Spannende Miljöstudie
Kommissar Gennat und der Raubmord am Ku’dammRegina Stürickow nimmt uns mit auf eine Reise in das Berlin von 1936.
Die Geschehnisse sind sehr echt und packend beschrieben.
Das liegt daran, dass es sich um einen echten Fall des berühmten und
legendären ...
Regina Stürickow nimmt uns mit auf eine Reise in das Berlin von 1936.
Die Geschehnisse sind sehr echt und packend beschrieben.
Das liegt daran, dass es sich um einen echten Fall des berühmten und
legendären Mordermittler Ernst Gennat handelt.
Er hat seinerzeit die systematische Tatort-Arbeit eingeführt.
Es gibt einen tiefen Einblick in die Arbeit von Gennat.
Nicht nur seine Vorliebe für Süßes, ohne zwei Stückchen Kuchen ging
es einfach nicht. Er erfand das „Mordauto“, baute eine riesige Todesermittlungskartei auf, den Vorläufer moderner Datenbanken – und prägte 1930 einen Begriff, der bis heute verwendet wird: Serienmörder. Jahrzehnte, bevor er international bekannt wurde.
Die Atmosphäre der Zeit zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg
wird wunderbar wiedergegeben.
Im Hintergrund lauert der Zweite Weltkrieg, die politische Stimmung ist am Kippen.
Das spürt die jüdische Bevölkerung schon mehr als deutlich.
Die Wohnsituation der armen Menschen, ihre Sorgen und Nöte sind wunderbar dicht erzählt.
Der alte Kiez mit seinen Originalen lebt wieder auf
Die Charaktere sind echt gezeichnet und sehr lebensnah.
Man lebt und leidet mit ihnen.
Als ob man alles gemeinsam erlebt.
Eine Reise durch eine vergangene, gar nicht so goldene Zeit.
Spannend recherchiert.
Ein wissenschaftlich fundierter Kriminalfall aus der NS-Zeit.
Dazu die Berliner Schnauze, Tiefgang und ein feines Gespür für das Abgründige.
Ein Lesehighlight