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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.01.2021

Ein atmosphärischer Spannungsroman.

Der Schattenmörder
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„Der Schattenmörder“ erschien am 17. August 2020 im Blanvalet Verlag und trifft definitiv nicht das Genre Thriller.

Auch wenn „Der Schattenmörder“ spannend beginnt, kann sich der anfängliche Nervenkitzel ...

„Der Schattenmörder“ erschien am 17. August 2020 im Blanvalet Verlag und trifft definitiv nicht das Genre Thriller.

Auch wenn „Der Schattenmörder“ spannend beginnt, kann sich der anfängliche Nervenkitzel auf den 416 Seiten nicht halten. Hin und wieder baut sich im komplizierten Verlauf zwar eine gewisse Spannung auf, jedoch fällt diese schnell zusammen. Die wenigen fesselnden Szenen, die auf einen Thriller deuten, sind überschaubar.

Alex North gibt auf bildliche und interessante Weise Einblicke in die Ermittlungsarbeiten, doch diese werden zum Großteil von nebensächlichen Hintergrundinformationen
und anderweitigen Längen überschattet.

Die Charaktere waren oberflächlich gezeichnet und das, obwohl sich vieles in diesem Buch auf persönliche Aspekte der Handelnden richtet. Durch die eher flache Ausarbeitung, bleibt ein hineinversetzen oder Mitgehen, ein Verstehen aus und trägt auch nicht dazu bei, dass Reaktionen oder Gedankengänge authentisch erscheinen.
Jedoch umweht eine durchgehend greifbare, düstere Atmosphäre die Geschehnisse, sodass mich beim Lesen ein beklemmendes Gefühl begleitete.

Ich denke, dass die Idee wahnsinnig viel Potenzial für einen nervenaufreibenden Thriller besitzt, doch durch eine verstrickte, verworrene und oft nicht schlüssige Handlung sowie uninteressante Längen wird dieses in „Der Schattenmörder“ verschenkt.
Während das Ende wenig überzeugend war, war der Schreibstil von Alex North sehr angenehm.

Wer einen intensiven Thriller erwartet, wird enttäuscht werden. Doch wer sich nach einem untypischen Spannungsroman sehnt, nach einer düsteren Atmosphäre und einigen schaurigen Gruselmomenten sollte dieses Buch definitiv lesen.

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Veröffentlicht am 18.01.2021

Tolle Idee, gescheiterte Umsetzung.

Der Bewohner
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Der Bewohner erschien am 15. Dezember 2020 im Rowohlt Verlag.

Was nach einem spannenden Thriller klingt, anfangs ungewöhnlich aber interessant begann, entwickelte sich schnell zu einer langatmigen Erzählung.
Zu ...

Der Bewohner erschien am 15. Dezember 2020 im Rowohlt Verlag.

Was nach einem spannenden Thriller klingt, anfangs ungewöhnlich aber interessant begann, entwickelte sich schnell zu einer langatmigen Erzählung.
Zu Beginn gaben die Selbstgespräche von Thomas Brogan der Handlung eine skurrile, humorvolle Art, jedoch empfand ich es nach einigen Kapiteln lediglich als nervig und wirkte gezwungen.

Der Schreibstil von David Jackson ist einfach, detailliert und lässt zu, dass man sich als Leser in das Geschehen fallen lassen kann.
Ein großer Pluspunkt bekommt der Autor dafür, einen Thriller aus der Sicht des Täters zu schreiben, da dies eher ungewöhnlich ist.

Die gegenwärtige Situation vom flüchtigen Serienkiller wird hin und wieder durch Rückblenden in seine, wer hätte es gedacht: traurige, einsame, schwere(...), Vergangenheit durchbrochen. Oberflächliche Andeutungen seiner früheren Taten entfachen das Kopfkino – gerne hätte ich davon mehr gelesen und nicht, wie er sich in welcher Küche ein Brot schmiert.
Der Dachboden, auf dem er gelandet ist, verbindet drei Häuser; die Bewohner aus einem davon hat er besonders im Visier: und welches Psychospiel er sich ausgedacht hat, hat definitiv Potenzial - doch leider verliert sich der Plan stets in Nebensächlichkeiten. Eine wirkliche Spannung kam für mich auf den 368 Seiten nicht auf, auch wenn ich manchen Ereignissen interessiert gefolgt bin und im Verlauf drei, viermal überrascht wurde.
Das unlogische Ende kam nicht nur abrupt, sondern war auch einfach ... schlecht?

Kein nervenzerreißender Thriller, eher ein schwarzhumoriger Roman mit wenigen spannenden Szenarien.

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Veröffentlicht am 18.01.2021

Eine ungewöhnliche und unerwartete winterliche Geschichte.

Liebe, Eis und Schnee
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„Liebe, Eis und Schnee“ erschien am 15. Oktober 2020 im
Second Chances Verlag

So locker und sympathisch, wie schon der Klappentext verfasst wurde, geht es in der ungewöhnlichen Geschichte weiter: Die ...

„Liebe, Eis und Schnee“ erschien am 15. Oktober 2020 im
Second Chances Verlag

So locker und sympathisch, wie schon der Klappentext verfasst wurde, geht es in der ungewöhnlichen Geschichte weiter: Die 276 Seiten flogen einfach dahin.
Bildlich konnte ich beim aufpeppen von Dosenfutter und Schneemann bauen dabei sein, blickte in einen klaren Sternenhimmel und zitterte im eingeschneiten Auto im nirgendwo – gefühlvoll, spritzig und witzig schreibt Annabelle Costa ihren Roman, der in einem Schreckensszenario beginnt.
Natalie ist authentisch, charmant und herzlich; es macht Spaß, die Handlung durch ihre Gedanken und Sichtweisen zu verfolgen.
Die Ereignisse sind vorstellbar beschrieben, der Verlauf dehnt sich nicht unnötig aus und bleibt interessant, denn niemand weiß, ob, und wenn, woher Gefahr droht. Der unnahbare Jack, seine Reaktionen und das Geheimnis, weswegen er solch einen Lebensstil wählte, geben der Abgeschiedenheit, in der er Natalie und ihren (Ex) Freund bringt, etwas Unheimliches. Die Stimmung in der Waldhütte ist regelrecht greifbar: Anspannung, Verlangen, Knistern und Distanz machen es dem Leser nicht leicht, ruhig zu bleiben.
Ich stellte mehrfach einige Theorien über den weiteren Verlauf auf, malte mir verschiedene Szenarien aus – doch jede Mutmaßung und Ahnung war falsch. Die Entwicklung ist überraschend und das Ende nicht vorhersehbar.

Annabelle Costa bringt in ihrem winterlichen Liebesroman nicht nur einen kleinen Krimi und vorstellbare Erotik unter, sondern auch ein wichtiges Thema: Liebe kennt keine Äußerlichkeiten.

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Veröffentlicht am 18.01.2021

Unspektakulär.

Der Himmel über München
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„Der Himmel über München“ von Katharina Lankers

...beinhaltet die Geschichte einer Jugendliebe, die aufgrund äußerer Umstände nie (aus)gelebt werden konnte. Doch egal wie viele Monate und Jahre vergehen ...

„Der Himmel über München“ von Katharina Lankers

...beinhaltet die Geschichte einer Jugendliebe, die aufgrund äußerer Umstände nie (aus)gelebt werden konnte. Doch egal wie viele Monate und Jahre vergehen – Theresa und Simon bekamen einander nie aus dem Kopf. Manche sagen, "Es soll nicht sein" oder "Das Leben kam dazwischen", manche nennen es "Zufall" oder einfach "Schicksal". Katharina nennt es den "Großen Plan", nachdem die Schutzengel zu handeln haben. Tja, doch Xerxes und Spekulatius wollten, entgegen dem Plan, dass ihre Schützlinge zueinander finden, doch da es in der "Himmelpforte" und auf den weichen Wattewolken mit den Jahrhunderten doch ganz schön langweilig wird, sollte die Liebe der beiden so einigem standhalten. Doch was als kleines Spiel gedacht war, blieb vom Allwissenden nicht unbemerkt und so ging im Himmel genauso viel schief, wie auch auf Erden...

