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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.03.2026

Wenn der Thriller erst nach 60 % beginnt: solides YA-Buch, aber kein Hype-Material

Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht.
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Der Klappentext von Hotel Ambrosia hat mich sofort neugierig gemacht. Ein geheimnisvolles Hotel mit dunkler Vergangenheit, eine Entführung, True Crime vibes und eine Protagonistin, die alles aus dem Fenster ...

Der Klappentext von Hotel Ambrosia hat mich sofort neugierig gemacht. Ein geheimnisvolles Hotel mit dunkler Vergangenheit, eine Entführung, True Crime vibes und eine Protagonistin, die alles aus dem Fenster beobachtet. Dazu kommt ein enormer Hype rund um das Buch. Meine Erwartungen waren also entsprechend hoch.

Die Geschichte dreht sich um Robyn (17), die aufgrund einer Erkrankung ihre Wohnung nicht verlassen kann. Als True-Crime-Fan beobachtet sie das gegenüberliegende Hotel Ambrosia mit dem Fernglas und kennt nicht nur die Routinen der Angestellten, sondern auch viele der düsteren Geschichten, die das Hotel umgeben. Nach dem frühen Tod ihrer Eltern wird sie von ihrer Großtante Nelly großgezogen, die als Krankenpflegerin arbeitet und eine wichtige Stütze für Robyn ist.

Spannend wird es, als Robyn Zeugin einer Entführung wird und das Opfer keine Unbekannte für sie ist. Da sie selbst nicht handeln kann, schickt sie A.J. ins Hotel: einen obdachlosen jungen Erwachsenen, (der eigentlich bei ihr eingebrochen ist), mit viel Humor, schlagfertigen Kommentaren und einem eigenen dunklen Geheimnis.

Das Setting ist definitiv die große Stärke des Buches. Das Ambrosia wirkt düster, bedrohlich und voller ungelöster Geheimnisse. Gerade zu Beginn erfährt man nur wenig über das Innere des Hotels, was eine schöne, unheimliche Atmosphäre schafft. Leider bleibt es sehr lange genau dabei: Atmosphäre statt Handlung. Über mehr als die Hälfte des Buches zieht sich die Geschichte extrem. Es passiert wenig, die Spannung kommt kaum in Gang, und vieles fühlt sich unnötig gestreckt an. Erst ab etwa 60 % nimmt der Plot endlich Fahrt auf, dann wird es auch wirklich spannend, wenn auch teilweise vorhersehbar.

Ein großes Problem für mich war die Hauptfigur. Robyn konnte mich emotional kaum abholen und hat mich ehrlich gesagt über weite Strecken eher genervt. Ganz anders A.J.: Er war für mich das Highlight des Buches. Ohne seine humorvollen Kommentare und seine Präsenz wäre Hotel Ambrosia für mich deutlich flacher ausgefallen. Zusätzlich sind mir einige Logikfehler aufgefallen und die thematische Tiefe blieb für mich überschaubar. Wenn man es zusammenfassen will, landet man irgendwo bei „Vertraue niemandem“.

Mein Fazit: Hotel Ambrosia ist kein schlechtes Buch, aber der Hype erschließt sich mir nicht. Als Young-Adult-True-Crime-Krimi funktioniert es solide und eignet sich gut für Thriller-Einsteiger:innen. Wer jedoch konstanten Nervenkitzel erwartet, sollte die Erwartungen deutlich herunterschrauben.

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Einmal Wellnessretreat deluxe inklusive Mordopfer und Daiquiri

Die Auszeit
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„Die Auszeit“ von Emily Rudolf ist ein solider Thriller, der mich vor allem durch sein abgeschiedenes Alpen-Retreat sofort in den Bann gezogen hat. Die Vorstellung, eine Gruppe junger, erfolgreicher Freunde ...

„Die Auszeit“ von Emily Rudolf ist ein solider Thriller, der mich vor allem durch sein abgeschiedenes Alpen-Retreat sofort in den Bann gezogen hat. Die Vorstellung, eine Gruppe junger, erfolgreicher Freunde zieht für ein glamouröses Wochenende in die Berge, klingt zunächst nach Luxus und Spaß – doch unter der Oberfläche brodelt es gewaltig. Neid, Eifersucht, kleine Intrigen und Geheimnisse sorgen dafür, dass man nie genau weiß, wem man trauen kann.

Der Einstieg war für mich anfangs etwas schwierig: Es gibt viele Figuren und Perspektiven, die gleichzeitig eingeführt werden, und man muss sich erst einmal orientieren. Aber sobald man den Dreh raus hat, flutscht die Geschichte regelrecht und man will das Buch kaum noch aus der Hand legen. Ich würde nicht sagen, dass es ein Buch ist, das man länger liegen lassen sollte – sonst verliert man schnell den Faden.

