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Veröffentlicht am 23.02.2026

Charmanter Krimi mit Flair und interessanten Charakteren

Die bittersüße Rache vom Montmartre
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Ein Roman mit Höhen und Tiefen, der am Ende sehr spannend wird. Die Story entführt nach Cannes, Grenoble und Paris, was eine rasante Schnitzeljagd nach sich zieht. Geneviève stammt aus einer äußerst zwielichtigen ...

Ein Roman mit Höhen und Tiefen, der am Ende sehr spannend wird. Die Story entführt nach Cannes, Grenoble und Paris, was eine rasante Schnitzeljagd nach sich zieht. Geneviève stammt aus einer äußerst zwielichtigen Familie, deren Vergangenheit sie immer wieder einholt. Beruflich tritt sie selbstbewusst und kompetent auf, privat hadert sie jedoch gelegentlich mit ihrem Äußeren und ihrer Familie. Diese innere Unsicherheit macht sie menschlich und nahbar.

Zu den gelungenen Nebenfiguren gehört Olivier, der mit seiner lockeren, entspannten Art überzeugt, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Er bringt Leichtigkeit in die Geschichte und dient oft als angenehmer Gegenpol zu Genevièves inneren Konflikten. Der heimliche Star des Romans ist jedoch eindeutig Genevièves Großmutter Mamie. Trotz ihres hohen Alters zieht sie im Hintergrund noch immer die Fäden, mischt sich ungefragt ein und erklärt Probleme kurzerhand zur Chefsache. Ihre Auftritte sorgen für Humor und Dynamik und bleiben besonders im Gedächtnis.

Der Schreibstil des Autors ist humorvoll, direkt und angenehm locker. Die Handlung unterhält insgesamt gut, auch wenn sie sich stellenweise etwas zieht. Der größte Kritikpunkt ist der eher schwach ausgeprägte Krimianteil. Zwar steht ein Fall im Zentrum, doch echte kriminalistische Spannung kommt nur begrenzt auf. Zudem wirken manche Wendungen etwas zu zufällig, da mehrere Zufälle gleichzeitig aufeinandertreffen. Positiv hervorzuheben sind jedoch der Humor und die leichte, flüssige Erzählweise, die über diese Schwächen hinweghelfen.

Als Fazit lässt sich festhalten, dass es sich um einen lockeren Roman mit Charme und Witz handelt, der sich gut als Urlaubslektüre eignet. Trotz kleiner Schwächen in der Handlung und eines eher dünnen Krimianteils überzeugt das Buch durch seine Figuren, den Humor und die entspannte Atmosphäre.

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Story wie ein Puzzle

Matcha-Tee am Montag
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Für mich war es die erste Geschichte der Autorin, und ich bin sehr unvoreingenommen in das Buch gestartet, um mich einfach überraschen zu lassen.

Belohnt wurde ich mit einer Story, die sich wie ein Puzzle ...

Für mich war es die erste Geschichte der Autorin, und ich bin sehr unvoreingenommen in das Buch gestartet, um mich einfach überraschen zu lassen.

Belohnt wurde ich mit einer Story, die sich wie ein Puzzle zusammensetzt. Die Geschichte beginnt im Café Marble, von dort aus entspinnt sich eine Erzählung über das gesamte Land. Das Buch zeigt, dass wir Menschen oft mehr gemeinsam haben, als wir denken, und dass jede und jeder von uns mit Schwierigkeiten und Prüfungen zu kämpfen hat, auch wenn es für Außenstehende nicht immer so erscheinen mag.

Man kann sich diese Geschichte wie ein Pingpongspiel vorstellen: Eine Figur beginnt zu erzählen, dann wird die Geschichte von einer anderen Figur fortgeführt. Der Zusammenhang ergibt sich daraus, dass sich die Wege der Figuren irgendwo im Leben gekreuzt haben und alle in einer Beziehung zu dem Café stehen.



Der Bestseller der Autorin „Frau Komachi empfiehlt ein Buch“ liegt noch auf meinem SUB und wird sicherlich bald davon befreit.

Wer gerne zu „leisen“ Bücher greift, ist hier genau richtig.

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Atmosphärisch düsterer Krimi

Die Farbe des Bösen
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Ein atmosphärisch düsterer und mit Raffinesse konstruierter historischer Kriminalroman. Dieses Mal geht es um einen Mordfall, der ein grausames Geschäftsgebaren offenlegt.

Johanna Ahrens, die Tochter ...

Ein atmosphärisch düsterer und mit Raffinesse konstruierter historischer Kriminalroman. Dieses Mal geht es um einen Mordfall, der ein grausames Geschäftsgebaren offenlegt.

Johanna Ahrens, die Tochter eines Richters, geht ihren eigenen Weg und verliebt sich in Jan, einen Künstler aus dem sozialistischen Milieu. Blind vor Liebe lässt sie sich in den Sog der Bewegung ziehen und wird Zeugin einer „Leichenentsorgung“. Johanna ist eine junge Frau mit eigenem Kopf, die manchmal etwas naiv wirkt. Sie ist sich ihrer Herkunft bewusst, versucht diese jedoch stellenweise auch gezielt zu verdrängen.

Hermann Rieker, der Criminalcommissar in diesem Fall, ist ein pflichtbewusster Ermittler, dem Johannas Verhalten häufig den letzten Nerv raubt. Beide bilden – unabhängig voneinander – ein interessantes Ermittlerduo. Die Nebencharaktere sind gut gewählt, und es gelingt dem Autor, die Figuren mit Leben zu füllen. Man baut sehr schnell Sympathien und Antipathien zu den einzelnen Charakteren auf.

Besonders imponiert haben mir die detaillierten Einblicke in die Kriminologie dieser Zeit. Es war eine Epoche des Umbruchs, in der sich die Kriminalistik von bloßen Mutmaßungen immer mehr zu einer seriösen „Wissenschaft“ entwickelte. Diese Fortschritte, etwa bei der Leichenbeschau und Autopsie, werden in der Geschichte sehr anschaulich und gut verständlich dargestellt.

Ein interessantes Ende rundet diesen Kriminalfall gelungen ab. Ein zweiter Fall, der mir wieder sehr gut gefallen hat. Die besondere düstere Atmosphäre sorgt für ein eindrucksvolles und stimmiges Kriminalerlebnis.

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Gute Story mit wenig Krimianteil

Diva del Garda
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Leider lässt mich diese Geschichte etwas gespalten zurück, aber eines nach dem anderen.

Im Mittelpunkt des Romans stehen Rosina und Mario, die Restauratorin und der Ex-Kardinal. Das klingt nicht nur ...

Leider lässt mich diese Geschichte etwas gespalten zurück, aber eines nach dem anderen.

Im Mittelpunkt des Romans stehen Rosina und Mario, die Restauratorin und der Ex-Kardinal. Das klingt nicht nur nach einer sehr eigenwilligen Kombination, sondern ist es auch. Die Figuren sind besonders und gut ausgearbeitet. Auf die Idee, eine Restauratorin und einen tätowierten Ex-Kardinal gemeinsame Sache machen zu lassen, muss man erst einmal kommen.

Auch das Flair am Gardasee, die italienische Lebensart sowie die Küche kommen hervorragend zur Geltung. Man sollte das Buch also am besten nicht hungrig lesen, sonst könnte einem das Wasser im Mund zusammenlaufen, wenn Rosina zum Kochlöffel greift.

Am Anfang musste ich mich etwas an die eigenwillige Erzählweise gewöhnen. Die Ich-Erzählerin, Rosinas beste Freundin, bleibt lange namenslos, und zu Beginn jedes Kapitels findet man eine Zusammenfassung besonderer Art. Mit diesen Zusammenfassungen konnte ich nicht so recht etwas anfangen. Zum einen hatte ich Angst, mich selbst zu spoilern, zum anderen waren sie recht nichtssagend und trugen kaum etwas zur Geschichte bei.

Die Geschichte ist sehr humorvoll und stellenweise auch cozy angelegt. Sehr interessant fand ich die kunstgeschichtlichen Passagen und die kulturellen Aspekte des Romans, allerdings sind diese sicherlich nicht für jede Leserin und jeden Leser gleichermaßen spannend.

Was mir etwas gefehlt hat, war der Krimi-Anteil und der damit verbundene rote Faden. Dieser hätte stärker herausgearbeitet werden können, damit der Untertitel des Buches „Ein Gardasee-Krimi“ besser zutrifft. Die Ermittlungsarbeit basiert größtenteils auf Zufällen und kommt erst sehr spät in Gang. Auch dass im gesamten Roman keine Polizei auftaucht, ist zwar nachvollziehbar, bleibt aber dennoch gewöhnungsbedürftig.

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Der persönlichste Fall für Felix Bloom

Felix Blom - Mord an der Spree
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Eine spannende Jagd nach dem Mörder bringt Felix und Mathilde an ihre Grenzen. Es ist wohl der persönlichste Fall der Detektei Voss.

Für mich ist es der bisher beste und geheimnisvollste Fall für Felix ...

Eine spannende Jagd nach dem Mörder bringt Felix und Mathilde an ihre Grenzen. Es ist wohl der persönlichste Fall der Detektei Voss.

Für mich ist es der bisher beste und geheimnisvollste Fall für Felix und Mathilde. Besonders gut gefallen hat mir, dass man aktiv miträtseln kann und am Ende eine Auflösung von der Autorin präsentiert bekommt, auf die ich zumindest nicht gekommen wäre.

Aber der Reihe nach: Der Roman wird auf zwei Zeitebenen erzählt, einmal im Jahr 1879 und dann in einem Zeitstrang, der vor dem Verschwinden von Mathildes Freundin Agnes spielt. Agnes ist im Jahr 1870 plötzlich verschwunden. Die drei Freundinnen Mathilde, Charlotte und Antonia sind sich einig, dass nur ein Freier dahinterstecken kann. Alle vier arbeiten als Prostituierte in Berlin. Doch leider kann dem Verdächtigen nichts nachgewiesen werden.

Neun Jahre später werden Charlotte und Antonia ermordet. Mathilde wird durch kurze Nachrichten ihrer Freundinnen an die jeweiligen Tatorte gelockt und wird so schnell zur Hauptverdächtigen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn sie landet rasch im Gefängnis Moabit und wird verurteilt.

Fast perfekte Morde, so scheint es. Felix beißt sich gemeinsam mit Bruno Harting an diesem Fall die Zähne aus. Diese Zweckgemeinschaft hat mir sehr viel Freude bereitet. Zwei Menschen, die sich eigentlich überhaupt nicht ausstehen können, arbeiten für Mathilde zusammen.

Die psychologische Bedrohung ist deutlich spürbar und auch die Schnitzeljagd quer durch Berlin ist spannend angelegt. Ein großes Kompliment an die Autorin, die zudem ein wunderbares Sittengemälde der Stadt zeichnet und uns auf eine großartige Zeitreise mitnimmt.

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Das Ende ist mehr als gelungen, denn es kommt zu einem intensiven Showdown, bei dem alle Puzzlestücke an ihren Platz fallen. Dieses Buch hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich jetzt schon auf einen neuen Fall von Felix Blom.

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