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Veröffentlicht am 02.08.2020

Die Perlenschwester

Die Perlenschwester
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„Wenn man jemanden liebt, sollte man versuchen, großzügig zu sein.“

„Die Perlenschwester“ ist der vierte Band der „Sieben-Schwestern-Reihe“ von Lucinda Riley, übersetzt von Sonja Hauser. Er erschien im ...

„Wenn man jemanden liebt, sollte man versuchen, großzügig zu sein.“

„Die Perlenschwester“ ist der vierte Band der „Sieben-Schwestern-Reihe“ von Lucinda Riley, übersetzt von Sonja Hauser. Er erschien im März 2019 im Goldmann Verlag. Der Roman kann einzeln gelesen werden, beinhaltet aber auch eine übergeordnete Geschichte, die sich über die gesamte Reihe verteilt.
Nachdem die dritte Schwester Star ihren eigenen Weg gegangen ist, ist nun auch CeCe auf sich allein gestellt. Obwohl sie nie nach Australien wollte beschließt sie nun, den Hinweisen ihres verstorbenen Adoptivvaters zu folgen und die lange Reise in das fremde Land anzutreten…

CeCe, die vierte der d’Apliese-Schwestern, war mir von Beginn der Sieben-Schwestern-Reihe an unsympathisch. Zu sehr hat sie für meinen Geschmack über das Leben von Star bestimmt und ihre eigenen Wünsche in den Vordergrund gestellt. Das, was andere wollen oder wünschen, schien sie überhaupt nicht wahrzunehmen und schon gar nicht gelten zu lassen. Sie schien das durchzusetzen, was für sie selbst am einfachsten und besten war und dabei nur wenig bis keine Rücksicht auf andere zu nehmen. Dieser Eindruck wurde während Stars Geschichte noch präsenter, da ich hier den Eindruck gewann, dass CeCe ihrer Schwester das Glück überhaupt nicht gönnt und weiterhin nur darauf bedacht ist, ihren Willen durchzusetzen. Dass ihre Schwester sie im Stich ließ, schien für sie kein Grund zum Nachdenken, sondern eher ein Grund zur Wut und Bockigkeit.
Nun, nachdem ich „Die Perlenschwester“ gelesen habe, sehe ich CeCe in einem anderen Licht. Sie scheint mit sich selbst deutlich stärker zu hadern, als eine der anderen Schwestern. Obwohl sie nach außen hin stark und selbstbewusst wirkt, ist dieses Auftreten nur ein Schutzpanzer. Innerlich sieht es nämlich vollkommen anders aus. Obwohl CeCe eine attraktive junge Frau mit viel Kunsttalent ist, zweifelt sie an sich selber. Sie hat ihren Platz im Leben bisher nicht gefunden und fühlt sich durch ihre Legasthenie und die Kritik ihrer bisherigen Kunstlehrer als Nichtsnutz und durch den Auszug von Star nun auch als einsam. Feststeht dabei, dass sie anders ist als andere Menschen. Doch dies ist ja nicht negativ, sondern eher das Gegenteil. Um dies herauszufinden, liegt jedoch ein weiter Weg vor CeCe, denn im Grunde weiß sie überhaupt nicht, wer sie selbst ist.
Dies haben die Schwestern d’Apliese miteinander gemein, doch bei CeCe scheint es mir ausgeprägter und sie selbst wirkt auf mich er bisher als am hilflosesten von den Schwestern.
Auf ihrer Reise beginnt sie allerdings sich selbst und ihr eigenes Verhalten zu hinterfragen. Sie erkennt, dass sie Star häufig eingeengt und beherrscht hat, was auf Dauer nicht gesund sein konnte. Ebenso lernt sie auf der Suche nach ihrer wirklichen Familie ihre eigene Sexualität und schließlich sich selbst kennen. Sie trifft neue Menschen und begreift langsam, dass auch sie selbst große Talente und Fähigkeiten hat.
Sie entwickelt sich und aus einer scheinbar selbstbewussten jungen Frau wird am Ende eine Frau, die tatsächlich ihr Selbstbewusstsein entdeckt und beginnt ihren eigenen Weg zu gehen.
Neben CeCes bewegender und emotionaler Geschichte führt Lucinda Riley den Leser auch an den Beginn des 20. Jahrhunderts und mitten hinein in das Leben von Kitty Mercer und damit direkt nach Australien, wo zu dieser Zeit der Perlenhandel viel Geld ins Land brachte.
Gegenwart und Vergangenheit werden dabei, wie bereits in den vorherigen Bänden geschickt miteinander verknüpft. Kitty hat mir als Protagonistin sehr gut gefallen, ihr Selbstbewusstsein und ihr tugendhaftes Handeln haben mir sehr imponiert, ihre Geschichte hat mich zu Tränen gerührt und betroffen.
Ihre Geschichte hat mir fast besser gefallen, als CeCes, jedoch funktionieren die Geschichten nur miteinander und insgesamt bekommt der Leser einen spannenden und interessanten Roman mit leichtem und mitreißendem Schreibstil. Historische Aspekte werden dabei ebenso mühelos verarbeitet, wie mythologische Geschichten und gesellschaftliche Gepflogenheiten in Australien.
Interessant fand ich zudem die Details zum Leben der Aborigines, ihrer Kultur und dem Umgang der „Weißen“ mit ihnen.
Außerdem ist es der Autorin wieder gelungen, die verschiedenen Schwestern miteinander zu verbinden und einige Hinweise auf die Gesamthandlung zu verstecken. Erneut gibt es Hinweise auf Pa Salt und die fehlende Schwester Merope und weiterhin kann ich es kaum erwarten zu erfahren, was es mit der Gesamthandlung auf sich hat.

