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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.01.2026

Die Malerin

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
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Der dritte Band der Reihe beschäftigt sich in der Gegenwart mit Hannah Borowski, die daran zu knabbern hat, dass erst ihre beste Freundin auszieht und dann ihr Vater sie kennenlernen will, den sie bisher ...

Der dritte Band der Reihe beschäftigt sich in der Gegenwart mit Hannah Borowski, die daran zu knabbern hat, dass erst ihre beste Freundin auszieht und dann ihr Vater sie kennenlernen will, den sie bisher noch nie gesehen hat. Im Vergangenheitsstrang geht es um das Waisenkind Marlen, die als als geflüchtetes Mädchen von Wilma vor den Russen versteckt wird und seitdem bei ihr wohnt und ihr hilft. Die beiden Handlungsstränge werden im Verlauf des Buches abwechselnd erzählt, wobei mich die Vergangenheit mehr gefesselt hat, als Hannah in der Gegenwart. Hier wird öfter Bezug auf die anderen Bände der Reihe genommen, man versteht aber trotzdem den Zusammenhang. Mir fehlte ein bisschen mehr Bezug zu dem Strang aus der Vergangenheit, daher kam mir das Ende etwas banal vor. Mir hat der Erzählstil der Autorin sehr gut gefallen. Man konnte dem Geschehen sehr gut folgen. Sie hat die Geschichte sehr lebendig werden lassen, weil die Handlungen und Handlungsorte gut beschrieben wurden. Insgesamt ist dies ein schöner Abschluss der Familiengeschichte Borowski, der am Ende keine Fragen mehr aufwirft.

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Veröffentlicht am 08.01.2026

Selbstbestimmt

Hazel sagt Nein
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Hazel Blum zieht mit ihren Eltern Gus und Claire, sowie ihrem Bruder Wolf von Brooklyn nach Riverburg, da Gus dort als Professor eine Stelle bekommen hat. Die Kinder müssen daher die Schule wechseln und ...

Hazel Blum zieht mit ihren Eltern Gus und Claire, sowie ihrem Bruder Wolf von Brooklyn nach Riverburg, da Gus dort als Professor eine Stelle bekommen hat. Die Kinder müssen daher die Schule wechseln und gleich am ersten Schultag wird Hazel zum Direktor gerufen. Dort erwartet sie ein unglaubliches, unmoralisches Angebot. Der Direktor bietet ihr ein Empfehlungsschreiben an, wenn sie ihm in ihrem letzten Schuljahr sexuell zur Verfügung steht. Hazel sagt selbstbestimmt sofort Nein. Doch das löst ungeahnte Folgen aus. Die Geschichte dreht sich nicht alleine um Hazel, sondern beleuchtet auch die Folgen für die anderen Familienmitglieder. Das wurde sehr schlüssig erzählt. Man erfährt durch die wechselnden Sichtweisen, was die jeweiligen Familienmitglieder nach dem Vorfall erleben und wie sich das auf das beschauliche Riverburg auswirkt. Teilweise fand ich Claire als Mutter etwas eigenartig und auch Vater Gus war irgendwie mit sich selbst beschäftigt. Der Verlauf der Geschichte hat sich anders gestaltet als ich erwartet habe, aber zum Ende hin fand ich die Entwicklungen sehr interessant. Die Autorin hat sehr viele wichtige Themen angeschnitten, so dass die Geschichte sehr amerikanisch wirkt, aber nicht alles ausführlich behandelt werden konnte. An einigen Stellen wäre da vielleicht weniger mehr gewesen. Das Buch war aber sehr angenehm zu lesen, da es abwechslungsreich gestaltet ist.

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Veröffentlicht am 08.01.2026

Alleingang

Minnesota
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Jo Nesbo bringt einen neuen Ermittler ins Rennen. Bob Oz, traumatisiert und voller Kummer um seine verstorbene Tochter. Ich finde, er hat schon viel Ähnlichkeit mit Harry Hole. Er tut viel im Alleingang ...

