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Veröffentlicht am 06.07.2025

Für Klein… aber eben auch für Groß :-)

Geschichten aus dem Muckligwald – Geschenkbuch mit Zeichnungen von Bestseller-Illustrator Charlie Mackesy
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Der Muckligwald ist ein verzauberter Wald, in den Oma ihre Enkel, immer kurz vor dem Schlafengehen entführt. In den „Geschichten aus dem Muckligwald“ von Vicky Cowie treffen sie dort auf Kelpies, Brownies, ...

Der Muckligwald ist ein verzauberter Wald, in den Oma ihre Enkel, immer kurz vor dem Schlafengehen entführt. In den „Geschichten aus dem Muckligwald“ von Vicky Cowie treffen sie dort auf Kelpies, Brownies, magische Maikäfer, ja sogar Wasserspeier und besuchen ein verzaubertes Feenfest. Kleine Wunder geschehen und phantasievolle Illustrationen von Charlie Mackesy laden zum Träumen ein.

Ich habe mir dieses Buch nicht als Vorlesebuch für Kinder ab 4Jahren gekauft, sondern tatsächlich als Geschenkbuch an mich selbst, da ich einen großen Fable für schöne Kinderbücher habe. Deshalb ist mir dieses Buch, mit seinem liebevoll gestalteten Cover und dem nostalgischen Touch, auch sofort ins Auge gefallen. Vom zauberhaften Cover einmal abgesehen, ist es mit der Goldprägung auf dem leinenartigen Buchrücken, insgesamt nicht nur hochwertig, sondern auch wunderschön anzusehen. Zudem bin ich ein großer Fan von Charlie Mackesys Tuschezeichnungen. Als Künstler und Illustrator wurde er insbesondere durch das Buch, bzw. den Kurzfilm „Der Junge, der Maulwurf, der Fuchs und das Pferd“ bekannt, für den er sogar einen Oscar gewann.

Zwar ging es mir bei dem Buch vielmehr um das Optisch-künstlerische, als um das Inhaltliche (obwohl ich natürlich auch ein großer Fan von Feen und sämtlichen mythischen Wesen bin), doch versprühen die liebevollen, kleinen Geschichten rund um den Muckligwald selbstverständlich auch einen unheimlichen Charme und wärmen das Herz. Insgesamt handelt es sich um fünf kindgerechte Kurzgeschichten, die in poetisch angehauchter Reimform verfasst sind und sich melodisch, mit großer Freude, lesen lassen. Natürlich allesamt untermalt mit den tollen Illustrationen von Charlie Mackesy, die sehr viel Platz für die eigene Fantasie lassen. Wobei ich es - wie im Übrigen auch in diesem Buch vorhanden - immer sehr mag, wenn ein Buch eine kleine Karte enthält, so dass man sich vom Ort des Geschehens ein besseres Bild machen, selbst auf Erkundungstour gehen kann. (Denn wer kennt sie z.B. nicht, die Karte vom Hundertmorgenwald!?)

Fazit: Ein wunderschön gestaltetes, kreatives und absolut empfehlenswertes Vorlese- und Geschenkbuch - nicht nur für kleine Leute

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Veröffentlicht am 02.07.2025

Καλώς ήρθατε στην Πάρο

Der letzte Ouzo
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Herzlich Willkommen auf Paros! In ihrem Griechenlandkrimi „Der letzte Ouzo“ nimmt uns Hanna von Feilitzsch mit auf die malerische Kykladeninsel Páros. Dort steigt Christína Strátou, nach langjähriger Pause, ...

Herzlich Willkommen auf Paros! In ihrem Griechenlandkrimi „Der letzte Ouzo“ nimmt uns Hanna von Feilitzsch mit auf die malerische Kykladeninsel Páros. Dort steigt Christína Strátou, nach langjähriger Pause, wieder in den Polizeidienst ein. Noch gar nicht richtig auf der Insel angekommen, findet sie auf dem Byzantinischen Weg, die Leiche einer jungen Frau. Als „Neue“ von den Ermittlungen ausgeschlossen und nicht einverstanden mit dem vorschnellen Urteil des Ermittlungsleiters Fánis, der ausschließlich den Ehemann verdächtigt, geht Christína ihrem eigenen Gespür nach und ermittelt auf eigene Faust. Stecken hinter der Tat tatsächlich die niederen Beweggründe des Ehemanns oder verbirgt sich vielleicht doch etwas ganz anderes hinter dem Mord?

Von den spannenden Lesestunden, in denen ich mitgerätselt und mitgefiebert habe, einmal ganz abgesehen, war das Buch für mich wie ein kurzer Urlaub in der Ägäis. Wobei Urlaub es nicht so richtig trifft, denn Hanna von Feilitzsch vermittelt vielmehr das typisch griechische Lebensgefühl in ihrem Buch. Die Handlung spielt fernab der Touristenströme, was es mir nur um so sympathischer macht. Die Namen, die Menschen, die Landschaft - die Autorin schreibt so authentisch, dass ich die Protagonisten nicht nur bildlich und gestikulierend vor mir sah, sondern auch den, in der Luft liegenden, würzigen Geruch der Wildkräuter und Wälder, immerzu in der Nase hatte. Unangenehm wurde der bildhafte Schreibstil dann allerdings an den Stellen, an denen mir angesichts der vielen griechischen Köstlichkeiten, das Wasser pausenlos im Mund zusammenlief und ich furchtbares Gern- bzw. Heimweh bekommen habe  

Mit dem Schreibstil hatte ich mich jedenfalls, von der ersten Seite an, direkt angefreundet, so dass sich das Buch flüssig und mit Freude lesen lies. Die Handlung war absolut packend und nachvollziehbar, der Fall dank falschen Fährten und Wendungen spannend und die Protagonisten (bis auf wenige, gewollte Ausnahmen) überaus sympathisch. Gern hätte ich selbst, in der einen oder anderen gemütlichen Runde, mit am Tisch gesessen. Toll fand ich auch die griechischen Kapitelüberschriften mit den anschließenden Erklärungen bzw. Übersetzungen. Nicht nur der zusätzlichen, kleinen Griechisch-Lektion wegen, sondern weil ich die typisch griechischen Aussagen und Sätze ebenfalls direkt im Ohr hatte. 

Fazit: Ein überaus pfiffiges, gut durchdachtes und gelungenes Gesamtpaket und natürlich ein MUSS für jeden Griechenlandliebhaber oder denjenigen, der es noch werden möchte. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung, denn sowohl Chrístina, als auch der Esel, sind mir direkt ans Herz gewachsen  

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Veröffentlicht am 02.07.2025

Mord in Schwarz-Weiß

Blindspiel
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Gelegenheit macht Diebe. Allerdings war dem jungen Mann sicher nicht klar, dass es sich bei der, aus dem fremden Auto erbeuteten, Aktentasche, um das Eigentum eines Serienkillers handelt. Das er definitiv ...

Gelegenheit macht Diebe. Allerdings war dem jungen Mann sicher nicht klar, dass es sich bei der, aus dem fremden Auto erbeuteten, Aktentasche, um das Eigentum eines Serienkillers handelt. Das er definitiv zur falschen Zeit am falschen Ort war und dies sein letzter Diebstahl sein wird. Kurz darauf schlägt der Killer ein weiteres Mal zu, eröffnet mit einem weiteren Mord eine bislang ungeahnt tödliche Partie. Auf anscheinend unbegründeten Verdacht hin, wird der eigensinnige Serienkiller-Experte und Profiler „Milo“ von der Kripo Helsinki zu Rate gezogen, nichts ahnend, auf welch grausiges Spielfeld er sich begibt und welchen Dämonen seiner Vergangenheit er sich stellen muss, um mit dem Killer Schritt zu halten.

„Blindspiel“ ist mein erstes Buch des finnischen Autors Max Seeck und… ich bin begeistert! Obwohl ich zunächst leichte Probleme mit dem extravaganten Schreibstil des Autors hatte und auch an die Story, mit den vielen unaussprechlichen Straßennahmen, skeptisch herangegangen bin, so hat sie mich schließlich von Seite zu Seite mehr und mehr in ihren Bann gezogen. Schlussendlich konnte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, denn nach und nach, hat sich ganz langsam immer mehr Spannung aufgebaut. So gab es die ein oder andere Wendung und auch Enthüllung, die mich richtiggehend gefesselt und in diesen „ach, ein Kapitel geht noch“ Sog gezogen hat.

Die Ermittlungsgruppe der Kripo Helsinki ist wahnsinnig vielschichtig und mit ganz unterschiedlichen Charakteren, hervorragend dargestellt. Sympathisch und doch hat jeder, wie im wahren Leben, so seine Macken, müssen trotzdem mit den Anderen im Team zusammenarbeiten und als Leser weiß man zunächst einmal nicht so recht, was man denn nun eigentlich von ihnen halten soll. Ganz besonders von Milo, dem externen Berater und Profiler, der auf seine Art schon ganz besonders „speziell“ ist. Wobei ich persönlich es ja liebe, wenn Thriller nicht nur eindimensional sind, sondern auch der Lebensgeschichte des Ermittlers einen eigenen Handlungsstrang zugestehen. Milo ist so ein Außenseiter-Typ, hat Ecken, Kanten und Macken, ist absolut sonderbar - doch gerade das mag ich so an ihm! Ebenso mag ich es, wenn man während des Buches langsam erfährt, warum er denn nun eigentlich so ist, wie er ist, was ihnen seinem Leben geprägt und wovon er seine Traumata davongetragen hat.

Fazit: Ich fand das Buch an keiner Stelle langatmig oder uninteressant. Immer wieder wurde ich gedanklich in eine andere Richtung gelenkt, so dass auch das Ende für mich nicht voraussehbar und definitiv mal etwas ganz Anderes war. Ich bin vom Auftakt dieser neuen Thrillerreihe jedenfalls absolut begeistert, werde definitiv an Milo dran bleiben und hoffe auf noch viele Fortsetzungen mit ihm!

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Veröffentlicht am 26.06.2025

Emotionale Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart

Zypressensommer
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1998. Nach dem Tod ihres Großvaters reist die Hamburger Goldschmiedin Julia das erste Mal in seine toskanische Heimat. Ganz überwältigt von der malerischen Schönheit des Landes und der Landschaft, möchte ...

1998. Nach dem Tod ihres Großvaters reist die Hamburger Goldschmiedin Julia das erste Mal in seine toskanische Heimat. Ganz überwältigt von der malerischen Schönheit des Landes und der Landschaft, möchte sie sich dort auf die Spuren ihres Großvaters begeben. Wieso ist er nie in seine wunderschöne Heimat zurückgekehrt? Was ist während des Zweiten Weltkrieges passiert? Während ihres Vorhabens lernt sie Matteo kennen und begibt sich mit ihm zurück in die 1940er Jahre, in eine Zeit bedrückende voller Widerstand…

Von der wundervoll erzählten Geschichte einmal abgesehen, haben mir insbesondere auch die fesselnden Beschreibungen über die Schönheit der Toscana sehr gut gefallen. Teresa Simon schreibt in ihrem Buch „Zypressensommer“ mit einer unheimlichen Lebendigkeit und nimmt einen dadurch ganz und gar mit auf die Reise. Das sogar in zweierlei Hinsicht, denn es geht ebenso auf Zeitreise. Während ein Teil der Geschichte im Jahr 1998 spielt und von Julias Reise, der Schönheit der Toscana und Julias Spurensuche handelt, erzähl ein anderer Teil von den 40er Jahren in Italien. Erzählt die Geschichte ihres Großvaters Gianni, ebenso wie die Geschichte von Giulia. Erzählt von Faschismus und Widerstand, erzählt von einer dunklen Seite. Gerade dieser Kontrast hat mir ganz besonders gut gefallen, Leben und Spannung in die Geschichte gebracht. Davon abgesehen empfand ich auch die Beschreibungen und Charaktere als sehr glaubwürdig und realistisch dargestellt, ebenso wie den sanft-emotionalen Schreibstil, der sich flüssig lesen lies. Abschließend gab es dann sogar noch eine kleine Rezeptsammlung und ein beeindruckendes Nachwort, was das ganze Buch nochmal irgendwie abgerundet hat.

Fazit: Mich hat das Buch komplett abgeholt und ebenso berührt. Es war erschreckend und traurig, romantisch und emotional, lehrreich und wundervoll zugleich. Absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 26.06.2025

„God, Guts, Guns“ - Wie irre können Menschen sein!?

We Burn Daylight
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Waco, Texas,1993. Perry Cullen „The lamp“ hat sich auf einer abgelegenen Ranch seine eigene „Glaubensgemeinde“ erschaffen. Als selbsternannter Prophet und Messias scharrt er dort seine, ihm treu ergebene ...

Waco, Texas,1993. Perry Cullen „The lamp“ hat sich auf einer abgelegenen Ranch seine eigene „Glaubensgemeinde“ erschaffen. Als selbsternannter Prophet und Messias scharrt er dort seine, ihm treu ergebene Anhänger, um sich, um Bibelstunden abzuhalten, zu beten und auf die letzten Tage der Menschheit zu warten. Auch Jayes Mutter ist dem charismatischen Perry verfallen und macht sich mit ihrer Tochter auf den Weg nach Texas, um sich der Sekte ebenfalls anzuschließen. Doch Jaye ist skeptisch, wenig angetan von Perry und lernt in Waco Roy, den Sohn des Sheriffs, kennen. Der ahnt zunächst noch nichts von Jayes Verbindung zu Perry, der zunehmend ins Visier der Behörden gerät und ebenso nichts, von der Tragödie die sich anbahnt…

Auch wenn es sich bei „We burn daylight“ von Bret Anthony Johnston um eine fiktive Geschichte handelt, so ist sie doch stark an die realen Geschehnisse von Waco angelehnt. Genau diese Tatsache hat das Buch für mich ganz besonders interessant gemacht und mich immer wieder motiviert, im Internet nach alten Artikeln und auch Videodokumentationen bzgl. Waco zu suchen und mir die reale Tragödie von damals nebenher auch noch anzuschauen, da mir diese bislang gar nicht so bekannt war. Die Idee des Buches, diese erschütternde Geschichte von Gewalt und Religion, von Fanatismus, sowie Wunsch nach Zugehörigkeit anhand der unschuldigen Liebesgeschichte zwischen den beiden Teeangern Jaye und Roy zu erzählen, finde ich absolut gelungen. Ebenso wie mir in dem Zusammenhang, der völlig unaufgeregte Schreibstil sehr gut gefallen hat, da dies die ganze Dramatik in ihrem gesamten Ausmaß noch einmal mehr zum Ausdruck gebracht und in einen völlig irrealen Kontrast gesetzt hat. Absolut passend, wenn man die ganze „God, Guts, Guns“ Absurdität bedenkt. Sei es Perry, einer seiner Anhänger, der Sheriff, Roy oder Jay - wirklich alle Figuren des Buches sind absolut realistisch dargestellt, so dass sich sogar die Motivation ihres Handelns und Denkens gut nachvollziehen lässt, so krank sie teilweise auch sein mag.Ebenso gut durchdacht und zudem auflockernd, fand ich auch die immer mal wieder eingefügten Podcast-Folgen, mit den rückblickenden Interviews derer, die an der Tragödie - sowohl auf der einen, als auch auf der anderen Seite - beteiligten waren. Wobei sich die Brillanz der Podcast-Idee eigentlich erst ganz zum Schluss offenbart. Auch wenn mir das Buch wirklich gut gefallen hat, empfand ich die Story dennoch an manchen Stellen als etwas schleppend und dröge, hatte ich doch irgendwie mit mehr erschütternden Szenen und „dem gewisse Etwas“ gerechnet, das mich daran hindert, das Buch wieder aus der Hand zu legen.

Fazit: Insgesamt ein wirklich grandioses Buch, das mich nicht nur während des Lesens oft hat innehalten und nachdenken lassen, sondern mich mich auch nachhaltig immer noch beschäftigt. Eine absolute Leseempfehlung für all diejenigen unter Euch, die nicht nur auf reine, aneinandergereihte Action aus sind!

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