Profilbild von JennifersBooks

JennifersBooks

aktives Lesejury-Mitglied
offline

JennifersBooks ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit JennifersBooks über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.03.2026

Gruseliges Haus

HEN NA IE - Das seltsame Haus
0

„HEN NA IE - Das seltsame Haus“ hat mich schon mit seinem ungewöhnlichen Einstieg gepackt, denn der Roman beginnt nicht mit einem klassischen Verbrechen, sondern mit einem Hausplan, der auf den ersten ...

„HEN NA IE - Das seltsame Haus“ hat mich schon mit seinem ungewöhnlichen Einstieg gepackt, denn der Roman beginnt nicht mit einem klassischen Verbrechen, sondern mit einem Hausplan, der auf den ersten Blick völlig normal wirkt. Doch je genauer man hinsieht, desto verstörender werden die Details. Das Haus besitzt eine beinahe groteske Anzahl an Fenstern, als wollten die Bewohner ständig beobachtet werden – und doch ist ausgerechnet das Kinderzimmer vollkommen fensterlos. Noch irritierender ist die Toilette direkt neben dem Kinderzimmer, ein Detail, das so unpassend und intim wirkt, dass es sofort Fragen aufwirft. Vor diesem Raum erstreckt sich ein Flur, der zusätzlich durch eine weitere Tür abgetrennt ist, als solle etwas verborgen oder eingeschlossen werden. Diese architektonischen Merkwürdigkeiten erzeugen eine unterschwellige Beklemmung, die sich langsam, aber stetig ausbreitet.

Inmitten dieser rätselhaften Architektur tritt Kurihara auf den Plan, einer der Ermittler, dessen Fantasie ebenso verstörend wie treffsicher ist. Er interpretiert die seltsamen Elemente des Grundrisses mit einer Mischung aus kindlicher Vorstellungskraft und unheimlicher Gewissheit – und das Beunruhigende daran ist, dass seine Ideen sich immer wieder als wahr herausstellen. Seine Art, die Räume zu „lesen“, macht ihn faszinierend, aber auch zutiefst unberechenbar. Ich ertappte mich mehrfach dabei, ihm nicht ganz zu trauen, als würde er selbst mehr über das Haus wissen, als er zugibt.

Obwohl das Buch nicht auf klassische Spannung setzt – viele Antworten werden nach und nach enthüllt, statt lange im Dunkeln zu bleiben – blieb ich dennoch durchgehend gefesselt. Die Handlung driftet gelegentlich ins Abstrakte ab, doch gerade diese surreale Qualität passt perfekt zu einem Roman, der sich um ein Haus dreht, das sich jeder Logik entzieht. Die stetige Mischung aus unterschwelliger Unruhe, rätselhaften Wendungen und einer Atmosphäre, die sich wie ein seltsamer Traum anfühlt, hat mich immer weiter in die Geschichte hineingezogen.

Fazit: Ein ungewöhnlicher Mystery‑Roman, der weniger durch klassische Spannung als durch seine unheimliche Atmosphäre, seine rätselhaften Details und seine eigenwilligen Figuren überzeugt. Wer Freude an subtilen Gänsehautmomenten hat, wird hier definitiv fündig.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.03.2026

Ein guter Einstieg in die Reihe

The Monet Family – Shine Bright Like a Treasure
0

Auf The Monet Family – Shine Bright Like a Treasure aufmerksam geworden bin ich zuerst wegen des wirklich schönen Covers und des Farbschnitts, die mir sofort ins Auge gefallen sind. Gekauft habe ich es ...

Auf The Monet Family – Shine Bright Like a Treasure aufmerksam geworden bin ich zuerst wegen des wirklich schönen Covers und des Farbschnitts, die mir sofort ins Auge gefallen sind. Gekauft habe ich es dann wegen des Klappentextes – und schon nach wenigen Seiten war ich überrascht, wie schnell mich die Geschichte gepackt hat. Man begleitet Hailie in einem Moment, in dem ihr Leben komplett auseinanderbricht, und erlebt mit, wie sie in eine Familie geworfen wird, die sie weder kennt noch versteht. Ihre Perspektive ist jung, manchmal überfordert, aber immer glaubwürdig, und genau das macht den Einstieg so intensiv.

Die Monet-Brüder wirken anfangs wie ein geschlossenes System, in das man nur schwer hineinblicken kann. Jeder von ihnen hat eine eigene Art, mit Hailies Auftauchen umzugehen, und gerade diese Unterschiede sorgen dafür, dass man ständig versucht, ihre Motive zu entschlüsseln. Die Autorin verrät bewusst wenig über ihre Hintergründe, was die Spannung konstant hochhält. Man spürt, dass in dieser Familie vieles nicht so ist, wie es scheint, und dass Hailie in etwas hineingeraten ist, das weit über normale Geschwisterkonflikte hinausgeht.

Der Schreibstil ist angenehm klar und lässt sich schnell lesen. Ich war sofort drin und hatte kaum Momente, in denen ich das Gefühl hatte, die Handlung würde sich ziehen. Die konsequente Ich-Perspektive sorgt dafür, dass man nur das erfährt, was Hailie selbst mitbekommt – und genau dadurch entsteht dieses Gefühl, gemeinsam mit ihr im Dunkeln zu tappen. Die Mischung aus Unsicherheit, unterschwelliger Bedrohung und kleinen Momenten der Nähe hat mich durchgehend motiviert weiterzulesen.

Inhaltlich konzentriert sich der erste Band weniger auf große Enthüllungen als auf die Dynamik innerhalb der Familie und Hailies Versuch, ihren Platz zu finden. Immer wieder tauchen Hinweise auf, dass die Brüder in gefährliche Dinge verwickelt sind, ohne dass man wirklich versteht, wie tief das alles reicht. Diese ständige Ungewissheit macht den Reiz des Buches aus. Am Ende bleiben viele Fragen offen, aber auf eine Weise, die neugierig auf die Fortsetzung macht, statt frustriert zurückzulassen.

Fazit: Ein starker Auftakt, der mich durchgehend gut unterhalten hat. Die Mischung aus Coming-of-Age, düsteren Familiengeheimnissen und einer konstanten Grundspannung funktioniert erstaunlich gut. Ich freue mich sehr darauf, in Band zwei mehr über die Monet-Familie zu erfahren.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.03.2026

Schwanensee Retelling

Federlicht & Tränenglanz
0

„Federlicht und Tränenglanz“ hat mich vor allem wegen der Schwanensee‑Neuinterpretation neugierig gemacht, und dieser Teil der Geschichte hat mir tatsächlich gut gefallen. Die Grundidee ist atmosphärisch ...

„Federlicht und Tränenglanz“ hat mich vor allem wegen der Schwanensee‑Neuinterpretation neugierig gemacht, und dieser Teil der Geschichte hat mir tatsächlich gut gefallen. Die Grundidee ist atmosphärisch und bringt eine schöne Mischung aus Märchenhaftigkeit und Tragik mit, die gut zum Ursprung des Stoffes passt.

Mit Adaliz als Protagonistin bin ich allerdings nicht richtig warm geworden. Für mich bleibt sie über weite Strecken eine eher schwache Figur, die ihrem Vater kaum etwas entgegensetzen kann und sich oft einfach treiben lässt. Ihre Entwicklung wirkt sehr zurückhaltend, und dass sie ihre Kräfte erst gegen Ende eher zufällig entdeckt, hat für mich nicht wie eine echte Charakterentwicklung gewirkt.

Auch Prinz Jaro hätte für meinen Geschmack eine deutlich größere Rolle verdient. Stattdessen bleibt er lange Zeit der hübsche Prinz, der eine Braut sucht – und das war mir zu wenig. In seiner Figur steckt viel Potenzial, das kaum genutzt wurde. Besonders sein Opfer am Ende hat mich gestört. Es fühlte sich unnötig an, eher wie ein zusätzlicher dramatischer Moment für Adaliz und Odette, ohne echten Einfluss auf die Handlung. Dadurch wirkte das Finale insgesamt unausgewogen.

Das Ende selbst konnte mich ebenfalls nicht überzeugen. Zwar bekommen Adaliz und Odette ihr „Happy End“, aber die Auflösung des Konflikts fühlte sich für mich nicht rund an. Einige Entwicklungen kamen zu abrupt, andere waren nicht gut vorbereitet, sodass der Abschluss der Geschichte für mich eher unbefriedigend blieb.

Trotz dieser Kritikpunkte mochte ich die Grundidee und die Atmosphäre des Romans. Die Schwanensee‑Interpretation ist definitiv der stärkste Teil und verleiht der Geschichte etwas Besonderes. Insgesamt bleibt für mich ein solides, aber nicht vollkommen überzeugendes Leseerlebnis.

Fazit: Eine schöne Idee mit starker Grundstimmung, aber Schwächen in Figurenzeichnung, Entwicklung und Finale. Für Fans märchenhafter Geschichten trotzdem interessant, auch wenn nicht alles ausgeschöpft wurde.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.03.2026

Spannender Rätselkrimi

HEN NA E - Seltsame Bilder
0

Das Buch beginnt mit einer Szene, die sofort Aufmerksamkeit fordert: Ein Mädchen tötet seine Mutter und zeichnet anschließend im Polizeigewahrsam ein Bild. Dieser Einstieg wirkt direkt und verstörend und ...

Das Buch beginnt mit einer Szene, die sofort Aufmerksamkeit fordert: Ein Mädchen tötet seine Mutter und zeichnet anschließend im Polizeigewahrsam ein Bild. Dieser Einstieg wirkt direkt und verstörend und bildet den Rahmen für die drei Geschichten, die danach folgen. Jede von ihnen konzentriert sich auf eine andere Person und deren Kunstwerke, und obwohl sie zunächst wie unabhängige Kurzgeschichten wirken, entfaltet sich nach und nach ein größeres Gesamtbild.

Die erste Geschichte dreht sich um den Blog eines Mannes, der die Zeichnungen seiner Frau veröffentlicht. Was anfangs wie ein persönliches Projekt wirkt, bekommt schnell eine unheimliche Note. Die zweite Geschichte begleitet einen Jungen, der zum Muttertag ein Bild malen soll – eine Aufgabe, die sich zunehmend als belastend entpuppt. In der dritten Geschichte steht die letzte Zeichnung eines Kunstlehrers im Mittelpunkt, deren Bedeutung sich erst später erschließt.

Besonders gelungen ist die Art, wie die Geschichten miteinander verwoben sind. Jede liefert ein weiteres Detail, das die vorherigen Ereignisse in einem neuen Licht erscheinen lässt. Uketsu versteht es, Hinweise so einzubauen, dass man sie erst rückblickend erkennt, und genau das macht den Reiz des Buches aus.

Die Bilder spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie sind nicht nur Beiwerk, sondern tragen aktiv zur Atmosphäre und zum Verständnis der Handlung bei. Mehrmals habe ich bewusst innegehalten, um sie genauer zu betrachten und mögliche Hinweise zu entdecken. Sie verstärken die Spannung und machen das Lesen zu einem sehr visuellen Erlebnis.

Das Ende hat mich überrascht, vor allem durch die Art, wie die einzelnen Elemente zusammengeführt werden. Die Auflösung ist schlüssig, gut vorbereitet und verleiht den Geschichten eine zusätzliche Tiefe. Insgesamt war es ein sehr angenehmes und spannendes Leseerlebnis, das mich in seiner Struktur und Wirkung überzeugt hat. Uketsu gehört für mich inzwischen zu den Autoren, deren Bücher ich ohne Zögern wieder lesen würde.

Fazit: Das Buch überzeugt vor allem durch seine durchdachte Struktur und die Art, wie Text und Bilder zusammenwirken, um die Spannung stetig zu steigern. Die einzelnen Geschichten greifen am Ende präzise ineinander und machen rückblickend deutlich, wie sorgfältig Uketsu jedes Detail platziert hat. Für mich ist es ein ungewöhnlich stimmiges und fesselndes Leseerlebnis.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.03.2026

Enemies to Lovers Romance

For the Fans (Deutsche Ausgabe)
0

Danke an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar über NetGalley!

„For the Fans“ von Nyla K. hat mich von der ersten Seite an neugierig gemacht, weil die Dynamik zwischen Kyran und Avi sofort ...

Danke an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar über NetGalley!

„For the Fans“ von Nyla K. hat mich von der ersten Seite an neugierig gemacht, weil die Dynamik zwischen Kyran und Avi sofort eine besondere Spannung erzeugt und man spürt, dass zwischen ihnen etwas Einzigartiges schlummert. Kyran wirkt wie ein einziger brodelnder Vulkan: ständig wütend, ständig kurz vorm Explodieren, und immer wieder deutet die Autorin an, dass da ein Trauma in ihm sitzt, das ihn tief geprägt hat. Doch genau dieses Trauma bleibt lange Zeit im Dunkeln. Zwar wird es im Buch behandelt, aber erst sehr spät, sodass man über viele Kapitel hinweg nur Vermutungen anstellen kann und sich verschiedene Szenarien ausmalt, die möglich wären. Diese Ungewissheit hat mich oft frustriert zurückgelassen, weil ich so gern früher hinter seine Fassade geblickt hätte. Avi dagegen wird als entspannter Kiffer gezeichnet, dem scheinbar alles egal ist. Doch auch bei ihm fehlt ein klarer Grund für diese Gleichgültigkeit. Sein Vater starb, als er sechs Jahre alt war, aber das allein erklärt sein Verhalten nicht, zumal er eine liebevolle, starke Mutter hat, die ihm Halt gibt. Dadurch wirkt seine Lethargie manchmal eher wie ein erzählerisches Stilmittel als eine echte Charaktertiefe.

Die Szenen, in denen die beiden ihre OnlyFans‑Videos drehen, gehören für mich zu den stärksten Momenten des Buches. Die Spannung ist greifbar, fast körperlich spürbar, und man merkt, wie sehr Kyran innerlich zerrissen ist. Auf der einen Seite braucht er dringend das Geld, auf der anderen Seite versteht er seine Gefühle für Avi nicht und kann sie erst recht nicht einordnen. Dieses innere Chaos macht ihn verletzlich, und genau das hat mich emotional abgeholt. Gleichzeitig tut einem Avi leid, der Kyrans unberechenbaren Gefühlsausbrüchen oft hilflos ausgeliefert ist. Trotzdem fehlte mir in ihren gemeinsamen Szenen etwas – ein Funke, der über die körperliche Anziehung hinausgeht. Die Sexszenen sind zahlreich, gut geschrieben und definitiv ein Highlight für Fans des Genres, aber emotional bleibt vieles lange Zeit erstaunlich flach. Ich glaube, das liegt vor allem daran, dass die beiden kaum miteinander reden. Sie lernen sich körperlich kennen, aber nicht wirklich als Menschen, und dadurch bleibt die Beziehung über viele Kapitel hinweg eher oberflächlich.

Erst ab Kapitel 23 kommt endlich das, worauf ich so lange gewartet habe: echte Romantik, echte Gefühle, echte Entwicklung. Sobald die beiden ihre Liebe zueinander realisieren, nimmt die Handlung spürbar Fahrt auf, und plötzlich wirkt alles lebendiger, intensiver und bedeutungsvoller. Davor zieht sich die Geschichte allerdings etwas, weil sie hauptsächlich von den erotischen Szenen getragen wird und die emotionale Tiefe erst spät nachgeliefert wird. Ich hätte mir gewünscht, dass es mehr Szenen wie in den Nachwörtern von Kyran und Avi gegeben hätte – dort zeigt sich plötzlich, wie viel Potenzial in ihrer Beziehung steckt. Auch Kyrans Trauma hätte früher und ausführlicher behandelt werden können, denn so bleibt ein wichtiger Teil seiner Persönlichkeit zu lange im Schatten. Die Entwicklung der Beziehung zu seinem Vater wirkte auf mich zudem etwas unrealistisch und zu schnell abgehandelt, als hätte man diesen Konflikt einfach abhaken wollen.

Dafür haben mich die Freunde der beiden absolut begeistert. Sie bringen Wärme, Humor und Loyalität in die Geschichte und zeigen, wie wertvoll echte Freundschaft sein kann. Wer solche Menschen an seiner Seite hat, kann sich wirklich glücklich schätzen, und ich hätte sehr gern mehr Szenen mit ihnen gelesen, weil sie die Geschichte auflockern und gleichzeitig emotional bereichern.

Trotz meiner Kritikpunkte habe ich das Buch sehr genossen. Ich habe mit Avi und Kyran mitgefiebert, gehofft, dass sie sich finden, und wollte unbedingt, dass sie ihr Happy End bekommen. Und allein das zeigt, dass die Geschichte mich berührt hat – auch wenn sie an manchen Stellen hinter ihrem eigenen Potenzial zurückbleibt.

Fazit: „For the Fans“ ist ein intensiver, sexy und emotional aufgeladener Roman, der seine stärksten Momente in der Spannung zwischen den Protagonisten hat. Die späte emotionale Entwicklung und einige unausgearbeitete Aspekte der Charaktere verhindern für mich die volle Punktzahl, aber die Geschichte hat mich – besonders in der zweiten Hälfte – dennoch mitgerissen und sehr gut unterhalten. Verdiente vier Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere