Profilbild von Franci

Franci

Lesejury Star
offline

Franci ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Franci über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.03.2025

STARKE Dilogie!

Goddess of Fury 2: Deine Seele so golden
0

„Deine Seele so golden“ markiert den Abschluss der Fantasy-Dilogie „Goddess of Fury“ und setzt nahtlos an das Ende des ersten Bands an.

Euryale, wütend, trauernd und verzweifelt, hat nicht vor, sich dem ...

„Deine Seele so golden“ markiert den Abschluss der Fantasy-Dilogie „Goddess of Fury“ und setzt nahtlos an das Ende des ersten Bands an.

Euryale, wütend, trauernd und verzweifelt, hat nicht vor, sich dem Schicksal zu ergeben und den Verlust ihres Liebsten hinzunehmen.
Gemeinsam mit Callisto und Cecilia macht sich die Furie auf den beschwerlichen Weg, Deacon zurückzuholen. Selbst wenn sie dafür ihren Tanten, ihrer Schöpferin und sämtlichen Gottheiten der Welten gegenübertreten muss – ganz gleich, was es Euryale kostet …

Ohne zu viel zu spoilern möchte ich sagen, dass wir in diesem Teil einiges erleben und sehen, etliche Kämpfe bestreiten und weiteren mythischen Wesen begegnen. Euryale hat nichts von ihrer Charakterstärke eingebüßt, eher scheint es, als würde sie der Zorn noch impulsiver und waghalsiger, gnadenloser machen. Das Ziel, in die Unterwelt zu gelangen, ohne zu sterben, und Deacon zu retten, verliert die taffe Fast-Furie zu keiner Zeit aus den Augen – dass sie dieses Wagnis nicht ohne Hilfe überstehen kann, wirkt auf Euryale zwar befremdlich, und doch zeigt sie, auf ihre eigene Art, so viel Gefühl, Dankbarkeit.
Abgesehen von Callisto und Cecilia, deren Verbindung für skurrile Momente, Wärme und Seufzer sorgt, bindet Sporrer neue Charaktere ein. Die Wenigsten dieser sind durchschaubar – dies sorgt dafür, dass die LeserInnen die neu entstehenden Dynamiken mit Vorsicht und dem gleichen Misstrauen genießen wie Euryale. Ihre eigene Entwicklung ist nachvollziehbar, ist beeindruckend, ebenso wie das konstant hohe Tempo der dichten Storyline, die ereignis- und erkenntnisreich dahinfließt, mit unerwarteten Veränderungen und Wendungen, bewegenden Szenen und einer guten Portion Düsternis daherkommt.

Wie bereits in „Dein Herz so steinern“ empfand ich die griechische Mythologie mitsamt der frischen Elemente und dem Mix aus historischen Vibes und modernen Ansätzen hervorragend. Der Ton – gespickt mit trockenem Humor, spritzig, direkt, anrüchig – lässt uns das passende Finale leider viel zu schnell erreichen.

Fazit: „Goddess of Fury“ ist eine rundum gelungene Dilogie, die weder an Spannung noch an Romantik oder Amüsement geizt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.03.2025

So unglaublich gut.

Baby, I'm lost in you
0

Ich stand ziemlich schnell vor der Frage, wie ein Buch zu rezensieren ist, bei dem nur eine falsche Erwähnung spoilern könnte. Denn ehrlich?
Ich habe die Twists nicht kommen sehen. Zu keiner Zeit.
Ebenso ...

Ich stand ziemlich schnell vor der Frage, wie ein Buch zu rezensieren ist, bei dem nur eine falsche Erwähnung spoilern könnte. Denn ehrlich?
Ich habe die Twists nicht kommen sehen. Zu keiner Zeit.
Ebenso wenig wie die Intensität und Dunkelheit – zwischen den lyrischen Zeilen versteckt.
An Julie ist definitiv eine Poetin verloren gegangen, was die Texte des Poetry-Slammers Luca Severin genauso deutlich zeigen wie die puren Emotionen und die wunderschönen Worte.

