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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.02.2026

Verwirrende Story

Pen Pal
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Ich habe mich von dem Cover, das mir überhaupt nicht gefällt, nicht abschrecken lassen und war sehr gespannt und die im Klappentext beschriebene Story. Aber selten hat mich ein Klappentext so sehr in die ...

Ich habe mich von dem Cover, das mir überhaupt nicht gefällt, nicht abschrecken lassen und war sehr gespannt und die im Klappentext beschriebene Story. Aber selten hat mich ein Klappentext so sehr in die Irre geführt wie bei Pen Pal. Ich habe eine völlig andere Story erwartet und war nicht positiv überrascht, sondern entsprechend enttäuscht. Pen Pal hat mit Brieffreundschaft fast gar nichts zu tun.

Kayla lebt in Washington und muss lernen, mit dem Tod ihres Mannes leben zu lernen. Dann poltert ziemlich plötzlich Aidan in ihr Leben und statt nur das Dach ihres maroden Hauses zu reparieren, ist er Balsam für ihr trauriges Herz. Kayla lässt sich auf eine sehr heftige Liebelei ein und ab da wird es sehr spicy. Die Autorin nimmt kein Blatt vor den Mund, aber leider langweilt sie mich auch mit ständigen Wiederholungen. Davon abgesehen finde ich den Schreibstil sehr gut lesbar und nicht zu platt.

Das Buch ist in 3 Abschnitte unterteilt. Der erste Abschnitt hat mir gut gefallen. Aber im 2. Abschnitt gibt es einen verwirrenden Twist, mit dem ich nicht gerechnet habe und der die ganze Geschichte für mich zerstört. Ich kann nicht näher darauf eingehen ohne zu spoilern, aber genau solche Geschichten mag ich nicht. Darauf hätte man im Klappentext hinweisen müssen.

Somit gefiel mir nur der erste Teil und ab dem 2. Teil wurde es für mich abstrus und unglaubwürdig. Sehr schade!

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Veröffentlicht am 30.01.2026

Spannung und Freundschaft

Dann ruhest auch du (Ein Fall für Maya Topelius 3)
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Sandra Aslund hat eine spannende Trilogie geschrieben, in der sie Spannung mit emotionalen Freundschaftsthemen verbindet. Eine sehr gelungene Kombination.

Im letzten Teil verschlägt es die Ermittlerin ...

Sandra Aslund hat eine spannende Trilogie geschrieben, in der sie Spannung mit emotionalen Freundschaftsthemen verbindet. Eine sehr gelungene Kombination.

Im letzten Teil verschlägt es die Ermittlerin Maya Topelius zurück in ihre Heimat, wo sie in ihrem Elternhaus mit ihrem Partner ein paar ruhige Tage verbringen und ihre Freundin Clara treffen möchte. Aber stattdessen wird Maya mit einem komplexen Mordfall konfrontiert und die Dämonen der Vergangenheit holen sie und Clara ein. Clara ist nie aus der Heimat weggezogen und ist die Vierte im Bunde des freundschaftlichen Kleeblattes.

Der Kriminalroman hat mich von Beginn an in eine beklemmende Atmosphäre hinein gezogen, die sich stetig verdichtet und mich bis zur letzten Seite nicht mehr los gelassen hat. Ich bewundere schon seit dem ersten Band Mayas analytischen Scharfsinn und ihre Beharrlichkeit. Sandra Aslund hat die Ermittlungen realistisch und vielschichtig gestaltet. Ich hatte zwar eine Ahnung, aber ich habe bis zum Schluss mit gerätselt und wurde überrascht. Ich finde es faszinierend, wie sich am Ende alles auflöst. Dabei verzichtet Sandra Aslund auf reißerische Effekte, was ich sehr positiv finde. Besonders gefallen hat mir, wie die Autorin aktuelle Themen wie Rechtsextremismus auf dem Land einfließen lässt und dabei die gesellschaftlichen Abgründe sehr sensibel und eindringlich beleuchtet.

Die emotionale Komponente, die durch Mayas Trauma und die enge Freundschaft zu ihren drei Wegbegleiterinnen entsteht, verleiht der Geschichte zusätzliche Tiefe. Die Dynamik zwischen den Frauen ist sehr authentisch gezeichnet und sorgt dafür, dass ich neben dem Krimiplot auch mit den Figuren gefühlt habe.

Der Schreibstil von Sandra Aslund ist klar und bildhaft und manchmal emotional und passt perfekt zu ihrer Hauptfigur Maya. Gleichzeitig wird die Atmosphäre zuweilen sehr düster, was ich einfach von einem nordeuropäischen Krimi erwarte.

Für mich ist „So ruhest auch du“ ein empfehlenswerter Kriminalroman, der sich durch seine gelungene Kombination aus Nervenkitzel, gesellschaftlichen Themen und menschlicher Wärme auszeichnet. Schade, dass es keinen weiteren Teil geben wird.

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Veröffentlicht am 17.01.2026

Zeit tilgt keine Schuld

Lebensbande
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Mit Lebensbande ist Mechtild Borrmann wieder ein großartiger Roman gelungen, der mir ein weiteres Stück Vergangenheit näher bringt und mich von Anfang an tief berührt hat.

Sie schildert den Lebensweg ...

Mit Lebensbande ist Mechtild Borrmann wieder ein großartiger Roman gelungen, der mir ein weiteres Stück Vergangenheit näher bringt und mich von Anfang an tief berührt hat.

