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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.03.2026

Nicht so düster wie gedacht

An Education in Malice: Verlangen. Intrigen. Blut.
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Ich mag ja Dark Academy richtig gern und bei diesem Buch hörte sich die Beschreibung inklusive des Touches verbotener Liebe sehr reizvoll an. Was der Klappentext nicht verrät und mich sehr überrascht hat: ...

Ich mag ja Dark Academy richtig gern und bei diesem Buch hörte sich die Beschreibung inklusive des Touches verbotener Liebe sehr reizvoll an. Was der Klappentext nicht verrät und mich sehr überrascht hat: bisschen Fantasy ist auch dabei.

Den Vibe habe ich lange gar nicht als düster empfunden, viel mehr hat es einen leicht biederen und dadurch passagenweise fast schon anrüchigen Touch, wobei bei Protagonistin Laura neben Neugier auch immer ein Stück weit Scham mitschwingt. Ich liebe ja queere Romance, aber hier fand ichs stellenweise etwas cringe.

Ich fand auch die Verhaltensweisen und Endscheidungen, die die Figuren treffen, nicht immer unbedingt nachvollziehbar. Für mich war es ein stetiges Auf und Ab zwischen Begeisterung und Kopfschütteln bei dieser Geschichte. Camilla macht von allen noch die greifbarste Entwicklung durch und generell habe ich ihre Geschichte als am interessantesten empfunden. Muss aber auch sagen, dass ich die Charaktere generell als blass und nicht so richtig ausgearbeitet empfunden habe. Außer den drei zentralen Figuren lernt man an der gesamten Uni auch eigentlich sonst niemanden kennen.

Trotzdem hat das Buch irgendwas an sich, sodass es trotzdem eine gewisse Sogwirkung hatte und ich das Buch Relativ schnell durchgelesen habe. Es ist nicht so klischeehaft verklärt wie ähnliche Geschichten und zwischendurch war es wirklich stimmungsvoll und atmosphärisch. Hätte für mich gerne noch düsterer und vor allem was die Charaktere betrifft etwas dreidimensionaler sein können, aber ein schöner Roman für Zwischendurch

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Die Entgleisung eines Lebens

Solange ein Streichholz brennt
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Ich fand die Idee hinter der Geschichte richtig toll, einfach auch, um dem Thema eine Plattform zu geben. Denn obwohl es so wichtig ist, geht es in seiner Alltäglichkeit gefühlt wahnsinnig unter, dabei ...

Ich fand die Idee hinter der Geschichte richtig toll, einfach auch, um dem Thema eine Plattform zu geben. Denn obwohl es so wichtig ist, geht es in seiner Alltäglichkeit gefühlt wahnsinnig unter, dabei betrifft es uns alle , weil wir wegsehen, nichts tun und zuletzt, weil es super leicht ist, aus einem System zu fallen, in dem die schwächsten unsichtbar sind. Trotz des heiklen, negativ konnotierten Themas ist die Stimmung nicht grundsätzlich negativ. Es gibt auch viele menschliche, offene Momente, die dem Buch einen starken Ton geben.

Bohm fand ich eine super spannende Figur. Ein klassischer Jedermann, der eigentlich nicht dem Klischee entspricht, das man vielleicht von Obdachlosigkeit im Kopf hat. Und trotzdem ist er auf der Straße gelandet. Durch Alina bekommt er ein Gesicht und eine Geschichte. Seine Geschichte.
Dabei hat es mir vor allem gefallen, dass nicht nur Bohms Schmerz und der scheinbaren Ausweglosigkeit seiner Situation Ausdruck verliehen wird, sondern auch den Momenten, in denen durchblitzt, was für ein Mensch er war und immer noch ist. Da sind Momente der Fürsorge, der Selbstlosigkeit und Menschlichkeit. Aber auch Schwäche, Zweifel und Angst haben hier ihren Platz.

