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Veröffentlicht am 26.01.2025

Ein Krimi der mit der Kälte spielt

Tödlicher Winter
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Ein Krimi, der mit der kälte spielt. Der Kälte der Menschen sowie der Umgebung in der sie leben. Paul Schwartzmüller, ein Journalist mit Wurzeln in Siebenbürgen aus Köln, kehrt in seine alte Heimat zurück. ...

Ein Krimi, der mit der kälte spielt. Der Kälte der Menschen sowie der Umgebung in der sie leben. Paul Schwartzmüller, ein Journalist mit Wurzeln in Siebenbürgen aus Köln, kehrt in seine alte Heimat zurück. Er hat sich unsterblich in Maia eine junge Frau, die auf dem Hof seiner Tante lebt, verliebt und hofft auf eine gemeinsame Zukunft mit ihr. Im Heimatort angekommen muss Paul aber feststellen, dass sich einiges seit seinem letzten Aufenthalt verändert hat. Neue Bewohner wollen das Dorf verändern und plötzlich gibt es mysteriöse Todesfälle. Bald wird Paul in einen Sog aus Hass und Angst gezogen. Wird er es schaffen den Fall zu lösen?

Paul Schwartzmüller wirkt auf den ersten Blick etwas unnahbar. Er ist ein unsicherer Mensch, der aber auch impulsiv werden kann. Er ist in Liebesdingen sehr naiv und verhält sich in einigen Situationen eher wie ein Teenager als ein reiferer Mann. Auch wirkt er manchmal etwas unbeholfen und weiß nicht so recht, wie er sich verhalten soll. Als interessante Charaktere können sein Freund mit dem nicht so geradlinigen Verhalten Sorin; Maia, die junge Carry sowie Pušomori eine junge Frau, die eher im Hintergrund agiert genannt werden.

Der Schreibstil der Autorin ist gut erzählend und sehr gut lesbar. Sie schafft es die Umgebung zu beschreiben und man findet sich als lesende Person sehr gut in der kalten Umgebung Siebenbürgens zurecht. Auch die Verhaltensweisen der handelnden Personen sorgen durch die Charaktertiefe für ein gutes Setting. Die Story an sich ist gut und spannend erzählt und man erkennt die kulturellen Besonderheiten dieser Region sehr deutlich. Das Ende ist interessant gestrickt und war tatsächlich unerwartet für mich. Ein Fall mit einem interessanten Ermittler, wo die Polizei eher eine Nebenrolle spielt, der mich gut unterhalten hat. Ich würde sehr gerne alsbald noch einmal einen Fall von Paul Schwartzmüller lesen

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Veröffentlicht am 19.01.2025

Eine wunderschöne Reise nach Schweden

Genau jetzt mit dir
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Mir hat das erste Buch von Tine Nell richtig gut gefallen. Für mich war es eine wunderschöne Reise nach Schweden, die mit Sicherheit nicht die Letzte war.

Im Mittelpunkt des Romans steht die Ich-Erzählerin ...

Mir hat das erste Buch von Tine Nell richtig gut gefallen. Für mich war es eine wunderschöne Reise nach Schweden, die mit Sicherheit nicht die Letzte war.

Im Mittelpunkt des Romans steht die Ich-Erzählerin Alma. Sie ist 28 Jahre jung und gerade von Frankfurt nach Schweden gezogen. Sie will Deutschland nach dem Tod ihrer Mutter hinter sich lassen und zieht zu ihrer Tante nach Schweden. Alma ist Hebamme und da trifft es sich gut, dass ihre Tante Edda ebenfalls als Hebamme arbeitet und viele Frauen in Schweden auf die Geburt ihres Kindes vorbereitet.

Alma wird der werdenden Mutter Stina zugeteilt, sie ist gerade von dem Vater ihrer Kinder verlassen worden. Ihr Bruder Liam kümmert sich um die beiden und so kommt es, dass auch Alma Liam kennen lernt.

Liam ist etwas “hemdsärmelig” und der Umgang mit Frauen ist ihm nicht so vertraut. Er tritt Alma gegenüber in das eine oder andere Fettnäpfchen, dennoch ist es nicht zu übersehen, dass zwischen den beiden die Funken sprühen. Eine wunderbare Liebesgeschichte beginnt, doch die ersten dunklen Wolken am Horizont zeigen sich schon. Die Vergangenheit holt die beiden mit aller Macht ein, hat ihre Liebe eine Chance?

Der Schreibstil von Tine Nell ist sehr angenehm zu lesen. Locker leicht und durch viele Dialoge, wird der Roman gut vorangetrieben. Langeweile kommt hier nicht auf. Dazu lernt man wunderbar die Mentalität der Schweden kennen und darf ein wunderbares Mittsommerfest mitfeiern. Auch der Aspekt der Landschaft hat die Autorin wunderbar umgesetzt, so sind die Protagonisten oft in der Natur unterwegs und zeigen uns so die Schönheit Schwedens, ob Wanderung, Klettern, Angeln oder der Besuch in einem Elch-Park sorgt für zusätzliche Stimmung.