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und unkompliziert, sodass es trotz Perspektivwechsel und Zeitsprüngen leicht ist, dem ruhigen Verlauf zu folgen. Das Thema, welches Katharina Lankers in ihrem Roman aufgreift, ist nicht neu, ungewöhnlich macht „Der Himmel über München“ lediglich die Einspielung der Schutzengel. Grade diese, leider überschaubaren, Szenen fand ich sehr schön, bildlich und zum Teil poetisch geschrieben. Ich konnte mir Spekulatius und Xerxes sehr gut vorstellen, wie sie in der Kneipe des Himmels saßen und Ambrosius trinken oder über den Wolkenrand schauend Pläne schmieden. Auch die Schützlinge und deren Leben waren ausreichend beschrieben, doch fehlte es mir mehrfach an Emotionen oder Tiefe.
Die Handlung war unspektakulär, oft uninteressant, es fehlt an Höhepunkten, die das Interesse des Lesers konstant aufrecht halten. Für mich plätscherte das Leben der beiden einfach so dahin, auch wenn die Offenbarung, warum es wichtig ist, dem "Großen Plan" zu folgen, überraschend war.
Theresa bekam unentwegt meine Sympathie, während mir Simon sehr schnell auf die Nerven ging - 21 Jahre und ein Waschlappen, der auf Mami hört, oder wie es Spekulatius treffend formulierte: »Ich find, Dein Simon ist ein ganz schöner Hanswurst«. Seine Abschnitte fand ich anstrengend, selbst der verwendete Dialekt konnte die Sequenzen nicht auflockern. Dazu kamen Probleme, die, wenn der Mensch das möchte, im Handumdrehen zu überwinden wären.

Auf 238 Seiten erzählt Katharina Lankers eine Liebesgeschichte, die über drei Jahrzehnte spannungslos dahin tröpfelt. Die mystische Idee der Schutzengel ist gut, kommt hier leider nicht angemessen zur Geltung. Wer einen fesselnden, magischen Roman erwartet, kommt mit „Der Himmel über München“ nicht auf seine Kosten, doch sucht jemand eine stille Erzählung mit liebenswerten Engeln und einer Prise Humor sollte zugreifen!

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Veröffentlicht am 11.01.2021

Einfallsreich, spritzig und interessant.

Dreamteam süßsauer
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Solange wollte ich schon mit Kati Blum ermitteln, denn die Cover und Beschreibungen klingen stets nach seichten und humorvollen Cosy-Crime – und „Dreamteam süßsauer“ aus dem Zeilenfluss Verlag war nun ...

Solange wollte ich schon mit Kati Blum ermitteln, denn die Cover und Beschreibungen klingen stets nach seichten und humorvollen Cosy-Crime – und „Dreamteam süßsauer“ aus dem Zeilenfluss Verlag war nun endlich mein erster Fall.

Obwohl dies Band fünf der Bayreuth-Krimi Reihe von Birgit Gruber ist, konnte ich mir Kati problemlos vorstellen, und durch einige subtile Andeutungen wurde ich darin bestärkt, auch die vorigen Fälle lesen zu müssen.
Kati ist genau so, wie ich erhoffte: gewitzt und frech, einfallsreich, authentisch und einfach liebenswert. Es machte Spaß, ihre Gedankengänge und Ideen, die nicht selten zum Lachen sind, zu verfolgen, was auch an einem locker-leichten, flüssigen Schreibstil liegt.

Der Fall ist ausgeklügelt, und auch wenn ich mir scheinbar schnell sicher war, wer der Täter ist, wurde ich im Verlauf doch in die Irre geführt und zum Zweifeln gebracht. Die Autorin hat es geschafft, mich mit Hinweisen auf die falsche Fährte und wieder zurück zu locken. Birgit kreierte einen skurrilen Fall, der, wie das ganze Leben von Frau Blum, wirklich neugierig macht, weder eintönig noch langweilig wird. Dass während der Ermittlung immer wieder Privates auftaucht, macht die Geschichte lebendig. Wichtige Szenen und Situationen werden vorstellbar beschrieben, sodass es leicht ist, sich das Geschehen wie auch die Charaktere vorzustellen. Und ja, ich musste mehr als einmal Lachen – zwei heiße Typen im Dragqueen Outfit? Herrlich kreativ, unerwartet und frisch.

„Dreamteam süßsauer“ ist perfekt, um den tristen Wettertagen zu entfliehen und mit Kati Blum auf eine interessante und irrwitzige Spurensuche zu gehen.

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