Ein spannender Krimi, bezaubernd ungewöhnlich und sehr unterhaltsam
Mord in der Pension MöwennestMan schreibt das Jahr 1954, als Schwester Agnes nach langen Klosterjahren ihren Konvent verlässt und sich auf die Suche nach der jungen Novizin Frieda macht, die dem Kloster entsagte und sich plötzlich, ...
Man schreibt das Jahr 1954, als Schwester Agnes nach langen Klosterjahren ihren Konvent verlässt und sich auf die Suche nach der jungen Novizin Frieda macht, die dem Kloster entsagte und sich plötzlich, entgegen aller Absprachen, nicht mehr meldet. So wird aus Schwester Agnes wieder Nora, die sich wacker durch das ihr unbekannte „echte“ Leben schlägt und mit Klugheit und Wachsamkeit trotz aller Hindernisse langsam auf Friedas Spur kommt.
Der wunderschöne Einband erinnert ein bisschen an naive Malere, die Tasse Tee gibt den Hinweis auf England. Und ich finde, das Buch passt auch sehr gut in die Reihe der klassischen britischen Krimis. Jess Kidds‘ Stil ist ungewöhnlich schlicht, fast etwas nüchtern, blumige Details sind ihr fremd und ich hatte sehr schnell das Gefühl, die Welt mit Noras Augen zu sehen. Die ehemalige Nonne ist anspruchslos und ruhig, agiert klug und durchdacht, und überrascht mit allerlei mutigen und waghalsigen Aktionen, die mich sehr oft zum Schmunzeln brachten. Selbst der nach einem mysteriösen Todesfall hinzugezogene Inspector Rideout respektiert Noras Beobachtungen und so entsteht ein ungemein sympathisches Ermittler-Duo, von dem ich auf jeden Fall mehr lesen möchte! Noras Aufenthalt in der Pension Möwenblick wirkt etwas skurril, die Bewohner sind mehr als schräg, aber das Setting ist absolut überzeugend und ungemein unterhaltsam.
Ein spannender, etwas ungewöhnlicher Krimi, der mir bestens gefallen hat!