Aber es wird nicht nur Bohms Geschichte beleuchtet, denn durch Alina wird eine weitere Komponente eingefügt. Menschen, die sich am Elend anderer laben, es kommerzialisieren und sich daran bereichern wollen. Alina nehme ich da aus, aber die Abschnitt mit ihrem Kollegen fand ich absolut schrecklich. Wie man als Mensch so sein kann ist mir völlig schleierhaft.

Besonders die letzten Seiten sind nochmal wie ein Schlag in die Magengrube. Eindrücklich wird hier geschildert, wie es zu Bohms Situation kam, eine klassische Abwärtsspirale, die sich selbst befeuert, bis es keinen einfachen Ausweg gab. Und trotzdem ist das Ende versöhnlich, ein Stück weit sogar hoffnungsvoll nach vorn blickend und damit durchaus als Happy End zu werten.

Ich fand das Buch richtig toll. Gut zu lesen, ergreifend und eindrücklich geschildert und den sympathischen Bohm auch sehr nahbar gemacht.

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Düster und unheimlich

Darkly
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Die Darkly Spielen hören sich allesamt absolut zum Fürchten an, aber die Ehrfurcht, die mit dem Besitz der Spiele einhergeht, sorgt für ein ganz besonderes Ambiente. Vor allem das mysteriöse Spiel Walküre ...

Die Darkly Spielen hören sich allesamt absolut zum Fürchten an, aber die Ehrfurcht, die mit dem Besitz der Spiele einhergeht, sorgt für ein ganz besonderes Ambiente. Vor allem das mysteriöse Spiel Walküre hört sich nicht nur gefährlich, sondern auf unheimliche Art auch super interessant und spannend an. Generell gut mir das Thema die Spiele so ein bisschen „Jumanji-Vibes“

Ich mochte die Ausstaffage der Geschichte mit Briefen, Zeitungsartikeln und Bildmaterial. Das macht das ganze irgendwie lebendig und macht den Leser zu einem Teil des Ganzen. Durch die mysteriöse Aura der Geschichte und den spannungsgeladenen Grusel-Faktor, bin ich geradezu durch die Seiten geflogen. Ich wollte unbedingt wissen, was es mit dem ominösen 29. Darkly auf sich hat. Die Geschichte ist wie eine Art Schnitzeljagd aufgebaut, sodass sich immer Hinweise zu einem Gesamtbild zusammensetzen.

Abgesehen von Dia bleiben alle anderen Figuren ziemlich blass hinter ihr zurück. Das Grüppchen, das sie um sich schart, arbeitet zwar gegen Ende toll zusammen, aber bis dahin erfährt man eigentlich so gut wie nichts über die Teilnehmer. Dafür glänzt Dia besonders und kämpft sich durch ihre gewiefte und clevere Art durch die Etappen des Spiels.

Bin ehrlich, ich hätte gerne noch mehr Einblicke auch in andere Spiele bekommen und auch die Geschichte von Louisiana selbst war so packend, dass ich gerne noch mehr gelesen hätte, aber ist meckern auch allerhöchsten Niveau. Ich habe mich durchweg fantastisch unterhalten gefühlt und konnte das Buch nicht aus der Hand legen.

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Unerwartet grandios

Der Fährmann
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Ich lese ab und zu gerne mal historische Romane und dieser hier hörte sich wirklich interessant an. Trotzdem war ich absolut überrascht wie sehr mir dieses Buch tatsächlich gefallen hat und mich die Geschichte ...

Ich lese ab und zu gerne mal historische Romane und dieser hier hörte sich wirklich interessant an. Trotzdem war ich absolut überrascht wie sehr mir dieses Buch tatsächlich gefallen hat und mich die Geschichte in ihren Bann geschlagen hat. Konnte gar nicht aufhören zu lesen, weil ich so dringend wissen wollte, wie es weitergeht.

