Eigenbrötlerischer Ermittler in einem Waldkrimi
Jenseits der BaumgrenzeEin ruhiger Krimi mit “Waldfeeling”, der mit seinen Charakteren und seinen lustigen Momenten zu überzeugen weiß. Förster Arie Daamen glaubt seinen Augen kaum, als er eine menschliche Hand zwischen Holzstämmen ...
Ein ruhiger Krimi mit “Waldfeeling”, der mit seinen Charakteren und seinen lustigen Momenten zu überzeugen weiß. Förster Arie Daamen glaubt seinen Augen kaum, als er eine menschliche Hand zwischen Holzstämmen entdeckt. Eigentlich hoffte der etwas eigenbrötlerische Arie auf seinem Rundgang mit seinem Hund Vitali auf ein wenig Ruhe. Mit dieser ist es nach dem Fund definitiv vorbei. Die Leiche sorgt für Aufruhr in der so beschaulichen Gemeinde Moosach und Arie ist mittendrin.
Auf den ersten Blick wirkt Arie etwas unnahbar, doch das ändert sich im Laufe der Geschichte. Er hat den Wunsch nach freundschaftlichem oder familiärem Flair, aber gleichzeitig genießt er auch die Ruhe und das Zusammenleben mit seinen Hunden Vitali und Hermine. Als sehr interessanten Nebencharakter hat mir Tina Stadler von der Schreinerei Stadler gefallen. Sie versucht Arie immer wieder aus seiner Komfortzone herauszulocken. Arie kann dem nur schwer widerstehen, wobei das wesentliche Interesse an einer intensiveren Beziehung der beiden bisher immer von Tine kommt. Überhaupt wirkt Arie nicht wie der typische Frauenheld und doch schafft er es mit nur wenigen Gesten und Worten die Damen zu beeindrucken.
Die Handlung der Geschichte ist insgesamt als eher ruhig temperiert zu beschreiben, ohne dass diese zu irgendeinem Zeitpunkt langweilig wird. Die vielen humoristischen Aspekte des Tiroler Landlebens, als auch die persönlichen Konflikte von Arie mit der Chefinspektorin Salzhaller sorgen für stetige Unterhaltung.
Der Schreibstil der Autorin ist gut lesbar und ich konnte mich sehr gut in diese von Wald und ländlich beschriebene Umgebung hineinfinden. Ein wenig mehr Ermittlungen hätte ich mir vielleicht noch gewünscht, aber dies schmälert nicht die zahlreichen “Fallstricke” der Autorin mit dessen Auflösung ich überrascht wurde. Ich hatte mich auf eine andere Person als Täter oder Täterin eingeschossen.
Ein rundum gut erzählter Krimi mit einem persönlichen Hauptcharakter. Ich würde gerne noch einmal einen Fall von Arie lesen und als Dackelfan habe ich Hermine jetzt schon in mein Herz geschlossen!