Wie bereits in Aydens voriger New-Adult-Serie spielt sich auch 𝐏𝐨𝐞𝐭𝐫𝐲-𝐌𝐞 hauptsächlich in Berlin und Potsdam ab, wobei Letzteres für die Protagonisten der Schauplatz vergangenen Grauens ist, der Ort, an dem Traumas geboren wurden. An den beide nie wieder wollten. Aus Angst vor Erinnerungen, davor, gefunden zu werden. Doch sowohl Hannas neue Lebensumstände als auch Lucas Traum führen sie zurück. Und zueinander.
Was als Ablenkung begann, wurde zu mehr. Zu mehr als nur einem Kick, als Trost, als die Such(e)t nach Nähe. Denn Luca versteht „Emy“, gibt ihr das Gefühl, gut und genug zu sein. Ist respektvoll, einfühlsam und verflucht sexy. Bookboyfriend 100 %. Und Johanna Berger berührt etwas in dem sensiblen Frauenschwarm, dass er nicht einzuordnen vermag. Erdet ihn, lässt ihn vergessen, was auf ihm lastet, was er seit über zehn Jahren sucht.

𝐁𝐚𝐛𝐲, 𝐈'𝐦 𝐥𝐨𝐬𝐭 𝐢𝐧 𝐲𝐨𝐮 ist eine tief bewegende Geschichte, die von der ersten Seite an Neugier weckt, mitreißt, nicht stillsteht.
Dass die Gegenwart durch Flashbacks und zarte Andeutungen, die Schrecken vermuten lassen, Einblicke in ein „aufwachsen“ und „früher“ durchbrochen wird, trägt zum Verstehen und Fühlen bei. Zusätzlich lässt sich in Monologen, Verhaltensweisen und in der Panik, in den Selbstzweifeln und gewählten Wegen einiges entdecken – was Fragen aufwirft und nach Antworten verlangt, was Gänsehaut verursacht und Spannung erzeugt. Was von Selbstschutz, verinnerlichter Minderwertigkeit und dem Wunsch nach Liebe, Beständigkeit erzählt.
Durch Klara und den Poeten werden Krankheitsbilder anschaulich und authentisch, gar erklärend integriert, aber auch Hanna ringt mit psychischen Problemen, tief verankerten, negativen Glaubenssätzen. Wie so viele Menschen wurden auch die Protagonisten von vergangenen Ereignissen und ihrer Erziehung geprägt – egal wie weit sie flüchten, dem Alptraum entkommen sie nicht.
Auf malerische Art führt uns die Autorin in diese beiden Leben, in Geheimnisse, lässt uns teilhaben. Es scheint, als wären Stephans Betrug und das „sich Finden“ auf Heartbeat eine glückliche Fügung, die beiden Ruhe bringt, ein paar erinnerungswürdige, losgelöste Stunden – doch wie schnell kann sich ein Herz binden, wie schnell geht Liebe? Und was, wenn nicht nur das Leben einem „gemeinsam versuchen“ im Wege steht, sondern auch die Wahrheit? Wenn sich statt Glück das Schicksal einen Spaß erlaubt?

Abgesehen von Severin und Johanna, die sehr nahbar ausgearbeitet waren, faszinierend und unglaublich liebenswürdig, dabei nicht fehlerfrei, treffen wir auf weitere Figuren, wichtig, hilfreich oder wenig sympathisch: Klara, unberechenbar und immer an der Seite ihres Bruders, immer in seinem Kopf. Rio, der die Geschwister vor weniger als einem Jahr in seiner Slammer-Group aufgenommen hat. Nero, der lediglich Misstrauen entfacht. Hannas Noch-Mann, der ein gutes Beispiel für einen Partner ist, den man schnell loswerden sollte, und Sina – die wohl coolste beste Freundin ever.
Im Verlauf, der trotz Melancholie leuchtende Höhepunkte und Humor aufweist, werden zeitgemäße Themen angesprochen, mit denen sich viele (junge) Erwachsene konfrontiert sehen. Es finden sich Zukunftsüberlegungen, unterschiedliche Arten von toxischen Beziehungen und Mental-Health-Thematiken, die mit Einfühlungsvermögen und klaren, echten Worten behandelt wurden. Die Autorin weckt mit Found-Family-Vibes Heimeligkeit, heizt mit damn guten Spicy-Szenen ein und lässt durch den Verzicht auf einen Bad-Boy aufseufzen.
Neben Lebensschmerz, Trauer und ergreifenden Aussagen, Tränen und Heartbreakern wartet so viel Wärme und Zärtlichkeit.