Was mit ebenfalls ausgesprochen gut gefallen hat, ist das die Autorin den beiden Protagonisten jeweils eine ganz schrullige Macke mitgegeben hat. Dies hat die beiden für mich so wunderbar sympathisch gemacht. Eine schone Liebesgeschichte vor der traumhaften Kulisse Schwedens, gerne mehr davon!

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Veröffentlicht am 19.01.2025

Fulminante Sprache

Die Augen der Medusa
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In einem düster spielenden Setting bekleidet mit fulminanter Sprache lässt einen dieser Fantasyroman durchaus erstaunt zurück. Das Setting spielt in einer Neuzeit-Dystopie mit Luftschiffen und anderen ...

In einem düster spielenden Setting bekleidet mit fulminanter Sprache lässt einen dieser Fantasyroman durchaus erstaunt zurück. Das Setting spielt in einer Neuzeit-Dystopie mit Luftschiffen und anderen Erfindungen des 19. bzw. Anfang des 20. Jahrhunderts sowie interessanten fantastischen Erfindungen. Es handelt von den Protagonisten Elara, einer Frau, die größtenteils aus maschinellen Elementen besteht, sowie der Theaterschauspielerin Maribel, die in der größten Stadt Etherion leben.

Etherion ist aktuell eine Stadt der Glückseeligen nach einer Katastrophe, die vielen Menschen im Umland das Leben zur Hölle macht, das sogenannte Ödland. Doch das Glück währt nicht ewig und alsbald müssen Elara sowie Maribel und ihre Mitbürger feststellen, dass man nicht immer in einer Glaskugel leben kann.

Die Charaktere sind gut ausgearbeitet worden und die eigentlich immer lebenslustige und fast blumenkindartige Maribel, sowie die düstere und oft nüchterne Elara ergänzen sich dabei sehr gut. Die fast schon epische und bildhafte Sprache der Autorin sorgt für ein fesselndes Setting und ständig anlaufendes Kopfkino. Gerade die sehr gute Beschreibung der Umgebung, sowie die ausschweifende Darstellung der Gefühle der Protagonisten sind besonders. Ich konnte mich sehr gut in diese Stadt hineinfinden und ich wäre gerne in diese gezogen, bevor bestimmte Vorgänge leider ihren Lauf nehmen. Die Botschaft ist dabei sehr eindeutig und die Autorin webt relativ aktuelle Vorgänge auf unsere Erde geschickt in diese Geschichte ein.

Sprachlich und storytechnisch habe ich selten so einen Fantasyroman erlebt und ich bin hellauf begeistert worden. Die einzig keine Kritik ist nur formeller Natur. Ich persönlich hätte mir etwas kleinere Kapitel in der Struktur gewünscht, da diese besseren Pausen zulassen. Aber dies ist der einzig kleine Kritikpunkt an der ansonsten herausragend geschriebenen Story. Das Ende ist düster und ich bin gespannt, ob es noch einen Folgeband geben wird.

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Veröffentlicht am 19.01.2025

Ein junger Mann muss sich beweisen

Die Templer. Rose und Kreuz
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Die Story entführt den Leser in die faszinierende Welt des 13. Jahrhunderts. In einer Zeit, in der die Templer, ein geheimnisvoller und mächtiger Orden, im Schatten von Intrigen, Verrat und politischen ...

Die Story entführt den Leser in die faszinierende Welt des 13. Jahrhunderts. In einer Zeit, in der die Templer, ein geheimnisvoller und mächtiger Orden, im Schatten von Intrigen, Verrat und politischen Machtspielen agieren. Der junge Schildknappe Constantin Fleury befindet sich in der Ausbildung bei einem Ritter namens Archambault de Guise. Er verlangt dem jungen Mann so einiges ab und dieser erfährt, wie schwierig das Kämpfen wirklich ist. Zur gleichen Zeit gibt es Unruhe im Templerorden um den Komtur von Mancourt Gérard. Eine große Gefahr bedroht das Land und den Orden und Gerard muss um Verbündete und die Zukunft des Ordens kämpfen. Fleury erhält einen sonderbaren Auftrag und muss feststellen, dass die Welt außerhalb der Eigenen viel härter ist, als er sich je hätte vorstellen können. Die Charaktere sind vielschichtig und gut ausgearbeitet. Constantin Fleury macht im Laufe der Erzählung eine Entwicklung durch die mir sehr gut gefallen hat. Gérard wirkt am Anfang etwas derb und abweisend, aber beweist wie viel “Edelmann” in ihm steckt. Die zahlreichen Nebencharaktere sorgen für zusätzliche Erheiterung. Mélisande hat mir dabei mit am besten gefallen, steht sie für ein Frauenbild was heutzutage eher zuträglich ist als zu der Zeit um 1293. Die Beziehungen insgesamt zwischen den Figuren sind emotional und oft von Konflikten geprägt, was die Charaktere lebendig und nachvollziehbar macht.

