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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.04.2024

Nur Roman in historischem Gewand

Die Hofreiterin – Der Traum von Freiheit
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Das Gestüt von Irmas Mutter geht nach dem Tod des Vaters den Bach herunter und Irmas geliebter Junghengst Nevio wird an die spanische Hofreitschule Wien verkauft. Sie bringt ihn selbst hin und verdingt ...

Das Gestüt von Irmas Mutter geht nach dem Tod des Vaters den Bach herunter und Irmas geliebter Junghengst Nevio wird an die spanische Hofreitschule Wien verkauft. Sie bringt ihn selbst hin und verdingt sich, als Bursche verkleidet, als Eléve. Weil sie bereits sehr gut reitet und Nevio höchst vielversprechend ist, geht ihr Plan erst Mal auf. Neid und Missgunst schlägt ihr von einigen der Adelssöhne dort entgegen, denn sie ist bürgerlich und hat keinen Mäzen. Sie muss sich dort ebenso behaupten wie in Wien. Fühlt sich zu ihrem Ausbilder hingezogen und gelangt nach dem Auffliegen ihrer Tarnung an den Circus im Prater, wo sie Arabische Vollblüter betreut und dort die Hohe Schule zeigt.

Der Roman ist eine Liebesgeschichte mit Pferden im historischen Gewand. Sie spielt zur Zeit der Habsburger in Wien und im Umland. Zwar ist der Schreibstil in Ordnung, aber es schleichen sich ständig inhaltliche Redundanzen bezüglich Irma und ihrer Liebe zu Nevio ein. Das nervt irgendwann gewaltig. Zudem fehlen mir zu dem Titel "Die Hofreiterin" genau solche Informationen zur Hofreitschule: Ergebnisse von Recherchen, die in die Geschichte eingeflochten werden und sie erst richtig interessant werden lassen. So, dass man etwas dabei lernt. Das fehlt hier völlig.

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Veröffentlicht am 08.04.2024

handfest und zum Ende hin Psychokrimi

Die Frau auf Sylt: Roman
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Marie ist Hotelkauffrau und arbeitet zur Zeit im Luxushotel der Eltern ihres Freundes. Vorher kellnerte sie in einer Almhütte, das gefiel ihr weiter besser, weil die Gäste dort weniger hochnäsig waren. ...

Marie ist Hotelkauffrau und arbeitet zur Zeit im Luxushotel der Eltern ihres Freundes. Vorher kellnerte sie in einer Almhütte, das gefiel ihr weiter besser, weil die Gäste dort weniger hochnäsig waren. Sie vermisst ihre Freundin Hannah und ahnt, dass sie nicht mehr lebt. Aber keiner glaubt ihr.

Auf einem Foto in der Tageszeitung glaubt sie sie zu erkennen, ganz klar an dem einzigartigen Halstuch und ihrem Gesicht. Hannah war offensichtlich im Dezember auf Sylt gewesen. Marie bricht ihre Zelte in Österreich ab und fährt nach Westerland. Dort sucht sie akribisch nach ihrer Freundin, findet Arbeit und Freunde. Was sich auch noch aufbaut, ist eine Art Psychokrimi, der ganz zum Schluss seinen Höhepunkt findet.
Sehr handfest und ganz klar, dass Marie sich „das alles“ nicht nur einbildet.
Abgesehen vom kriminellen Geschehen ist die Rahmenhandlung sehr genießbar!

Veröffentlicht am 08.04.2024

Amüsant und knifflig

Tod zur See
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Franziska Mai ist im 3. Usedom-Krimi mittlerweile berühmt beim Bäderland Radio durch ihre Sendung „Die Problemlöser“ , die sie gemeinsam mit dem Volontär Janis führt. Als Franziska die Abschlussshow beim ...

Franziska Mai ist im 3. Usedom-Krimi mittlerweile berühmt beim Bäderland Radio durch ihre Sendung „Die Problemlöser“ , die sie gemeinsam mit dem Volontär Janis führt. Als Franziska die Abschlussshow beim Ahlbecker Stadtfest moderiert, explodiert vor ihren Augen ein Jetski mitsamt seinem Fahrer. Unfall oder Mord?

Am Anfang ist das noch nicht so klar. Als allerdings Kriminalkommissar Kay Lorenz auftaucht, wissen alle, dass es sich um Mord dreht. Und Franziska und Kay treffen sich immer noch donnerstags zum Salsa tanzen, sind sich offenkundig näher gekommen. Was sich auch bemerkbar macht als ihr Verflossener Henning wieder auftaucht und ihr schöne Augen zu machen scheint. Kay wird eifersüchtig, Franzi ungehalten. Und hat Henning etwas mit dem Mord zu tun? Es dreht sich nicht nur um Mord sondern auch um Drogen. Es geht handfester zu als bei den vorangehenden Bänden, inklusive Blessuren bei Yanis.