Jo Nesbo bringt einen neuen Ermittler ins Rennen. Bob Oz, traumatisiert und voller Kummer um seine verstorbene Tochter. Ich finde, er hat schon viel Ähnlichkeit mit Harry Hole. Er tut viel im Alleingang und lässt sich keine Vorschriften machen. Der Fall ist knifflig. Jemand hat wohl sehr stark was gegen die Waffenlobby und Drogenbosse in Minneapolis und hinterlässt Leichen. Die Polizei wird an der Nase rumgeführt und das vermeintliche, finale Ziel ist schwer auszumachen. Zugegeben, tat ich mir zu Beginn der Geschichte unheimlich schwer, in das Geschehen reinzukommen. Es ist nicht immer klar definiert, aus wessen Sicht gerade geschildert wird, da mitten im Kapitel die Sichtweisen wechseln. Mich hat das Buch erst im letzten Drittel packen können. Da wurden mir die Zusammenhänge klar und viele rätselhafte, vorangegangene Szenen ergaben plötzlich Sinn. Ich mag den Schreibstil des Autors sehr, denn er beschreibt in kurzen, prägnanten Sätzen alles Wesentliche, was man wissen muss. Ich kann mir gut vorstellen, dass so wie aus Harry Hole, auch aus Bob Oz ein Ermittler wird, von dem wir noch einiges lesen können.

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Veröffentlicht am 06.01.2026

Maria, die Berghebamme

Die Berghebamme – Zeit der Kinder
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Maria ist glücklich mit ihrem Georg verheiratet. Nur ein Kind fehlt ihnen noch zu ihrem Glück. Für eine Hebamme ist das natürlich tragisch, denn jeden Tag hat sie es mit Schwangeren zu tun und wird ständig ...

Maria ist glücklich mit ihrem Georg verheiratet. Nur ein Kind fehlt ihnen noch zu ihrem Glück. Für eine Hebamme ist das natürlich tragisch, denn jeden Tag hat sie es mit Schwangeren zu tun und wird ständig dran erinnert, dass sie nicht schwanger wird. Um sich abzulenken und Gutes zu tun, eröffnet das Ehepaar ein Wohnheim für ledige Schwangere und will dies zu einem Findelhaus ausbauen, damit die Mütter eine Perspektive haben. Das stößt in Brannenburg nicht gerade auf Begeisterung. Schnell wird der Hass zu Straftaten und Maria zweifelt, ob das alles richtig ist, was sie tut. Der dritte Band der Reihe schließt nahtlos an den vorherigen Band an. Man kann ihn zwar unabhängig lesen, aber die Zusammenhänge sind besser verständlich, wenn man die ganze Reihe kennt. Mir gefällt der Schreibstil der Autorin sehr gut, da die Autorin immer gut im Geschehen mitnimmt. Es wurde an keiner Stelle langweilig. Die Autorin verarbeitet in dieser Reihe die Ansichten der damaligen Zeit in der Gesellschaft und in der Kirche, was ledige Schwangere und überhaupt den Umgang mit Frauen betrifft. Ich fand die ganze Reihe sehr fesselnd und kann sie sehr weiterempfehlen!

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Veröffentlicht am 29.12.2025

Ausgegrenzt

Die Riesinnen
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Liese lebt im kleinen Schwarzwalddorf Wittenmoos, wo ihr immer wieder gezeigt wird, dass sie hier nicht willkommen ist und dazu passt. Allem Widerstand zum Trotz lebt sie ihr Leben und muss nach dem Tod ...

Liese lebt im kleinen Schwarzwalddorf Wittenmoos, wo ihr immer wieder gezeigt wird, dass sie hier nicht willkommen ist und dazu passt. Allem Widerstand zum Trotz lebt sie ihr Leben und muss nach dem Tod ihres Mannes Verantwortung für die familiär geführte Metzgerei und ihre kleine Tochter Cora übernehmen. Diese ist ein eher rebellisches Mädchen und versucht ihr Glück außerhalb von Wittenmoos zu finden. Am Ende kehrt sie jedoch heim, mit vielen Erlebnissen aus mehreren Ländern im Gepäck, um dann ihrer Tochter Eva eine Heimat zu geben. Diese ist sehr naturverbunden und versucht ihren eigenen Weg zu finden, zwischen Wald und Leuten, die ihrer Familie nicht sonderlich wohl gesinnt sind. Man kann die einzelnen Wege der Frauen gut mitverfolgen. Teilweise fand ich es etwas langatmig beschrieben. Vor allem die kurzen, stakkatoartigen Sätze, haben bei mir eine gewisse Distanz zu den Frauen bewirkt, die bis zum Ende keine Nähe aufkommen ließ. Dadurch haben mich die drei Lebensgeschichten nicht wirklich berührt. Ich fand es aber fesselnd, wie jede der drei Protagonistinnen ihren eigenen Weg gefunden hat, um mit der jeweiligen Situation umzugehen. Am besten hat mir Eva gefallen, sie war am ehesten noch nahbar. Das Ende ist versöhnlich und rundet die Geschichte gut ab.

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