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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.07.2022

Großartiger historischer Roman – Meisterhaft erzählt, mit zwei sehr unterschiedlichen Schwerpunkten

Mama Melba
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Mit ihrem Roman„Mama Melba“ hat Christine Conner wirklich ein Meisterwerk erschaffen. Denn ihrer Geschichte gelingt ein bravouröser Spagat zwischen zwei sehr unterschiedliche Themen. Denn „Mama Melba“ ...

Mit ihrem Roman„Mama Melba“ hat Christine Conner wirklich ein Meisterwerk erschaffen. Denn ihrer Geschichte gelingt ein bravouröser Spagat zwischen zwei sehr unterschiedliche Themen. Denn „Mama Melba“ entführt in eine ganz besondere Welt, welche kulinarisch fasziniert und menschlich immer wieder schockiert. Zusammen mit der jungen Schwarzwälderin Melba, welche aus Deutschland nach Amerika emigriert, entdecken wir Leser:innen eine ganz eigene Welt in Louisana in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Melba ist Köchin und ihre Leidenschaft für unterschiedlichste Gerichte ist auf jeder Seite spürbar. Passend dazu ist jedes Kapitel nach einem Gericht aus der Geschichte benannt und am Ende gibt es sogar das passende Rezept zum Nachkochen dazu. Dieses individuelle Konzept gefiel richtig gut, auch deshalb da die Leichtigkeit der Kochszenen einen gelungen Kontrast zur sonst sehr wuchtigen Handlung setzt.

Denn genauso im Mittelpunkt der Handlung stehen die grausamen und unmenschlichen Auswirkungen der Sklaverei. An unterschiedlichen Schicksalen gelingt es der Autorin herauszuarbeiten, was dies im Alltag für die jeweiligen Menschen alles bedeuten konnte. Viele der beschriebenen Szenen sind wirklich nur schwer auszuhalten und beschreiben den anhaltenden Missbrauch und die fortwährende körperliche und seelische Gewalt detailliert und greifbar. So ermöglicht das Buch eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema und einen umfassenderen Blick auf historische Ereignisse. Im Verlauf des Buchs entfernt sich die Handlung dabei zunehmend von Melbas liebster Tätigkeit dem Kochen weg, hin zum Kampf für die Freiheit für Melbas neu gewonnene Freunde. Gut gefiel mir außerdem, das die Handlung über etliche Jahre hinweg erzählt wird und so persönliche wie auch historische Entwicklungen mit einfließen können. Nicht nur Melba wuchs mir so ans Herz, auch andere Protagonist:innen wurden äußerst authentisch dargestellt. Die Geschichte ist außerdem so fesselnd geschrieben, dass sie eine richtige Sogwirkung entfaltete. Und auch das Preis-Leistungs-Verhältnis ist ehrlich gesagt unschlagbar. Hier bekommt ihr für einen günstigen Preis, eine überaus tiefgründige wie auch emotionale Geschichte, auf fast 500 Seiten geboten! Da ich insgesamt einfach nur begeistert bin und wirklich überhaupt nichts zu kritisieren habe, gibt es von mir natürlich volle 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 23.07.2022

Locker-leichter Sommerroman – Entspannte Lektüre für Zwischendurch

Sommerträume auf Sylt
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Im Roman „Sommerträume auf Sylt“ der Autorinnen Stephanie Jana und Ursula Kollritsch ist eines garantiert, nämlich das Urlaubsfeeling! Denn die Geschichte spielt in Hamburg und auf Sylt und hält jede Menge ...

Im Roman „Sommerträume auf Sylt“ der Autorinnen Stephanie Jana und Ursula Kollritsch ist eines garantiert, nämlich das Urlaubsfeeling! Denn die Geschichte spielt in Hamburg und auf Sylt und hält jede Menge traumhafter Momente und den ein oder anderen Tipp fürs Sightseeing bereit. Modern und unterhaltsam liest sich die Handlung angenehm und machte das Buch auch durch das Setting zu einem absoluten Wohlfühlroman für mich. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen vier sehr unterschiedliche Freundinnen. Diese wurden mir stellenweise zwar etwas zu klischeehaft dargestellt, allerdings gewannen die Figuren über die Handlung hinweg an Tiefe, so dass mir doch alle am Ende sympathisch waren. Die Perspektivwechsel und unterschiedlichen Lebensgeschichten der Freundinnen, brachten auf jeden Fall Abwechslung mit sich. Die Themen, welch die Vier beschäftigen sind dabei mitten aus dem Leben gegriffen und waren damit für mich nachvollziehbar und authentisch. Wer keine allzu tiefgründige Geschichte erwartet wird diese liebenswerte und ansprechende Lektüre sicherlich genießen. Der Schreibstil liest sich auf jeden Fall durchgängig flüssig und die kurzen mit verschiedenen Hashtags überschriebenen Kapitel flogen nur so dahin. Und auch wenn der nächste Strandurlaub noch fern scheint, gelangt man durch das Buch zumindest gedanklich dort hin. Im Gesamten betrachtet bescherte mir „Sommerträume auf Sylt“ einige schöne und unterhaltsame Lesestunden. Wer einen kurzweiligen Roman sucht, ist hier genau richtig.
Mein Fazit: Nicht nur für den Urlaub eine gute Wahl!

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Veröffentlicht am 22.07.2022

Aufregendes historisches Abenteuer in London – Kurzweilig und ansprechend erzählt

Die versteckte Apotheke
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„Die versteckte Apotheke“ Sarah Penner ist nicht nur für die Fans von historischen Romanen interessant. Denn die Geschichte spielt nicht nur in der Vergangenheit, sondern hält auch einen interessanten ...

„Die versteckte Apotheke“ Sarah Penner ist nicht nur für die Fans von historischen Romanen interessant. Denn die Geschichte spielt nicht nur in der Vergangenheit, sondern hält auch einen interessanten Erzählstrang der Gegenwart bereit. Alle Erzählstränge sind toll miteinander verknüpft und werden am Ende stimmig zusammen geführt. Besonders gelungen sind in meinen Augen außerdem die drei Hauptprotagonistinnen, aus deren Sichtweise auch abwechselnd erzählt wird. Die drei unterschiedlichen Frauen sind wunderbar authentisch dargestellt und punkten mit Mut, Courage und einem eigenwilligen Charakter. Alle drei wirkten auf mich sympathisch und ich konnte gut mit ihnen mitfühlen. Für mich war die Lektüre auch dadurch, ein absoluter Pageturner, was bei historischen Romanen keine Selbstverständlichkeit ist. Der Schreibstil liest sich aber auch wirklich angenehm und schafft es gleichzeitig die Geschehnisse lebendig und bildhaft zu beschreiben. London eignet sich in allen Epochen als ansprechender Handlungsort und obwohl ich schon einige Romane gelesen habe, welche dort spielten, erfährt man hier doch noch Neues. Auch der Spannungsaufbau der Geschichte ist absolut geglückt. Immer wieder gibt es kleine Enthüllungen, welche dafür sorgen das man einfach immer weiterlesen möchte. Einen kleinen Abzug gibt es allerdings dafür, dass die Handlung gerade zum Ende hin dann doch etwas konstruiert wirkte. Dennoch ist das Buch überaus unterhaltsam zu lesen und eine amüsante wie auch packende Lektüre. Deswegen vergebe ich gute 4 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 20.07.2022

Solider Thriller, der sich dennoch fesselnd liest und durch eine stimmig Handlung überzeugt

Als das Böse kam
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Von der ersten Seite an schaffte es der Thriller „Als das Böse kam“ von Ivar Leon Menger mich zu fesseln, wie auch zu faszinieren. Das Buch liest sich nämlich äußerst eindringlich und so zog mich das Setting ...

