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Veröffentlicht am 04.07.2025

Würdiger Abschluss

In Case We Forget
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Jude Darling ist der Neffe der Geschäftsführerin von Gold, Bright & Partners, entsprechend viel Druck lastet auf ihm. Ihn haben wir generell bisher als einen sehr distanzierten Menschen kennengelernt. ...

Jude Darling ist der Neffe der Geschäftsführerin von Gold, Bright & Partners, entsprechend viel Druck lastet auf ihm. Ihn haben wir generell bisher als einen sehr distanzierten Menschen kennengelernt. Nun können wir hinter seine Fassade blicken und dort verbirgt sich einiges. Und auch leider viele traurige Gedanken. Er hatte es als Kind nicht einfach mit einer Scheidung und einer Mutter, die viel zu früh verstorben ist. Dazu einen Vater, der immer nur Leistung von ihm erwartet, entsprechend ist er abgerutscht. Nur bei seiner Freundin Nora hat er sich wohl gefühlt, doch auch die hat ihn verlassen. Nun hat er eine Schutzmauer um sich gebaut und lässt keinen durch. Seine Gedanken haben mich richtig mit ihm mitfühlen lassen, man konnte ihn und seine Art so viel besser verstehen und am liebsten wollte man ihn in den Arm nehmen. Umso erstaunlicher seine Entwicklung.

Nora ist zurück und arbeitet in einer Konkurrenz-Kanzlei. Sie hat die ganzen leeren Versprechen von Jude nicht mehr ausgehalten und musste sich an die erste Stelle setzen. Doch damit hat sie ihm das Herz gebrochen. Wieder zurück kommt sie, weil ihr Vater gestorben ist, dem sie nahestand. Mit ihrer Mutter eckt sie nämlich oft an. Schon da trifft sie das erste Mal wieder auf Jude, denn trotz der Differenzen will er ihr in diesen Zeiten beistehen. Richtig süß von ihm. Doch leider artet ihr Aufeinandertreffen schnell in Vorwürfen und Streit aus. Als wäre das nicht genug stehen sie sich nun bei einem Scheidungsfall als Anwälte gegenüber. Und beide brauchen diesen Fall als junge Anwälte und den Gewinn davon.

Jude vertritt Nathan Cupid, den er in einer Bar kennengelernt hat. Sie haben viel geredet und getrunken und es kam das Thema Scheidung auf, wo Nathan Hilfe braucht. Doch nicht nur da, seine Frau hat ihn rausgeschmissen und er benötigt dazu eine Bleibe, weswegen Jude ihn vorerst aufnimmt. So eine Bindung zu einem Mandanten kann gefährlich werden, weil man den Fall dann möglicherweise zu nah an sich heranlässt. Außerdem wäre es sein erster richtiger eigener Fall, immerhin ist er Anfänger. Das Thema Scheidung mit Anwälten fand ich total spannend. Die einzelnen Termine, die Vorbereitung darauf und was dabei alles schiefgehen kann. Denn nach und nach kommt immer mehr der Scheidungsbeteiligten ans Licht, auf die Nora und Jude reagieren müssen. Nicht so einfach, aber gerade deswegen ist es so interessant.

Die Beziehung zwischen Jude und Nora ist eine typische Second-Chance Romance. Davon bin ich ehrlich gesagt nicht so der größte Fan, so auch leider hier. Aber wir bekommen immer wieder Einblicke, wie sie das erste Mal zusammengekommen sind, was sie durchgemacht haben und warum es gescheitert ist. Die Rückblicke fand ich schön, besonders das Kennenlernen der beiden war total süß. Dieses Mal will Jude es besser machen und mit jedem weiteren Aufeinandertreffen arbeiten sie ihre Probleme von damals auf. Ihre Anziehung und die Verbindung ist von Anfang an da, aber es kam mir dann doch etwas plötzlich, als sie dann übereinander hergefallen sind. Außerdem gab es mir hier und da zu viele Zufälle.

