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Veröffentlicht am 12.04.2025

Surferparadies mit Schattenseiten

The Surf House
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Bea hat ihren Job als Model so satt, dass sie von heute auf morgen bei einem Shooting in Marrakesch alles hinschmeißt. Sie irrt durch die Gassen und wird prompt überfallen und bedroht. Zum Glück greift ...

Bea hat ihren Job als Model so satt, dass sie von heute auf morgen bei einem Shooting in Marrakesch alles hinschmeißt. Sie irrt durch die Gassen und wird prompt überfallen und bedroht. Zum Glück greift eine Passantin beherzt ein und bewahrt sie vor Schlimmerem. Doch Beas Rucksack mitsamt Pass sind weg. Ihre Retterin Marnie nimmt sie kurzerhand mit an die Küste, wo sie mit ihrem Partner ein Hotel für Surfer betreibt. Bea kommt es wie das reinste Paradies vor, wäre da nicht eine große Summe Geld, die sie schnellstmöglich auftreiben muss.
Eines Tages taucht der Amerikaner Seth auf, der auf der Suche nach seiner Schwester ist. Zuletzt wurde sie in Marnies Surf House gesehen. Bea hilft Seth bei der Suche nach Hinweisen auf Savannahs Verbleib und merkt schnell, dass es viele Ungereimtheiten gibt.
Mir hat das Setting des Romans sehr gut gefallen, das unbeschwerte Surferleben, die jungen Menschen aus aller Herren Länder, Abende am Lagerfeuer am Strand. Die ausführlichen Beschreibungen des Surfens waren auch interessant, das entsprechende Fachvokabular hätte ich allerdings nicht gebraucht. Auch Beas Schwärmen für den attraktiven Nachbarn („mir wurde heiß, als er meinen Namen sagte“) war mir manchmal etwas zu schwülstig. In der Mitte des Buchs plätschert die Story so vor sich hin und ich habe ein bisschen das Interesse verloren. Zum Glück wird es dann wieder spannender und endet in einem rasanten Showdown, bei dem alle losen Enden miteinander verknüpft werden.
„The Surf House“ bietet gute Unterhaltung, Spannung und Lokalkolorit und ich vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 04.04.2025

Der Sommer mit Linn

Halbinsel
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Die Endvierzigerin Annett lebt allein in einem Dorf bei Husum. Ihr Mann ist mit Anfang 30 gestorben, die Tochter Linn längst aus dem Haus. Nach einem Schwächeanfall während eines Vortrags kehrt Linn in ...

Die Endvierzigerin Annett lebt allein in einem Dorf bei Husum. Ihr Mann ist mit Anfang 30 gestorben, die Tochter Linn längst aus dem Haus. Nach einem Schwächeanfall während eines Vortrags kehrt Linn in ihr Elternhaus zurück, um sich zu erholen und sich darüber klar zu werden, wie sie ihr weiteres Leben gestalten will. Annett ist einerseits froh, die Tochter bei sich zu haben, andererseits ist die Stimmung angespannt, denn Linn weicht ihren Fragen aus und Annett versteht nicht, was die Krise bei Linn ausgelöst hat. Sie war doch immer so selbständig und unabhängig, wie kann es sein, dass sie sich jetzt stunden- und tagelang in ihr Zimmer zurückzieht und nicht weiß, wie es weitergeht? In Gedanken bespricht sie sich mit ihrem verstorbenen Mann Johan, sie weiß genau, welche Fragen er ihr gestellt und welche Ratschläge er ihr gegeben hätte.
Kristine Bilkau hat mit „Halbinsel“ einen sehr berührenden Roman geschrieben, der viele Denkanstöße gibt. Wie erziehen wir unsere Kinder richtig? Kann es zu viel Fürsorge geben? Ein Satz ist mir in Erinnerung: „Aus Fürsorge erwächst Hoffnung, Hoffnungen verwandeln sich in Erwartungen.“ Auch Annett sieht ihre Erwartungen an Linn nicht erfüllt. Langsam beginnen die beiden Frauen sich einander wieder anzunähern und besser zu verstehen.
Das Buch behandelt mit viel Feingefühl und leisen Tönen eine Vielzahl an Themen, die nicht nur Annett und ihre Tochter umtreiben. Verantwortung für die Umwelt, wie möchte ich leben, was erwarte ich vom Rest meines Lebens sind nur einige davon. Unbedingte Leseempfehlung für dieses Buch, das zu Recht mit dem Preis der Leipziger Buchmesse für den Bereich Belletristik ausgezeichnet wurde!