Fazit: CeCes Geschichte hat mich erneut gefesselt und fasziniert. Obwohl ihr als Person bisher eher skeptisch gegenüberstand, konnte ich mich vollkommen auf die Geschichte einlassen und sogar verstehen, weshalb sie bisher zu unsympathisch wirkte. Ich vergebe 5 von 5 Sternen für „Die Perlenschwester“ und freue mich auf die nächsten Bände!

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Veröffentlicht am 20.07.2020

Die erste Liebe

Sweet Sorrow
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„[…] die erste große Liebe ist wie ein Lied, einer von diesen doofen Popsongs, die man hört und denkt, ich will nie wieder etwas anderes hören […]“

„Sweet Sorrow – Weil die erste Liebe unvergesslich ist“ ...

„[…] die erste große Liebe ist wie ein Lied, einer von diesen doofen Popsongs, die man hört und denkt, ich will nie wieder etwas anderes hören […]“

„Sweet Sorrow – Weil die erste Liebe unvergesslich ist“ ist ein Roman von David Nicholls, übersetzt von Simone Jakob. Er erschien im Dezember 2019 im Ullstein Verlag und ist in sich abgeschlossen.
Als Charlie Lewis kurz vor seiner Hochzeit eine Einladung zum Treffen seiner ehemaligen Theatergruppe eingeladen wird, überlegt er sehr lange, ob er an diesem teilnehmen soll. Immerhin wird er dort auch seine erste große Liebe Fran wiedersehen und ist es nicht so, dass die erste Liebe niemals vergessen wird…?

Charlie Lewis erzählt seiner Verlobten kurz vor ihrer Hochzeit von seiner ersten großen Liebe und von dem Sommer, der alles veränderte. Dem Sommer, der zunächst endlos und langweilig schien. Dem Sommer nach dem High-School-Abschluss, nachdem die Zukunft plötzlich ungewiss war. Dem Sommer, der Charlie erwachsen werden und wahre Freundschaften schließen ließ.
Charlie berichtet rückblickend und daher mit allwissenden und vorausblickenden Zügen von dem Sommer 1997, in dem er zufällig Fran kennenlernt. Er weiß schnell, dass er sie wiedersehen muss, selbst dann, wenn er dafür an einer Shakespeare-Theateraufführung teilnehmen muss. Aus einer vermeintlich langweiligen Ferienaktivität mit seltsamen Leuten wird dann jedoch ein Projekt, das Charlie zu gefallen beginnt und das enorm zu seiner persönlichen Entwicklung beiträgt. Aus dem bisherigen eher unscheinbaren Jungen, einem „Niemand ohne Talente“, wird zwar kein Starschauspieler, aber Charlie lernt, dass es sich lohnt an etwas zu arbeiten und vor allem für etwas und mit anderen zu arbeiten. Die gemeinsame Arbeit verändert zudem seine Perspektive auf die Welt, auf die Menschen und auf den Umgang mit ihnen. Er beginnt in einem einzigen Sommer zu lernen, was es bedeutet Verantwortung zu übernehmen und was eine richtige Freundschaft ausmacht. Er beginnt zu verstehen, wie das reale Leben aussieht und dass einem nicht immer alles egal sein kann. Er beginnt ernsthaft über eine Zukunft nach diesem letzten freien Sommer nachzudenken und schafft es schließlich mithilfe seiner Freunde seine Ziele zu erreichen und aus dem Gefängnis der Heimatstadt auszubrechen.
Der Schreibstil des Romans ist humorvoll und flüssig. Das Lesen fällt unglaublich leicht, die Perspektive des damals 16-jährigen Jungen wird in Ansichten und Gedanken sehr deutlich. Das Buch umfasst einige Themen, die sehr bewegend sind und dem Roman einen gewissen Tiefgang und eine große Vielschichtigkeit verleihen. Es ist kein lockerer leichter Liebesroman, der oberflächlich von der ersten Liebe berichtet, sondern viel mehr. Es geht um das Erwachsenwerden, um eine schwere Kindheit, um die Suche nach sich selbst und der Suche nach dem eigenen Platz im Leben mit viel Reflektion und interessanten Denkansetzen. Interessant fand ich zudem die Perspektive von Charlie, da die wenigsten Romane aus der Sicht eines Jungen geschrieben wurden und Jungs nun mal einfach anders „ticken“ als Mädchen.
Es war der erste Roman, den ich von David Nicholls gelesen habe und ich hatte von ihm etwas völlig anderes erwartet. Ich hatte mit einer lockeren Geschichte über eine Jugendliebe gerechnet, und diese irgendwie auch bekommen, aber in einem völlig anderen Format als ursprünglich gedacht… Da sie deutlich mehr Tiefgang und Hintergrund lieferte als erwartet, hatte ich wohl auch zunächst Schwierigkeiten in die Geschichte hineinzukommen und die Sprünge von Gegenwart und Vergangenheit zu verstehen. Erst im Laufe der Geschichte konnte ich mich wirklich auf sie einlassen und begann dann nach und nach vollkommen in sie einzutauchen und sie zu verstehen. Alles in allem ist es ein Liebesroman, der über den Facettenreichtum der Liebe berichtet, die viele Gesichter haben kann. Vor allem ist es aber ein Roman, der über die Kraft der ersten Liebe berichtet. Einer Liebe, die die Macht hat zu verändern und zu zerstören, die aber vor allem immer unvergesslich bleibt und einiges bewegt…

Mein Fazit: „Sweet Sorrow“ hat mich insgesamt sehr berührt und ließ sich wirklich gut lesen. Nichtsdestotrotz hatte ich zu Beginn einige Schwierigkeiten in die Geschichte hineinzukommen, weil ich eher einen leichten Liebesroman erwartete. Ich vergebe daher nur 4 von 5 Sternen und freue mich auf weitere Romane von David Nicholls, bei denen ich mich vielleicht von Anfang an auf ihre Individualität einstellen kann.

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Veröffentlicht am 30.06.2020

Schatten und Licht

Die Schattenschwester
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„Die Schattenschwester“ ist der dritte Band der Sieben-Schwestern-Reihe von Lucinda Riley, übersetzt von Sonja Hauser. Er kann einzeln gelesen werden und beinhaltet eine abgeschlossene Geschichte, bildet ...

