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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.03.2020

Netter Sommerroman mit kleinen Mängeln

Das Haus am Orangenhain
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Als wäre der plötzliche Tod ihres Freundes nicht schon schlimm genug reißt sein Geheimnis ihr den Boden unter den Füßen weg. Eine Kollegin verhilft ihr zu einer 3-monatigen Auszeit in der Villa Naranja ...

Als wäre der plötzliche Tod ihres Freundes nicht schon schlimm genug reißt sein Geheimnis ihr den Boden unter den Füßen weg. Eine Kollegin verhilft ihr zu einer 3-monatigen Auszeit in der Villa Naranja in Spanien.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und die Geschichte lässt sich flüssig lesen. Die Protagonisten sind auch allesamt sehr sympathisch gezeichnet. Trotzdem fand ich die erste HÄlfte des Buches ziemlich zäh. Im Vordergrund steht dort immer noch die Trauerarbeit von Juno und trotz einiger weniger lustiger Begebenheiten hat mir das die Sommerstimmung doch etwas verhagelt.

Im 2. Teil nimmt die Handlung endlich etwas an Fahrt auf und der amüsante Sommerroman kommt zumindest immer wieder einmal zum Vorschein. Das Ende ist stimmig, wenn auch ein bisschen dick aufgetragen.

Insgesamt eine nette Zwischenmahlzeit.


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Veröffentlicht am 23.02.2020

Der Wert von Freundschaft

Wiedersehen in der kleinen Inselbuchhandlung
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Hauke, Wiebke, Nicole und Kai waren zu Kinder- und Jugendzeiten unzertrennlich, bis es nach dem Schulabschluss zu einem Bruch kommt, bei dem Wiebke allein auf der Insel zurückbleibt. Nach 20 Jahren kehrt ...

Hauke, Wiebke, Nicole und Kai waren zu Kinder- und Jugendzeiten unzertrennlich, bis es nach dem Schulabschluss zu einem Bruch kommt, bei dem Wiebke allein auf der Insel zurückbleibt. Nach 20 Jahren kehrt nun Hauke als erfolgreicher Autor für eine Lesung auf seine Heimatinsel zurück, mit gemischten Gefühlen gegenüber seiner ehemaligen Clique. Lässt sich die damalige Verbundenheit wieder beleben oder haben sich die 4 tatsächlich nichts mehr zu sagen?
Schon nach den ersten Zeilen des Prologes hat sich mein Kopfkino in Betrieb gesetzt und mich mit auf die Insel genommen.
Auch wenn die Stimmung zu Beginn etwas melancholisch war, passte sie perfekt zur Inselatmosphäre. Im Mittelpunkt steht diese ganz besondere Freundschaft und die Frage, was eine Freundschaft überhaupt ausmacht, was sie aushält und ob und wie sie sich im Laufe der Zeit verändern kann, hauptsächlich aus der Sicht von Hauke und Wiebke. In kleinen Rückblenden gibt es aber auch immer wieder einige Szenen aus der Vergangenheit.
Wer wie ich an chronischer Inselsehnsucht leidet freut sich natürlich über jeden Inselroman. Und wenn er dann noch auf der Lieblingsinsel spielt, aus der Feder von Janne Mommsen stammt und es ein Wieder"lesen" mit lieb gewordenen Figuren und Schauplätzen gibt, dann ist der Wohlfühlmodus schon vorprogrammiert.
Mein kleiner Inselbesuch war wieder Balsam für die Seele und ich hoffe, das Inselauszeitwohlgefühl noch einige Tage mit in den Alltag retten zu können.

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Veröffentlicht am 07.02.2020

Erfrischend anders

Sonne, Mord und Sterne
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Dies war mein erster Fall mit Stella, aber sicher nicht der letzte.
Im Mittelpunkt steht der Mord an Marlene Silberstein, einer bekannten und beliebten "Größe" aus der Astrologieszene, der gleich im Prolog ...

Dies war mein erster Fall mit Stella, aber sicher nicht der letzte.
Im Mittelpunkt steht der Mord an Marlene Silberstein, einer bekannten und beliebten "Größe" aus der Astrologieszene, der gleich im Prolog beschrieben wird. Danach folgt der Rückblick auf ihre letzten Tage und auf den Astrologiekongress, auf dem auch Stella und ihre Großmutter Maria alias Madame Pythia, Referentin bzw. Ausstellerin sind.
Durch einen dummen Zufall findet Stella die Leiche und befindet sich schneller als ihr lieb ist mitten in den Ermittlungen von Kommissar Arno Tillikowski wieder. Der arme Kerl hat inmitten des ganz speziellen Völkchens einiges auszustehen und kommt inmitten von Aurensehern, Engelsbegleitern und anderen Hell- und Wahrsagern schnell an seine Grenzen. Die mitunter abstrusen Situationen sind aber so amüsant geschildert, dass es einen Riesenspaß macht, ihn dabei in seiner Verzweiflung zu beobachten.
Stella und Maria erfahren auf dem Kongress dagegen jede Menge Klatsch und Tratsch rund um Marlene S.,die nun wirklich kein Kind der Traurigkeit war und sich mit ihrer skrupellosen Art auch viele Feinde und Neider gemacht hat. Mordmotive wie Neid, Eifersucht, gebrochene Herzen sind reichlich vorhanden und es fehlt auch nicht an möglichen Tätern.
Erfrischend anders, dabei witzig ohne plump zu sein, mit vielen mitunter speziellen Charakteren hat mich diese Krimödie bestens unterhalten und mir auch mehrfach die eine oder andere Lachträne beschert. Dafür vergebe ich gerne 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 04.02.2020

Wenn du denkst es geht nicht mehr kommt ein Lichtlein her

Tage des Lichts
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Obwohl wieder einige Monate Wartezeit zwischen dem 2. Band und dem aktuellen zu überbrücken waren, konnte ich bereits nach den ersten Zeilen nahtlos an die bisherige Handlung anschließen und war wieder ...

Obwohl wieder einige Monate Wartezeit zwischen dem 2. Band und dem aktuellen zu überbrücken waren, konnte ich bereits nach den ersten Zeilen nahtlos an die bisherige Handlung anschließen und war wieder ganz bei Ruth.
Seit einiger Zeit arbeitet sie als Haushaltshilfe in England auf einer Farm. Als doch verwöhntes und privilegiertes Stadtkind mit Bediensteten im Haushalt sieht ihr Tag inzwischen ganz anders aus. Neben Küche und Vieh muss sich Ruth auch noch um die 2-jährige Tochter kümmern und arbeitet fast rund um die Uhr. Aber sie lernt schnell, nicht nur die andere Sprache sondern auch die ihr bisher völlig fremden Tätigkeiten. Die Schinderei hat für Ruth derzeit nur ein Ziel - sie benötigt das Geld für die Papiere ihrer Eltern und Schwester. Und dafür würde sie alles geben! Wird die Zitterpartie ein gutes Ende nehmen?
Die anfängliche Normalität auf dem Hof weicht auch mit dem Zuspitzen der politischen Lage und Angst und Besorgnis ziehen ein. Ruth zerbricht sich den Kopf über eine Ausreise und ihre Gedanken sind oft in Krefeld.
In kleineren Rückblicken gibt es Informationen über die gegenwärtige Situation der in Krefeld verbliebenen Familienangehörigen und trotz aller Schikanen zeigt sich auch bei ihnen immer wieder einen kleinen Funken Hoffnung durch gelebte Menschlichkeit.
Ulrike Renk beschreibt auch in diesem Band wieder eindrucksvoll menschliche Schicksale, von denen es abertausende gegeben hat und über die gerade in der heutigen Zeit nicht oft genug gesprochen werden kann. Der Titel "Tage des Lichts" hat mich an das Sprichwort "Immer wenn du denkst es geht nicht mehr kommt von irgendwo ein Lichtlein her" erinnert. Vielleicht hat der Glaube an dieses Lichtlein Vielen ein Weitermachen erst ermöglicht
Ulrike Renk hat es wieder geschafft, mich auf Ruths Gefühlsachterbahn mitzunehmen und mich mit ihrer Geschichte zuberühren. Nun warte ich gespannt auf den letzten Teil.

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Veröffentlicht am 30.01.2020

Da ist noch Entwicklungspotential

Cold Case - Das verschwundene Mädchen
3

Cold cases interessieren mich sehr, denn ich finde es faszinierend, auf welche Art und Weise nach etlichen Jahren noch Hinweise auf mögliche Täter gefunden werden können. Aus diesem Grund hat mich natürlich ...

Cold cases interessieren mich sehr, denn ich finde es faszinierend, auf welche Art und Weise nach etlichen Jahren noch Hinweise auf mögliche Täter gefunden werden können. Aus diesem Grund hat mich natürlich dieses Buch neugierig gemacht.

Tess Hjalmarsson leitet das Cold-Case-Team aus Überzeugung, denn sie möchte den Angehörigen die Ungewissheit über das Schicksal der Opfer nehmen. Mit ihrer Partnerin Maria bildet sie ein eingespieltes Duo. Für die Suche nach einem Serienmörder unterstützen beide die Abteilung "Gewaltverbrechen" und finden im Zuge der Ermittlungen Hinweise zu einem alten Vermisstenfall, dem MÄdchen Annika.

Der Prolog an sich war schon sehr spannend, danach folgte zunächst aber eine kleine Durststrecke durch das Vorstellen sämtlicher Ermittler. Tess und Maria waren mir von Anfang an sympathisch; die anderen Ermittler habe ich zum Teil nur als Randfiguren wahrgenommen. Die Ermittlungen nehmen langsam wieder Fahrt auf. Es gibt zwei parallel verlaufende Handlungsstränge zu den gegenwärtigen Ermittlungen sowie zu den letzten Tagen von Annika. Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass der Cold Case um Annika mehr im Fokus steht. Mir ist er aber hier zu sehr in den Hintergrund gerutscht. Die Spannung bleibt fast die ganze Zeit über auf einem gleichbleibenden Niveau ohne weitere Höhen und Tiefen, und der letzte Teil kam mir etwas komprimiert vor. Einige Fragen sind offen geblieben und so ganz konnte ich mich mit dem Ende auch nicht anfreunden. Aber es war ein grundsolider Krimi mit Entwicklungspotential und ich werde dem Folgeband sicherlich noch eine Chance geben.

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