Obwohl die Geschichte in großen Zeitsprüngen erzählt wird und damit einen beachtlichen zeitlichen Rahmen abdeckt, hat man doch das Gefühl, dass die Handlung eher langsam und sogar ein bisschen behäbig voranschreitet. Sie ist sehr atmosphärisch angelegt und erzählt authentisch vom harten Leben der Figuren in den ländlichen Gemeinden an der Grenze von Deutschland zu Österreich, wo vor allem Religion, Tradition und auch so ein bisschen Aberglaube bestimmen, was sich gehört, was geduldet wird und wer sich wem zu fügen hat.

Vor allem das Schicksal der Frauen wird anhand von Elisabeth und Annamarie, die mit sehr unterschiedlichen Vorraussetzungen ins Leben gestartet sind, sehr eindringlich geschildert. Ich hatte fast die gesamte Zeit über einen dicken Kloß im Hals und ein ungutes Gefühl im Magen. Hut ab, wie die Autorin ernste, schockierende Themen sehr eindringlich zu einem dichten Netz aus Verpflichtungen, Angst, blindem Gehorsam und der leisen Hoffnung auf Selbstbestimmung verwebt.

Ich bin kein Fan von Dialekt und habe auch in diesem Buch großzügig darüber hinweggelesen. Bei ein paar Worten bin ich gestolpert, die ich dann einmal kurz nachgeschlagen habe, weil sie öfter vorkamen. Viel mehr hätte es für meinen Geschmack auch nicht sein dürfen. Ja, trägt zum Lokalkolorit bei, hemmt bei mir aber den Lesefluss. Ich fands hier grade noch ok dosiert.

Das Ende kam fast schon etwas zu schnell um die Ecke, da hätte ich mir gerne noch ein paar Seiten mehr gewünscht. Aber trotzdem wirklich toll, für mich ein wirklich großartiges Buch.

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Zwischen Humor und ernsten Problemen

Einatmen. Ausatmen.
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Maxim Leo hat einfach eine tolle Art zu Schreiben, seine Romanen treffen für mich immer genau den richtigen Ton und so wandert diese Geschichte herrlich elegant zwischen amüsant und nachdenklich, zwischen ...

Maxim Leo hat einfach eine tolle Art zu Schreiben, seine Romanen treffen für mich immer genau den richtigen Ton und so wandert diese Geschichte herrlich elegant zwischen amüsant und nachdenklich, zwischen Schalk und Ernst und schickt den Leser auf eine Reise der Selbstreflektion.

Protagonistin Marlene hat sich direkt zu Beginn in mein Herz geschlichen mit ihrer trockenen, ehrgeizigen Art und dem nüchternen Blick auf zwischenmenschliche Beziehungen. Im Verlauf der Geschichte merkt der Leser, wie tief da Verletzungen in ihr sitzen, die sie selbst gar nicht als solche Wahrgenommen hat. Marlenes Geschichte ist wie ein Befreiungsschlag- nicht nur für sich selbst, sondern indirekt auch für den Leser, für die Frauen, für die sie steht.

Die Geschichte hält der Gesellschaft so ein bisschen den Spiegel vor: funktionieren um jeden Preis, Maschine sein statt Mensch. Und Lifestyle-Coaching als Erfolgskonzept. Man merkt an einigen Stellen durchaus, dass die Geschichte etwas konstruiert ist um den Leser in eine bestimmte Richtung zu führen. Aber ich bin ehrlich, das störte mich in diesem Fall nicht, da es funktioniert. Und die Geschichte wirft dabei ein paar richtige und wichtige Denkansätze auf, die mich haben innehalten und nachdenken lassen.

Ich fand das Ende zwar fast schon ein bisschen zu weichgezeichnet, gleichzeitig passt es aber auch zur Geschichte und lässt offen, was als nächsten bei den Figuren passiert. Ich hatte generell einfach richtig viel Spaß beim Lesen, hab geschmunzelt und die Augen verdreht, mir für Marlene Erfolg gewünscht und Alex im Stillen so ein bisschen verflucht. Find schon, dass das Buch wieder ein cooles Gesamtpaket ist.

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