„Die Schattenschwester“ ist der dritte Band der Sieben-Schwestern-Reihe von Lucinda Riley, übersetzt von Sonja Hauser. Er kann einzeln gelesen werden und beinhaltet eine abgeschlossene Geschichte, bildet aber gleichzeitig einen weiteren Teil der übergeordneten Geschichte über die sechs Schwestern d’Apliese. Er erschien im März 2018 im Goldmann Verlag.
Seitdem Cece als vierte Schwester von Pa Salt aufgenommen wurde sind Star d’Apliese und Cece unzertrennlich. Ohne einander scheinen sie nicht komplett und so sind es nur wenige Momente, in denen eine der beiden alleine ist. Nach dem Tod ihres Adoptivvaters merkt Star jedoch, dass es an der Zeit ist, die enge Verbindung zu ihrer Schwester zu trennen und eigene Wege zu gehen. Der Abschiedsbrief ihres Adoptivvaters bietet dafür eine gute Grundlage, denn durch ihn und ihre folgenden Nachforschungen zu ihrer Herkunft findet sie eine Spur, die sie zurück zum Anfang des 20. Jahrhunderts nach Kent und in die Arme einer ungewöhnlichen Familie befördert…

Star ist mir bisher die liebste der sechs Schwestern d’Apliese. Obwohl sie bislang meist im Schatten von ihrer Schwester Cece gelebt hat und die meisten Entscheidungen sowie das Reden ihr überlassen hat, ist auch Star selbst eine starke Persönlichkeit. Sie redet nicht gerne und fühlt sich mit den meisten Menschen eher unwohl, trotzdem besitzt sie den Mut ihre eigenen Wünsche und Träume zuzulassen und schließlich auch langsam die Verbindung zu ihrer Schwester zu kappen. Der Tod ihres Adoptivvaters Pa Salt und dessen Abschiedsbrief tragen ihren Teil zu diesem Prozess bei, denn nicht nur die anderen Schwestern, auch Pa Salt hatte erkannt, dass die enge Verbindung der beiden Schwestern auf Dauer nicht gut für beide ist.
Ihr erstes Ziel auf der Suche nach ihrer Herkunft ist eine Londoner Buchhandlung, in der sie den ungewöhnlichen Besitzer Orlando kennenlernt. Ganz entgegen ihrer Natur traut sie sich, ihn auf das Rätsel anzusprechen, das ihr Adoptivvater ihr hinterlassen hat und findet schließlich Hinweise auf ihre Herkunft, die sie nach Kent an den Anfang des 20. Jahrhunderts befördern und einige Geheimnisse der Vergangenheit bergen.
Neben der Suche nach ihrer Herkunft lernt Star auch die Familie Orlandos mehr und mehr kennen und lieben. Sie ist jemand, der sich für ihre Mitmenschen einsetzt und sich um sie kümmert. Sie besitzt die Fähigkeit sie zu unterstützen und ihnen ein besseres Gefühl von sich selber zu geben, sie gar zum positiven zu verändern. Dies ist eine Eigenschaft, die mir an Star sehr gut gefallen hat. Ihr Einfühlungsvermögen und ihre Hilfsbereitschaft sind sehr bemerkenswert. Sie lassen sie sympathisch und authentisch wirken und machen Star zu einer Person, die man gerne kennenlernen möchte. Stars persönliche Entwicklung und ihre Suche nach sich selbst werden im Laufe der Handlung sehr deutlich. Sie beginnt mehr und mehr eigene Entscheidungen zu treffen und diese auch durchzusetzen und versteht schließlich, was es bedeutet zu lieben und an sich selbst zu glauben.
Insgesamt haben mir alle Figuren der Geschichte haben sehr gut gefallen - sie sind jeder für sich authentisch beschrieben und haben Wiedererkennungswert. Nur Cece als vierte Schwester ist mir bisher eher unsympathisch, ich bin sehr gespannt, was mich in ihrem Band erwartet…
Ebenfalls wieder brillant gelungen sind die Verknüpfungen von Gegenwart und Vergangenheit sowie die Einarbeitung mythologischer Aspekte, historischer Eckdaten und die Verbindung zur Gesamthandlung der Buchreiche. Durch die Wiederholung von Szenen aus der Perspektive der jeweiligen Schwester werden Aspekte aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet und dargestellt, ohne dabei langweilig zu wirken.
Der Schreibstil tut sein Übriges und so wird der Leser erneut gefesselt und in die Welt der Schwestern d’Apliese entführt. Mehr und mehr faszinieren mich die Dynamik und die unterschiedlichen Verbindungen zwischen den einzelnen Schwestern.

