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Veröffentlicht am 21.03.2025

Echt schöne Geschichte

Für immer ist die längste Zeit
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Ich habe nichts erwartet, als ich diese Buch begonnen habe. Ich habe es gefunden, wegen des schönen Namens und Covers mitgenommen, dann zufällig entdeckt, dass es auch ein Hörbuch gibt, und mir nicht einmal ...

Ich habe nichts erwartet, als ich diese Buch begonnen habe. Ich habe es gefunden, wegen des schönen Namens und Covers mitgenommen, dann zufällig entdeckt, dass es auch ein Hörbuch gibt, und mir nicht einmal den Klappentext durchgelesen, bevor ich es aufgeschlagen/das Hörbuch gestartet habe. Und dann war ich von Anfang an einfach ... wow. Ich habe abwechselnd Hörbuch gehört und gelesen, und die Verteilung der Stimmen auf drei Vorleser war unglaublich angenehm zu verfolgen. Und vielleicht trägt das mit dazu bei, wie sehr ich mich den Figuren verbunden gefühlt habe, weil es sich anfühlte, als wären es wirklich drei Personen, die mit mir sprechen, aber ich glaube, auch ohne Hörbuch hätte es mir wirklich gut gefallen.
Ich habe zwei große Probleme mit dem Buch/der Geschichte, aber abgesehen von diesen beiden Sachen hat es mich wirklich vollkommen überzeugt.
Die drei so unterschiedlichen Personen, die auf dasselbe Geschehen so unterschiedlich aber irgendwie auch ähnlich reagieren, und langsam lernen, damit umzugehen, war wirklich interessant zu sehen, und die einerseits extrem distanzierten aber gleichzeitig doch liebenden Figuren waren in meinen Augen sehr gut dargestellt. Ich hatte beim Lesen/Hören wirklich das Gefühl, dass hinter den einzelnen Perspektiven Leute stecken, die sich kümmern und sorgen, und die es versuchen, denen es aber auch schwer fällt, und an keiner Stelle hatte ich das Gefühl, dass das ganze zu konstruiert oder irgendetwas gezwungen wirkte, sondern es fühlte sich beim Lesen ehrlich und echt an.
Maddys Ziele, und wie sie an die Sache herangeht, konnte ich wirklich gut nachvollziehen und super verstehen, woher sie kommt, auch wenn ich so meine Bedenken wegen allem hatte, und wie sich das dann am Ende aufgelöst hat, mochte ich wirklich sehr. Die Tatsache, dass sich nicht alles so entwickelt, wie Maddy es will, und sie zwar durchaus zu allem beiträgt, sie am Ende aber doch nichts so wirklich lenken kann, und vielleicht hat sie sogar gar nichts gemacht, sondern alles hat sich einfach natürlich so entwickelt, war echt schön. Auch wenn ich es anders akzeptiert hätte, aber dass sie nicht die Person ist, die alle Fäden lenkt, macht die Sache für mich besser, und zerstreut genau die Sorgen, die mir während der Geschichte manchmal kamen.
Die Auflösung des Buches insgesamt mochte ich auch. Ich habe mir von Anfang an gedacht, worauf es hinaus laufen würde, weil alles andere für mich keinen Sinn ergeben hätte, dass es dann aber richtig aufgearbeitet wird und nicht bei Andeutungen bleibt, war sehr angenehm. Überhaupt mochte ich einfach das ganze Buch, und den Schreibstil, und die Entwicklung von allem war auch toll.
Außerdem habe ich die Figuren vielleicht nicht geliebt (oder nicht alle), aber sie waren auch auf keinen Fall so, dass ich sie nicht leiden konnte. Sie hatten Fehler und waren menschlich, und sie waren verdammt nachvollziehbar geschrieben und so, dass ich mich ihnen mitfühlen und sie verstehen konnte. Nicht zwingend fantastisch, aber trotz allem irgendwie gute Menschen, und auch wenn ich manchmal sauer auf Leute war, so würde ich sie insgesamt doch alle eher mögen als irgendwas anderes. Sie haben es versucht, und ich weiß das zu schätzen.

Die einzigen Dinge, die ich ganz klar nicht mochte, war einerseits die sehr offensichtliche Nachricht zwischen den Zeilen, dass Frauen immer erst mit Kind wissen, wie das höchste aller Gefühle aussieht, und dass es immer einen Partner braucht, und dass nur Familien das höchste Glück sind. Das entspricht einfach nicht der Wahrheit, und egal wie schön all das in dem Buch verpackt war und wie toll die Worte waren, in denen es verpackt war, es hat mir wirklich nicht gefallen, wann immer das ganze Thema aufkam. Und mir eher schlechte Laune bereitet.
Das zweite ist ganz am Ende der Satz "Ich habe mich vielleicht an einem Kind vergriffen [...]", der wirklich unpassend war. Ich habe keine Ahnung, was sich Fabiaschi dabei dachte, aber oh mein Gott, nein. Nicht mal als Scherz, wie es hier gemeint war, an der Stelle habe ich wirklich kurz eine Pause gemacht, in der ich erst mal damit klarkommen musste. Ich weiß, so ist es nicht gemeint, und ich habe auch kein Problem mit den Umständen, aber das ging gar nicht. Tatsächlich ist das auch der Grund, aus dem das Buch keine (fast) 5 Sterne bekommt (ich habe sogar kurz darüber nachgedacht, noch weniger zu geben), denn sonst mochte ich es so sehr, dass ich das "Familien"-Problem vermutlich hätte ausblenden können, aber der Satz war einfach wirklich unangenehm.

Insgesamt aber dennoch eine wundervolle Geschichte, mit einem tollen Ende (und gerade der letzte Satz des Buches hat mir wirklich gut gefallen und mich sehr emotional werden lassen), und ich hatte viel Freude dabei! Eine sehr bewegende Geschichte über den Umgang mit Trauer und Akzeptanz, und wie das Leben trotz allem irgendwie weitergeht.

Veröffentlicht am 21.03.2025

Selection

Selection
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Ich gebe zu, dass ich an dieses Buch herangegangen bin mit dem Wissen, dass es vermutlich nicht meinen Geschmack treffen würde, aber irgendwie hat es mich dennoch enttäuscht, wie wenig es mir gefallen ...

Ich gebe zu, dass ich an dieses Buch herangegangen bin mit dem Wissen, dass es vermutlich nicht meinen Geschmack treffen würde, aber irgendwie hat es mich dennoch enttäuscht, wie wenig es mir gefallen hat. Was eventuell auch daran liegt, dass es an einigen Stellen meine Erwartungen wirklich übertroffen hat.

Den kompletten Anfang über leider kaum, hauptsächlich weil die ganze Welt mir nicht ganz sauber vorkommt, und ich wirklich keine Ahnung habe, warum bestimmte Dinge passieren. Es wirkte sehr wie eine Mischung aus Bachelor und Hunger Games, wobei aus Hunger Games ein Großteil des Worldbuildings übernommen wurde. Nur, dass ich immer noch keine Ahnung habe, warum. In Hunger Games habe ich absolut verstanden, warum die Distrikte und der Aufbau von allem, und auch wenn es damit auch so seine Probleme gibt, konnte ich da komplett in die Welt eintauchen, aber hier? Warum gibt es die Nummern, wenn dann alle Leute doch einfach gemeinsam überall leben? Oder so wirkte es auf jeden Fall. Es gibt eine Begründung für die Verteilung, aber warum genau hält das jemand für eine gute Idee? Was daran erscheint Leuten sinnvoll? In Hunger Games sollte ein weiterer Aufstand verhindert werden, aber hier? Ich habe keine Ahnung. Die Aufteilung wirkt, als würde sie nur zu Komplikationen und sonst nichts führen können, weil dadurch mehr Leute sauer sind, aber es gibt im Gegenzug keinen Vorteil für irgendwen. Also warum sich selbst mögliche Schwierigkeiten bringen, wenn man genauso gut keine Kasten haben könnte?

Genauso unausgereift fand ich leider auch Americas Familie. Nach allem, wie die Mutter am Anfang auftritt, soll ich noch glauben, dass die ein gutes Verhältnis zueinander haben? Die Geschwister, die plötzlich irgendwann random erwähnt werden und vorher und später nie wieder eine Rolle spielen? Der kleine Bruder, der mit sieben plötzlich sein Talent entdecken muss, und von dem sie herausfinden wollen, für was er eine Begabung hat? Überhaupt das alles mit dem Bruder fand ich sehr merkwürdig. Ich habe nicht das Gefühl, dass die Begabung für Kunst gefunden werden kann, indem man ein Kind mit sieben vor eine Leinwand setzt. So funktioniert Kunst nicht. Es ist ja nicht so, als würden die Leute in der Welt von Selection mit Begabungen geboren werden. (Oder doch? In dem Falle hätte man es vielleicht erwähnen sollen.) Also warum nicht das Kind von Anfang an mit einer Mischung aus Kunst und allem anderen aufwachsen lassen, also dass es sich immer selbst etwas künstlerisch weiterentwickeln kann? Ich verstehe noch immer nicht, was das Ziel davon war, den kleinen Bruder einfach wie zufällig vor irgendwelche Kunstobjekte zu setzen und aufs beste zu hoffen.

Aspen war unglaublich unsympathisch in meinen Augen. In Americas Erinnerung war er in Ordnung, besonders die Penny-Geschichte fand ich niedlich, aber in allem, bei dem ich ihn aktiv gesehen habe, fand ich ihn schrecklich. Nicht ein einziges Mal hat er innegehalten um zu erfahren, was genau America möchte, immer ging es um sein empfinden und nichts sonst, und dass er am Ende nicht einmal sofort ihr "Nein" akzeptieren wollte, und er nur mehr um sie kämpfen möchte, fand ich persönlich auch kritisch. Genauso die Tatsache, dass er scheinbar bereit ist, Americas Leben für seine Gefühle zu riskieren. Nur sein eigenes, meinetwegen, interessiert mich nicht, es ist sein Leben, aber sie kann sterben, wenn sie erwischt werden, also was genau denkt er sich dabei? Das ist doch keine Liebe! Wirklich nichts an ihm fand ich auch nur ansatzweise so, dass ich ihn als guten Menschen empfunden hätte, und gerade zum Ende hin fand ich ihn einfach nur schrecklich!

America war akzeptabel. Nicht großartig, aber oft auch nicht der schlimmste Charakter. Vielleicht manchmal (zum Beispiel als sie nicht sofort über Celeste mit der Sprache rausrückt, sondern erst ewig wartet), aber tatsächlich fand ich ihre Art meistens erträglich. Und ich mochte auch die Art, wie das Buch sie in Bezug auf die Auswahl dargestellt hat, und dass sie es geschafft hat, in wichtigen Momenten genau das zu zeigen, was sie zeigen sollte, ohne es überhaupt zu merken. Das kam mir durchaus schlau gemacht vor. Leider hat das Buch es dann kaputt gemacht, indem sie bei sich vom Gegenteil von allem gesprochen hat, was vorgefallen ist, wodurch das alles schon wieder gezwungen wirkte. Sie fürsorglich darzustellen ohne es zu kommentieren war gut. Sie dann sagen zu lassen, sie sei egoistisch, obwohl sie nicht ein einziges mal auch nur ansatzweise derartige Verhaltenszüge gezeigt hat, war zu viel des guten und hat mir auch die ursprüngliche Darstellung wieder kaputt gemacht.
Dass sie kein Blatt vor den Mund nimmt und es gerade dadurch schafft, sich irgendwie mit Maxon anzufreunden, mochte ich, und auch der ursprüngliche Deal war fantastisch in meinen Augen (ich fand die Idee so gut!), aber dass sie dann gleichzeitig immer sich selbst einredet, dass aus irgendwas nichts werden kann, oder sie Maxon gar nicht mag, oder ... egal was, fand ich unglaublich anstrengend. Die Mischung hat leider dafür gesorgt, dass ich sie insgesamt hauptsächlich nervig fand, trotz einiger guter Momente.

Maxon ist ... Maxon. Vielleicht nicht die schlauste Kerze auf der Torte, weil er keine Ahnung von seinem Land hat, aber er ist nett. Und jemand anderes meinte, dass es nur nett ist, und sonst nichts, und ja, das stimmt. Aber ehrlich gesagt war mir das vollkommen ausreichend. Mit allen anderen Figuren ist so viel los, und man kann irgendwie nirgends durchblicken, und alles ist so sehr hin und her, aber Maxon ist einfach nett. Zuvorkommend, aufmerksam, sehr höflich, und gibt sein bestes. Und das ist genug. Zum Ende hin wird er als Figur schlechter, aber bis dahin fand ich ihn einfach niedlich und er war (neben Marlee am Anfang und einigen anderen Teilnehmerinnen) der einzige Lichtblick im Buch.
Und tatsächlich würde ich mich glaube ich für Maxon und America interessieren und ihnen nur das Beste wünschen und vielleicht sogar weiterlesen, wenn Aspen nicht wäre. Aspen ist mir so unglaublich unsympathisch, dass die Aussicht darauf, dass er angeblich auch Chancen bei America haben soll, so schrecklich ist, dass ich nichts mehr davon wissen will. Nur Maxon und America mit allen Problemen, die vermutlich eh schon da wären fände ich unglaublich interessant, Aspen mit dabei? Auf keinen Fall. Das wird nur für zu viel unnötiges Drama und Grenzüberschreitungen und Probleme sorgen, und ich wünschte, ich müsste den Namen nie wieder lesen, einfach weil diese Art von Dreiecksbeziehung mir eh schon auf die Nerven geht, und dass America da Entscheidungsschwierigkeiten haben soll (oder vermutlich haben wird), macht es nur schlechter. Es hätte auch ohne dieses Drama genug Geschichte gegeben, bestimmt.

Dass Musik so wichtig für America ist aber dann nur einmal wirklich eine Rolle spielt, finde ich auch komisch, und die Tatsache, dass es keinerlei Geschichtsbücher in der Welt gibt, kommt mir wirklich nicht logisch vor. Warum? Und wenn das Ziel ist, dass irgendwas verheimlicht wird, warum dann nicht einfach falsche Geschichtsbücher drucken? (Es gibt immer wieder solche Kleinigkeiten, bei denen ich das Gefühl habe, die Welt sei nicht durchdacht.)

Alles in allem fand ich die Szenen zwischen Maxon und America großteils gut, und einige Szenen mit nur America (hauptsächlich mit den Zofen) haben mir auch gut gefallen, sodass ich das Buch nicht komplett schrecklich fand, aber während ich dem Buch bis zu Seite 300 vermutlich 3 Sterne gegeben hätte, fand ich alles rund um die Aussicht auf Aspen-America-Maxon-Probleme danach so schrecklich (und auch das Worldbuilding davor so durcheinander), dass ich nicht guten Gewissens irgendwas über 2 Sterne geben kann. Teilweise war es lustig und hat Spaß gemacht, die negativen Gefühle am Ende haben aber leider stark überwogen.

Veröffentlicht am 21.03.2025

Nicht, was ich erwartet hatte

Tod im Buckingham Palast
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Dieses Buch war nicht einmal ansatzweise, was ich davon erwartet habe, aber dadurch nicht zwingend schlecht. Bei dem Untertitel "Ihre Majestät ermittelt" habe ich damit gerechnet, auch wirklich den Ermittlungen ...

Dieses Buch war nicht einmal ansatzweise, was ich davon erwartet habe, aber dadurch nicht zwingend schlecht. Bei dem Untertitel "Ihre Majestät ermittelt" habe ich damit gerechnet, auch wirklich den Ermittlungen Ihrer Majestät beiwohnen zu können, und auch der Klappentext hat mich glauben lassen, dass es hauptsächlich um ihre Ermittlungen ginge, aber stattdessen ist das ganze Buch aus Sicht von Jane, die immer mal wieder ihre Erkenntnisse mit der Queen teilt. Sie arbeiten durchaus zusammen, aber es fühlt sich eher an, wie "Jane ermittelt, weil Ihre Majestät es ihr aufgetragen hat". Anfangs hat mich das ziemlich gestört, aber man gewöhnt sich schnell daran, und zum Ende hin hatte ich ziemlich Spaß an der Geschichte. Jane ist durchaus sympathisch, die Schlussfolgerungen wirken in Ordnung, und die ganze Art, wie das Buch aufgebaut ist, hat mir gefallen. Und dafür, wie ernst es ist, wirkte es gleichzeitig sehr "hell" und "einfach" auf mich. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich teils das Hörbuch gehört habe, und die Sprecherin eine eher fröhliche Stimme hat, weshalb das ganze Buch dadurch ein wenig freundlicher wirkte.
An einer Stelle im Buch heißt es, dass Nikki schon öfter über ihre Vergangenheit erzählt hat, und dann später redet Jane von "erst jetzt", was doch ziemlich widersprüchlich ist (oder eventuell habe ich da doch irgendwas falsch verstanden?), aber ich glaube, das war die einzige Sache, die mir wirklich nicht schlüssig vorkam, der Rest war ziemlich solide.
Insgesamt entsprach das Buch zwar nicht meinen Erwartungen, hat nachdem es mich enttäuscht hat allerdings meine Erwartungen übertroffen, und die Figuren, Handlungen, und auch das ganze Hintergrundwissen haben sehr angenehm zusammengepasst.

Veröffentlicht am 21.03.2025

Spannende Idee, konnte mich nicht überzeugen

Letztendlich sind wir dem Universum egal
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[Spoiler vorhanden, lesen mit Vorsicht]

Die Idee dieses Buches gefällt mir wirklich unglaublich gut, und immer wieder gibt es Momente, die ich einfach fantastisch geschrieben fand. Die Diversität der ...

[Spoiler vorhanden, lesen mit Vorsicht]

Die Idee dieses Buches gefällt mir wirklich unglaublich gut, und immer wieder gibt es Momente, die ich einfach fantastisch geschrieben fand. Die Diversität der Figuren, die mal ganz beiläufig, mal größer in die Geschichte eingebaut ist, hat mir wirklich gut gefallen, und A dabei zuzusehen, wie er immer wieder die Leben wechselt und in neuen Situationen ist, die er irgendwie meistern muss, fand ich wirklich spannend.
Auch hat mir das Konzept gefallen, dass es für A nicht wirklich Geschlechter gibt und es kaum einen Unterschied macht, und er sich weder männlich noch weiblich und gleichzeitig aber irgendwie beides fühlt. Ich habe das Gefühl, dass das Buch (und besonders das Hörbuch) das nicht vollkommen wiedergibt, da der Sprecher Männlich war und der Klappentext außerdem von "ihm" spricht, entsprechend wirkt es beim Lesen/Hören schon so, als wäre A männlich, aber ich hatte auch das Gefühl dass es ihn nicht stört, wenn man ihn anders wahrnimmt, und die Art, wie er einfach mit dem lebt, was ihn jeden Tag aufs neue erwartet, fand ich wirklich schön gemacht.
Was auch der Grund ist, aus dem ich wirklich gerne nur das gehabt hätte. Denn diesen Teil der Geschichte fand ich wirklich toll, und auch der Plot mit Nathan war wirklich interessant, aber leider hat die Liebesgeschichte mir überhaupt nicht gefallen. Die Tatsache, dass es Liebe auf den ersten Blick ist, und er dann wirklich immer und immer wieder darauf besteht, dass er sie liebt, und er bei ihr sein muss, und dass er ohne sie nicht leben kann, war einfach zu viel für meinen Geschmack. Dass er sie ein paar Stunden kennt und lässt seine Liebe sofort an Besessenheit grenzen, wenn man mich fragt, und dass er daraufhin immer wieder alle Grenzen überschreitet, die es gibt, nur um diese Liebe tatsächlich zu bekommen hat mir einfach nicht gefallen. Und zwar nicht nur ihre Grenzen, sondern auch die so ziemlich aller Personen, in deren Körper er steckt. Oft fand ich ihn sympathisch, in vielen kleinen Momenten mochte ich die Art, wie er denkt, aber dann gab es Momente, wie den, in dem er bereit gewesen wäre, ein Date zu versetzen, an dem ihm etwas lag, oder als er den Familienurlaub nicht mit angetreten hat und der Körper darum vermutlich die schlimmsten Probleme jemals bekommen hat/wird, und ... ich hatte einfach so oft das Gefühl, dass er Leben zerstört, und dass er das Gefühl hat, dass ein paar Stunden mit irgendeinem Mädchen (sie ist nett, ja, und ich mag sie, aber sie ist trotzdem nur irgendein Mädchen) das rechtfertigen und okay machen, ging einfach gar nicht.
Leider hat mir an der Stelle auch das Ende wirklich nicht gefallen, auch wenn ich verstehe, was das Ziel war. Also dass er sie hat gehen lassen ist toll, aber nachdem sie ihm gesagt hat, sie braucht nach der Trennung mehr Zeit und alles ist schwer ist sein nächster Anlauf, ihr einfach jemand anderen als sich selbst zu besorgen? Was? Was genau hat er denn nicht verstanden, als sie meinte, sie muss erst mal über Justin hinweg kommen?!
Also eine wirklich tolle Grundidee, und alles um den Hauptplot drumherum mochte ich sehr gerne, aber der hat leider sehr zu wünschen übrig gelassen, da ich immer wieder an As Intentionen zweifeln musste, und ob er wirklich so gut ist, und ich hätte es einfach wesentlich cooler gefunden, wenn er sich unabhängig von der Liebesgeschichte etwas weiterentwickelt hätte, und nicht Rhiannon für alles der Auslöser gewesen wäre. (Und so sehr sie es verdient hat, glücklich zu sein, fühlte sich As Wunsch danach, sie glücklich zu machen und an ihrer Seite zu sein, doch sehr gezwungen in meinen Augen an. Wirklich jedes andere Paar in dem Buch (außer Justin und Rhiannon vielleicht) hatte mehr Chemie als die beiden, in meinen Augen, und ich fand es wirklich schade, so viel Zeit "verschwenden" zu müssen, um über die zu lesen, wenn A sich in der Zeit genauso gut auf andere Leben hätte einlassen können ...)
Insgesamt trotzdem weder richtig schlecht noch richtig gut. Die Romanze hat als schwächster Part leider überwogen, aber der Rest hat mir so gut gefallen, dass es für mich trotzdem eher ein Mittel-Ding ist. Es hätte allerdings wesentlich besser sein können, und ich hätte es mir auch gewünscht.

Veröffentlicht am 21.03.2025

Gute Adaption, leider nicht meine Geschichte

Disney Raya und der letzte Drache: Der Roman zum Film
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[Wer den Film mag, wird das Buch ziemlich sicher auch lieben, wer sich für mehr als das interessiert, kann im folgenden Lesen, warum ich's nicht mochte.]

Ich bin durch Zufall an das Buch gekommen, ohne ...

[Wer den Film mag, wird das Buch ziemlich sicher auch lieben, wer sich für mehr als das interessiert, kann im folgenden Lesen, warum ich's nicht mochte.]

Ich bin durch Zufall an das Buch gekommen, ohne den Film zu kennen, und habe erst mit dem Lesen begonnen, und dann doch den Film gesehen, weil das Buch den Film schon irgendwie voraussetzt. Es ist zwar auch so zu verstehen, aber während vieles genau beschrieben wird, gibt es auch so einige Dinge, die eher vage oder missverständlich bleiben, sodass ohne den Film nicht immer ganz klar ist, was genau eigentlich gerade beschrieben wird.
Und vermutlich hätte ich nicht weiterlesen sollen, nachdem ich den Film dann doch gesehen hatte, weil schon der Film mir nicht gefallen hat, nur dann habe ich es doch getan, und ... nun ja

Als Buch zum Film funktioniert die Geschichte ziemlich gut. Sie lässt nicht zu viel aus (auch wenn ich manchmal das Gefühl hatte, es hätte sogar mehr ausgelassen werden können), gibt ziemlich auf den Punkt gebracht wieder, was alles passiert, und der Schreibstil ist zwar sehr kindlich, für ein Kinderbuch ist das aber auch nicht anders zu erwarten, und auch wenn es manchmal sehr einfach geschrieben ist, ist das dennoch in Ordnung.

Leider überzeugt die Geschichte selbst mich überhaupt nicht. Das hat sie schon im Film nicht wirklich getan, da gab es aber wenigstens noch gute Musik und die Bilder waren ziemlich cool, und im Buch bleibt leider nur die Geschichte übrig, die funktionieren könnte, aber das tut sie nicht.
Hauptsächlich, weil das große Thema der Geschichte ist, dass Raya Leuten vertrauen soll, und über die gesamte Geschichte hinweg ist das die eine Sache die sie lernt, das einzige Problem daran ist nur: Sie ist vollkommen im Recht damit, Leuten nicht zu trauen.

[Spoiler ab jetzt]
Alle Leute stellen es irgendwie so dar, als läge sie falsch, und als müsste sie nur mehr Vertrauen haben, und auch am Ende trägt sie ebenfalls einen Teil der Schuld, weil sie nicht genug vertraut hat, und sie hätte mehr Vertrauen haben müssen (angeblich), aber: Sie vertraut Leuten, es gibt mehrfach Situationen, in denen sie es tut, und immer wird sie verraten. Jedes einzelne Mal. Und wenn sie Leuten nicht vertraut, dann hat sie auch immer recht, weil sie tatsächlich verraten wird. An keiner einzigen Stelle im Buch oder Film wäre sie mit Vertrauen tatsächlich weitergekommen, oder es hätte ihr geschadet, dass sie misstrauisch war, und entsprechend funktioniert die gesamte Geschichte nicht und zerfällt einfach. Wenn es um Vertrauen geht, sollte die ganze Reise Raya zeigen, dass Vertrauen gut ist, aber es gibt keine einzige Stelle, in der Vertrauen ihr tatsächlich geholfen hätte.
Der einzige Punkt, an dem es wirklich etwas bringt, ist ganz am Ende, als sie ihre Lektion dann bereits gelernt hat (wie auch immer), und selbst da wird sie fast verraten. Ich weiß nicht, wer sich dachte, dass das ein guter Aufbau sei, aber leider lag die Person falsch. Und leider hat mich alles an dem ganzen Vertrauens-Thema ziemlich sauer gemacht, weil alle Leute immer so tun, als sei Raya im Unrecht, während die Geschichte ja zeigt, dass sie richtig liegt.

Insgesamt eine wirklich gute Adaption, aber inhaltlich funktioniert die Geschichte von Raya (auch wenn sie auf einer guten Idee basiert) leider überhaupt nicht, egal in welchem Medium, und im Buch sogar ein wenig schlechter, weil da nichts vom Inhalt ablenken kann.