Besonders beeindruckt hat mich die Atmosphäre: Das Retreat in den verschneiten Alpen ist richtig schön greifbar beschrieben, man fühlt die Isolation, das Prasseln des Regens aufs Fenster und die Anspannung, die sich langsam über die Gruppe legt. Die Figuren sind ein guter Mix aus sympathisch, unsympathisch und menschlich. Ihre kleinen Schwächen machen sie authentisch und greifbar, auch wenn sie teils ziemlich überzogen und dramatisch reagieren – was zum Genre und Setting aber gut passt.

Die Spannung baut sich nach dem holprigen Anfang sehr schnell auf, und obwohl die zwei Erzählebenen („vor der Tat“ und „nach der Tat“) die Plot-Twists etwas vorhersagbar machen, bleibt die Geschichte durchgehend unterhaltsam. Das Ende war in Ordnung – hätte hier und da noch etwas mehr Motivation für die Täterfigur sein können –, aber insgesamt rundet es die Story zufriedenstellend ab.

Fazit: „Die Auszeit“ ist ein unterhaltsamer Thriller für Zwischendurch, der mit seinem Alpen-Setting, der vielschichtigen Gruppendynamik und einem Hauch Glamour überzeugt. Wer Lust auf Spannung, Intrigen und eine Prise Drama in der Bergwelt hat, ist hier genau richtig. Für mich persönlich: solide mit Luft nach oben – ich freue mich schon auf Emily Rudolfs nächstes Buch.

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Das perfekte Rätsel-Abenteuer in einem Traumhaus

The Inheritance Games
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Ich bin super schnell in The Inheritance Games reingekommen: Avery ist sympathisch, clever und hat diesen klassischen YA-Charme, der einem sofort gefällt. Man merkt richtig, dass sie versucht, die Highschool ...

Ich bin super schnell in The Inheritance Games reingekommen: Avery ist sympathisch, clever und hat diesen klassischen YA-Charme, der einem sofort gefällt. Man merkt richtig, dass sie versucht, die Highschool und ihr Leben im Griff zu behalten, bis das Multimilliarden-Erbe alles auf den Kopf stellt.

Das Hawthorne House ist einfach ein Traum: riesig, luxuriös, voller Geheimnisse und cleverer Rätsel, die man als Leser:in selbst mitdenken kann. Ich habe es richtig genossen, durch die Räume zu „wandern“ und zu knobeln, welche Hinweise wohin führen. Das Haus hat so etwas von einem goldenen Käfig – opulent, faszinierend und ein bisschen gefährlich.

Die vier Brüder haben mir insgesamt gefallen, auch wenn es am Anfang etwas verwirrend war, wer wer ist. Mein Favorit ist Jameson, bei der angedeuteten Anziehung zu Avery kam bei mir aber nicht so viel Herzklopfen rüber ... trotzdem waren die Familiendynamik und die kleinen Spannungen untereinander spannend zu beobachten.

Die Story ist clever aufgebaut, das Tempo zieht einen durch die Seiten. Zwei Situationen, in denen Avery um ihr Leben fürchten muss, wirken im Schreibstil allerdings etwas locker. Zu locker? Da hätte ich mir mehr Nervenkitzel gewünscht. Dafür machen die Rätsel, die Geheimnisse und die Intrigen vieles wieder wett.

Das Ende kam recht schnell, aber es lässt einen definitiv auf Band 2 hoffen. Ich hätte ruhig noch ein paar hundert Seiten mehr vertragen können, um noch tiefer in die Charaktere und das Hawthorne-Universum einzutauchen.

Fazit: Wer Rätsel liebt, luxuriöse Settings genießen will und gern in eine clevere, leicht dramatische YA-Geschichte abtaucht, ist hier genau richtig. The Inheritance Games macht Lust auf mehr und ich bin definitiv neugierig, wie es mit Avery und der Hawthorne-Familie weitergeht.

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Dein Traum als kleines Mädchen war es, Prinzessin zu sein? Mit Tristan oder Spencer hast du die Möglichkeit dazu

Royal Heist
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Royal Heist von Lena Kiefer hat mir richtig Spaß gemacht. Ihr Schreibstil ist gewohnt mitreißend, und die männlichen Charaktere, besonders Tristan, sind einfach perfekt geschrieben. Tristan! Von Anfang ...

Royal Heist von Lena Kiefer hat mir richtig Spaß gemacht. Ihr Schreibstil ist gewohnt mitreißend, und die männlichen Charaktere, besonders Tristan, sind einfach perfekt geschrieben. Tristan! Von Anfang an hat mein Herz eindeutig für ihn geschlagen. Darcy als Hauptfigur ist stark, clever und absolut sympathisch; man kann ihre Gedanken und Pläne leicht nachvollziehen und fiebert bei jedem ihrer Schritte mit.

Die Heist-Elemente und die Tarnung unter den Royals waren spannend, besonders das Abendessen in Sandringham hat richtig die Spannung angeheizt. Hier hätte ich mir an manchen Stellen noch ein bisschen mehr Nervenkitzel gewünscht – ein paar engere Entkommen oder kleine verbotene Aktionen hätten das Ganze noch spannender gemacht.

Die Romance ist süß und emotional, Tristan ist einfach zum Dahinschmelzen, Spencer bekommt man sogar ein wenig leid, was den inneren Konflikt zwischen Pflicht, Herz und Verrat noch interessanter macht. Das Pacing passt durchgehend, keine Längen, die Story fließt rund.

Für mich ist Royal Heist ein klarer 5-Sterne-Titel – mit einem kleinen Minus, weil die Love-Story für mein Herz noch ein winziges Quäntchen intensiver sein könnte. Aber das tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch: Spannung, Drama und Herzklopfen sind perfekt ausbalanciert. Absolute Empfehlung für alle Fans von Royals, spannender Thematik und verbotener Liebe!

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Kurz vor der Hälfte das Handtuch geworfen

The Wrong Bride
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Ich bin mit großen Erwartungen an The Wrong Bride herangegangen: Das Cover ist traumhaft, der Farbschnitt perfekt und der Klappentext klingt nach einer dramatischen, romantischen Geschichte voller Herzklopfen ...

Ich bin mit großen Erwartungen an The Wrong Bride herangegangen: Das Cover ist traumhaft, der Farbschnitt perfekt und der Klappentext klingt nach einer dramatischen, romantischen Geschichte voller Herzklopfen und Tränen. Ich liebe ja alles ums Thema Hochzeit, also auch arranged marriage oder marriage oo convenience reizt! Die Grundidee – die „falsche Braut“ inmitten von High-Society-Romanzen – hat definitiv Potenzial. Leider konnte mich die Umsetzung überhaupt nicht überzeugen.

Der Schreibstil wirkt für mich sehr jung und erinnert stark an Fanfiction. Die Figuren bleiben eindimensional: Raven ist durchgehend die aufopferungsvolle, „zu gute“ Protagonistin, während Schwester und Mutter fast karikaturhaft egoistisch oder übertrieben streng dargestellt werden. Subtilität, emotionale Tiefe oder Grautöne sucht man hier vergeblich.

Was mir am meisten zu schaffen machte, waren die endlosen Wiederholungen und die zentrale Misscommunication. Trotz Dual POV – man bekommt die Gedanken beider Hauptfiguren – drehen sich die inneren Monologe über hunderte Seiten um exakt dasselbe Problem: Beide lieben sich, beide denken, der andere empfindet nicht dasselbe, und niemand redet miteinander. Ein einziges klärendes Gespräch hätte die Geschichte vermutlich auf 30 Seiten verkürzt. Gerade bei erwachsenen Figuren wirkte das auf mich zunehmend unrealistisch und frustrierend.

Auch Ares’ Verhalten fand ich irgendwann unglaubwürdig. Einerseits der pflichtbewusste, loyale Mann, der alles für seine Frau tun würde – und dann plötzlich die Kontrollfreak-Seite, die Raven sofort mit Misstrauen und Eifersucht begegnet. Bei Raven fand ich das selbe Problem. Sie wird gezeichnet als Mary Sue. Die perfekte und so wahnsinnig hübsche Frau die ein erfolgreiches Modelabel hat - achja und natürlich in verschiedenen Magazinen als die schönste Frau der Welt betitelt wird. Aber obwohl sie sehr erfolgreich ein Business betreibt, ist sie im Umgang mit ihrem eigenen Mann so unbeholfen und naiv, dass ich mich echt gefragt habe, ob sie eine gespaltene Persönlichkeit besitzt. Hier hätte ein klarerer Figurenaufbau Wunder gewirkt.

Die Trope selbst ist definitiv reizvoll, aber die Umsetzung macht sie kaum genießbar. Für sehr junge Leser:innen sind die Szenen teilweise zu explizit, für erwachsene Leser:innen bleibt die Handlung kindlich und repetitiv. Nach 47 % habe ich das Buch abgebrochen – und war ehrlich gesagt eher erleichtert als enttäuscht.

Kurz gesagt: Idee gut, Ausführung leider enttäuschend. Wer auf seichte, vorhersehbare Romance ohne echte Entwicklung steht, mag hier vielleicht seinen Spaß haben. Für mich war es aber ein klarer DNF – und ein gutes Beispiel dafür, dass Potenzial allein noch lange keine überzeugende Geschichte macht.

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