Lieblingsbuch ♥
Ich fürchte mich nichtIch bin Juliette.
Ich bin ein Mädchen.
Ich gehöre niemandem.
(S. 73)
Juliette befindet sich seit 265 Tagen in einer Zelle. Allein. Eingesperrt. Essen, Trinken oder Hygiene gibt es nur ab und zu. Sie überlebt ...
Ich bin Juliette.
Ich bin ein Mädchen.
Ich gehöre niemandem.
(S. 73)
Juliette befindet sich seit 265 Tagen in einer Zelle. Allein. Eingesperrt. Essen, Trinken oder Hygiene gibt es nur ab und zu. Sie überlebt nur wegen ihres Traumes: dem weißen Vogel mit der goldenen Krone.
Eines Tages wird Adam zu ihr gesperrt. Sie kennt ihn aus ihrer Vergangenheit. Doch ihr Geheimnis vertraut sie ihm nicht an, gerät aber immer mehr in seinen Bann.
Aber Adam gehört zu den Soldaten und ist ein Spion für Warner, dem Führer des Sektors. Und der hat seine eigenen Pläne mit Juliette.
„Ich fürchte mich nicht“ hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Juliette ist eingesperrt, ihre Gedanken sind wirr und laut, die Hektik darin hat total auf mich übergegriffen. Einige Sätze in dem Buch sind durchgestrichen, Dinge die sie nicht sagt, nicht einmal zu denken wagt.
Ich fand das ein sehr gelungenes Mittel, um Emotionen zu transportierten.
Der Schreibstill in diesem Buch ist anders, ich kann gar nicht genau erklären wie genau, aber ich kann mir vorstellen, dass das nicht für jeden etwas ist. Der Leser steckt tief in den Gedanken der Protagonistin fest und fühlt sich mit Juliette verbunden, als säße man direkt in ihrem Kopf und bekommt so jeden (vielleicht auch verwirrenden) Gedankengang mit.
In kurzen und knappen Sätzen erzählt sie im Präsens und der Ich-Perspektive von sich und der neuen Welt, gibt zwischendurch kurze Rückblenden in Form von Erinnerungen.
Im Verlauf der Geschichte wird sie immer klarer und das Buch immer besser lesbar und die Geschichte rast auf ihren Höhepunkt zu.
Juliette denkt sehr „düster“. Vergleiche wie „blau wie Blutergüsse“ und „braun wie dürres Gras“ sind keine Seltenheit, passen aber perfekt zu ihrem Lebenslauf.
Denn Juliettes Leben ist gezeichnet von Schmerz – den sie anderen zugefügt hat oder zufügen kann. Sie wurde stets isoliert und hat niemals Liebe oder Vertrauen gespürt. Umso skeptischer ist sie, dass Adam genau das in der Zelle versucht.
Ihr Innerstes bricht in sich zusammen, als Adam diesen Verrat begeht. Durch ihre Gefühle für ihn ist sie erpressbar, er ist aber auch ihr „weißer Vogel“, ihre Hoffnung.
Adam war 7 Jahre lang auf derselben Schule wie Juliette. Aus anfangs unerklärlichen Gründen wird er zu ihr in die Zelle gesperrt. Er erzählt ihr von „draußen“ und ist bemüht, Kontakt herzustellen. Doch er ist nicht der, der er zu sein scheint. Er wurde beauftragt, ihr Vertrauen zu gewinnen und sie für Warner auszuspionieren. Sein wirklicher Charakter erschließt sich erst im Laufe des Buches und Adam ist verantwortlich für einige überraschende Momente…
Dann ist da noch Warner. Der Böse. Er ist mit seinen 19 Jahren ein sehr junger Anführer. Er hasst glückliche Menschen und liebt Macht und Zerstörung. Er ist besessen von Juliette, will aber, dass sie aus freien Stücken an seine Seite kommt und will gemeinsam mit ihr die Welt erobern. Es war spannend, mitzuerleben, was Warner fühlt (oder denkt zu fühlen).
Ich liebe dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite. Es ist mitreißen, schmerzhaft und fesselnd. ♥