Sie schildert den Lebensweg von 3 Frauen, die zu Freundinnen werden und die für immer verbunden sind. Eindringlich und ohne jegliche Effekthascherei erzählt Mechtild Borrmann eine Geschichte über Schuld, Verantwortung und Verdrängung. Ich musste oft schlucken, denn das Schicksal geht manchmal grausame Wege, aber ich musste auch manchmal lächeln, denn immer mal wieder blitzt auch Hoffnung durch.
Die Autorin hat wie immer gründlich recherchiert. Historische und gesellschaftliche Hintergründe sind präzise eingearbeitet und bilden ein glaubwürdiges Fundament für die Handlung.

Die Sprache ist wie immer ruhig, klar und von großer emotionaler Kraft. Da ist kein Wort zu viel und alles ist treffend formuliert. Es ist aber auch immer wieder Platz für wunderschöne Sätze, die man nie wieder vergessen möchte: „Schuldbeladenes Schweigen füllte die Küche mit zweisamer Einsamkeit“ Ich liebe diesen Schreibstil einfach und er nimmt ein bisschen die Schwere aus der Handlung. Auch wenn es eine Geschichte über Freundschaft ist, sind die Lebenswege mitunter sehr schmerzlich … so wie es eben oft zu dieser Zeit gewesen ist.

Mit Lene, Nora und Lieselotte hat Mechtild Borrmann sehr unterschiedliche Charaktere geschaffen und ich habe jede auf ihre Art gemocht. Ich habe tiefes Verständnis für die Handlungen der Freundinnen gehabt, auch wenn nicht immer alles „richtig“ war.

Lebensbande ist eines der Bücher, die lange nachhallen und die man nie ganz vergisst.

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Veröffentlicht am 10.01.2026

Direkt und ohne Schnörkel

22 Bahnen
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Ich habe mit hohen Erwartungen diesen Roman begonnen, wurde aber ein wenig enttäuscht.
Caroline Wahl hat mit ihrer direkten und schnörkellosen Sprache das Leben einer jungen Frau in einer deutschen Kleinstadt ...

Ich habe mit hohen Erwartungen diesen Roman begonnen, wurde aber ein wenig enttäuscht.
Caroline Wahl hat mit ihrer direkten und schnörkellosen Sprache das Leben einer jungen Frau in einer deutschen Kleinstadt eindringlich porträtiert. Tilda fristet ein Dasein zwischen Verantwortung und Sehnsucht nach Freiheit. Denn sie studiert, arbeitet an der Supermarktkasse und kümmert sich um ihre kleine Schwester Ida und ihre alkoholkranke Mutter. Die Atmosphäre ist daher oft rau und traurig. Der Autorin gelingt es gut, die Zerrissenheit von Tilda glaubhaft und authentisch darzustellen.

Ein kleiner Lichtblick für Tilda sind die Begegnungen mit Viktor, der genau wie sie 22 Bahnen schwimmt und ihre Träume von einer Zukunft in Berlin.

Der Schreibstil von Caroline Wahl ist anders: frech, direkt und ohne Umschweife. Das wirkt zunächst einmal erfrischend. Aber nach einer Weile haben mich die vielen Wiederholungen und die oft kurzen und abgehackten Sätze gestört.

Die Geschichte von Tilda hat mich berührt, aber Tilda selbst ist mir nicht nahe gekommen. Dafür wurden sie und ihr Leben zu distanziert und oberflächlich beschrieben. Da konnte einfach keine Nähe aufkommen. Sprachlich ist 22 Bahnen anders, aber mir persönlich hat es nicht so gut gefallen.

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Veröffentlicht am 03.01.2026

Leise Töne mit großer Wärme

Das Jahr voller Bücher und Wunder
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Leise Töne mit großer Wärme

Dieses wunderbare Buch habe ich mit ins neue Jahr genommen und damit schon mein erstes Highlight in diesem Jahr gelesen!

Im Mittelpunkt dieses warmherzigen Romans steht Matilda ...

Leise Töne mit großer Wärme

Dieses wunderbare Buch habe ich mit ins neue Jahr genommen und damit schon mein erstes Highlight in diesem Jahr gelesen!

Im Mittelpunkt dieses warmherzigen Romans steht Matilda Nightingale, von ihrem Ehemann Joe liebevoll Büchermaus genannt. Doch Joe ist vor ein paar Monaten gestorben und Tilda versinkt in ihrer Trauer. Aber dann bekommt sie einen Anruf von Alfie, der die Buchhandlung Booklane führt. Von Alfie erfährt sie, dass Joe ihr ein letztes großartiges Geschenk gemacht hat. Sie wird ein Jahr lang jeden Monat ein Buch von ihm bekommen. Somit begegnet sie Alfie einmal im Monat und es entwickelt sich eine zarte Freundschaft.

Joe hat die Bücher mit Bedacht ausgesucht und so nach und nach findet Matilda ins Leben zurück. Ich darf sie auf diesem sehr emotionalen Weg begleiten. Sehr oft standen mir Tränen in den Augen, aber sehr oft musste ich auch schmunzeln.

Ich hatte das Gefühl, ich wohne in dem Buch. Schon auf den ersten Seiten habe ich mich wohl gefühlt in der Geschichte, die Libby Page feinfühlig erzählt. Es ist eine leise Geschichte und genau deshalb hat sie mich so gefangen genommen.

Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an das Lesen und an die Geschichten, die uns manchmal ein Leben lang begleiten. Geschichten, die uns trösten, die uns Mut machen und neue Wege aufzeigen.
„Das Jahr voller Bücher und Wunder“ hat mit leisen Tönen und großer Wärme mein Herz berührt.

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