Hier trifft viel aufeinander und lange Zeit denkt man, es gehe um etwas völlig anderes. Es gibt gefährliche Situationen für Franzi und Yanis ebenso wie höchst vergnügliche. Und vieles scheint anders als man zuerst dachte. Man rätselt munter mit und wird auf so manche kalte Spur gelenkt. Am Ende geht sich alles aus und auch da: anders als gedacht und es wird dramatisch. Lesenswerter Krimi!

Veröffentlicht am 08.04.2024

Amüsant

Sommerfrische in Südtirol
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Vier sehr unterschiedliche Menschen finden zu einer Auszeit in Südtirol zusammen. Niemand kennt sich zu Anfang gut, alle haben ein Päckchen zu tragen und jede/r ist erholungsbedürftig. Zusammen mieten ...

Vier sehr unterschiedliche Menschen finden zu einer Auszeit in Südtirol zusammen. Niemand kennt sich zu Anfang gut, alle haben ein Päckchen zu tragen und jede/r ist erholungsbedürftig. Zusammen mieten sie ein ländlich gelegenes Haus in der Nähe von Bozen.

Britt hatte eine Buchhandlung in einer zu ruhigen Seitenstraße, sie muss sich nun einen neuen Lebensinhalt suchen. Ihre Mutter ist penetrant und macht sie immer kleiner als Britts Leben tatsächlich ist. Immerhin ist Britt fünfzig Jahre alt! Sie entschließt sich zur Flucht, mietet ein kleines Bauernhaus in der Nähe von Bozen. Ihr Nachbar Jonas, die Marathonläuferin Sarah und die Rentnerin Rosa schließen sich ihr an. Sarah hat Stress mit ihrem Körper, will anders leben und ihr Mann ist auch nicht ohne. Rosa ist speziell und Jonas schreibt Liebesromane und ihn umweht ein Geheimnis, das natürlich gelüftet wird. Die Typen sind allesamt total liebenswert. Jede Figur für sich ist ein wenig sonderlich und dann kommen noch Südtiroler dazu und die Landschaft an sich. Jede Figur erlebt eigene Dinge alleine und mit den anderen. Das Zusammenfinden der Gruppe und die sich bildende Dynamik hat äußerst amüsante Ecken.

Der Schreibstil reißt mir und man ist sofort mittendrin im Geschehen, kann sich in die einzelnen Figuren gut hineinfinden. Jede hat ihre Ecken und Kanten. Auch, wenn einige Stellen ein wenig vorhersehbar sind, ist der Roman absolut empfehlenswert. Nicht zu seicht, mit ein wenig Tiefgang und vielen Momenten zum Schmunzeln.

Veröffentlicht am 08.04.2024

Na ja

Strom - Das dunkle Erwachen
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Eine düstere Fantasy-Welt, in der eine künstliche Intelligenz das Sagen hat und engstirniger Rassismus an der Tagesordnung ist.

Fiora ist dunkelhäutig und lebt in einem Dorf in den Bergen unter Hellhäutigen. ...

Eine düstere Fantasy-Welt, in der eine künstliche Intelligenz das Sagen hat und engstirniger Rassismus an der Tagesordnung ist.

Fiora ist dunkelhäutig und lebt in einem Dorf in den Bergen unter Hellhäutigen. Ihre Mutter war dunkel wie sie, aber ihre übrige Familie ist hellhäutig. Fiora hat es nicht leicht, sie wird ausgegrenzt und nur wenige akzeptieren sie so, wie sie ist. Als ein Händler das Dorf aufsucht und ihr einige Anregungen gibt, ändert sich ihr Leben. Sie fängt an zu reisen und erkennt ihre Lebensaufgabe in einer extrem düsteren Welt.

Sehr schade ist, dass die Geschichte an sich flach bleibt. Keinerlei Übergang zu unserer heutigen Welt, in der KI gerade quasi laufen lernt, keinerlei Sozialkritik oder andere Bezüge aufnehmend und in den Fantasyroman hineinflechtend. So ist dieser Roman sehr oberflächlich und banal. Er ist gut zu lesen, beginnt super atmosphärisch und wird zum Ende hin leider immer oberflächlicher.

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