Besonders schön fand ich die Entwicklung der beiden Charaktere. Denn beide haben eine ordentliche hingelegt. Jude fällt es zwar schwer, aber er versucht auf Wunsch von Nora hin auch mehr mit den anderen Associates zu machen. Dazu findet er heraus, in welche Sparte er in der Rechtswelt Spaß hat und verfolgt seinen Weg dahin. Außerdem lernt er mit sich umzugehen, sich zu akzeptieren und Menschen, die ihn runterziehen, von sich zu stoßen. Alles so wichtige Dinge, die er erst lernen musste. Umso schöner, dass er diesen Weg geht. Generell hat er noch viel mehr aufzuarbeiten. Aber auch Nora hat einiges vor sich, was sie gut meistert.


Fazit:

Ein würdiger Abschluss für diese tolle Reihe, der nochmal viele neue Einblicke in die Rechtswelt aber auch in Jude gibt. Jude hat eine wahnsinnige Charakterentwicklung hingelegt, die ich unglaublich schön und emotional fand. Die Beziehung zu Nora konnte ich nicht ganz so mitfühlen, ihre Annäherung kam mir dann doch zu plötzlich. Ich kann Second-Chances aber auch meistens nicht so viel abgewinnen. Und das Thema Scheidung mit Anwälten war total spannend. Das wird ja doch oft eine Schlammschlacht und auch hier war es schon lustig, wie hitzig es geworden ist und was nach und nach alles aufgedeckt wurde.

4/5 Sterne

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Veröffentlicht am 30.06.2025

Ich liebe es!

Novel Haven - Levels of Love
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Vorab, ich liebe das Buch trotz kleiner Schwächen. Lara und Luca sind beides Spiele-Entwickler und man spürt ihre Leidenschaft für ihr Spiel, wobei die Spiele unterschiedlicher nicht sein können. Lara ...

Vorab, ich liebe das Buch trotz kleiner Schwächen. Lara und Luca sind beides Spiele-Entwickler und man spürt ihre Leidenschaft für ihr Spiel, wobei die Spiele unterschiedlicher nicht sein können. Lara programmiert in einem kleinen Indie-Studio ein Cosy Game namens Novel Haven, in dem man sich eine Bibliothek aufbauen kann, ähnlich einem Farming-Simulator. Luca dagegen programmiert ein Action-Horror-Game namens Desolate Dread. Durch die kleinen Spiele-Hinweise am Anfang jedes Kapitels habe ich sogar richtig Lust auf beide Spiele bekommen. Aber besonders Novel Haven, das klingt so gut! Kann das bitte wirklich irgendwer programmieren? :D
Leider sind beide Spiele gerade an einem Punkt, wo sie mehr Geld benötigen, um es fertigzustellen. Bei einem Indie-Studio ist es sowieso immer so eine Sache mit dem Geld. PixelPulse ist so familiär, richtiges Wohlfühl-Unternehmen. Luca ist zwar in einem großen Unternehmen, aber das Spiel ist für die eher so ein Neben-Projekt und weil Luca das Budget falsch berechnet hat, fehlt auch ihm das Geld. Ein Ausweg bietet die GameChanger-Convention, bei dem ein Preisgeld winkt. Dafür müssen sie nochmal richtig Gas geben und eine gute Demo abzuliefern. Ihre Frustration bei Bugs oder auch die Freude, wenn was funktioniert, fand ich richtig spürbar und konnte ich gut nachempfinden. Man merkt auch stark, dass beide viel von sich und ihrem Inneren reingeben und ihre Päckchen damit verarbeiten.
Schnell steht die Convention an, bei der Lara und Luca sich kennenlernen. Beide sind nervös und wollen eigentlich nicht präsentieren, reisen auch erst auf den letzten Drücker an. Ihr Kennenlernen fand ich total schön. Sie reden viel und versuchen ihre Nervösität loszuwerden, was ganz lustig war. Die Convention ist dann auch Haupt-Schauplatz des Buches. Ich fand es etwas schade, dass das Programmieren etwas kurz kam, aber darüber kann ich hinwegsehen. Sowohl Lara als auch Luca wollen gewinnen. Sie sind Konkurrenten, am Ende kann nur ein Spiel verwirklicht werden. Und trotzdem ist da diese Anziehung. Die zwei kommen sich trotz der Umstände schnell näher, sind füreinander da. Es gab Funken, zwar sanfte, aber trotzdem gute. Besonders Luca setzt sich oft für Lara ein. Denn eine Frau in der Entwickler-Branche zu sein ist nicht immer einfach und es gibt Leute, die Lara das Leben dort sehr schwer machen. Ich fand Lara da oft total stark. Als wäre das nicht genug, sind die zwei Unternehmen verfeindet und Lara und Luca geraten dazwischen. Was ist nun das richtige Verhalten? Ich fand beide dabei so menschlich und echt. Ich konnte sie in ihren Handlungsweisen gut nachvollziehen. Zumindest meistens. Hin und wieder hatte ich das Gefühl, dass Lara überreagiert.
Die Story und die Charaktere haben mich total gefesselt. Ebenso die Frage, wer denn am Ende seinen Traum aufgeben muss. Die Annäherung von Lara und Luca fand ich sehr schön und cosy. Das ganze Drumherum war ebenfalls gut aufgebaut. Zum Ende hin gab es auch noch einige Wendungen. Einige waren schon ziemlich vorhersehbar, andere wiederum gar nicht. Eine gute Mischung also. Auch die Nebencharaktere haben es mir ziemlich angetan.
Fazit:
Eine Liebesgeschichte mit zwei Spiele-Entwicklern? Immer her damit! Ich liebe es. Lara und Luca sind zwei leidenschaftliche Entwickler und geben alles für ihr Spiel, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Dennoch finden die zwei zueinander und kommen sich auch schnell näher. Die Funken flogen, es war richtig schön. Doch der Wettbewerb steht zwischen ihnen und auch noch andere Umstände machen ihre Beziehung eher noch komplizierter. Auch wenn ich fand, dass Lara hin und wieder etwas überreagiert hat, kann ich nicht anders als dieses Buch zu lieben.

4.5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 23.06.2025

Schwaches Debüt

MINTed Love
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Mit den Büchern von Ali Hazelwood habe ich eine neue Begeisterung für Liebesromane in der Wissenschaft entwickelt. Entsprechend konnte und wollte ich mir dieses Buch nicht entgehen lassen. Lilia ist nämlich ...

Mit den Büchern von Ali Hazelwood habe ich eine neue Begeisterung für Liebesromane in der Wissenschaft entwickelt. Entsprechend konnte und wollte ich mir dieses Buch nicht entgehen lassen. Lilia ist nämlich Doktorandin in einem Labor für Chemie und Biochemie. Doch dort läuft lange nicht alles so, wie es sollte. Sie arbeitet zu viel und es fehlt an Geld und Materialien an allen Ecken. Gerade weil sie als Einzige so klein ist, geht sie oft leer aus, weswegen sie beispielsweise Handschuhe nutzen muss, die ihr zu groß sind. Auch die Sauberkeit oder auch die Regeleinhaltung könnte deutlich besser funktionieren. Eigentlich sind nur Malte, ihr Zwillingslabor, wie sie ihn nennt, und sie ordentlich. Mit Malte teilt sie sich Labor und sie promovieren beide. Bis dahin gibt das Buch einen kleinen Einblick in die Situation von Lilia. Aber schon hier muss ich sagen, hat es mich nicht so richtig mitgerissen.

Dann ist es auch schon so weit. Ein neuer Mitarbeiter kommt her und nicht nur irgendeiner: Dr. Alex Winter. Ein hoch angesehener Wissenschaftler, der das Labor nun erst mal auf den Kopf stellt. Denn er ist unter anderem Sicherheitsbeauftragter. Ja, unter anderem, denn er füllt so viele Rollen, dass ich am Ende nicht wusste, was er genau macht. Recht schnell gerät er auch mit Lilia aneinander. Denn als sie eine Präsentation hält, nimmt er sie ordentlich auseinander. Wobei ich seine Kritik sehr konstruktiv fand. Nur hat Lilia es nicht so aufgefasst. Stattdessen hält sie sich lieber an das Gerücht, dass er Frauen in der Wissenschaft nicht richtig findet. Ich fand ihre Engstirnigkeit extrem anstrengend. Denn ganz ehrlich, er hat ihr nie das Gefühl gegeben nichts zu können oder im Rang unter den Männern zu stehen. Nein, das Gegenteil ist der Fall. Er bringt sie sogar mit zu einer Konferenz, wo sie networken könnte. Doch dort benimmt sie sich kindisch und eifersüchtig. Statt zu networken und sich über die Chance zu freuen, schmollt sie lieber. Egal, was Alex macht, sie kommt immer mit dem Argument um die Ecke, dass es ist, weil sie eine Frau ist, obwohl es einfach nur total weit hergeholt ist. Ich dachte sie ist klug? Und eigentlich sind Wissenschaftler auch dafür bekannt Dinge zu hinterfragen. Doch sie selbst reduziert sich scheinbar nur auf ihr Geschlecht.

Insgesamt fand ich die Annäherung der beiden sehr konstruiert. Es ist nie was im Labor passiert, doch klar, kaum ist Alex da, wird Lilia tollpatschig und fällt ihm beim Klettern direkt in die Arme. Und als er dann meint, dass Klettern in Laboren nicht gestattet ist, wird erst mal geheult. Das tut sie übrigens sehr gerne und oft. Gefühlt in jedem zweiten Kapitel schnieft sie und geheult wird auch verdammt oft. Ich dachte, ich lese hier etwas von einer starken MINT-Frau. Fehlanzeige. Als wäre das nicht genug benimmt sie sich sehr ambivalent. Erst wird Alex angehimmelt, übrigens auch von absolut allen (!!) Frauen, total übertrieben, und kaum ist er bei einer anderen wird sie eifersüchtig und patzig. Die zwei sind immer noch Kollegen, wo kommt dieses Besitzdenken her? Wo bleibt das Kennenlernen? Stattdessen muss sie immer wieder von Alex gerettet werden. Sowas mag ich ja gar nicht. Als wäre das nicht genug wird auf Krampf noch ein Teambuilding-Event gestartet, wo in gefühlt jedem zweiten Satz nochmal erwähnt werden muss, dass genau die zwei so in dem Thema aufgehen und eine Gemeinsamkeit haben. Und natürlich umarmen sie sich da ständig. Das fand ich ja generell ganz seltsam, dieser Übergang von Kollegen zu Liebenden war total abrupt und dadurch unauthentisch. Besonders wenn man bedenkt, dass Lilia immer wieder sauer auf ihn war und sich dann ohne eine Änderung wieder auf ihn einlassen wollte. Auch das Familie kennenlernen war so künstlich erzeugt. Nicht nur die Situation, auch die Dialoge. Es war viel zu übereilt und sollte nur dazu dienen, dass Lilia sich dort endlich mal für ihn einsetzt. Es war einfach nur klischeehaft und zu viel. Wie fast über das ganze Buch durch. Lilia und Alex werden beide so auf ein Podest gehoben, so hoch kann man nicht mal schauen. Denn natürlich seine Familie ist absolut beeindruckt von Lilia. Und jeder liebt Alex sowieso. Es hätte gut getan, wenn sie mehr Fehler hätten, wenn die zwei Charaktere künstlich nicht so aufgebauscht wären.

Das Thema rund um die Biochemie und die Zellen fand ich schon ganz interessant, auch weil ich davon absolut keine Ahnung habe. Man merkt aber, dass die Autorin das hat. Ein bisschen von Lilias Alltag wurde gut in das Buch integriert. Fand ich definitiv spannend. Leider war der Nebenstrang dazu aber sehr vorhersehbar. Nicht nur hat sich diese Person von Anfang an immer nur so verhalten, wie es aktuell zur Szene passt, auch so war es einfach total naheliegend, eben wegen dem Verhalten. Dazu fand ich es irgendwie komisch, dass manche Sätze tatsächlich in Englisch waren. Gut, ich verstehe die Sprache, aber anderen geht es vielleicht nicht so und ich fand es hat auch nicht wirklich reingepasst. Man kann ja sagen, dass die bei der Präsentation alles auf Englisch sagen. Es hat halt meiner Meinung nach keinen Mehrwert, eher das Gegenteil.

Fazit:

Schwaches Debüt in einem eigentlich spannenden Bereich. Mich konnte das Buch trotz der Thematik leider nicht begeistern. Lilia ist ein weinerlicher Charakter, der immer gerettet werden muss, schnell eifersüchtig wird und trotz wissenschaftlichem Hintergrund überhaupt nicht logisch denkt oder mal hinterfragt. Alex wird als perfekter Typ dargestellt, den jede haben will. Für mich war das zu viel. Generell wurden beide Charaktere immer wieder auf ein Podest gestellt und künstlich Situationen erzeugt, um das zu beweisen. Das war einfach unglaubwürdig. Genau wie ihre Liebesgeschichte mir viel zu abrupt ging und eher körperlicher Anziehung entsprang. Es gab keine Funken. Nur Geschmachte und danach Gezicke. Schrecklich.

2/5 Sterne

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Veröffentlicht am 23.06.2025

Wundervolle Charakter-Entwicklung

Wild Eyes
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Skylar Stone ist eine berühmte Sängerin, aber will nun erst mal eine Auszeit in Rose Hill machen. Dort nimmt sie auch ihren Vogel Cherry mit hin, der übrigens von Anfang an sehr witzig war, immerhin hat ...

Skylar Stone ist eine berühmte Sängerin, aber will nun erst mal eine Auszeit in Rose Hill machen. Dort nimmt sie auch ihren Vogel Cherry mit hin, der übrigens von Anfang an sehr witzig war, immerhin hat der kein Blatt vor den Mund genommen. Doch ganz so einfach ist das Landleben nicht. Kurzerhand trifft sie einen Grizzlybären, den sie unterschätzt. Weston Belmont ist aber zum Glück zur Stelle und will ihr helfen. Zunächst sträubt sie sich. Will sie doch endlich mal keine Anweisungen bekommen. Doch schnell wird ihr klar, dass sie in echter Gefahr schwebt. Schon als Weston kam, um sie zu retten sprühten die Funken schon wie wild.

In Rose Hill läuft es ganz anders als Skylar erwartet hat. Kurz bevor sie herkam, hat sie herausgefunden, dass ein großer Teil ihres Lebens eine Lüge war und viele sie benutzt haben, was wirklich traurig ist. Entsprechend vorsichtig ist sie nun. Und natürlich ehrgeizig, weil sie nun was Eigenes auf die Beine stellen will. Ein eigenes Album. Leichter gesagt als getan. Dazu kommen die Umstände. Sie ist Luxus gewohnt, doch auf dem Anwesen von West, wo sie vorübergehend unterkommt, ist davon kaum eine Spur.

Die Beziehung zwischen West und Skylar fand ich total schön. Wie gesagt, die Funken sprühten von Anfang an, da war einfach eine Verbindung. Außerdem mochte ich ihren Umgang sehr. West trainiert Pferde und so blöd es klingt, er kann damit Wesen gut lesen. Entsprechend war er am Anfang sehr umsichtig und hat ihr viel Raum gegeben. Trotzdem war er für sie da und hat sie geneckt, was sie oft erst als Kritik aufgefasst hat. Dabei ist Skylar bei ihm so extrem aufgeblüht, das war unglaublich schön mitzuerleben. West hat stark dazu beigetragen. Seine Breaking News waren sehr lustig. Ansonsten war ihre Beziehung gesund und ehrlich. Auch das Drama am Ende war ganz ohne Misstrauen, gefällt mir sehr. Ebenso wie Wests Kinder Oliver und Emmy. Gott, die beiden sind einfach Zucker pur. Emmy ist eine richtige Plappertasche, Oliver das genaue Gegenteil, er spricht selten mit Fremden. Doch Skylar mag er. Die Dynamik zwischen denen war unschlagbar und oft amüsant. Es hat einfach gepasst und man hat gemerkt, dass auch die Kleinen Raum bekommen sollten. Generell fand ich die Familiendynamik super und auch schön in die Story integriert. Doch eine Beziehung ist für beide nicht wirklich drin. West will seine Kinder schützen und Skylar macht nur eine Auszeit.

Die Story selbst ist sehr auf Charakter-Entwicklung ausgelegt. Aber auch auf das Kleinstadt-Setting. Und das liebe ich total. Ford, Rosie und Cora haben Raum erhalten. Das Bowling-Team natürlich. Und auch die jährliche Auktion fand wieder statt. Es ist ein Buch zum Wohlfühlen und Abschalten.

Fazit:

Wundervolle Charakter-Entwicklung im Kleinstadt-Setting. Skylar und West sind zwei sympathische Charaktere und besonders Skylar macht eine riesige Entwicklung durch, die ich ihr auch voll abkaufe. Denn es war sehr authentisch und nicht leicht für sie. Die Kinder von West waren einfach Zucker und haben das ganze Buch nochmal sehr aufgewertet. Ich habe es auch geliebt, dass die beiden so unterschiedlich waren, und ich habe beide sehr in mein Herz geschlossen, wobei Olli vielleicht sogar noch etwas mehr.

5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 16.06.2025

Interessantes Thema spannend verpackt

Loverboy – Niemand liebt dich so wie ich
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Vivian lernen wir nur kurz kennen, aber schon da merkt man wie unsicher sie ist und wie sie versucht sich in der Gruppe anzupassen, was ihr nicht wirklich gelingt. Als Pascal, ein attraktiver Kerl im Club, ...

Vivian lernen wir nur kurz kennen, aber schon da merkt man wie unsicher sie ist und wie sie versucht sich in der Gruppe anzupassen, was ihr nicht wirklich gelingt. Als Pascal, ein attraktiver Kerl im Club, dann ausgerechnet sie anspricht, glaubt sie das kaum. Sie verliebt sich schnell und heftig. Lola, ihre Mitbewohnerin, freut sich für sie. Sogar immer noch als Vivian sich immer mehr verändert und Lola ständig versetzt. Doch dann passieren immer merkwürdigere Sachen, weswegen Lola Vivian darauf anspricht, die dann plötzlich in dem Streit verschwindet und nicht wiederkommt. Lola macht sich immer mehr Sorgen und als auch andere in der Uni fragen, wo sie steckt, weiß sie, dass sie nach Vivian suchen muss. Besonders weil die Polizei sie nicht ernst nimmt.

Während der Suche stößt Elias, Vivians Halbbruder, dazu. Er war die letzten Jahre im Gefängnis und ist nun unter Bewährungsauflagen. Das weiß Lola aber nicht. Sie wusste nämlich gar nichts von ihm bis er plötzlich vor ihr stand. War schon echt witzig ihr Dialog. Ab dann suchen sie gemeinsam nach Vivian. Sie stoßen immer wieder auf neue Hinweise und gehen denen nach. Es wird auch mal gefährlicher, wobei ich finde es hätte noch deutlich spannender sein können. Ich habe nicht so richtig mitgefiebert. Bei den meisten Hinweisen war es recht klar, in welcher Sackgasse sie letztendlich enden werden. Außerdem haben sie sich oft unnötig in Gefahr gebracht. Natürlich kommen sie sich dabei auch näher, was ich nicht wirklich gebraucht hätte. Denn durch die Erfahrungen, die sie gemeinsam machen, öffnen sie sich einander. Wobei Lola deutlich mehr als Elias. Aber leider fehlten mir oft die Funken.

Ich fand es spannend, dass es noch einen weiteren Nebenstrang mit einem anderen vermissten Mädchen gab. Es gab dadurch nochmal deutlich mehr Dynamik. Das Ende hatte einige interessante Wendungen parat, mit einigen habe ich gerechnet, mit anderen nicht. Gut finde ich, dass so ein wichtiges Thema Raum gefunden hat. Ich hätte es aber noch besser gefunden, wenn wir noch mehr aus Vivians Sicht gelesen hätten. Das Ende hat einen kleinen Einblick gegeben, aber der hatte es in sich und war richtig interessant. Insgesamt habe ich das Buch schnell lesen können, es sind kurze knackige Kapitel aus der Sicht von Lola und Elias. Aber die Zwischenszenen und manche Hinweise waren mir zu künstlich.

Fazit:

Ein interessantes Thema spannend verpackt. Allerdings hätte es ruhig noch ausgearbeiteter sein können oder eben aus der Sicht der Betroffenen. Lola und Elias sind eher blass geblieben, der Fokus lag mehr auf der Story und den Hinweisen, denen sie nachgegangen sind. Ich fand es schade, dass dem so war, denn so konnte ich mich nicht komplett in die Story fallenlassen. Ebenso waren viele Hinweise vorhersehbare Sackgassen und manches etwas künstlich. Aber das Ende fand ich sehr spannend und gut gemacht.

3/5 Sterne

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