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Veröffentlicht am 02.04.2025

Und es war Sommer...

Wie Risse in der Erde
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Im Sommer des Jahres 1955 lernt die 17-jährige Beth Gabriel, den Sohn der wohlhabenden Nachbarn, kennen, die auf Gut Meadowland wohnen und sich von den Dorfbewohnern fernhalten. Die beiden verlieben sich ...

Im Sommer des Jahres 1955 lernt die 17-jährige Beth Gabriel, den Sohn der wohlhabenden Nachbarn, kennen, die auf Gut Meadowland wohnen und sich von den Dorfbewohnern fernhalten. Die beiden verlieben sich Hals über Kopf und verbringen einen wundervollen Sommer miteinander. Gabriels Mutter ist alles andere als begeistert von der Beziehung und gibt Beth zu verstehen, dass Gabriel nie im Leben mit einem Mädchen wie ihr zusammenbleiben wird. Tatsächlich kühlt die Beziehung ab und zerbricht, nachdem Gabriel zum Studium weggezogen ist. Beth ist am Boden zerstört und tröstet sich mit Frank, der schon immer in sie verliebt war. Die beiden heiraten, bekommen einen Sohn, alles scheint perfekt, bis es zu einem tragischen Todesfall kommt. Doch die Ehe hat Bestand und wird erst auf eine harte Probe gestellt, als eines Tages Gabriel wieder nach Meadowland zurückkehrt. Gabriel ist inzwischen ein gefeierter Autor und von seiner Frau getrennt. Obwohl Beth mit Frank glücklich ist, besteht die alte Anziehung zwischen ihr und Gabriel immer noch. Das Resultat ist eine Tragödie.
Ich habe dieses Buch sehr gern gelesen. Der Sommer, in dem Beth und Gabriel sich verlieben, hat lange verschüttete Erinnerungen an die erste Liebe bei mir geweckt. Ich konnte mich gut in Beth und ihr Dilemma hineinversetzen. Eine Affaire, die heute wahrscheinlich auch von manchen kritisch beäugt würde, war im ländlichen England Mitte der 1950er Jahre ein Skandal. Dass Frank die ganze Zeit zu seiner Frau hält, ja nicht einmal eifersüchtig auf den Rivalen ist, erscheint fast unmöglich. Er verhält sich so edel und großherzig, dass er eigentlich einen Heiligenschein haben müsste! Das ist mein einziger Kritikpunkt an diesem Roman, der übrigens keineswegs so kitschig ist wie sich die Zusammenfassung anhört. Allerdings wird gegen Ende des Buchs klar, warum Frank sich so verhält. Ein überaus fesselndes und lesenswertes Buch!

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Veröffentlicht am 02.04.2025

Und es war Sommer...

Wie Risse in der Erde
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Im Sommer des Jahres 1955 lernt die 17-jährige Beth Gabriel, den Sohn der wohlhabenden Nachbarn, kennen, die auf Gut Meadowland wohnen und sich von den Dorfbewohnern fernhalten. Die beiden verlieben sich ...

Im Sommer des Jahres 1955 lernt die 17-jährige Beth Gabriel, den Sohn der wohlhabenden Nachbarn, kennen, die auf Gut Meadowland wohnen und sich von den Dorfbewohnern fernhalten. Die beiden verlieben sich Hals über Kopf und verbringen einen wundervollen Sommer miteinander. Gabriels Mutter ist alles andere als begeistert von der Beziehung und gibt Beth zu verstehen, dass Gabriel nie im Leben mit einem Mädchen wie ihr zusammenbleiben wird. Tatsächlich kühlt die Beziehung ab und zerbricht, nachdem Gabriel zum Studium weggezogen ist. Beth ist am Boden zerstört und tröstet sich mit Frank, der schon immer in sie verliebt war. Die beiden heiraten, bekommen einen Sohn, alles scheint perfekt, bis es zu einem tragischen Todesfall kommt. Doch die Ehe hat Bestand und wird erst auf eine harte Probe gestellt, als eines Tages Gabriel wieder nach Meadowland zurückkehrt. Gabriel ist inzwischen ein gefeierter Autor und von seiner Frau getrennt. Obwohl Beth mit Frank glücklich ist, besteht die alte Anziehung zwischen ihr und Gabriel immer noch. Das Resultat ist eine Tragödie.
Ich habe dieses Buch sehr gern gelesen. Der Sommer, in dem Beth und Gabriel sich verlieben, hat lange verschüttete Erinnerungen an die erste Liebe bei mir geweckt. Ich konnte mich gut in Beth und ihr Dilemma hineinversetzen. Eine Affaire, die heute wahrscheinlich auch von manchen kritisch beäugt würde, war im ländlichen England Mitte der 1950er Jahre ein Skandal. Dass Frank die ganze Zeit zu seiner Frau hält, ja nicht einmal eifersüchtig auf den Rivalen ist, erscheint fast unmöglich. Er verhält sich so edel und großherzig, dass er eigentlich einen Heiligenschein haben müsste! Das ist mein einziger Kritikpunkt an diesem Roman, der übrigens keineswegs so kitschig ist wie sich die Zusammenfassung anhört. Allerdings wird gegen Ende des Buchs klar, warum Frank sich so verhält. Ein überaus fesselndes und lesenswertes Buch!

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Veröffentlicht am 01.04.2025

In der Wildnis der Adirondacks

Der Gott des Waldes
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Mitten in der Wildnis der Adirondacks liegt ein Naturreservat, in dem jeden Sommer ein Feriencamp stattfindet. Eigentümer ist die reiche Familie Van Laar, denen das Land seit Generationen gehört.
Im Sommer ...

Mitten in der Wildnis der Adirondacks liegt ein Naturreservat, in dem jeden Sommer ein Feriencamp stattfindet. Eigentümer ist die reiche Familie Van Laar, denen das Land seit Generationen gehört.
Im Sommer 1975 nimmt die 13-jährige Tochter der Familie Van Laar, Barbara, am Camp teil. Eines Morgens ist sie verschwunden und eine großangelegte Suche beginnt. Das Tragische an ihrem Verschwinden ist, dass 14 Jahre zuvor ihr Bruder Bear ebenfalls aus dem Camp verschwand und nie gefunden wurde. Gibt es einen Zusammenhang zwischen den beiden Vorkommnissen? Es kann doch unmöglich ein Zufall sein. Hat womöglich Jacob Slitter, ein aus dem Gefängnis entflohener Mörder, Barbara entführt?
An der Aufklärung beteiligt ist die junge Ermittlerin Judyta, die von ihren männlichen Kollegen kritisch beäugt wird, sich davon aber nicht beirren lässt. Innerhalb der Familie Van Laar trifft Judyta auf eine Mauer des Schweigens, doch sie lässt sich nicht entmutigen und entdeckt so manches, was bisher verborgen geblieben war.
„Der Gott des Waldes“ ist ein sehr vielschichtiges Buch. Einerseits geht es um die beiden verschwundenen Kinder, andererseits erfahren wir viel über die sozialen Verhältnisse der Protagonisten. Die Van Laars verhalten sich wie Großgrundbesitzer früherer Jahrhunderte, ihre Angestellten erscheinen wie Leibeigene.
Ich fand das Buch sehr spannend und gelungen. Was es mit dem Titel auf sich hat, habe ich allerdings bis zuletzt nicht verstanden.

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