Träume aus Salz – Zwischen Urlaubs-Poesie und sprachlicher Barriere
Träume aus SalzFlo und Matty sind ein junges Paar, dem das gemeinsame Glück aus allen Poren dringt. Damit hätten beide nicht gerechnet, haben sie doch eher bewegte Erfahrungen in ihrer Vergangenheit gesammelt, was Beziehungen ...
Flo und Matty sind ein junges Paar, dem das gemeinsame Glück aus allen Poren dringt. Damit hätten beide nicht gerechnet, haben sie doch eher bewegte Erfahrungen in ihrer Vergangenheit gesammelt, was Beziehungen anbelangt. Im ersten gemeinsamen Griechenland-Urlaub beginnt die heile Fassade jedoch mehr und mehr zu bröckeln, nachdem sich die Wege der beiden Turteltauben mit dem der mysteriösen jungen Hellseherin Sofia kreuzen. Etwas steht zwischen Flo und Matty – und Sofia spürt das. Wird Flo den Mut finden, sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen? Und auch Sofia trägt ein schmerzliches Geheimnis hinter ihrer coolen und teils abweisenden Fassade. Wird auch sie noch ihr Glück finden?
Was mich begeistert hat
Anika Landsteiner beweist in weiten Teilen ein fantastisches Gespür für Atmosphäre. Die Sprache ist angenehm flüssig, stellenweise geradezu zutiefst poetisch. Das Setting der Insel ist so bildhaft und greifbar beschrieben, dass man die „Urlaubsvibes“ und die salzige Luft förmlich riechen kann. Besonders hervorzuheben ist die Figur der Sofia: Sie verlieh der Geschichte eine mystische Tiefe, die mich fasziniert hat und einen schönen Kontrast zum restlichen Geschehen bildete.
Kritikpunkte
Leider gab es einige Aspekte, die den Lesegenuss für mich getrübt haben:
• Das Sprach-Dilemma: Die Dialoge waren oft ein verwirrender Mix aus Deutsch und Englisch. Dass Gespräche, die eigentlich auf Englisch stattfinden, auch so abgedruckt werden, ist Geschmackssache – hier wirkte das „Denglisch“ jedoch oft irritierend und schwer klar greifbar.
• Störende Elemente: Die eingebetteten WhatsApp- und sonstigen Chats haben für mich weniger Mehrwert geboten als vielmehr den Lesefluss gestört.
• Fehlende Tiefe und Vorwissen: Die Geschichte versprach ein großes, schwerwiegendes Geheimnis, doch die Auflösung blieb für mich hinter den Erwartungen zurück. Ich fand leider keinen echten Zugang zu den Charakteren; sie blieben für mich seltsam oberflächlich. Zudem hat die Autorin viel gewagt: Wer keine Kenntnisse in griechischer Mythologie, Astrologie oder Tarot besitzt, verpasst etliche kluge Querverweise. Das macht das Buch für Kenner sicher zu einem Fest, lässt „Laien“ aber ein wenig im Dunkeln stehen.
Fazit
Ich hatte mir ein Buch erhofft, das mich emotional mitreißt. Trotz der wunderschönen Kulisse und der poetischen Sprache blieb die Geschichte für mich leider etwas fahl. Die Vielzahl an Themen und die Distanz zu den Charakteren haben mir den Zugang bis zum Ende erschwert. Ein atmosphärischer Roman, der mich letztlich aber eher enttäuscht zurücklässt.