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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.11.2019

Krimi mit Frankreichflair

Verhängnisvolle Provence (Hannah Richter 3)
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"Verhängnisvolle Provence" ist der 3.Band der Hannah Richter Reihe und führt den Leser wieder in die Provence.

Ein toter Franzose in Köln und eine Komissarin, die dank eines polizeilichen Austauschprogramms ...

"Verhängnisvolle Provence" ist der 3.Band der Hannah Richter Reihe und führt den Leser wieder in die Provence.

Ein toter Franzose in Köln und eine Komissarin, die dank eines polizeilichen Austauschprogramms schon in Frankreich gearbeitet hat, führen dazu, dass Hannah den Urlaub bei ihrem Freund Serge in Paris unterbrechen muss, um in dem kleinen Ort Vaison-la-Romain mit den Ermittlungen zu beginnen. Die Geschichte gibt interessante Einblicke in die Kosmetikindustrie. Ein Familienbetrieb für Naturkosmetik steht im Fokus der polizeilichen Untersuchungen und es gibt bald ein weiteres Opfer. Die Fusion mit einem großen Pharmakonzern scheint der Schlüssel zu sein und wirft Schatten auf die gesamte Branche.

Neben der Kriminalgeschichte nimmt das Privatleben der Komissarin, ihre freundschaftlichen Verbindungen zu Penelope, bei der sie und Serge für die Dauer ihres Einsatzes wohnen dürfen, fast soviel Raum ein wie der eigentliche Fall. Das Frankreichflair lässt den Leser in Urlaubsstimmung geraten und die liebevolle Darstellung der Charaktere schafft eine Wohlfühlatmosphäre. Da kommt die Spannung fast automatisch etwas zu kurz und das trotz Perspektivwechsel.

Für einen Krimi war es mir dann auch wirklich zu wenig spannend und die Auflösung empfand ich als einerseits unbefriedigend und andererseits zu vorhersehbar. Das Thema Naturkosmetik fand ich super interessant. Ich denke, man hätte noch mehr aus der Geschichte machen können.

Veröffentlicht am 11.11.2019

sehr kurzweiliges Hörbuch, tolle Sprecherin

Tausend kleine Lügen
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In dem Roman "Tausend kleine Lügen", der in dem australischen Küstenstädtchen Pirriwee spielt, kreuzen sich die Leben dreier sehr unterschiedlicher Frauen und lässt sie Freundinnen werden.

Da ist zunächst ...

In dem Roman "Tausend kleine Lügen", der in dem australischen Küstenstädtchen Pirriwee spielt, kreuzen sich die Leben dreier sehr unterschiedlicher Frauen und lässt sie Freundinnen werden.

Da ist zunächst einmal Jane, mit der die Geschichte den Einstieg findet. Für sie ist der Umzug nach Pirriwee eine Strategie ihre Vergangenheit zu bewältigen auch wenn sie sich einredet aus einer Laune heraus an den schönen Küstenort gezogen zu sein. Mit ihr erlebt der Leser, bzw. Hörbuchhörer selbst eine Einführung in die Welt der Reichen und Schönen, die sich in dieser Gegend niedergelassen haben und die jetzt über die örtliche Vorschule auch in Interaktion mit der alleinerziehenden Mutter Jane treten.

Die deutlich ältere Madeline, findet Jane auf Anhieb sympathisch und entwickelt gegenüber der jungen Frau eine Art Beschützerinstinkt, als diese schon am ersten Tag bei der Einführungsveranstaltung der Vorschule mit dem Vorwurf konfrontiert wird, ihr Sohn hätte ein anderes Kind tätlich angegriffen.

Die Dritte im Bunde ist Celeste. Sie ist superreich und sehr attraktiv, aber trotzdem scheu und irgendwie verletzlich. Man denkt sie führt die perfekte Ehe, doch der Schein trügt.

Ganz zu Beginn der Erzählung erfährt der Leser /Hörer von einem schrecklichen Vorfall am Tag des Quizabends der Schule (eine jährlich stattfindende Schulfeier), bei der es am Ende sogar einen Toten geben wird. Die Kapitel sind als eine Art Countdown von hinten nach vorne aufgebaut bis die Situation am Abend der Schulfeier eskaliert. Dieses Stilmittel hält die Spannung konstant hoch. Außerdem werden Interviewschnipsel von anderen Müttern und Vätern eingestreut, die zu einer polizeilichen Befragung gehören könnten. Moriarty erzählt unterhaltsam und ihre Figuren besitzen Tiefe. Luise Helm trägt als Sprecherin ebenfalls nicht unerheblich dazu bei, dass mir dieses Buch richtig gut gefallen hat. Sie ist als Sprecherin wirklich die Idealbesetzung und verleiht den Protagonisten einen unverwechselbaren Charakter.

Die Themen dieses Buches sind Mobbing, häusliche Gewalt, Helikoptermütter und Frauenfreundschaften. Das Ganze wird mit viel Humor erzählt und man schüttelt so manches Mal den Kopf über das Regiment der "Blonden Bob's" und die Intrigen die schon im Umfeld von 5Jährigen gesponnen werden. Einfach herrlich!

Veröffentlicht am 05.11.2019

Wein und Magie - Spin off zu Peter Grant

Der Oktobermann
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Für Tobi Winter war es bei der Berufswahl naheliegend gewesen zur Polizei zu gehen, war doch sein Vater schon bei der badenwürttembergischen Landespolizei. Um sich etwas vom alten Herrn abzuheben, landete ...

Für Tobi Winter war es bei der Berufswahl naheliegend gewesen zur Polizei zu gehen, war doch sein Vater schon bei der badenwürttembergischen Landespolizei. Um sich etwas vom alten Herrn abzuheben, landete er schließlich beim BKA in der Abteilung KDA, Abteilung für komplexe und diffuse Angelegenheiten. Wie das bei der Polizei schon mal vorkommt, muss Tobi seinen Urlaub für einen Todesfall abbrechen und nach Trier reisen, wo man bei dem Leichenfund, der mit einer Edelfäule bedeckt ist, die man sonst nur im Weinbau kennt, von einem übernatürlichen Tod ausgeht. Gemeinsam mit der Trierer Kollegin, die bezeichnenderweise Vanessa Sommer heißt, versucht Tobi nachzuweisen, dass Magie im Spiel ist und muss seine Kollegin erst mal in den magischen Fachjargon und seinen Tätigkeitsbereich einweisen.

Die Mischung von Regionalkrimi mit übersinnlichen Elementen wie Flussgeistern, Wiedergängern und Ähnlichem fand ich sehr interessant und amüsant, zumal das Ganze immer mit einer guten Prise Humor gewürzt wurde. Der mit 205 Seiten eher schmale Band ist ein Spin off zu der in London spielenden Peter Grant Reihe, die sehr erfolgreich ist und auf die im Roman auch Bezug genommen wird. Diese Reihe kenne ich allerdings nicht, so dass ich keine Vergleichsmöglichkeiten habe.

Mir hat gefallen, dass Tobi trotz seiner Magieausbildung ein ganz normaler Typ ist und zuweilen von der magisch unbedarften Vanessa sogar an Scharfsinn ausgestochen wird. Diese begeistert sich immer mehr für Tobi's Abteilung und hofft schließlich selbst bei der Abteilung für komplexe und diffuse Angelegenheiten unterzukommen. Eine schöne Geschichte, bei der der regionale Anteil über die Stadt Trier hervorragend recherchiert wurde und die mit einem Augenzwinkern erzählt, ein Leseerlebnis war. Einzig den Titel habe ich nicht verstanden. Er steht für mich in keinem Zusammenhang zu dem Inhalt, außer das die Geschichte im Herbst spielt.

Veröffentlicht am 31.10.2019

Das Schicksal dreier Frauen kunstvoll verknüpft

Der Zopf
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Das Buch stand schon länger auf meiner Wunschliste. Als es dann als Taschenbuch erschien, musste es bei mir einziehen.

Laetitia Colombani verknüpft in ihrem Roman die Schicksale 3er Frauen miteinander ...

Das Buch stand schon länger auf meiner Wunschliste. Als es dann als Taschenbuch erschien, musste es bei mir einziehen.

Laetitia Colombani verknüpft in ihrem Roman die Schicksale 3er Frauen miteinander aber ganz anders als ich dies erwartet hätte.

Am ergreifensten fand ich die Geschichte von Smita, die in Indien lebt, dieses Land ,in dem die Menschen von Geburt an einer Kaste angehören, die ihren sozialen Status ausmachen, oder was noch schlimmer ist, gar keiner Kaste zugehörig sind wie die Protagonistin. Als Unberührbare gilt sie als unrein und kann nur hoffen durch Wiedergeburt irgendwann ein besseres Leben zu erlangen. Derweil muss sie sich mit niedrigsten, menschenverachtenden Arbeiten über Wasser halten. Für ihre Tochter will Smita etwas Besseres und deshalb widersetzt sie sich dem System.

Die 2. Frau ist Guilia, die in Palermo lebt. Sie muss von heute auf morgen Verantwortung übernehmen, als ihr Vater, dem die letzte Perückenfabrik im Familienbesitz gehört einen schweren Unfall hat und sie in Erfahrung bringt, dass das Unternehmen kurz vor der Pleite steht.

Die erfolgreiche und ergeizige Anwältin Sarah lebt in Montreal und soll Partnerin der Kanzlei werden, als sie schwer erkrankt. Sie muss schnell erleben, dass ihr Arbeitsplatz einem Haifischbecken gleichkommt. Doch Sarah ist eine Kämpferin.

Der Roman ist locker und flüssig geschrieben, die Geschichten der Frauen wechseln sich ab, und die Kapitel enden immer mit einem kleinen Cliffhanger, so dass man schnell weiterlesen möchte. Überhaupt ist das Buch mit seinen 282 Seiten ruckzuck durchgelesen. Fast würde ich sagen es hätte noch ein bisschen länger sein dürfen, denn ich hätte gerne noch etwas mehr über die Lebensgeschichten der drei Frauen erfahren. Trotzdem bin ich mit dem Ende einverstanden. Hier wird der Kreis meiner Meinung nach glaubwürdig geschlossen.

Ein interessantes Buch, dass sich zu lesen lohnt.

Veröffentlicht am 28.10.2019

Habe Bilder im Kopf von North Carolina

Der Gesang der Flusskrebse
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"Der Gesang der Flusskrebse" von Delia Owens handelt von Kya, die zu Beginn des Romans gerade einmal 6 Jahre alt ist und mit ihrer Familie im Marschland von North Carolina lebt. Der gewalttätige Vater ...

"Der Gesang der Flusskrebse" von Delia Owens handelt von Kya, die zu Beginn des Romans gerade einmal 6 Jahre alt ist und mit ihrer Familie im Marschland von North Carolina lebt. Der gewalttätige Vater treibt nicht nur die Mutter in die Flucht, auch die Geschwister verlassen Kya und ihren Vater nach und nach, so dass sie schließlich alleine mit ihrem Erzeuger, den sie nur prügelnd oder trinkend erlebt hat, zurückbleibt. Von nun an ist Kya auf sich selbst angewiesen, denn der Vater kümmert sich weder um Nahrung noch um sonstige Bedürfnisse. Als er eines Tages nicht mehr auftaucht, muss sie ganz alleine zurechtkommen, denn von der Dorfgemeinschaft werden die Menschen, die in der Marsch wohnen nicht sonderlich geschätzt.

Kya ist eine starke Persönlichkeit, die sich an ihr karges Leben anpasst und Erstaunliches lernt, auch wenn sie nur einen Tag in ihrem Leben zur Schule gegangen ist. Sie überwindet die Einsamkeit mit Hilfe der Natur und den wenigen Menschen, die Zugang zu ihr finden. Als eines Tages der junge Chase Andrews aus dem nahegelegenen Ort Barkley Cove zu Tode kommt, ist das Dorf fast einhellig der Meinung " das Marschmädchen" muss schuld sein. Trotzdem ist der Mordprozess nur so etwas wie ein Nebenschauplatz. Sehr intensiv, gefühlvoll und poetisch beschreit Owens in ihrem Debüt immer wieder die Natur North Carolinas und das Mädchen, dass allmählich zur Frau heranwächst und mit einfachsten Mitteln überleben muss. Das hat mir sehr gut gefallen.

Den Schluß, bzw die Auflösung fand ich nicht so gut. Die Gedichte hätte die Autorin meiner Ansicht nach besser weggelassen. Das war für mich zuviel des Guten.

Alles in allem habe ich dieses Buch sehr gerne gelesen. Ich hatte die schöne Landschaft vor Augen, und habe besonders die Naturbeschreibungen sehr genossen.