Im Vergleich zu 𝑃𝑜𝑡𝑠𝑑𝑎𝑚-𝐿𝑜𝑣𝑒 konnte ich eine deutliche Entwicklung im Stil vernehmen – 𝐁𝐚𝐛𝐲, 𝐈'𝐦 𝐥𝐨𝐬𝐭 𝐢𝐧 𝐲𝐨𝐮 liest sich durchweg rund und stimmig, die Ausdrucksweise war passend und „anschmiegsam“, der Aufbau markant. Auch abseits der Slam-Texte entfaltet sich mehrfach der poetische Charakter, der dem Roman eine besondere Note verleiht.
Band 1 der 𝐏𝐨𝐞𝐭𝐫𝐲-𝐌𝐞-𝐒𝐞𝐫𝐢𝐞 ist eindringlich und emotional, zugleich sanft und hart, lyrisch wie modern. Geht nah.

𝓘𝓬𝓱 𝓱𝓪𝓫𝓮 𝓳𝓮𝓭𝓮 𝓩𝓮𝓲𝓵𝓮 – 𝓼𝓮𝓵𝓫𝓼𝓽 𝓭𝓲𝓮 𝓽𝓻𝓪𝓰𝓲𝓼𝓬𝓱𝓮𝓷, 𝓭𝓲𝓮 𝓼𝓬𝓱𝓸𝓬𝓴𝓲𝓮𝓻𝓮𝓷𝓭𝓮𝓷 – 𝓰𝓮𝓵𝓲𝓮𝓫𝓽.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.03.2025

Ein Buch, wie eine feste Umarmung.

Note to myself: Liebe ist keine Option
0

Als Alice eines Tages nach Hause kommt, ahnt sie nicht, dass sich binnen eines Wimpernschlags ihre rosaroten Zukunftspläne in Luft auflösen werden.
Um jede sichtbare Erinnerung an ihren nun Ex-Freund auszulöschen, ...

Als Alice eines Tages nach Hause kommt, ahnt sie nicht, dass sich binnen eines Wimpernschlags ihre rosaroten Zukunftspläne in Luft auflösen werden.
Um jede sichtbare Erinnerung an ihren nun Ex-Freund auszulöschen, landet sogar ihre Matratze auf der Straße. Dumm nur, dass gerade in diesem Moment ein Passant unter ihrem Fenster entlang schlendert …

In „Note to myself: Liebe ist keine Option“ führt uns Kira Mohn nach New York und mitten hinein in das Leben von Alice.
Obgleich diese nach der erneuten Enttäuschung in Sachen Beziehung versucht, ihre brüchige Fassade aufrechtzuerhalten und Contenance zu wahren, ist ihr innerer Kampf samt all der Selbstzweifel und Unsicherheiten, samt des zarten Wankens für uns deutlich.
Alice ist bodenständig, witzig, dankbar für Kleinigkeiten und, wie alle eingebrachten Figuren, sehr nahbar und nicht fehlerfrei. Je weiter der Verlauf voranschreitet, umso mehr wird ihr bewusst, was sie sich in den vergangenen drei Jahren verwehrte; dass sie keinen Mann braucht, um genug und glücklich zu sein – und diese sachten Erkenntnisse wirkten wie ein Befreiungsschlag, wie Luft holen.
Wäre da nicht Lennon, die wandelnde Greenflag, der mit seinem Charme und seinem echten Interesse – selbst fast erschlagen von einer Matratze – etwas mit Alice macht …

Trotz der teilweise ernsten Themen und einem Hauch Wehmut schuf Mohn einen amüsanten Wohlfühl-Roman, der mit trockenem Humor, Authentizität und einem leichten Ton für einige Schmunzler sorgt und den LeserInnen Berührungspunkte gibt, um sich selbst wiederzufinden. Mitzufühlen. Zu hinterfragen.
Wenn gleich sich die Autorin für das bunte Setting einer Metropole entschieden hat, schenken softe, atmosphärische Beschreibungen und der ‚Unicorns, Starships & Bugs', in dem die Protagonistin mit Zara und Tobey arbeitet, der Story Cozy-Vibes, Ruhe und eine Booknerd-Attitüde. Dass es neben Alices Vorhaben, die Sache mit Lennon nicht durch komplizierte, übereilte Gefühle zu ruinieren, und ihrem Versuch, Bennett komplett loszulassen, auch bei Zara und Tobey in Sachen Liebe allerhand Probleme gibt, verleiht der Handlung – zusätzlich der einen oder anderen rührenden Aktion – noch mehr Spannung(en) und Abwechslung. Dieses, mit individuellen Eigenschaften bestückte Trio, bildet zudem eine kleine, super süße „Familie“, die man einfach gern haben muss.

Die Annäherung zwischen der Buchverkäuferin und dem Museumsmitarbeiter prickelt im Slow-Burn-Modus, wird nicht langweilig. Ein großer Pluspunkt sind die vernünftigen Gespräche, die die sich anbahnenden Missverständnisse rasch ersticken, und die Art, wie Lennon „subtil“ zeigt, was er sich wünscht. Ach, es knistert einfach gewaltig.
Ein weiteres i-Tüpfelchen waren die Listen, die Alice leidenschaftlich gerne schreibt und die wir zwischen den Kapiteln finden.

Fazit: Kira Mohns Roman ist reich an (kritischem) Input und an unterhaltsamen sowie aufregenden Ereignissen. Wunderbare, perfekt inszenierte Romantik und herzergreifende, bewegende Augenblicke bekommen gleichermaßen viel Raum wie echte Freundschaften und ungeahnte Entwicklungen.
Für mich war „Note to myself: Liebe ist keine Option“ wie eine Tasse Kakao, eine feste Umarmung, ein Trostpflaster.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.03.2025

Trotz unausgereiftem Worldbuilding eine unterhaltsame Slow-Burn-Romance.

Der Halbelf, der mich liebte
0

„Der Halbelf, der mich liebte“: war seicht in Sachen Spannung, ungewöhnlich bzgl. der eingebrachten Elemente und romantisch-süß.

Mit ihrer Freundin arbeitet Elle in einem kleinen Laden, in dem sie magische ...

„Der Halbelf, der mich liebte“: war seicht in Sachen Spannung, ungewöhnlich bzgl. der eingebrachten Elemente und romantisch-süß.

Mit ihrer Freundin arbeitet Elle in einem kleinen Laden, in dem sie magische Glyphen anfertigt und verkauft. Auf einen ihrer Kunden, der untypisch häufig bei ihnen vorbeischaut, hat Elle, Nachfahrin einer chinesischen Gottheit, einen Crush entwickelt. Die magisch versierte Kalligrafin ahnt weder, dass es dem attraktiven Franzosen genauso geht, noch, wer oder was Luc ist. Außerdem will sie unter allen Umständen vermeiden, dass sie einander ernsthaft näher kommen. Denn niemand soll ihre Wahrheit aufdecken …

Mia Tsai schuf eine Ausgangslage, die vor Geheimnissen strotzt, und vor Anziehung pulsiert.
Während Elle zu Anfang reserviert wirkt, distanziert, offenbart sie nach und nach eine liebevolle, fürsorgliche Seite. Zeigt sich verletzlich. Der halbelfische Agent bringt die Emotionen der jungen Frau durcheinander, dabei erkennt sie letztlich durch Luc so vieles. Dieser ist sehr charmant, achtsam und einer von den Guten. Dass es zwischen den beiden eine Menge Ungesagtes gibt, verborgene Identitäten, verleiht der Geschichte, die im Grunde ziemlich süß ist, ein bisschen Aufregung und eine mysteriöse Note. Die intensiven Empfindungen, die Elle und Luc füreinander teilen, sorgen für Humor und Romantik, für unbeholfene wie innige Augenblicke.

