Toll
Stay away from GretchenNach dem Buch "Du musst meine Hand fester halten, Nr.104" stand für mich fest, dass ich die Gretchen Reihe von der Autorin auch unbedingt lesen muss. Viele begeisterte Blogger haben mich angeschrieben, ...
Nach dem Buch "Du musst meine Hand fester halten, Nr.104" stand für mich fest, dass ich die Gretchen Reihe von der Autorin auch unbedingt lesen muss. Viele begeisterte Blogger haben mich angeschrieben, und mir gesagt, dass ich es lieben werde! Und sie haben nicht zu viel versprochen.
In der Geschichte geht es um Tom Monderath, ein berühmter Nachrichtensprecher. Seine Mutter Greta, verfolgt die Abendsendungen seines Sohnes täglich im Fernsehen. Tom macht sich allmählich Sorgen um sie, denn sie vergisst immer mehr. Mit der Diagnose Alzheimer verändert sich alles. Als er in der Tasche seiner Mutter ein Foto eines Mädchens mit dunkler Haut findet, ist er überrascht und versucht herauszufinden, was es damit auf sich hat.
Auf zwei Zeitebenen wird die Geschichte erzählt. Aus Sicht der kleinen Greta von 1939 bis 1953, und aus Toms Perspektive in der Gegenwart ab 2015 bis April 2016. Das große Thema des Buches ist der Rassismus während und nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland. Die kleine Greta verliebt sich als junges Mädchen in einen amerikanischen Soldaten, der jedoch eine andere Hautfarbe trägt. Das Geschrei war groß, die Bestrafung auch. Eine Liebe die nicht sein darf.
Wir begleiten Greta erst in ihrer Kindheit in Ostpreußen, und dann auf der Flucht vor den russischen Soldaten. Die Erlebnisse haben mich schockiert. Susanne Abel schreibt sehr anschaulich, ich konnte mir alles sehr gut bildlich vorstellen.
Ich mag den Schreibstil der Autorin sehr gerne, jedoch hab ich hier nicht so den Sog verspürt, wie bei dem anderen Buch von ihr. Den Charakter Tom, also Gretas Sohn, empfand ich als anstrengend. Der berühmte Moderator, der sich mal schnell mit jungen Damen vergnügt, hat für mich gar nicht ins Bild gepasst. Die Kapitel in der Gegenwart empfand ich oft als zu langatmig und an manchen Stellen auch als "unnötig". Die Vergangenheits - Greta, sprich Gretchen, hat es mir dafür umso mehr angetan.
⭐⭐⭐⭐ | 5 Sternen