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Frau_B

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.11.2025

Fesselnde Einblicke

Bittersüße Bytes
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Alle Geschichten in dieser Sammlung drehen sich um ein zentrales Thema: wie Systeme – größer, kälter und berechnender als wir – das Menschliche beeinflussen. Mal ist es die Pharmaindustrie, mal KI-Kreativität, ...

Alle Geschichten in dieser Sammlung drehen sich um ein zentrales Thema: wie Systeme – größer, kälter und berechnender als wir – das Menschliche beeinflussen. Mal ist es die Pharmaindustrie, mal KI-Kreativität, ein Sicherheitsapparat oder ein ökonomisches Kontrollsystem. Jede Story zeigt, wie Angst, Kreativität, Sicherheit und Vertrauen in Waren verwandelt werden – und wie der Mensch dabei leicht in diesen Systemen untergehen kann.

Die Texte sind dabei nicht nur dystopisch, sondern auch total aktuell. Sie machen deutlich, wie sehr wir von Märkten, Plattformen und Technologien abhängen. Jede Geschichte zeigt auf ihre Weise unsere Gegenwart und lässt einen über die eigene Verstrickung nachdenken.

Die Stories haben mich sofort gepackt. Schon nach wenigen Sätzen spürt man die Intensität, und die kurzen Skizzen erzeugen eine starke Atmosphäre und Dringlichkeit. Gleichzeitig wollte ich oft mehr: Kaum hatte ich mich auf eine Figur oder Situation eingelassen, war die Geschichte schon vorbei. Fragen zu Handlungen, inneren Entwicklungen oder langfristigen Folgen bleiben oft offen.

Genau das ist für mich aber auch die Stärke der Sammlung: Die kurzen Geschichten regen die Fantasie an und lassen Gedanken und Bilder weit über den Text hinaus entstehen. Zwar wiederholen sich manche Themen, und die technischen Fachbegriffe machen es teilweise etwas schwer, aber der Impuls, den die Texte geben, ist richtig wertvoll.

Insgesamt hat mich die Sammlung fasziniert und zum Nachdenken gebracht, auch wenn ich mir noch ein bisschen mehr Tiefe und Abwechslung gewünscht hätte. Für mich verdient sie 3 von 5 Sternen – atmosphärisch stark, gedanklich anregend, mit ein bisschen Luft nach oben bei Originalität.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Mehr erwartet aber lesenswert

Yellowface
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Das Buch hat mich von der Thematik her sofort angesprochen, und die Grundidee fand ich wirklich spannend. Die Geschichte regt zum Nachdenken an und hat eine intensive Wirkung. Gleichzeitig empfand ich ...

Das Buch hat mich von der Thematik her sofort angesprochen, und die Grundidee fand ich wirklich spannend. Die Geschichte regt zum Nachdenken an und hat eine intensive Wirkung. Gleichzeitig empfand ich einige Passagen als sehr bedrückend, vor allem durch die Denk- und Handlungsweise der Protagonistin, was die Lektüre stellenweise etwas schwer gemacht hat. Insgesamt hat mir das Buch gefallen, dennoch hatte ich mir an manchen Stellen etwas mehr erwartet – etwa tiefere Einblicke oder eine andere Entwicklung der Handlung. Trotz dieser leichten Enttäuschung bleibt es ein interessantes und lesenswertes Werk.

𝙵𝚊𝚣𝚒𝚝:
Provokant, bedrückend und lesenswert – Yellowface hat mich bewegt, auch wenn es nicht in allen Punkten überzeugen konnte.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Ehrlich & modern – ein still berührender Roman

Okaye Tage
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Okaye Tage von Jenny Mustard ist ein moderner, gefühlvoller Roman, der vor allem durch seinen authentischen Schreibstil und seine frische Erzählweise überzeugt. Schon der Anfang zieht einen direkt in die ...

Okaye Tage von Jenny Mustard ist ein moderner, gefühlvoller Roman, der vor allem durch seinen authentischen Schreibstil und seine frische Erzählweise überzeugt. Schon der Anfang zieht einen direkt in die Geschichte hinein – leicht, aber eindringlich, mit einem klaren Point-of-View-Charakter, der den Leser in die Gedankenwelt der Figuren eintauchen lässt.

Die Geschichte wirkt jung und modern, was besonders durch die Perspektive von Sam deutlich wird. Gleich zu Beginn gibt es eine Szene, in der sich Sam über Lucs Verhalten wundert und sich Sorgen macht – ein Moment, der Spannung aufbaut, aber leider im weiteren Verlauf nicht vollständig aufgelöst wird.

Die erste Hälfte des Buches ist deutlich stärker als die zweite, sowohl in der Spannung als auch in der emotionalen Tiefe. Gegen Ende verliert die Handlung etwas an Tempo, was jedoch durch den insgesamt sehr angenehmen Schreibstil ausgeglichen wird.

Jenny Mustard schreibt flüssig, ehrlich und mit einem feinen Gespür für Zwischentöne. Ihr Stil gefällt mir ausgesprochen gut.

Fazit:
Ein feinfühliges, modernes Buch über Nähe, Unsicherheit und die Suche nach echten Verbindungen. Trotz kleiner Schwächen in der zweiten Hälfte bleibt Okaye Tage ein lesenswertes Debüt.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Identität im Spiegel der Zeit

Bestie
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Bestie hat mich von Beginn an mit seinem modernen Thema und seinem sprachlich starken Stil überzeugt. Besonders das erste Drittel ist sehr realistisch geschrieben – atmosphärisch dicht, präzise beobachtet ...

Bestie hat mich von Beginn an mit seinem modernen Thema und seinem sprachlich starken Stil überzeugt. Besonders das erste Drittel ist sehr realistisch geschrieben – atmosphärisch dicht, präzise beobachtet und mit einem guten Gespür für die Zwischentöne menschlicher Beziehungen. Der Roman ist insgesamt sehr metaphernreich, was der Erzählung Tiefe und eine gewisse poetische Note verleiht.

Die Protagonistinnen fand ich besonders interessant, vor allem, wie sie sich nach außen anders darstellen, als sie wirklich sind. Dieses Spiel mit Identität und Selbstinszenierung erinnert stark an die Mechanismen sozialer Medien und wirkt dadurch sehr zeitgemäß und authentisch.

Nach etwa zwei Dritteln der Geschichte hätte ich mir jedoch eine stärkere Wendung oder Entwicklung gewünscht. Mir fehlte ein klarer Höhepunkt, ein Moment, der die bisher aufgebaute Spannung wirklich auflöst oder auf eine neue Ebene hebt. Die Spannungslinien hätten etwas gezielter und konsequenter aufgebaut sein können, um den Lesefluss stärker zu tragen.

Trotzdem hat mir das Buch insgesamt sehr gut gefallen. Es behandelt wichtige Themen wie Identität, Selbstverwirklichung und den Einfluss sozialer Medien – und das auf eine ehrliche, teils schonungslos rohe Art. Auch wenn nicht alle dramaturgischen Elemente für mich ganz aufgegangen sind, bleibt Bestie ein sprachlich beeindruckendes und inhaltlich relevantes Werk, das nachhallt und zum Nachdenken über unser eigenes Selbstbild anregt.

Fazit:
Bestie ist ein zeitgemäßer, stilistisch überzeugender Roman über Identität, Selbstinszenierung und gesellschaftliche Mechanismen. Trotz kleinerer dramaturgischer Schwächen hinterlässt er einen bleibenden Eindruck und regt zum Reflektieren über die eigene Rolle in der digitalen und realen Welt an.

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Wunderschön und außergewöhnlich

Die sieben Männer der Evelyn Hugo
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Die sieben Männer der Evelyn Hugo ist ein wunderschönes Buch, das mich von der ersten Seite an gefesselt hat. Der Schreibstil ist leicht und flüssig, sodass man schnell in die Geschichte eintauchen kann.

Besonders ...

Die sieben Männer der Evelyn Hugo ist ein wunderschönes Buch, das mich von der ersten Seite an gefesselt hat. Der Schreibstil ist leicht und flüssig, sodass man schnell in die Geschichte eintauchen kann.

Besonders beeindruckend ist die außergewöhnliche Lebensgeschichte von Evelyn Hugo – glamourös, tragisch, voller Geheimnisse und dennoch zutiefst menschlich. Die Mischung aus Hollywood-Glanz und den sehr persönlichen, emotionalen Momenten macht das Buch zu etwas ganz Besonderem.

Ich konnte es kaum aus der Hand legen und habe es regelrecht durchgesuchtet. Für alle, die nach einer packenden, berührenden und einzigartigen Geschichte suchen, ist dieses Buch absolut empfehlenswert.

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