich die gesamte Zeit über nur einen Verdächtigen für Robin. Doch nichts ist so leicht, wie es schien-vor allem Aaron selbst nicht.

Das Setting der Feuer-Wachtürme fand ich super gewählt- mal was anderes und zugleich direkt atmosphärisch. Und auch Robins Wechselbad der Gefühle was Kian betrifft fand ich sehr authentisch und nachvollziehbar. Die gesamte Situation ist vulnerabel und dadurch mitreißend.

Und dann kommt ein Ende, das einem den Boden unter den Füßen wegreißt. Phänomenal, absolut spektakulär und grausig.

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