Tsai spart nicht an bildhaften Beschreibungen und an Details, die es und ermöglichen, die Protagonisten genau kennen- und verstehen zulernen.
„Der Halbelf, der mich liebte“ war durchweg flott und unkompliziert zu lesen. Für kurzzeitige Irritation sorgten lediglich anderssprachige, nicht übersetzte Sätze – auf die Hintergründe hierzu geht die Autorin im Nachwort ein.
Themen wie Neuanfänge, Vergebung, Selbstfindung- und akzeptanz werden angeschnitten, doch wie auch die Agentensache oberflächlich behandelt
Hingegen kamen Elle, ihr persönliches Drama sowie ihr Zustand, hin- und hergerissen zwischen Pflicht, Familie und den eigenen Wünschen, samt ihrem inneren Wachsen greifbar zur Geltung.

Der Fokus liegt auf der romantischen Entwicklung. Fans von Slow-Burn, die auf Verständnis und Akzeptanz basiert, kommen hier voll auf ihre Kosten. Mia Tsais locker-softer Stil unterstreicht diese, während auch die Gespräche und die hauptsächlich cozy Atmosphäre zu einer gemütlichen Storyline beitragen. Jedoch bleiben Worldbuilding und Spannung durchweg auf der Strecke. Der Plot ist weder besonders fantastisch, obgleich Magie und mythische Wesenheiten existieren, noch ereignisreich. Wie auch die Rahmenhandlung – die geheime Identität von Luc und seine Missionen – fungieren die Nebenfiguren eher als Beiwerk.

Nichtsdestotrotz empfand ich Herkunft und Berufung von Elle, die Elemente der chinesischen Mythologie und die Idee, einer magischen Community inkl. Agenten, interessant und originell.
Es fehlte für mich hier einfach an einer fokussierten Ausarbeitung, denn am Ende war dieses Buch eine gemütliche, seichte Slow-Burn-Romance mit einem Hauch Phantastik.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.03.2025

Eine sehr empfehlenswerte Geschichte.

Nachtlügen
0

Der düstere Fantasy-Roman „Nachtlügen“ erzählt die Geschichte von Isra, die sich ihren Lebensunterhalt tagsüber als Kellnerin verdient, doch des Nachts als Alb gute Träume stiehlt und Alpträume hinterlässt.

Seit ...

Der düstere Fantasy-Roman „Nachtlügen“ erzählt die Geschichte von Isra, die sich ihren Lebensunterhalt tagsüber als Kellnerin verdient, doch des Nachts als Alb gute Träume stiehlt und Alpträume hinterlässt.

Seit eines ihrer Opfer verstarb, scheinen Schuld und Gram die junge Frau niederzudrücken, zusätzlich wird sie von ihresgleichen gemieden, ist einsam. Als jedoch ein weiterer Vorfall dieser Art geschieht, beginnt die Nachtalbin Dinge zu hinterfragen, tiefer zu graben und sich auf die Suche nach Antworten zu begeben. Doch welche Geheimnisse sie dabei aufdeckt, damit hat Isra nicht in den dunkelsten Stunden gerechnet …

Lisanne Surborg führt uns mit einem eindringlichen Ton und poetisch anmutender Sprache durch ihre dichte Story, die weder frei von Melancholie, moralischen Grauzonen noch von Schwere ist. Zwar wurde die Protagonistin mit allerhand Facetten und Charakterzügen ausgearbeitet, wird durch Fehler und ihre Gefühle nahbarer, dennoch hält die Autorin eine gewisse Distanz sowie Härte aufrecht.
Im Verlauf ergründen wir die Kreaturen der Nacht – Hierarchien, Gegebenheiten und ihr Dasein samt alternativen Lebensstilen wurden verständlich dargelegt. Da sich fantastische Romane häufiger mit Vampiren oder Dämonen als mit Nachalben beschäftigen, war es originell und durchweg interessant, mehr über diese Wesen zu lesen und in diese ganz besondere Welt einzutauchen.
Durch eine Storyline, die einen ausgewogenen Mix aus Informationen, spannenden Momenten und Mysterien enthält, blieb „Nachtlügen“ ununterbrochen abwechslungsreich. Surborg schafft es, die LeserInnen durch Details an den Verlauf zu bannen, durch Fragen und Ungereimtheiten das Interesse aufrechtzuerhalten, mit Wendungen zu überraschen.

Ich fand diese Geschichte wirklich gut, einfallsreich und düster. Hoffentlich werden wir noch mehr von der Autorin lesen können.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere