K-Pop Lovestory geht in die nächste Runde
ASAP – Zweite Chance auf LiebeASAP ist die Fortsetzung von XOXO und behandelt die Beziehung von Sori und Nathaniel. Das Buch hat mich als Leserin mit einem zwiespältigen Eindruck zurückgelassen. Die Geschichte wirkt insgesamt modern ...
ASAP ist die Fortsetzung von XOXO und behandelt die Beziehung von Sori und Nathaniel. Das Buch hat mich als Leserin mit einem zwiespältigen Eindruck zurückgelassen. Die Geschichte wirkt insgesamt modern und einfühlsam, besonders in den Momenten, in denen Axie Oh die emotionalen Unsicherheiten ihrer Figuren in den Mittelpunkt stellt. Gleichzeitig bleibt die Darstellung der Beziehung zwischen Nathaniel und Sori unausgewogen – sie steht zwar im Mittelpunkt des Romans, wirkt in ihrer Umsetzung jedoch nicht immer überzeugend.
Die Verbindung zwischen den beiden wirkt oft impulsiv und sprunghaft. Es gibt Momente, in denen sie einander mit echter Offenheit begegnen, nur um im nächsten Kapitel wieder in Missverständnisse oder abrupte Stimmungswechsel zu verfallen. Diese Unbeständigkeit erzeugt zwar Spannung, macht es aber schwer, ihre Entwicklung als wirklich nachvollziehbar zu erleben. Statt eines stetigen emotionalen Bogens entsteht der Eindruck einzelner, lose verbundener Momente, die eher der Dramaturgie folgen als der inneren Logik der Figuren.
Ein wesentlicher Teil dieser Sprunghaftigkeit hängt mit Soris inneren Konflikten zusammen, besonders mit dem Druck, den ihre Eltern auf sie ausüben. Ihr Bedürfnis, Erwartungen zu erfüllen, steht ständig im Widerspruch zu ihrem Wunsch nach Selbstbestimmung. Dieser familiäre Konflikt ist einer der stärksten Aspekte des Buches, weil er Sori greifbar macht und erklärt, warum sie in ihrer Beziehung zu Nathaniel so zögerlich, widersprüchlich oder impulsiv reagiert. Gleichzeitig bleibt dieser Konflikt manchmal zu oberflächlich angerissen, sodass sein Einfluss auf die Handlung zwar spürbar, aber nicht immer tief genug verankert ist.
Die Beziehung der beiden fügt sich insgesamt eng in die restliche Handlung ein, manchmal fast zu eng. Viele Nebenstränge scheinen nur dazu zu dienen, die nächste emotionale Wendung zwischen Nathaniel und Sori einzuleiten. Dadurch verliert die Geschichte gelegentlich an Substanz, obwohl sie eigentlich interessante Themen wie familiäre Erwartungen, Selbstfindung und berufliche Ambitionen berührt.
Am Ende bleibt für mich ein solides, aber nicht vollkommen überzeugendes Leseerlebnis: ein Roman mit liebenswerten Figuren und starken Momenten, der jedoch erzählerisch nicht immer die Balance zwischen Romantik, persönlichem Konflikt und Handlung findet.