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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.04.2026

spannender Beginn einer neuen Reihe

Der Trailer
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„Der Trailer“ ist der erste Teil einer neuen Thrillerreihe vom Autor Linus Geschke und er hat mir spannende Lesestunden beschert.

2011 verschwindet eine junge Frau auf einem Campingplatz in Belgien. Der ...

„Der Trailer“ ist der erste Teil einer neuen Thrillerreihe vom Autor Linus Geschke und er hat mir spannende Lesestunden beschert.

2011 verschwindet eine junge Frau auf einem Campingplatz in Belgien. Der Fall wird nie aufgeklärt.

In der Gegenwart wird die Kommissarin Frieda Stahnke vom Dienst suspendiert, weil sie einem Immobilienmogul, der Verbindungen zur Polizei hat, auf die Füße getreten ist.
In einem Podcast, zu dem Frieda eingeladen wird, wird Frieda noch einmal auf den alten Fall der verschwundenen Lisa Martin angesprochen und da Frieda Lisa aus ihrem Heimatort kannte, sie jetzt Zeit hat und ihre Intuition ihr sagt, dass da etwas übersehen wurde, widmet sie sich diesem Cold case.
Eines Tages erhält sie einen Anruf, der ihre Ahnungen bestätigt. Schnell bekommt sie heraus, dass der Anrufer ein ehemaliger Zeuge des Geschehens 2011 war und nicht nur ein undurchsichtiger Typ ist, sondern auch etwas vor ihr verschweigt. Doch sie ist auf ihn angewiesen und deswegen versuchen beide zusammen herauszufinden, was damals geschehen ist.

Ich fand den Thriller gut aufgebaut und die Spannung hielt sich auch fast konstant über das ganze Buch hindurch.Die einzelnen Figuren waren gut gewählt und auch gut beschrieben. Frieda als Kommissarin war mir von Anfang an sympathisch und ist in ihrer Rolle gut besetzt. Die Atmosphäre ist eine Stärke dieses Buches, denn sie übermittelt dem Leser einen Gänsehautmoment nach dem nächsten und man merkt, dass von dem Campingplatz Donkerbloem etwas Böses, Düsteres ausgeht, was der Besitzer des Campingplatzes mit seiner Person und seinem Verhalten auch bestätigt. Man fragt sich immer, wie alles zusammenhängt.
Die Auflösung hat mich überrascht und ich fand sie richtig gut.
Alles in allem ein spannender, solider Thriller auf dessen zweiten Teil ich gespannt bin.

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Veröffentlicht am 18.04.2026

ein berührender Roman

Wo das Eis niemals schmilzt
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„Wo das Eis niemals schmilzt“von Inkeri Markkula ist ein Buch über Herkunft, Identität, Rassismus, Liebe, Gletscher und ihre Auswirkungen auf unser Klima. Es ist ein Buch das mich berührt und stark beeindruckt ...

„Wo das Eis niemals schmilzt“von Inkeri Markkula ist ein Buch über Herkunft, Identität, Rassismus, Liebe, Gletscher und ihre Auswirkungen auf unser Klima. Es ist ein Buch das mich berührt und stark beeindruckt hat und das mich nicht nur wegen unserer momentanen Temperaturen oft hat frösteln lassen.

Wir lernen als erstes Unni kennen, die als Glaziologin auf die Baffininseln im Norden Kanadas reist, um das Fortschreiten des Klimawandels zu untersuchen. Dort lernt sie Jon kennen, mit dem sie eine kurze leidenschaftliche Beziehung hat. Als sie nach einem halben Jahr zurückkehrt, ist Jon verschwunden und sie macht sich auf die Suche nach ihm.

In verschiedenen Geschichten ,und aus Sicht verschiedener Personen erfahren wir nun die Geschichte der beiden Protagonisten.

Unni ist Samin und in Finnland groß geworden. Ihre Eltern haben sich getrennt und so hat sie abwechselt ihre Kindheit in Lappland bei ihrem Vater gelebt, der ihr die Nähe und Liebe zur Natur und die Traditionen der Samen beibrachte und einen Teil bei ihrer Mutter im Süden des Landes. Diese Zerrissenheit und die Liebe zurNatur haben ihr Leben geprägt.

Jon wuchs in Kanada bei Adoptiveltern auf, die später mit ihm nach Dänemark zogen. Als Inuit in Dänemark fühlt er sich entwurzelt und hat mit Rassismus und Identitätsproblemen zu kämpfen.
Als seine Adoptivmutter ihm eines Tages ein Flugticket auf die Baffininseln schickt, beginnt eine Suche mit der Hoffnung seine Wurzeln zu finden.

Dieses Buch hat so vieles was mich begeistern konnte. Es erzählt viel über die Eiswelt Alaskas mit ihren Gletschern und Schneemassen, den Traditionen der Inuit, die im Einklang mit der Natur leben, den Forschungen einer Glaziologin, die auch die Konsequenzen für unserer Klima aufzeigt, es erzählt aber auch ein Stück Vergangenheit, dass viele Länder gern vergessen würden, nämlich wie man mit den Inuit des Nordens umgegangen ist. Egal ob Kanada oder Dänemark ,hier hat sich keiner mit Ruhm bekleckert. In Kanada sind die „Sixties Scoop“ ein dunkles Kapitel der kanadischen Geschichte, in der man geschätzt 20000 Kinder der indigenen Völker von ihren Eltern trennte und als Adoptivkinder in Mittelstandsfamilien vermittelte.

Die Kinder wurden mit Gewalt aus den Reservaten geholt, oder nach der Geburt den Eltern gegenüber als tot erklärt.Durch diese Assimilationspolitik beraubte man sie ihrer Identität mit dramatischen Folgen für die Betroffenen.
In Finnland wurden die Kinder in Internaten „erzogen“.

Die Autorin erzählt ihre Geschichte in einem flüssigen, eindringlichen Schreibstil, der bei mir für eine Sogwirkung sorgte. Sie hat mein Herz offen gemacht für die Geschichte dieser Bevölkerungsgruppe und noch mal aufgezeigt, dass dieses Kapitel noch lange nicht abgeschlossen ist, wenn man die aktuelle Grönlandfrage betrachtet.
Ein Buch,was nicht nur viele interessante Aspekte bezüglich unseres Klimas beinhaltet, sondern mich zudem stark berührt hat und was mir sicherlich nachhaltig im Gedächtnis bleiben wird.

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Veröffentlicht am 18.04.2026

hat mir wieder gut gefallen

Rauhnächte
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Gefällt magdas_buecherwelt und 141 weitere Personen

Die Raunächte sind eine besondere Zeit im Winter zwischen dem 24/25. Dezember und dem 5/6. Januar, in denen Rückschau gehalten wird und die Zeit ...

Gefällt magdas_buecherwelt und 141 weitere Personen

Die Raunächte sind eine besondere Zeit im Winter zwischen dem 24/25. Dezember und dem 5/6. Januar, in denen Rückschau gehalten wird und die Zeit für Reinigung und Neuanfänge liegen.Jeder Tag dieser Zeit steht symbolisch für einen Monat des kommenden Jahres.Sie sind begleitet von Bräuchen und Mythen, Rückzug und Stille.

Genau in dieses Setting siedelt Ellen Sandberg ihren neuen Roman „Raunächte“ an, den ich sehr gern gelesen habe.

Pia , die Protagonistin dieses Romans, erfährt an Heiligabend per Zufall, dass sie adoptiert wurde.Ihre Mutter, die sie bisher für ihre Tante hielt, ist bei einem Brand ums Leben gekommen und daraufhin hat ihre Schwester sie adoptiert. Ihre Adoptivmutter , bzw ihre Eltern, haben ihr dies aber nie gesagt und Pia fragt sich nicht nur wer ihr leiblicher Vater ist, sondern auch, warum man ihr nie gesagt hat, dass sie adoptiert wurde.
Da sie von ihren Adoptiveltern keine Antworten bekommt, reist sie nach Wasserburg, den Ort, wo sie die ersten Jahre ihrer Kindheit zusammen mit ihrer Mutter verbracht hat.Sie will herausbekommen, wer ihr leiblicher Vater ist. Das was sie dort allerdings nach und nach erfährt, lässt ihr nicht nur das Blut in den Adern gefrieren, sondern verändert auch ihr ganzes Leben .

Obwohl ich das Buch an der einen oder anderen Stelle ein wenig konstruiert fand, habe ich das Buch sehr gern gelesen und es hat mich bestens unterhalten. Es ist nicht nur spannend, sondern auch ein wenig mystisch angehaucht, was der ganzen Szenerie, die sich über die 12 Raunächte erstreckt, sehr viel Atmosphäre verleiht. Ich hatte beim Lesen viele Bilder im Kopf und ich fand auch den Ort gut gewählt, ein Esotherikzentrum von Pia‘s Mutter gegründet und dann später von ihrer Geschäftspartnerin in ein Wellnesszentrum umgewandelt.
Auch die vielen falschen Fährten, die Ellen Sandberg gelegt hat, haben mir gefallen.Ich fand den Roman nicht vorhersehbar. Der Schluss war ein bisschen übereilt und für mich nicht immer überzeugend, aber das hat den Gesamteindruck des Buches nicht so geschmälert, dass es mir die Lesefreude genommen hätte.
Auch die einzelnen Figuren waren gut beschrieben. Pia hat mir, auch in ihrer Weiterentwicklung gut gefallen.
Ich fand sie zu Anfang schon etwas naiv für ihr Alter.Ihre Wandlung war schon überraschend, zumal sie bei allem was sie erleben musste , schon sehr resilient wirkte. Aber jeder wächst mit seinen Aufgaben.

Mir hat es wieder viel Spaß gemacht das Buch zu lesen und ich freue mich auf weitere Bücher dieser Autorin.

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Veröffentlicht am 18.04.2026

solider Thriller

Safe Space
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„Safe Space“ ist mein erstes Buch dieser Autorin und es hat mir spannende Lesestunden beschert.

Anna Salomon ist forensische Psychologin, in einer glücklichen Beziehung und hat vor 6 Jahren ihre Schwester ...

„Safe Space“ ist mein erstes Buch dieser Autorin und es hat mir spannende Lesestunden beschert.

Anna Salomon ist forensische Psychologin, in einer glücklichen Beziehung und hat vor 6 Jahren ihre Schwester verloren.
In der Wohnung ihrer Schwester, zu der sie aus familiären Gründen ein angespanntes Verhältnis hatte, wurden Beweise einer blutigen Auseinandersetzung gefunden, die anhand der Blutmenge den Verdacht nahe legen, dass ihre Schwester ermordet wurde. Die Leiche wurde aber nie gefunden.Anna hat aus genau diesen Gründen Psychologie studiert und der ungeklärte Tod ihrer Schwester lässt sie nicht los.
Als sie als forensische Psychologin in einem Hochsicherheitsgefängnis in Köln anfängt, hat sie nur einen Beweggrund, den Mörder ihrer Schwester zu finden, den sie hier vermutet.Doch auch der Mörder hat einen Plan und so beginnt ein Katz und Maus Spiel mit offenem Ende.

Die Idee des Buches ist wirklich gelungen und das Buch hält das Spannungstempo auch relativ stabil über das Buch hinweg.Am Ende kommt es sogar zu einem Showdown. Allerdings fand ich das Ende etwas dick aufgetragen und ein wenig konstruiert. Anna als Protagonistin fand ich etwas blass und nicht immer überzeugend.
Trotzdem ist es ein Thriller,der solide Unterhaltung bietet und wenn man sich an diesen aufgezählten Dingen nicht stört ,auch wirklich Spaß macht zu lesen.

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Veröffentlicht am 18.04.2026

tolle Biographie

Der Retter der Mütter
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Das Buch „Der Retter der Mütter“ von Peter Gardos, erschienen im @hoffmannundcampeverlag, ist der biographische Roman des ungarischen Arztes Philipp Semmelweis (1818-1865) der die Ursache des Kindbettfiebers ...

Das Buch „Der Retter der Mütter“ von Peter Gardos, erschienen im @hoffmannundcampeverlag, ist der biographische Roman des ungarischen Arztes Philipp Semmelweis (1818-1865) der die Ursache des Kindbettfiebers entdeckte und posthum als „Retter der Mütter „bekannt wurde.
Semmelweis studierte in Pest und Wien Medizin und trat 1846 seine Assistenzstelle unter Johann Klein in der 1. Geburtshilfeabteilung des Allgemeinen Krankenhauses in Wien an. Dort grassiert das Kindbettfieber und tötet fast jede zweite Frau. Semmelweis findet schnell heraus, dass auf der Geburtsstation, auf der nur Hebammen die Geburten unterstützen, die Sterblichkeitsrate erheblich niedriger ist. Anhand vieler Obduktionen, die er vornimmt, erfährt er, dass es sich um entzündliche Prozesse handelt, die zum Tod führen.Als dann ein Freund von ihm stirbt, der ihm bei den Sektionen assistierte und sich dabei eine Wunde zuzog, findet er den Zusammenhang mit dem Leichengift.Er schließt daraus, dass die Ärzte die Überträger sind, die den Frauen den Tod bringen. Er ist dann derjenige, der auf seiner Station das erste Mal eine Desinfektion der Hände mit einer Chlorkalklösung einführt, die auch zum Erfolg führt. Die Sterberate geht zurück. Doch trotz unbestreitbarer Erfolge weigern sich Krankenschwestern und Ärzte diese Praxis durchzuführen. Neid, Bequemlichkeit, Kompetenzstreitigkeiten, aber auch offener Hass von Seiten eines Freundes sind die Gründe und so geht das Sterben weiter.
Semmelweis setzt sich sein Leben lang dafür ein, seine Untersuchungen zu veröffentlichen und zu verbreiten, stößt dabei allerdings an Grenzen, weil er „nicht in der Lage des richtigen Wortes ist“. Er tut sich schwer zu formulieren und die Ergebnisse zu Papier zu bringen. Doch sein Leben widmet er der Aufgabe für den Schutz der Frauen zu kämpfen.Bis zur psychischen Erschöpfung, die ihm dann später auch zum Verhängnis wird und sein tragisches Ende zur Folge hat.
Nach seinem Tod wird er von Robert Koch, der als der Begründer der modernen Bakteriologie und Pionier der Infektforschung gilt und 1905 den Nobelpreis in Medizin erhielt, als einer der größten Ärzte der Welt und für ihn der Wegbereiter zu seinem Erfolg beschrieben.
Peter Gardos‘ Buch ist eine gründliche Recherche vorangegangen. Er beschreibt Semmelweis als charakteristisch starke Persönlichkeit, der seinen einsamen Kampf mit Intelligenz und Hartnäckigkeit führt, aber schüchtern im Auftreten ist und wenig geeignet wissenschaftliche Texte zu schreiben. Den Umständen seines tragischen Todes wurde zu Anfang widersprochen, doch eine Exhumierung ( 1963) unterstreicht die hier geschilderte Hypothese.

Der Schriftsteller hat mit diesem Buch eine ebenso geschichtlich interessante, wie dramatische Lebensgeschichte geschrieben, die zwar ein paar Längen hat, mir aber trotzdem sehr gut gefallen hat.

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