Von der ersten Seite an schaffte es der Thriller „Als das Böse kam“ von Ivar Leon Menger mich zu fesseln, wie auch zu faszinieren. Das Buch liest sich nämlich äußerst eindringlich und so zog mich das Setting auf der augenscheinlich idyllischen Insel vollkommen in seinen Bann. Eingängig und bildhaft beschrieben, wurde die Umgebung vor meinem inneren Auge greifbar. Obwohl die Geschichte nur aus Junos Sicht erzählt wird und es somit weder Perspektiv- noch Zeitsprünge gibt, konnte ich auch die Sichtweisen der anderen Protagonist:innen sehr gut nachvollziehen. Die kurzen Kapitel sorgten außerdem dafür, dass ich einfach immer weiterlesen wollte. Die Geschichte lebt auf jeden Fall von einem kontinuierlichen Grusel und einer stetig ansteigenden Spannung. Zwar ahnte ich recht schnell, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln könnte, dennoch war die Lektüre für mich unterhaltsam und hielt auch noch die ein oder andere überraschende Wendung bereit. Bis zum Ende fieberte ich mit Juno mit, gerade auch deshalb, da sie eine sympathische wie auch taffe Protagonistin war. Durch sie wurde die Geschichte erst lebendig und authentisch, was bei Thrillern wirklich nicht selbstverständlich ist. Aber auch die anderen Charaktere sind authentisch dargestellt und besonders die Atmosphäre der Insel wurde wirklich ausgezeichnet getroffen. Der Schreibstil liest sich außerdem flüssig und gefiel mir richtig gut. Und so kann ich „Als das Böse kam“ allen Leser:innen nur empfehlen, welche auf der Suche nach Nervenkitzel ohne großes Blutvergießen sind.
Mein Fazit: Spannend, durchdacht und dramatisch! Ein Thriller genau auf den Punkt erzählt.

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Veröffentlicht am 19.07.2022

Geglückte Hommage an seinen Vater

Die Schuhe meines Vaters
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„Die Schuhe meines Vaters“ ist ein sehr persönliches Buch des Autoren Andreas Schäfer, denn darin beschäftigt er sich mit dem Leben und Sterben seines eigenen Vaters. Gut erzählt macht die Geschichte nachdenklich ...

„Die Schuhe meines Vaters“ ist ein sehr persönliches Buch des Autoren Andreas Schäfer, denn darin beschäftigt er sich mit dem Leben und Sterben seines eigenen Vaters. Gut erzählt macht die Geschichte nachdenklich und besticht durch ihre auf den Punkt gebrachte Kürze. Die Atmosphäre des Buchs ist zwar eher getragen, dennoch gefiel mir die Umsetzung gut. Der Autor erlaubt sich einen ungeschönten Blick, auch auf die schwierigen Seiten seines Vaters und reflektiert so Nebenbei auch eigene Denkweisen, sowie Erlebnisse seiner Kindheit. Vor allem die Szenen auf der Intensivstation waren für mich emotional bewegend und wirklich stark beschrieben. Aber auch die Rückblicke in die Kindheit und Jugend lasen sich interessant und stimmig. Eine besondere Freude ist außerdem der Schreibstil, welcher zwar etwas Konzentration einfordert aber durch seine feine, poetische Ausdrucksweise, ein wahrer Lesegenuss für mich war. So kommt die Geschichte auf den ersten Blick ruhig daher und entfaltet erst im Nachklang ihre ganze Wucht. Mir persönlich gefiel diese bedachte Erzählweise sehr gut und auch die zahlreichen Zeitsprünge waren für mich stimmig und sorgten für Abwechslung.
Mein Fazit: Kein Roman, welchen man einfach so nebenher liest. Hier lohnt es sich dem Buch genug Zeit und Raum zu geben. Absolute Leseempfehlung!

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