Profilbild von LeseHexe87

LeseHexe87

Lesejury Profi
offline

LeseHexe87 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit LeseHexe87 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.01.2026

Bezauberndes Bilder- und Vorlesebuch, das Generationen verbindet

Henri-Jette-Sausebahn
0

Als ich davon erfuhr, dass die Geschichte um Henriette Bimmelbahn, eine Heldin meiner Kindheit, in die Fortsetzung geht, war meine Neugierde sofort geweckt. Die Rahmenbedingungen sind heute etwas anders ...

Als ich davon erfuhr, dass die Geschichte um Henriette Bimmelbahn, eine Heldin meiner Kindheit, in die Fortsetzung geht, war meine Neugierde sofort geweckt. Die Rahmenbedingungen sind heute etwas anders als damals: Heute bekomme nicht mehr ich die lustigen Geschichten von James Krüss, die Lisl Stich illustriert hatte, vorgelesen, sondern lese sie meinen eigenen Kindern vor. Wir verbinden daher seit Generationen viele und wunderbare Erinnerungen mit den Figuren und ich war gespannt, ob die "Fortsetzung" ebenso warmherzig und schön illustriert sein würde wie das Original.

Es fällt mir schwer, die richtigen Worte zu finden, daher ganz direkt. Ich hatte beim Vorlesen Tränen in den Augen und musste wirklich mit mir kämpfen, nicht das Weinen anzufangen, so sehr hat mich die zauberhaft gedichtete und wunderschön illustrierte Geschichte um Henriettes Enkelkinder Henri und Jette (Was für ein erzählerischer Geniestreich!) in meine Kindzeit zurückversetzt. Mit so einer Flut positiver Kindheitserinnerungen und -gefühle hatte ich nicht gerechnet - und plötzlich waren sie da.

Die Erwartungen, die ich an das Buch hatte, wurden um ein Vielfaches übertroffen! Einerseits ist da der einmalige Stil von James Krüss, hervorragend von Cornelia Boese aufgenommen, andererseits ist Pina Gertenbach ein Zauberstück gelungen, indem sie die süßen Illustrationen von damals auf perfekte Art und Weise in ein zeitgemäßes Format bringt und fortschreibt, was uns alle direkt abholte.

Versteht sich von selbst, dass wir das Buch nicht nur einmal lesen konnten, sondern gleich mehrfach gelesen haben

Auch für alle, die Henriette Bimmelbahn, den Blauen Autobus oder auch den Kleinen Doppeldecker nicht kennen, eignet sich dieses entschleunigte, wunderschöne Kinderbuch, das für alle, die die Großeltern-Generation noch kennen, einen unvergleichlichen Zauber versprühen dürfte.

Danke, Cornelia Boese und Pina Gertenbach! Ich habe noch nie so eine gelungene Hommage gesehen und bin noch immer ganz verzaubert von Henri-Jette Sausebahn und der niedlichen Geschichte, die die beiden in unser Haus brachten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.01.2026

Packendes Verwirrspiel

Wenn sie wüsste
0

Millie tritt ihren neuen Job im Haus von Nina und Andrew Winchester als Dienstmädchen an. Sie denkt, sie habe unbändiges Glück gehabt, dass es so weit kam, denn Millie hat ein dunkles Geheimnis. Es dauert ...

Millie tritt ihren neuen Job im Haus von Nina und Andrew Winchester als Dienstmädchen an. Sie denkt, sie habe unbändiges Glück gehabt, dass es so weit kam, denn Millie hat ein dunkles Geheimnis. Es dauert jedoch nicht lange und sie muss sich die Frage stellen, wo genau sie mit dieser Stelle hineingeraten ist.

Es ist unfassbar schwer, eine Rezension über dieses Buch zu schreiben, ohne zu viel über dessen Inhalt und die zahlreich vorhandenen Twists in diesem erstklassigen Verwirrspiel preiszugeben. Daher halte ich es eher sachlich und beschränke mich auf das Handwerkszeug: Die Story ist extrem spannend und aus mehreren Perspektiven geschrieben; Leser:innen werden mehrfach auf verschiedene (falsche) Fährten geführt in diesem flüssig und leicht zu lesenden Psychothriller. Auch wenn ich aufgrund der mannigfaltig erwähnten und rezensierten „unvorhersehbaren Twists“ eine gewisse Ahnung (und recht damit 😉) hatte, was hier eigentlich vor sich geht, war die Enthüllung zu lesen, doch eine Phase, in der ich das Buch einfach nicht mehr weglegen konnte. Wie perfide und pervers menschliche Charaktere sein und welche Geheimnisse sie, verborgen vor der Öffentlichkeit, hüten können, war für mich zum Start in das Jahr 2026 ein absolutes Lesehighlight! – Und nun bin ich mehr als gespannt auf die filmische Umsetzung!

Eine klare Leseempfehlung für alle, die Psychothriller lieben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.01.2026

Marc-Uwe Kling und Astrid Henn at their best!

Der Tag, an dem Max dreimal ins Auto gekotzt hat
0

Wenn ihr Familie habt und schon mal mit ihr in Urlaub gefahren seid (oder auch musstet), wird euch dieses Buch zum Schmunzeln bringen und an der ein oder anderen Stelle womöglich einen lauten Lacher provozieren. ...

Wenn ihr Familie habt und schon mal mit ihr in Urlaub gefahren seid (oder auch musstet), wird euch dieses Buch zum Schmunzeln bringen und an der ein oder anderen Stelle womöglich einen lauten Lacher provozieren. Die Dialoge zwischen den insgesamt drei Generationen, die sich auf den Weg zur vierten Hochzeit von Tante Ilse machen, sind legendär und jede:r, der bzw. die schon einmal mit jemandem mit Magenbeschwerden auf eine Reise gegangen ist, freut sich gewiss maßlos, dass die (bald) kotzende Person nicht im eigenen Wagen sitzt.

Wir haben mehrfach herzhaft gelacht, als ich das Buch meinem Mann und unseren beiden älteren Söhnen (10 und 7) vorgelesen habe. Es sind, wie in den anderen "Kling-Kinderbüchern" ebenso, zahlreiche Eltern-/Erwachsenen-Insider versteckt, die das Lesen oder Vorlesen für alle beteiligten Generationen zu einem Erlebnis machen Unterhaltsam waren auch die Anspielungen auf seine anderen Bücher.

Die Dialoge der Fahrt hätten jedenfalls von uns und vermutlich zahlreichen anderen Familien stammen können und - ja, ich gebe es zu - wir fahren nicht grundlos und immer mit Kotztüten in den Seitentaschen unseres Family-Vans. Erfahrung macht klug. Uns so eine kurzweilige, schwarzhumorige Lektüre macht Freude!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.01.2026

Wenig überzeugende Charaktere und überzeichnete Story - enttäuschend!

Der Nachbar
0

Sarah war eine erfolgreiche Strafverteidigerin, ihr Leben mit ihrem ebenfalls erfolgreichen Ehemann Ralph und Tochter Ruby das, wovon viele träumen – doch dann begann der Alptraum…

Zu Beginn des Buches ...

Sarah war eine erfolgreiche Strafverteidigerin, ihr Leben mit ihrem ebenfalls erfolgreichen Ehemann Ralph und Tochter Ruby das, wovon viele träumen – doch dann begann der Alptraum…

Zu Beginn des Buches war ich noch mit Feuereifer bei der Story, der Prolog spannend geschrieben und mit genau der richtigen Menge an fehlenden Informationen gespickt, um unbedingt weiterlesen zu wollen und erste Theorien zu spinnen.

Bereits in den folgenden Kapiteln konnte ich jedoch etliche der erst später aufgelösten Zusammenhänge für mich als gegeben einordnen und fand zudem den Charakter der Sarah nur wenig überzeugend. Dass ein Mensch nach solchen Schicksalsschlägen ein ganz ordentliches Päckchen zu tragen hat, ist glaubhaft. Dass sich eine gestandene Strafverteidigerin jedoch dermaßen häufig so naiv, in manchen Situationen gar fahrlässig oder schlichtweg blöd verhält, hat für mich nicht gepasst.

Allgemein empfand ich die Story an etlichen Punkten massiv überzeichnet, bspw. die Einträge in einem gewissen Buch mit dunklem Einband. Dass die Person, die dann in der Auflösung wohl die Gesuchte war, etwas mit den Geschehnissen zu tun haben musste, war mir klar, als das erste Kapitel mit ihr zum Tragen kam. Um Spoiler zu vermeiden, gehe ich an dieser Stelle nicht näher darauf ein.

Grundsätzlich hat die Story ihren Reiz, Spannung und überraschende Momente, jedoch für mich bei Weitem nicht in der Qualität wie es andere Fitzeks hatten. Was ich uneingeschränkt toll finde, ist die Sonderausstattung der limitierten Erstauflage! Hier hat der Verlag einmal mehr ein hervorragendes Händchen für eine grandiose Buchgestaltung und Sonderausstattung bewiesen.

Von mir gibt es daher an dieser Stelle weder eine Leseempfehlung noch das Gegenteil. Entscheidet selbst, ob ihr reinlesen möchtet oder lieber zu einem anderen Buch greift.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.12.2025

Bewegender zeitgeschichtlicher Roman, der unter die Haut geht

Als Großmutter im Regen tanzte
0

Die Erzählung über Juni, ihre Mutter Lilla sowie Großmutter Tekla liest sich auf dem Klappentext recht leicht, dennoch anspruchsvoll, vielversprechend und mit Tiefgang. Wie sehr mich diese Geschichte, ...

Die Erzählung über Juni, ihre Mutter Lilla sowie Großmutter Tekla liest sich auf dem Klappentext recht leicht, dennoch anspruchsvoll, vielversprechend und mit Tiefgang. Wie sehr mich diese Geschichte, die zwar fiktiv, aber von wahren Begebenheiten und Menschen inspiriert ist, in ihren Bann ziehen würde, hatte ich dennoch nicht erwartet.

„Du liest sowas doch auch!“ – mit diesen Worten überreichte mir ein Familienmitglied „Als Großmutter im Regen tanzte“ von Trude Teige. Als ich dann einige Wochen nach Erhalt das Lesen begann, hat mich die Geschichte, die auf zwei groben Zeitebenen spielt, welche mehrere Jahrzehnte umspannen, komplett eingenommen.

Trude Teige erzählt in wunderschöner, klarer und leicht verständlicher Sprache die Lebensgeschichten von drei Frauen, die aufs Engste miteinander verbunden sind: Aus einer zarten Liebesgeschichte der ältesten Frau, Tekla, entwickelt sich ein kaum zu ertragendes Drama, das gegen Ende des zweiten Weltkrieges seinen Anfang nimmt. Das beschriebene Leid, aber auch die Momente der Hoffnung, Zuversicht und des Weitermachens sind getragen von stark gezeichneten Charakteren und Szenen, die schlicht und einfach schildern, was passiert. Trude Teige dramatisiert nicht, sie inszeniert nicht, sie nimmt aber auch grausamen Momenten nicht ihre Abscheulichkeit.

Das Buch ging mir auch deshalb so unter die Haut, weil ich selbst Angehörige aus dieser Generation hatte, die ebenfalls kaum oder gar nicht über das Geschehene sprachen und damit offenbar kaum erträgliches Leid für sich handhabbar machten. Inwiefern sich das bis heute auf uns, unsere Charaktere, unsere Werte und Entscheidungen auswirkt, dürfte erheblich sein – und dennoch wird kaum darüber gesprochen.

Ich war an einigen Stellen fassungslos, was sich Menschen gegenseitig antun können, wenn sie zuvor nur schlimm genug selbst verletzt wurden oder sich an einem Punkt sehen, keine andere Wahl zu haben. Und noch viel beklommener macht mich, dass sich etliche der beschriebenen Begebenheiten heute wiederholen oder wir drauf und dran sind, dies zu tun.

Einen Roman wie diesen kann und sollte man nicht „einfach so“ lesen. Das Buch und die beschriebene Geschichte wiegen schwer, machen nachdenklich und zugleich hoffnungsvoll. Ich bin dankbar, gegen Ende eines Jahres so ein kraftvolles und tiefgründiges Buch empfohlen und überlassen bekommen zu haben. Es wird sicher noch eine ganze Weile in mir nachwirken.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere