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Veröffentlicht am 23.02.2026

Schönheit ist vielschichtig, sie liegt immer im Auge des Betrachters

Das schönste aller Leben
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„Dreihundert Jahre ist es her, dass ich eure Mutter wurde. Ihr kamt aus vielen Teilen Deutschlands zu mir, aber ihr wurdet alle Schwaben genannt…“ Das Banat ist eine Region im Südosten Europas, der größte ...

„Dreihundert Jahre ist es her, dass ich eure Mutter wurde. Ihr kamt aus vielen Teilen Deutschlands zu mir, aber ihr wurdet alle Schwaben genannt…“ Das Banat ist eine Region im Südosten Europas, der größte Teil liegt im heutigen Rumänien, zudem in Serbien und Ungarn. Betty Boras erzählt von Vio, die mit ihren Eltern aus dem rumänischen Banat flieht. In ihrer Erinnerung hatten sie ein gutes Leben dort, der Sturz Ceaușescus veranlasste ihre Eltern, nach Deutschland zu gehen.

Die Erzählperspektiven wechseln von Vio, dem Kind und ihrem erwachsenen Ich, zudem hat Theresia eine Stimme, der ich anfangs in ihrem schweren Arbeitsalltag begegne, die dann zu ihrem jüngeren Ich führt. Zunächst war ich über ihre Geschichte irritiert, bekam aber immer mehr Zugang zu ihr, die im 18. Jahrhundert lebte. Theresias Leben war geprägt von den Zwängen und den aus heutiger Sicht einseitigen Moralvorstellungen jener Zeit, die mit Fingern ausschließlich auf die Frau und deren angeblichen Verfehlungen zeigt. Ihre Geschichte ist (nach meinen anfänglichen Schwierigkeiten) in sich stimmig, auch kommt mir die Person Theresia nahe…

… im Gegensatz zu der erwachsenen Vio, die von Schuld und Selbstvorwürfen geprägt ist und aus diesem engen Korsett nicht herauszufinden scheint. Durch einen Unfall trägt ihre Tochter einen Makel davon, über den Vio als Mutter nicht hinwegsehen kann. Auch lese ich im Wechsel von der jungen Vio, die eines körperlichen Mangels wegen einer sichtbaren Stütze bedarf, um befreit davon in einigen Jahren ihr Dasein unbeschwert genießen zu können. Die junge Vio kommt damit sehr viel besser zurecht als jene ältere Vio, die sich die Schuld an den Narben ihrer Tochter gibt und daran zu zerbrechen droht.

Gerne hätte ich sehr viel mehr von Theresia und ihrem Schicksal gelesen, Vios Part dagegen kam mir eher wie entrückt vor, auch wenn ich ihre düsteren Gedanken nach dem Unfall ihrer Tochter durchaus nachvollziehen kann.

„Das schönste aller Leben“ – Betty Boras Debüt nimmt sich der Schönheit an sich an der damit einhergehenden Schönheitsideale, denen sich Frau schwer entziehen kann. Vio und Theresia verbindet dabei ihre Herkunft, das Banat. Und somit schließt sich der Kreis um die beiden so unterschiedlichen Frauen, die in unterschiedlichen Jahrhunderten leben und lebten.

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Veröffentlicht am 12.02.2026

Absolut spannend

Wellengrab (Ein Fabian-Risk-Krimi 7)
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Der siebte Fall für Fabian Risk ist mein erster, mein letzter wird er bestimmt nicht sein, denn ich bin total abgetaucht in finstere Machenschaften, die mir total suspekt sind und die Ängste in mir hervorrufen. ...

Der siebte Fall für Fabian Risk ist mein erster, mein letzter wird er bestimmt nicht sein, denn ich bin total abgetaucht in finstere Machenschaften, die mir total suspekt sind und die Ängste in mir hervorrufen.

Alles beginnt mit einem Stromausfall, der die gesamte Küste Schwedens betrifft. Zu dieser Zeit befinden sich Fabian Risk und seine Tochter Matilda auf ihrem Segelboot.

Zurück in Helsingborg haben Fabian Risk und seine Kollegen rätselhafte Fälle auf den Tisch bekommen. Die Frage drängt sich auf, ob diese in Zusammenhang mit dem großflächigen Blackout stehen wie etwa ein Banküberfall, auch scheinen Kinder zu verschwinden, was dann doch wieder dementiert wird. Als dann Fabians Tochter verschwindet, spitzt sich die Lage zu.

„Wellengrab“ - das über 16 Stunden und 51 Minuten dauernde Hörbuch wird von David Nathan gesprochen. Seine dunkle, warme Stimmlage passt sich perfekt dem Geschehen an. Er gibt jeder einzelnen Person seine charakteristischen Merkmale, was das Hören trotz der düsteren, sehr beklemmenden Story sehr angenehm macht.

Der Autor versteht es, seine Leser und/oder auch seine Hörer bis zum Schluss in Atem zu halten. Die vielschichtige Story ist fesselnd, zudem äußerst mysteriös. Ein Mädchen verschwindet, die Eltern schweigen, ich verdächtige aber den Vater und frage mich schon, wie die Mutter tickt, warum sie sich so seltsam verhält. Das ist nur einer der Fälle, die durchweg Fragen aufwerfen, die erst dem Ende zu Sinn ergeben. Auch Fabians Kollegin ist privat involviert. Wie genau, bleibt lange im Ungewissen. Spuren führen in ein feudales Anwesen, in eine Schule, es geht um Datendiebstahl, um Cyberangriffe und um noch sehr viel mehr.

Einmal drin in der Story gibt es kein Halten mehr. Was verbindet diese Einzelschicksale miteinander? Egal, wohin man sieht, überall lauern Gefahren, selbst ein Schlaganfall sorgt für Verdachtsmomente. Die vielen losen Fäden fügen sich zusammen, ja. Auch wenn es lange dauern mag und man starke Nerven braucht - selbst dem Ende zu geht es brutal zur Sache – so hat man zum Schluss den Überblick. „Wellengrab“ ist ein hochspannender Thriller, der nach mehr verlangt.

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Veröffentlicht am 10.02.2026

Spannend, nervenaufreibend, absolut lesenswert

Das Camp
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Natürlich habe ich „Der Trailer“ gelesen, Linus Geschkes erstes Buch der Donkerbloem-Trilogie, das ich innerhalb kürzester Zeit verschlungen habe. So auch „Das Camp“, das Teil eins in nichts nachsteht, ...

Natürlich habe ich „Der Trailer“ gelesen, Linus Geschkes erstes Buch der Donkerbloem-Trilogie, das ich innerhalb kürzester Zeit verschlungen habe. So auch „Das Camp“, das Teil eins in nichts nachsteht, nichts anderes habe ich erwartet.

Die Hamburger Kommissarin Frieda Stahnke hat das Gefühl, verfolgt zu werden. Das Camp Donkerbloem scheint ihr ein Ort der Sicherheit zu sein, zumal Tayfun, dem sie voll vertraut, das Camp leitet. Nach den schrecklichen Ereignissen stand es zum Verkauf, Wout hat es günstig erworben. Er jedoch betreibt weiterhin in Köln seine Bar „Golden Diamond“, die ganz gut läuft. Wäre noch Kathinka, die bei Wout in der Einliegerwohnung zur Miete lebt. Sie ist ein IT-Ass, allerdings sind auch ihr Grenzen gesetzt, ein guter Freund von ihr jedoch dringt tief ein in die dunkle Welt des Internets und fördert so einiges zutage. Nicht ganz legal, eh klar.

Die ersten Seiten blicken zurück auf das, was in Band eins geschah mitsamt den Personen, die mir sogleich wieder im Gedächtnis sind und für diejenigen, die den Trailer nicht kennen, ist dies eine gute Einführung, alles Wichtige ist gut eingebunden.

Gleich mal geht es richtig zur Sache. Ein Stromstoß, ein Elektroschocker, der Kofferraum… wir blicken nicht nur da in menschliche Abgründe. Es geht um Macht und Machterhalt und wenn eine(r) im Wege steht, hat sein letztes Stündlein geschlagen. Eine Mordserie, manipulierte Beweise, ein krimineller Clan und Korruption – es ist niemandem zu trauen. Die Perspektiven wechseln, die jeweiligen Figuren treiben ihr hinterhältiges, bitterböses Spiel, jedem ist alles zuzutrauen.

Linus Geschke versteht es, die Spannung permanent hochzuhalten. Die Story lebt von wechselnden Schauplätzen, mehrere Erzählstränge treiben aufeinander zu, auch wenn es zunächst so aussieht, als ob sie nichts miteinander zu tun hätten. Auch die Figuren sind durchtrieben und hochgradig intrigant, keiner scheint eine weiße Weste zu haben. Die beklemmende Atmosphäre kehrt geballt zurück ins Camp Donkerbloem und was dann geschieht, raubt mir den Atem.

Nun heißt es wieder warten bis Herbst 2026, ich fiebere diesem Datum jetzt schon entgegen, auch wenn ich mich nie freiwillig ins Camp geschweige denn in einen Trailer begeben würde.

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Veröffentlicht am 10.02.2026

Locker-leichte Urlaubslektüre

Das letzte Kind hat Fell
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Angelika und Hans zieht es an die Algarve. Nicht einfach so, um Urlaub zu machen. Nein. Sie wollen bleiben, wollen ihr Rentnerdasein unter Palmen verbringen. Also siedeln sie mit Sack und Pack und ganz ...

Angelika und Hans zieht es an die Algarve. Nicht einfach so, um Urlaub zu machen. Nein. Sie wollen bleiben, wollen ihr Rentnerdasein unter Palmen verbringen. Also siedeln sie mit Sack und Pack und ganz vielen Kisten voller Bücher von Augsburg nach Olhão.

Sonne, Meer und Zweisamkeit im Ruhestand? Mitnichten! Des Nachbars Katzen fühlen sich in Angelikas Thymianbeet wohl, das sie mit einem Katzenklo zu verwechseln scheinen. Ärger ist vorprogrammiert. Erst mal ist das Nötigste für die ersten Tage zu besorgen, dabei gabeln sie eine süße Mischlingshündin auf. Oder hat sie sich ihr Frauchen ausgesucht? Fest steht, dass sie ab sofort unzertrennlich sind. Angelika findet, dass sie eine Felina ist, die nach anfänglicher Distanz auch Hans unwiderstehlich findet.

Wären da noch Sandra, ihre Tochter, die ihre Möhre, wie sie ihren LKW nennt, gegen einen Leihwagen tauscht und ihr Sohn Finn als Beifahrer - beide düsen sie von Berlin gen Süden.


Kaum angekommen, sind Verwicklungen vorprogrammiert. Nicht so sehr zwischen Oma, Opa, Tochter und Enkel, eher schon mit den Widrigkeiten des Lebens. Es stolpern so einige, meist nette Menschen in ihr Leben, eine Motorradfahrt, eine Hundeschule samt Trainer, ein zu ersetzender Keilriemen, auch ein nervenaufreibender Handtaschenklau mitsamt InstaAccount sorgen für Trouble, um nur einiges zu nennen, denn es kommt noch sehr viel mehr geballt daher, etwa in Form eines weißen Pulvers. Es gibt aber auch die anderen, die traurigen Momente. Und natürlich spielt die Liebe für alt und jung und queer mit hinein.

Den Wohlfühlroman mit Fellnase habe ich nun beendet. Schon allein die Reise macht Laune, der Zwischenstopp in San Sebastian dann macht Appetit auf all die Köstlichkeiten, die es später dann auch bei Angelika und Hans reichlich gibt - die malerische Landschaft nicht zu vergessen. Amor inbegriffen. Da ich mich eher in anderen Genres tummle, bevorzugt Thriller und viel Historisches, ist „Das letze Kind mit Fell“ ein eher locker-leichtes Lesevergnügen für zwischendurch.

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Veröffentlicht am 07.02.2026

Guter Auftaktband

Ungelöst – Die erste Zeugin
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„Ungelöst – Die erste Zeugin“ ist der Auftaktband zu Arno Strobels neuer Cold-Case-Serie. Egal ob die Mörderfinder-Reihe, Fakt/Fake, Stalker oder welch Buch auch immer ich von Strobel gelesen habe - jeder ...

„Ungelöst – Die erste Zeugin“ ist der Auftaktband zu Arno Strobels neuer Cold-Case-Serie. Egal ob die Mörderfinder-Reihe, Fakt/Fake, Stalker oder welch Buch auch immer ich von Strobel gelesen habe - jeder einzelne Thriller hat mich gefesselt und auch dieser Reihenbeginn ist ein nervenaufreibender, spannender Psychothriller, der neugierig auf den nächsten Fall macht.

Luisa Menkhoff wendet sich an die Polizei, nachdem sie auf dem Flugblatt, das auf dem Campus aushängt, die seit vier Tagen abgängige Frau als Nicole Klement erkennt, die sie mit damals in Verbindung bringt. Damals wurde Luise als 5jährige entführt und wie es den Anschein hat, steckt dieser Entführer, Dr. Joachim Lichner, auch heute nicht nur hinter dem Verschwinden von Nicole, auch ist wiederum ein kleines Mädchen spurlos verschwunden, das genau in das damalige Schema passt.

Kriminalhauptkommissar Ramin Brunner ist gerade im Begriff, eine Cold-Case-Einheit aufzubauen, jedoch wird er zunächst diese aktuellen Vermisstenfälle mithilfe des ihm zugeteilten Kriminalkommissars Sebastian Grohmann bearbeiten, was ihm nicht sonderlich zusagt, ist doch Grohmann bekannt für seine eher unmotivierte Dienstauffassung. Nun, die beiden werden sich zusammenraufen müssen, denn Grohmann wird im KK11 Brunner unterstellt sein.

Die ersten Seiten machen mich mit den Personen vertraut, allen voran Ramin Brunner und Luise Menkhoff, deren eidetisches Gedächtnis noch sehr hilfreich sein wird. Um wiederum scheint auch sie wie schon vor Jahren im Focus von Lichner zu stehen, den einst Luises Vater hinter Gitter gebracht hat, nun aber unter Auflagen vorzeitig entlassen wurde. Nicht nur diese Hauptakteure, auch alle anderen Charaktere werden gut eingeführt, was sich allerdings schon etwas in die Länge zieht.

So richtig spannend wird es, als Luise ein altes Foto findet, das sie als 5jährige zeigt. Ab da sind die Nerven zum Zerreißen gespannt, Spuren führen immer wieder zurück und wiederum ist ein Mädchen abgängig. Sie verfolgen so etliche Spuren, viele Ungereimtheiten stehen im Raum, auch wollen sich die einzelnen Fragmente nicht recht miteinander verbinden. Und wenn es dann so aussieht, als sei alles geklärt, wendet sich nicht zum ersten Mal das Blatt. Zwischendurch sind es kurze, kursiv dargestellt Kapitel, die zunächst so gar nicht greifbar sind.

„Ungelöst“ werde ich weiterverfolgen, ich mag Strobels Art, die allzu dunklen Seiten der menschlichen Seele aufzuzeigen. Ein Psychothriller, der mich nach der zu langen Einführung dann nicht mehr loslassen wollte.

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