Der Schreibstil des Autors ist geprägt von einer anschaulichen und eleganten Sprache. Er versteht es, historische Details präzise zu vermitteln, ohne den Leser mit zu viel Informationen zu überfordern. Das Setting ist ein weiteres Highlight des Buches. Der Autor schafft es meisterhaft, die Atmosphäre des Mittelalters einzufangen. Von den Festungen bis zu den dunklen Gassen der Städte wird die Kulisse lebendig. Die politischen und sozialen Gegebenheiten dieser Zeit werden gut recherchiert und anschaulich vermittelt, was dem Leser einen tiefen Einblick in die damalige Lebensweise ermöglicht.

Die Spannung in der Erzählung ist sehr gut und findet am Ende ihren Höhepunkt. Ein Personenverzeichnis über alle handelnden Personen sorgt für zusätzliche Klarheit beim Lesen. Ein fesselndes Leseerlebnis was mich wirklich sehr gut unterhalten hat. Ich freue mich schon auf Band 2 von dieser Templersaga.

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Veröffentlicht am 19.01.2025

Ein Roman über die Verletzlichkeit

Vielleicht hat das Leben Besseres vor
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“Wir müssen uns alle ständig selbst verzeihen.” (S. 267) In Anne Gesthuysens neuem Roman geht es um die eine Sekunde, die das gesamte Leben verändert. Eine Unachtsamkeit oder ein Schicksalsschlag, der ...

“Wir müssen uns alle ständig selbst verzeihen.” (S. 267) In Anne Gesthuysens neuem Roman geht es um die eine Sekunde, die das gesamte Leben verändert. Eine Unachtsamkeit oder ein Schicksalsschlag, der alles auf den Kopf stellt und nichts ist mehr so wie es vorher war. So etwas hat Heike erlebt, ihre Tochter ist seitdem nicht mehr dieselbe, die kleine Raphaela muss mit so einigen Einschränkungen zurechtkommen. Es geht im Roman um Schuld und Schuldgefühle, aber auch um Vorwürfe, die man sich selbst macht. Was ist mit dem eigenen Leben, mit den eigenen Träumen, hat man noch ein Recht darauf diese zu leben?

Wir kehren in das kleinen Dorf Alpen an den Niederrhein zurück, es ist ein Wiedersehen mit alten Bekannten, die wir noch einmal auf einer ganz neuen Ebene kennenlernen. Anna von Betheray hat als evangelische Pastorin ihre Schäfchen in der Gemeinde im Blick, sie kümmert sich um ihren Neffen Sascha, weil ihre Schwester Maria krank ist, aber auch ihre Mutter Mechthild und Tante Ottilie stehen ihr zu Seite und mischen im Ort ordentlich mit. Mit von der Partie ist auch wieder der kleine Goldendoodle Freddy, der alle Herzen im Sturm erobert und wieder für den einen oder anderen Schmunzler sorgt.

Mit viel Fingerspitzengefühl und Feingefühl zeichnet die Autorin eine Dorfgemeinschaft, die aufeinander aufpasst, aber auch (fast) alles voneinander weiß, was Fluch und Segen zugleich sein kann. Ein Roman, der berührt und zum Nachdenken anregt, gleichzeitig schenkt er aber auch sehr viel Hoffnung, dass Gemeinschaft viele Probleme überwinden kann. Der Zusammenhalt in Alpen ist einmalig und manchmal würde ich mir wünschen einen solchen Zusammenhalt auch spüren zu dürfen und nicht in der Anonymität der Großstadt zu leben. Weitere Themen des Romans sind Drogen- und Alkoholkonsum, aber auch verschiedene Krankheiten wie Demenz oder MS.

Der Roman wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, meist steht aber die Hauptfigur Anna von Betheray im Mittelpunkt, aber es gibt auch Rückblenden in die vergangenen Jahre, sodass wir gerade die Geschichte von Heike und Raphaela besser verstehen können. Der Spannungsbogen ist gut ausgearbeitet und steuert auf die Auflösung zu, wie es zu Raphaelas Situation kommen konnte. War es ein Unfall oder ein Verbrechen?

Ein wunderbarer Roman, der uns unsere Verletzlichkeit vor Augen führt und uns gleichzeitig Hoffnung schenkt. Und genau solche Mutmachenden Bücher brauchen wir!

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