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Veröffentlicht am 06.06.2026

Lebensklug, tiefgründig, hoffnungsvoll – Eine Geschichte, die mitten ins Herz trifft und den Blick aufs Leben verändern kann

Die Mitternachtsreise
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Wilbur Budd hat sein Leben gelebt, gerade ist er gestorben. - Was wie das Ende klingt, ist der Beginn einer fantastischen Reise, die Wilbur durch sein Leben unternimmt. Er hat die einmalige Chance, auf ...

Wilbur Budd hat sein Leben gelebt, gerade ist er gestorben. - Was wie das Ende klingt, ist der Beginn einer fantastischen Reise, die Wilbur durch sein Leben unternimmt. Er hat die einmalige Chance, auf ganz besondere Art und Weise Schlüsselmomente nochmal zu erleben – und sich die Frage zu stellen, wie er hätte entscheiden, was anders tun sollen, um ein erfüllteres Leben zu leben.

Eine gute inhaltliche Einleitung zu diesem Buch zu schreiben, ohne zu viel über seinen Inhalt zu verraten, ist ein schwieriges Unterfangen, an welchem ich womöglich gescheitert bin 😅 Daher lest gerne direkt weiter, wie es mir gefallen hat.

Lebensklug, warmherzig, traurig, intelligent und voller Fantasie – Matt Haig hat mit „Die Mitternachtsreise“ ein absolut fantastisches Buch geschaffen, das mich zutiefst berührt.

In eingängiger und in weiten Teilen leicht zugänglichen Sprache widmet sich der Autor einem Thema, das uns letztlich alle im Innersten betrifft: Welcher Mensch will ich eigentlich sein? Wer bin ich im Laufe der Zeit geworden? Und was ist mir in meinem Leben wirklich wichtig?

Die Geschichte lehnt sich dabei sehr unaufdringlich an den Bestseller „Die Mitternachtsbibliothek“ an und schafft es, dessen Idee um weitere, berührende Perspektiven zu ergänzen.

Matt Haig versteht es auf einmalige Weise, eine zutiefst traurige Ausgangslage in etwas Hoffnungsvolles zu verwandeln und die Leserinnen und Leser ab der ersten Seite bedingungslos mitzunehmen.

Unterwegs begegnet man zahlreichen wunderschönen, klugen Sätzen. Ich habe beim Lesen selten so viel herausnotiert wie hier, weil mir die transportierten Fragen und Gedanken so gut gefallen und mich emotional so intensiv erwischt haben. Das Buch lädt auf zahlreichen Seiten dazu ein, innezuhalten und das eigene Dasein zu hinterfragen. – Eine wunderschöne Reise auch für Leser:innen, die mit sich in den Dialog treten möchten. Sicherlich nicht immer einfach oder angenehm, dafür umso wichtiger.

Fazit: „Die Mitternachtsreise“ ist ein wundervolles, berührendes Werk, das noch lange nachhallt. Es ist eine unbedingte Leseempfehlung für jeden von uns – insbesondere aber für all jene, die ihr Leben nicht nur auf der Überholspur verbringen, sondern eine mit sich selbst im Einklang befindliche Art und Weise des Seins finden wollen.

Eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 16.05.2026

Tiefsinnig, schmerzlich, hoffnungsvoll – ein Roman, der nachdenklich macht und unter die Haut geht

Solange ein Streichholz brennt
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Bohm ist obdachlos, Alina von Sorgen geplagt, die ihr den Schlaf rauben. Die Leben der beiden könnten nicht weiter voneinander entfernt sein und doch kreuzen sich ihre Wege. Was als Zweckgemeinschaft beginnt, ...

Bohm ist obdachlos, Alina von Sorgen geplagt, die ihr den Schlaf rauben. Die Leben der beiden könnten nicht weiter voneinander entfernt sein und doch kreuzen sich ihre Wege. Was als Zweckgemeinschaft beginnt, innerhalb derer jede:r eigene Ziele verfolgt, entwickelt sich schnell zu einem emotionalen Geflecht, das Leser:innen in seinen Bann zieht, nachdenklich, traurig und zugleich auch hoffnungsvoll macht.


Christian Huber zeichnet nach „Man vergisst nicht, wie man schwimmt“ den nächsten, hervorragend gezeichneten und in Worte gekleideten Roman, der unter die Haut geht. Die gewählte Sprache ist direkt, eingänglich, humorvoll. Es fällt leicht, den verschlossenen Bohm ins Herz zu schließen und mehr von ihm wissen zu wollen. Auch Alina ist hervorragend gezeichnet, warm und doch zunächst oberflächlich. Die Geschichte, die sich zwischen und mit den beiden entwickelt, hat mich an einer Vielzahl von Stellen zum Nachdenken gebracht. – Wie schnell (ver)urteile ich selbst Menschen, die nicht der Norm entsprechen? Schenke ich den Schicksalen dieser Menschen überhaupt Beachtung oder gehe ich, in meine eigenen vermeintlichen Sorgen versunken, blind – oder auch ganz bewusst – an ihnen vorbei? Würde ich genauso hinsehen und unvoreingenommen sein wie Alina?


Dieser Roman schafft eine seltene Spannung zwischen wunderbarer Lektüre und schwerer Kost, auch weil die Sprache des Autors so exzellent durch dieses schwierige und auch gesellschaftlich prekäre Thema führt.


„Solange ein Streichholz brennt“ wird noch lange in mir nachhallen und ich bin sicher, dass sich durch dieses Buch auch mein Blick auf obdachlose Menschen verändert hat. Es kann tatsächlich jedem von uns passieren. Als mir schmerzlich klar wurde, dass Menschen nicht obdachlos oder ohne gesellschaftliche Teilhabe geboren werden, sondern dass das Leben und die Menschen, denen wir entlang dieser Wege begegnen, ihren Teil dazu beitragen, wurde mir mulmig – ist es immer noch, um ehrlich zu sein. Hinter jedem Schicksal steckt eine Geschichte. Statt uns anzumaßen, über andere Menschen urteilen zu dürfen, sollten wir öfter hinterfragen, warum wir zu diesem Urteil kommen. Unserer Gesellschaft und den allermeisten würde das auch auf persönlicher Ebene gut zu Gesicht stehen.


Fazit:
Christian Huber hat kein bloßes Buch über soziale Kälte geschrieben, sondern ein flammendes Plädoyer für die Menschlichkeit. Es ist eine Erzählung, die einen erst frösteln lässt und dann – genau wie das titelgebende Streichholz – eine ganz eigene, fragile Wärme spendet. Wer bereit ist, seinen Blickwinkel zu verschieben und sich auf eine Reise einzulassen, die wehtut und gleichzeitig heilt, sollte zu diesem Buch greifen.

Eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 28.04.2026

Feinsinnige Gesellschaftssatire in unaufgeregtem Gewand

In einem Zug
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Eduard Brünhofer ist ein bekannter Autor – oder war er es? Irgendwie scheint er beides gleichzeitig zu sein. Jedenfalls sitzt besagter Brünhofer nun im Zug von Wien nach München und wird von einer Mitreisenden ...

Eduard Brünhofer ist ein bekannter Autor – oder war er es? Irgendwie scheint er beides gleichzeitig zu sein. Jedenfalls sitzt besagter Brünhofer nun im Zug von Wien nach München und wird von einer Mitreisenden in ein Gespräch verwickelt, das er eigentlich gar nicht führen möchte – behauptet er jedenfalls. Doch vielleicht rührt diese Unbekannte genau an den Stellen in seinem Inneren, die schon lange darauf warten, erkundet zu werden.

Die beiden unterhalten sich über eine geraume Weile sehr angeregt. Während Brünhofer das Gespräch mit eigenen, oft bissigen Gedanken garniert, die er nicht mit seiner Reisegefährtin teilt, steuern beide auf ein Geheimnis zu, das erst in München gelüftet wird. Auf den ersten Blick passiert wenig, doch auf den zweiten Blick offenbart sich die ganze Meisterschaft der Erzählung.

Die Magie des Buches liegt in den Zwischentönen und der unterschwelligen Gesellschaftskritik. Glattauer lässt Brünhofer herrlich ehrlich über seine Ehe, seine Karriere und die mysteriöse Mitreisende reflektieren. Besonders gelungen: Die vom Wein gefärbte Stimmung Brünhofers spiegelt sich meisterhaft in der Sprache wider. Man mag darüber streiten, wie positiv der Alkohol hier wegkommt, aber Glattauer nutzt ihn auf charmante Weise als Katalysator für die Auflösung der Geschichte.

Sicherlich ist dieses Buch, das fast ausschließlich aus einem Dialog besteht, nicht für jeden Geschmack geeignet. Wer äußere Action und klassische Spannung sucht, wird hier weniger fündig. Wer sich jedoch an präziser, differenzierter Sprache und psychologischen Nuancen erfreuen kann, findet in dieser Geschichte eine echte Bereicherung.

Fazit: Kurzweilige, kluge und amüsante Unterhaltung für alle, die das Abenteuer im Alltäglichen suchen. Mir hat es sehr gefallen!

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Veröffentlicht am 28.04.2026

50 inspirierende Fragen – Leichtigkeit mit einer Prise Exklusivität

50 Fragen, die das Leben leichter machen
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Karin Kuschiks aktuelles Werk steht seinem Vorgänger in nichts nach: Eine unnachahmlich „gesprochene Schriftsprache“ trifft auf hohen Nutzwert und wertvolle Impulse für die innere Ausgeglichenheit und ...

Karin Kuschiks aktuelles Werk steht seinem Vorgänger in nichts nach: Eine unnachahmlich „gesprochene Schriftsprache“ trifft auf hohen Nutzwert und wertvolle Impulse für die innere Ausgeglichenheit und ruhige Schlagfertigkeit im Alltag.

Wie sehr die einzelnen der 50 Fragen mit dem eigenen Charakter resonieren, darf jede:r selbst entscheiden. Ich persönlich konnte mich mit den allermeisten Impulsen sehr gut anfreunden und habe einige davon direkt dankbar umgesetzt. Das Buch lässt sich zudem wunderbar „stückeln“, ohne dass der Lesefluss oder die Qualität leiden.

Einziger Stolperstein: Die Autorin schreibt aus einer sehr privilegierten Welt heraus. Wenn Schauplätze wie Dachterrassen auf Mallorca oder Berliner Designerlofts den Rahmen für ihre Erkenntnisse bilden, ist das zwar inspirierend zu lesen, schafft aber eine Distanz zum eigenen Erleben und Wiedererkennen.

Es geht mir dabei ausdrücklich nicht um Missgunst. Vielmehr treibt mich die Frage um, wie alltagstauglich diese Tipps für den „Normalo“ sind, wenn die Rahmenbedingungen und das soziale Umfeld der Autorin so exklusiv sind. Die gedankliche Hürde, diese Konzepte der Leichtigkeit in einen weniger exklusiven Arbeits- und Lebensalltag zu übertragen, ist dadurch mitunter hoch.

Fazit: Ein absolut gelungenes und bereicherndes Buch, das zum Nachdenken anregt – sofern man bereit ist, die Transferleistung aus der „Kuschik-Welt“ in das eigene Leben selbst zu erbringen. Ein lesenswertes Vergnügen!

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Veröffentlicht am 12.04.2026

"Alle glücklich" – ein Roman, der unter die Haut geht

Alle glücklich
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Kira Mohn zeigt in ihrem neuen Roman eindrucksvoll, wie meisterhaft sie die Dynamiken und das Schweigen innerhalb einer Familie einfangen kann. Auf weniger als 300 Seiten entfaltet sie ein Familiendrama, ...

Kira Mohn zeigt in ihrem neuen Roman eindrucksvoll, wie meisterhaft sie die Dynamiken und das Schweigen innerhalb einer Familie einfangen kann. Auf weniger als 300 Seiten entfaltet sie ein Familiendrama, das so authentisch und schmerzhaft ist, dass es beim Lesen förmlich den Brustkorb zuschnürt.

Eine Vorzeigefamilie am Abgrund
Die Geschichte wird aus vier Perspektiven erzählt: Mutter Nina, Vater Alexander, Tochter Emilia und Sohn Ben. Nach außen hin wirken sie wie die perfekte Einheit, doch im Inneren hat sich jede:r in einem eigenen Gefängnis aus Erwartungen, Enttäuschungen und blinden Flecken isoliert.

Alexander: Der erfolgreiche Arzt, dessen Selbstgefälligkeit fast physisch greifbar ist. Er merkt in seiner Ignoranz nicht einmal, wie herablassend er agiert, während er den Status quo seiner Karriere auf dem Rücken seiner Familie auskostet.
Nina: Einst ambitioniert, heute im Schatten ihres Mannes verschwunden. Sie funktioniert als Mutter und Zuverdienerin, hat sich selbst aber schon vor langer Zeit verloren.
Emilia: Die Tochter, die sich in ihrem Streben nach Perfektion und Gefälligkeit für ihren Freund mehr und mehr aufgibt – bis hin zum Verlust der eigenen Würde.
Ben: Der Sohn, der von seinem Vater als "Loser" abgestempelt wurde und diese Rolle schmerzhaft verinnerlicht hat.

Ein literarisches Kunststück auf engem Raum
Es ist ein wahres Kunststück, wie Kira Mohn es schafft, diese vier Charaktere mit all ihren Stärken und Schwächen auf so wenigen Seiten zum Leben zu erwecken. Die Sprache ist dabei einfach, nahbar und unheimlich eingängig. Gerade diese Unaufgeregtheit im Stil macht die Wucht der "Eklats", die das mühsam aufrechterhaltene Kartenhaus schließlich zum Einsturz bringen, umso intensiver.

Warum dieses Buch so nachwirkt
"Alle glücklich" ist mehr als nur eine fiktive Geschichte; das Buch ist ein Sinnbild für unzählige Familienstrukturen unserer Zeit. Die zentrale Frage nach dem echten Glück – und der Erkenntnis, dass viele Menschen schlicht vergessen haben, wie man glücklich ist – entfaltet eine unglaubliche Kraft, die auch nach dem Zuklappen des Buches lange nachhallt.

Mein Fazit: Ein absolut lesenswertes Buch mit enormem Tiefgang. Einen winzigen Abzug gibt es für das recht abrupte Ende – ich hätte die vier Charaktere gerne noch ein Stück weiter begleitet, auch wenn der gewählte Schlusspunkt konsequent und nachvollziehbar gesetzt ist.

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