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Veröffentlicht am 24.04.2021

Ich bin begeistert

A History of Us − Vom ersten Moment an
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Als ihre Schwester April und deren Tochter Caitlyn einen furchtbaren Autounfall erleiden, ist Emily sofort zur Stelle. Es fällt ihr auch nicht schwer, nachdem ihr Ex sie einfach fallen gelassen hat, alles ...

Als ihre Schwester April und deren Tochter Caitlyn einen furchtbaren Autounfall erleiden, ist Emily sofort zur Stelle. Es fällt ihr auch nicht schwer, nachdem ihr Ex sie einfach fallen gelassen hat, alles zusammen zu packen und nach Willow Creek zu kommen. Zumindest äußerlich. In ihrem Innern sieht es ganz anders aus. Die Selbstzweifel machen der jungen Frau zu schaffen. Ist sie es nur wert geliebt zu werden, wenn sie nützlich für andere ist? Was möchte Emily mit ihrem Leben nun anfangen, sobald April wieder fit ist? Als erstes lässt sie sich jedoch auf das Mittelalterfest in der kleinen Stadt ein und findet plötzlich mehr, als sie jemals zu hoffen gewagt hat.

Simon knallt schon am ersten Tag mit Emily zusammen. Sie scheint das Festival, das ihm so wichtig ist, nicht richtig ernst zu nehmen und er tadelt sie öfters mal. Scheinbar. Denn “Was sich liebt, das…. springt sich an die Gurgel” ist hier Programm. Ich habe mich köstlich über die Wortgefechte amüsiert und kam aus dem schmunzeln nicht heraus. Der Mann mit der attraktiven, starken Rolle des Piraten brachte meinen Bauch zum Kribbeln und ich kann so gut verstehen, dass Emma, die Tavernendirne, seine Aufmerksamkeit genoss. Aber diese Wolke, die über ihm hängt und an den Probetagen seine Unbeschwertheit verdunkelt, ist spürbar und birgt so ihre ganz eigenen Tiefen.

Da man nur aus der Sicht von Emily liest, kann man manchmal nur raten, was in dem 27 jährigen Englischlehrer so vorgeht, aber ich fand das sehr gut gemacht. Man hat mal nicht sofort alles auf dem Silbertablett serviert bekommen und Geheimnisse wurden zwar angedeutet, aber eben auch mal etwas hinaus gezögert, bis man hinter die ganze Tragik der Situation kam. Ich war sehr angetan davon, weil das Kribbeln und die Aufregung so länger anhielten. Man fühlte sich Emily dadurch näher.

Der Schreibstil von Jen DeLuca ist einfach umwerfend, lebhaft, weich und gleichzeitig wortgewandt. Ich liebe liebe liebe dieses Setting und ich habe die Worte der Autorin förmlich eingesaugt. Sprachlich passte es für mich, vor allem in den Momenten auf dem Renaissance-Fest, absolut zur Atmosphäre und die Seiten flogen nur so dahin. Aber auch das Drumherum in der Kleinstadt hat mich total vereinnahmt. Man spürt, wie liebevoll die Autorin Details eingewoben hat, wie viel Herzblut sie da rein gesteckt hat. Ich war so von diesem Mittelalter-Gefühl gefesselt, dass ich sofort Lust hatte selbst da hin zu gehen, aber ich wollte auch auf der Stelle dieses zauberhafte Städchen mit dem kleinen Buchladen besuchen. Es fühlt sich total heimelig an.

Nun noch zu meinem absoluten Lieblingspunkt. Ich liebe gute Liebesgeschichten, ich liebe gute plastisch dargestellte Charaktere, aber vor allem liebe ich es, wenn ein Autor mich absolut mitreißt, ohne überzogene Dramakeulen auspacken zu müssen. Natürlich gibt es traurige Momente, natürlich gibt es auch den ein oder anderen gefühlvollen Wendepunkt, aber die Protagonisten sind authentisch dabei geblieben. Jede Reaktion und Aktion, jede Regung fühlte sich selbst bei den Nebencharakteren absolut natürlich an und das hat einfach Spaß gemacht. Nebenbei wurden sogar selbstverändernde Lebensweisheiten eingebaut, die uns Leser zum Nachdenken anregen können. “Vom ersten Moment an” hat das alles in sich vereint.

Ich liebe dieses Buch und wer selbst gern auf Mittelalterfeste geht, ist hier absolut richtig. Doch selbst für Neulinge ist das Buch perfekt geschaffen, weil es ausreichend Erklärungen gibt, ohne die Handlung zu beschweren. Ich freue mich auf mehr von der Autorin, vor allem auf Band 2 und 3 bei denen die Klappentexte schon umwerfend klingen. Das ist eins meiner Highlights.

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Veröffentlicht am 21.04.2021

Tolles Setting

Star meets Girl
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Das Inselmädchen Nele lebt seit ihrer Geburt auf einer kleinen, behaglichen Insel in der Nordsee. Wegziehen macht ihr große Angst und so ist sie mt ihren 19 Jahren auch nicht wirklich viel herum gekommen. ...

Das Inselmädchen Nele lebt seit ihrer Geburt auf einer kleinen, behaglichen Insel in der Nordsee. Wegziehen macht ihr große Angst und so ist sie mt ihren 19 Jahren auch nicht wirklich viel herum gekommen. Die Sehnsucht nach dem Meer befällt sie jeden Tag, wie soll sie denn da zum studieren woanders hinziehen? Noch lässt sie sich Zeit. Leider ist das auch das Problem, das Nele folglich hat. Keine Lebenserfahrung, keine Beziehungen, wenig Erfahrung. Als der bildhübsche Jasper auf die Insel kommt, bringt er ihr Gefühlsleben nach und nach ziemlich durcheinander. Der zurückgezogene, mürrische Kerl ist undurchschaubar und auch Nele braucht trotz ihrer offenen, fröhlichen Art Zeit um an ihn ran zu kommen. Dabei will sie zuerst nur freundlich sein und ihn quasi in der Gemeinschaft willkommen heißen.

Emma S. Rose hat mich mit einer Sache total beeindruckt. Das malerische, unglaublich authentische Setting. Es war so wundervoll. Wenn ich ihr Buch zur Hand nahm, fühlte ich mich selbst wie im Urlaub im Norden und ich liebe ja die Nordsee. Man riecht förmlich die salzige Luft und hört das Rauschen der Wellen.

Leider konnte mich die Geschichte von Nele und Jasper nur bedingt erreichen. Ich fand es auf der einen Seite total schön, dass Neles Unsicherheiten von Jasper so toll aufgefangen wurden. Aber es wurden eben trotzdem die ganzen Klischees eines von einer kleinen Insel kommendenen Mädchens aufgezählt. Vom Thema Date, über Jungs- und Lebenserfahrung wurde alles aufgegriffen und auch wenn der Mann es ihr nicht schwer gemacht hat. Sie selbst bringt es oft genug auf den Tisch, was dem ganzen bald eine etwas anstrengende Note gibt.

Dann kommt leider dazu, dass mehr als die erste Hälfte zwar eine ganz süsse Verbindung aufgebaut wird, im Rest dann aber die vorhersehbare Dramahandlung raus geholt wird, und man eben auch direkt auf die zu arbeitet. Man weiß das als Leser sofort, was da in etwa auf uns zu kommt. Das ist irgendwie schade und es hat mich die Spannung vermissen lassen.

Ich liebe die Charaktere und ihr authentisches Verhalten. Ich liebe diese heimelige Gemeinschaft auf der Nordseeinsel und ich freue mich das die Hauptcharaktere eine Entwicklung in ihrem Verhalten machen konnten. Aber die Emotionen haben mich nicht so ganz mitgerissen.

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Veröffentlicht am 16.04.2021

Nicht mein Fall

The Story of a Love Song
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“The Story of a Lovesong” hat einen total irreführenden Titel, denn der englische Titel “Dirty Letters” hätte hier definitiv besser gepasst. Bekommt man doch ziemlich schnell genau das vorgesetzt und ich ...

“The Story of a Lovesong” hat einen total irreführenden Titel, denn der englische Titel “Dirty Letters” hätte hier definitiv besser gepasst. Bekommt man doch ziemlich schnell genau das vorgesetzt und ich muss gestehen: Ich hab schon lange nicht mehr so oft mit den Augen rollen müssen bei einer Geschichte.

Das Buch beginnt ja noch recht lustig. Luca, eine junge Schriftstellerin mit einer Angststörung vor Menschenmassen und zu kleinen Räumen wohnt mit ihrem Hausschwein Hortensia in einer beschaulichen Stadt. Ihr bester Freund ist ihr Therapeut, der schon sehr alt und ein wenig skurril, aber sympathisch rüber kommt, und großer Fan von Vögeln ist. Sein Hobby bindet er auch regelmäßig in ihre Therapiestunden mit ein, auch wenn die Tiere und das Beobachten solcher wohl eher seinem Vergnügen dient, als ihrer Therapie.

Luca hatte als Kind einen Brieffreund, dem sie 10 Jahre lang wirklich alles erzählt, bis zu diesem Tag der Veränderung. Ab da gab es einen jahrelangen Abbruch ihrer Schriftwechsel, bis Griffin das ganze doch nochmal in die Hand nahm und Luca mitteilen wollte, wie sch…e sie doch sei.

Ab hier kommen Spoiler. Wenn ihr die nicht lesen wollt, bitte weiter hüpfen zu den Lilien.

Natürlich wurmt sie dieser Brief und es kommt wie erwartet. Luca und Griffin nehmen wieder Kontakt auf. Ich habe mir nun gedacht, da kommt eine zarte Annäherung. Vertrauensvolle Briefe, Anbändelungen um sich wieder bekannt zu machen. Miteinander warm zu werden. Serviert bekommen, habe ich von “Es tut mir ja so leid. Ich bin so froh von dir zu hören”, über “Warum hast du mir nicht gleich alles erzählt” zu “Lass uns doch über unsere Sexfantasien schreiben” innerhalb von vielleicht fünf Seiten. Ich war geschockt. Vor allem welche seltsamen Ausmaße das annahm. Ich liebe ja auch mal gute Lacher und ab und zu musste ich auch in diesem Buch schmunzeln, aber das war so überzogen und schnelllebig, dass die Emotionalität total auf der Strecke blieb.

Die wichtigen Themen, wie die Angststörung oder das Rockstars überhaupt kein Privatleben mehr genießen können, gehen absolut unter. Der Verlauf ist so unglaublich darauf gepolt, dass sie plötzlich ein Paar sind, es zu sein haben quasi, das ich das dem Autorenduo einfach nicht abgenommen habe. Natürlich kennen sich die zwei schon seit der Kindheit und es wurde oft betont, dass sie sich sehr gut kennen und auch sehr offen miteinander umgehen. Aber dieser Sprung ist nicht nachvollziehbar und auch die Liebesbekundungen haben für mich keine Grundbasis. Mir fehlte es an Tiefgründigkeit und dafür wurde der Unterhaltungsfaktor viel zu groß geschrieben. Das nahm mir total die Authentizität in der Handlung.

Leider blieben auch die Nebencharaktere sehr blass und da es so viel um das Hauptpaar ging, gab es auch irgendwie keinen Platz für zum Beispiel Bandkollegen.

Leider war das nichts für mich. Ich war nach den ersten hundert Seiten, in denen ich noch Lachen konnte und mich amüsiert habe, nur noch genervt. Ich mein, es gab nicht einmal eine Aussprache, weil Griffin Luca von einem Privatdetektiv beschatten ließ, anstatt ihr einfach auch das Vertrauen zu schenken, was er blind von ihr haben wollte. Er ließ diesen sogar Fotos knipsen, nur weil er so unbedingt ein Bild von ihr haben wollte. Selbst konnte er für Luca aber nicht über seinen Schatten springen. Sie musste selbst raus finden, wer ihr Brieffreund Griffin denn nun ist. Aber Luca kommentierte das absolut nicht. Finde das nur ich mehr als fragwürdig? Es gab mehrere Situationen, in denen ich so gedacht habe.

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Veröffentlicht am 09.04.2021

Tolles Setting

Die Clans von Tokito – Lotus und Tiger
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Erin, ein 17 – jähriges Mädchen wohnhaft mitten in der Metropole Tokito, hat kein leichtes Leben. Gerade hat sie wieder einmal ihren Job verloren und keine Aussicht auf Besserung. Als sie dann auch noch ...

Erin, ein 17 – jähriges Mädchen wohnhaft mitten in der Metropole Tokito, hat kein leichtes Leben. Gerade hat sie wieder einmal ihren Job verloren und keine Aussicht auf Besserung. Als sie dann auch noch kurz davor ist zu sterben, kommt der Deal mit einem Dämon gerade Recht – Erin bleibt auch keine andere Wahl. Die Diskussionen zwischen ihr und dem Dämon sind auch eins der Dinge, die mich oft zum Lachen gebracht haben. Sie arten immer wieder in total sarkastischen Dialogen aus. Jedenfalls ist Erin nun mit einem Wesen verbunden, das in ihrer Welt verpönt ist. Nur ihr Freund Mikko, der schon seit Kindertagen an ihrer Seite ist, nimmt es locker und steht natürlich an Erins Seite.

“Clans of Tokito” hat mehrere Sichtweisen. Die erste aus Erins. Der zweite Erzählstrang wird aus der Sicht von Rayenne erzählt – einer Freundin von Erin, und ihr Schicksal ist auch sehr hart. Der dritte Teil berichtet aus der Sicht des Phari Kiran, der eine Mordserie in Tokito untersucht und so etwas wie ein Gesetzeshüter darstellt. Letzterer hat auch kein einfaches Schicksal und vor allem mit seiner Pharikollegin ganz schön zu kämpfen manchmal.

Das japanisch angehauchte Setting hat Caroline Brinkmann unglaublich toll gestaltet. Lebhaft und detailliert beschrieben reißt sie uns mit in eine Welt voller Überraschungen und spannender Momente. Die Charaktere sind klasse und abwechslungsreich aufgebaut, sympathisch und liebenswert. Ich musste zwar etwas dran bleiben, da die Geschichte doch etwas komplex ist, aber es lohnt sich. Zu meinem kleinen Mininachteil gibt es nicht wirklich viel Liebe, da Erin und Mikko ja schon ein Paar sind, aber das Worldbuilding macht das sofort wieder wett.

Das Buch ist in sich abgeschlossen, ihr müsst also keinen bösen Cliffhanger erwarten, aber man könnte durchaus eine Fortsetzung dranhängen.

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Veröffentlicht am 09.04.2021

Wir lieben es

Der Schöne-Träume-Laden. Wunderzauberhafte Gutenacht-Geschichten
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Anna Zauberhand führt mit ihren Freunden Mauselinchen und dem mürrischen TickTack den Schöne-Träume-Laden. Hier wird jedem geholfen, der Hilfe braucht. Ob einer Hummel, dessen Bauch zu kalt ist, dem Elfenjungen ...

Anna Zauberhand führt mit ihren Freunden Mauselinchen und dem mürrischen TickTack den Schöne-Träume-Laden. Hier wird jedem geholfen, der Hilfe braucht. Ob einer Hummel, dessen Bauch zu kalt ist, dem Elfenjungen Femo, der nicht mehr schlafen kann, weil der Wald so laut ist, oder Max, der Angst davor hat, dass seine Mama fortgeht. Für jedes Problem finden die drei eine Lösung, denn erholsamer, schöner Schlaf ist so wichtig um genauso tolle Tage erleben zu können und es ist traurig, wenn man nicht einschlafen kann vor lauter Sorgen.

Die kleinen Einschlafgeschichten mit meinen Kindern zu lesen macht richtig viel Spaß. Sie helfen nicht nur den blöden Albträume vorzubeugen, die kreativen Einschlaftipps bringen auch noch große Lacher mit sich und es ist einfach lustig, sie auszuprobieren.

Dazu kommen die wunderschönen Illustrationen, welche das Buch zu einem echten Hingucker machen und natürlich die liebevoll verpackten Messages zwischen den Zeilen. Angst treibt selbst uns Erwachsene oft in den Wahnsinn und dieses Buch schafft abends eine so wundervolle Atmosphäre, dass Kinder mit einem Lächeln im Gesicht ins Bettchen geht. Selbst mir erwärmten die Bilder auf jeder Seite das Herz und ließen der Fantasie viel Raum.

Sandra Grimm hat 22 bunte, liebevoll gestaltete Geschichten erschaffen, die jedes Herz höher schlagen lassen. Jede Gute-Nacht-Geschichte hat die perfekte Länge und ist geeignet um sie abends vorzulesen. Der Schreibstil hat mir auch sehr gut gefallen, da die Wortwahl kindgerecht ausgedrückt ist.

Ich liebe dieses Buch und wünschte mir glatt auch so einen Laden führen zu dürfen. Wir sind restlos begeistert und werden “Der Schöne-Träume-Laden” sicher noch öfters zur Hand nehmen.

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