Mein Fazit: Ein weiterer großer und faszinierender Roman der Sieben-Schwestern-Reihe. Star ist bisher meine „Lieblingsschwester“ und ich bin in ihrer Geschichte vollständig versunken. Es werden erneut Brotkrumen gestreut, die den Tod von Pa Salt rätselhaft erscheinen lassen und verknüpft mit einer verbotenen Liebe, einer außergewöhnlichen Familie und der Suche nach sich selbst. Ich freue mich sehr auf die nächsten Teile der Reihe und vergebe 5 von 5 Sternen für „Die Schattenschwester“.

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Veröffentlicht am 28.06.2020

Neuanfang

Die geheimnisvollen Gärten der Toskana
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„Ob man positiv oder negativ an das Leben ranging, konnte man selbst lenken und für sich entscheiden.“

„Die geheimnisvollen Gärten der Toskana“ ist ein Roman von Anja Saskia Beyer. Er ist in sich abgeschlossen ...

„Ob man positiv oder negativ an das Leben ranging, konnte man selbst lenken und für sich entscheiden.“

„Die geheimnisvollen Gärten der Toskana“ ist ein Roman von Anja Saskia Beyer. Er ist in sich abgeschlossen und erschien im Mai 2020 im Tinte und Feder Verlag.
Als Jessys Freund sie verlässt und kurz darauf auch noch der Blumenladen in dem sie gearbeitet hat schließt, steht Jessy vor einem großen Problem. Sie benötigt einen neuen Job und dieser muss auch noch hundefreundlich sein, denn ihren Hund Bella den ganzen Tag zu Hause zu lassen oder abzugeben kommt nicht in Frage. Die Jobangebote für Floristin mit Hund sind in München allerdings nicht gerade zahlreich und so nimmt Jessy kurzerhand einen befristeten Job als Gärtnerin in der Toskana an. In der Toskana angekommen ist dann allerdings nicht alles so, wie Jessy es erwartet hatte. Das Anwesen ihres Arbeitgebers steht kurz vor dem Verkauf und kann nur gerettet werden, wenn der Garten wieder auf Vordermann gebracht wird. Doch ob Gregorio und Jessy dies innerhalb von zwei Monaten bewältigen können und gleichzeitig das entstehende Gefühlschaos sowie eine jahrelange Familienfehde geordnet bekommen…?

Jessy ist für mich eine sympathische und authentische Protagonistin. Sie ist häufig mit sich selbst unzufrieden und kommt nur schwer zur Ruhe. Meist hat sie das Gefühl, auf der Suche nach irgendetwas zu sein und lediglich die Zeit mit ihrer Hündin Bella kann sie erden. Der Job in der Toskana ist für Jessy ein kompletter Neubeginn, aber auch ein Abenteuer, das zu ihrem unruhigen Wesen passt. Sie bricht ihre Zelte in München ab und reist mit Bella nach Italien. Als sie in der Toskana ankommt, verliebt sie sich sogleich in den wunderschönen Garten des Anwesens der Russos. Leider scheinen sowohl ihr Arbeitgeber, als auch dessen Mutter nur bedingt begeistert von ihr zu sein. Immerhin hatten sie einen Mann erwartet und haben nur wenig Zeit das Anwesen vor dem Verkauf zu retten.
Doch Jessy ist entschlossen den Job anzutreten und Gregorio ist verzweifelt, sodass er die Hilfe schließlich annimmt. Gemeinsam versuchen sie das Familienanwesen vor dem Verkauf zu retten und nähern sich dabei mehr und mehr aneinander an. Die aufkeimende Beziehung der beiden ist dabei emotional und herzerwärmend beschrieben, die daraus resultierenden Probleme und Zweifel, sowie die ablehnende Haltung von Gregorios Mutter nachvollziehbar.
Die Liebesgeschichte zwischen Jessy und Gregorio wird überschattet von alten Geheimnissen und Familienfehden, wodurch eine gewisse Spannung erzeugt und eine leichte Parallele zu „Romeo und Julia“ erkennbar ist.
Jessys Art hat mir von Anfang an gut gefallen, durch ihre Liebe zu Hunden und Tieren im Allgemeinen ist sie mir sofort ans Herz gewachsen und auch ihre grundsätzlich eher positive Lebenshaltung fand ich sehr ansprechen. Gefallen hat mir zudem der Hinweis auf ihr Glückstagebuch, durch das Jessy gelernt hat, positiv an das Leben heranzugehen. Durch die Arbeit in der Toskana beginnt sie sich selbst besser kennenzulernen, die Arbeit im Garten sowie das Leben in Italien erden sie. Sie wird im Laufe des Romans ruhiger und selbstbewusster und findet schließlich auch ihren Platz im Leben. Diese Entwicklung Jessys hat mir sehr gut gefallen. Sie wird durch die personale Erzählperspektive aus Jessys und Gregorios Sicht gut verdeutlicht und auch Gefühle und Gedanken der beiden werden durch die gewählte Perspektive klarer.
Der Schreibstil und die Handlung des Romans sind durchgehend flüssig und leicht, sodass ich das Buch mühelos an einem Tag durchlesen konnte.
Insgesamt hätte ich mir ein wenig mehr Aufregung oder Wiedererkennungswert für die Geschichte gewünscht, eine ähnliche Faszination wie „Die Sterne über Venedig“ konnte sie bei mir nicht erzeugen. Trotzdem überzeugte mich der Roman durch einer großen Portion Charme und Wohlfühlfaktor und ist ideal zum Schmökern und Entspannen. Die wunderschöne Kulisse der Toskana mit ihren verwunschenen und geheimnisvollen Gärten trägt einen Großteil dazu bei, lädt zum Träumen ein und verführt einen dazu, sofort eine Reise antreten zu wollen.

Mein Fazit: „Die geheimnisvollen Gärten der Toskana“ ist ein Roman, der sich hervorragend für den Sommerurlaub und das virtuelle Reisen in ferne Länder eignet. Er entführt einen mit einer wunderschönen Liebesgeschichte in die Toskana und deren traumhafte Kulisse und lässt sich unkompliziert und leicht lesen. Er ist ein Roman zum Träumen und Genießen und bekommt von mir 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 28.06.2020

Hochzeitsträume

Hochzeitsglück auf Gracewood Hall
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„Hochzeitsglück auf Gracewood Hall“ ist der vierte Band der „Gracewood Hall“-Reihe von Sandra Rehle.
Seit Monaten plant Melinda Miller ihre Hochzeit mit dem wohlhabenden Andrew Crawfield. Nichts soll dabei ...

„Hochzeitsglück auf Gracewood Hall“ ist der vierte Band der „Gracewood Hall“-Reihe von Sandra Rehle.
Seit Monaten plant Melinda Miller ihre Hochzeit mit dem wohlhabenden Andrew Crawfield. Nichts soll dabei dem Zufall überlassen werden und alles den Vorstellungen einer Hochzeit im elitären Kreis der gehobenen Gesellschaft entsprechen. Da diese Planung Mindy einiges abverlangt reist sie zwei Wochen vor der geplanten Hochzeit ein paar Tage in die Schweiz zu einem Wellness-Urlaub. Dort angekommen beginnt sie, ihre Hochzeit und sich selbst aus einer anderen Perspektive zu sehen, weshalb die Traumhochzeit auf Gracewood Hall plötzlich auf Messers Schneide steht…

Seit ihrer Kindheit versucht Melinda „Mindy“ Miller sich in den elitären Kreisen, in denen sich ihre Familie bewegt, zurecht zu finden. Gerade ihrer besten Freundin Candice möchte sie dabei gefallen. Infolgedessen tritt die wahre Mindy nur in seltenen Momenten zum Vorschein und meistens lernt man die arrogante und eher abgehobene Mindy kennen. So ergeht es auch Nigel Bedford, der mit Mindy seine erste Kundin für eine Hochzeit auf Gracewood Hall gefunden hat. Schon während der letzten Bände der Reihe haben wir als Leser einen Eindruck bekommen, wie sprunghaft und launisch Mindy ist. Immer wieder wurden die Hochzeitspläne umgeworfen und durch andere ersetzt, nur mit viel Geduld und Frustessen ist es Nigel gelungen dabei nicht auszurasten.
Nun ist es fast so weit und die Hochzeit von Mindy und Andrew steht kurz bevor. Um den perfekten „Hochzeitsglow“ zu erreichen, begibt sich Mindy für ein Wochenende in ein Wellness Hotel in der Schweiz. Dort angekommen beginnt sie plötzlich über sich selbst und ihre Hochzeit nachzudenken. Sie bemerkt, dass sie bisher kaum auf ihre eigenen Wünsche geachtet hat und es recht machen wollte. Kurzentschlossen beginnt sie ein weiteres Mal, ihre Hochzeit umzuplanen und entdeckt dabei, dass vieles nicht so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Kurz sieht es so aus, als ob die Hochzeit gar nicht stattfinden würde, doch letztlich findet Mindy nicht nur ein Stück zu sich selbst zurück, sondern erkennt auch, was für ein Glück sie mit ihrem Verlobten hat, der sie bestmöglich unterstützt…
Mindy war mir zunächst natürlich sehr unsympathisch. Bekannt aus den vorherigen Bänden war sie für mich eher „Brightzilla“, sodass es nun umso interessanter war, hinter ihre Fassade zu blicken. Ihre Entwicklung von einer unsicheren jungen Frau, die nur anderen gefallen will, hin zu einer deutlich selbstbewussteren Frau war sehr schön zu beobachten. Auch die Unterstützung, die sie dabei von Freunden und Familie erhält war sehr schön dargestellt. Natürlich scheinen zwei Wochen für eine solche Entwicklung viel zu kurz, für mich fühlte es sich aber irgendwie nicht so an.
Der flüssige Schreibstil und die sympathische Mindy haben mich vollkommen in die Geschichte eintauchen lassen. Ich habe mit der jungen Braut gebangt und gelitten und konnte viele ihrer Entscheidungen nachvollziehen. Manchmal benötigt man eben einen gewissen Anstoß, um sich darüber klar zu werden, was man eigentlich möchte. Und wenn diese Erkenntnis kommt, dann kann man sie sicherlich auch innerhalb kürzester Zeit umsetzen. Mindy erkennt plötzlich, worauf es im Leben wirklich ankommt und beginnt mehr auf sich selbst zu achten – ein wichtiger Schritt im Leben von jedem von uns und eine Botschaft, die wir uns immer wieder zu Herzen nehmen sollten.
Von der Familie Bedford und Gracewood Hall erfahren wir diesmal nicht allzu viel, jedoch treffen wir einige bekannte Gesichter wieder und bekommen einen kurzen Vorgeschmack auf das, was möglicherweise im nächsten Band passieren wird…

Mein Fazit: „Hochzeitsglück auf Gracewood Hall“ hat mir sehr gut gefallen. Es ist eine Geschichte über Freundschaft, Liebe und Selbsterkenntnis, die sich für lockere und entspannte Lesestunden eignet. Ich habe den Roman in einem Zug durchgelesen und war froh, mal wieder ein Teil von Gracewood Hall zu sein! Ich vergebe 5 von 5 Sternen und freue mich schon auf die nächste Reise, denn mit Band 4 war es ja nun überraschender Weise doch noch nicht vorbei <3!

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