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Samira0112

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.06.2025

Große Pläne, schwache Umsetzung

Die Spiele der Unsterblichen
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Ara wirkt stellenweise mehr wie ein quengeliges Kind als eine rachsüchtige Heldin - was schade ist, denn die Idee hinter der Geschichte hat eigentlich echt Potenzial. Ihre „Mission", Zeus zu töten, ergibt ...

Ara wirkt stellenweise mehr wie ein quengeliges Kind als eine rachsüchtige Heldin - was schade ist, denn die Idee hinter der Geschichte hat eigentlich echt Potenzial. Ihre „Mission", Zeus zu töten, ergibt für mich überhaupt keinen Sinn. Er ist ein Gott, unsterblich, allmächtig - und Ara strebt an es bei der nächst besten Möglichkeit zu versuchen, als hätte sie vergessen, dass sie ein Mensch ist. Das wirkt nicht naiv, sondern einfach undurchdacht geschrieben.

Die Prüfungen, die sie bestehen muss, sind inhaltlich oft leer: Nicht ihr Mut oder Können entscheidet, sondern zufällig passende Geschenke der Götter. Dabei wird am Anfang betont, wie hart trainiert wurde. Und das Ende ist sehr vorhersehbar. Plötzlich ist alles gut, alle Streitigkeiten vergessen, jeder bekommt, was er will - wie ein zu süßes Dessert, das dann doch einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt.
Hades als pazifistischer Gott war ein spannender Ansatz, aber mir fehlt Persephone einfach. Sie wurde ersatzlos gestrichen. Auch die Liebesgeschichte funktioniert für mich nicht: Es gibt keinen Aufbau, keine echten Gefühle, nur plötzlich ein kitschiges Liebesgeständnis. Slow Burn war das für mich nicht.
Dazu kommt, dass ich diese Beziehung zwischen einer 16-Jährigen und einem uralten Gott ehrlich gesagt ziemlich unpassend finde. Passend dazu haben auch die Nebencharaktere kaum Tiefe und wechseln ihre Persönlichkeiten.

Das Hörbuch an sich hatte ein paar technische Probleme: wechselnde Lautstärken und plötzlich andere Stimmfarben, dazu kam am Ende noch eine unerklärliche Dopplung mit Echoeffekt. Ansonsten hat die Sprecherin dafür gesorgt, dass man die Figuren gut auseinanderhalten kann.

Das Buch bringt Tempo, Stimmung und Action - bleibt dabei aber recht oberflächlich. Und ist eher für ein jüngeres Publikum gedacht.

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.06.2025

Charmanter Krimi mit Überraschung

Marchfield Square
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Ich mochte „Marchfield Square“ wirklich gern. Es spielt in einem geschlossenen Wohnkomplex im nebligen London und hat trotz des Mordfalls eine eher leichte, fast schon ruhige Atmosphäre. Die Geschichte ...

Ich mochte „Marchfield Square“ wirklich gern. Es spielt in einem geschlossenen Wohnkomplex im nebligen London und hat trotz des Mordfalls eine eher leichte, fast schon ruhige Atmosphäre. Die Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt: von Audrey, einer empathievollen Putzfrau, von Lewis, einem introvertierten Schriftsteller, und gelegentlich auch von Celeste, der älteren Vermieterin, die die beiden beauftragt. Besonders spannend fand ich, dass Lewis versucht, den Fall in seinem neuen Buch zu verarbeiten. Man bekommt immer wieder kleine Ausschnitte aus seinem Manuskript, die nochmal eine andere Sicht auf die Geschehnisse bieten.

Die Ermittlungen starten ab etwa Seite 100, davor lernt man die Figuren und das Umfeld kennen. Die Handlung ist stellenweise etwas langsamer, weil auch der Alltag der beiden eine Rolle spielt, aber für mich war es nie langweilig. Es bleibt immer eine unterschwellige Spannung da. Es gibt viele Verdächtige und nach und nach werden immer mehr Nachbarn und ihre Geheimnisse vorgestellt. Ich fand die Charaktere total vielfältig und gut ausgearbeitet. Jede Figur hatte etwas Eigenes, niemand wirkte flach oder nur wie ein Lückenfüller. Gerade diese Mischung aus verschiedenen Lebensrealitäten und Persönlichkeiten hat das Buch lebendig gemacht.

Was mich richtig überrascht hat, war der Plottwist am Ende. Ich hatte absolut keine Ahnung, wer hinter dem Mord steckt, und das kam für mich komplett unerwartet. Es hat alles plötzlich Sinn ergeben, aber ich wäre nie darauf gekommen. Solche Enden liebe ich, weil sie die Geschichte nochmal aufwerten und mich auch nach dem Lesen noch beschäftigen.

Der Schreibstil ist angenehm und leicht, die Kapitel sind kurz, teilweise gibt es Textnachrichten, was das Lesen nochmal erleichtert. Die Karte des Wohnkomplexes am Anfang und Ende des Buches war super hilfreich und schön gemacht. Auch wenn ein Teil der Handlung außerhalb spielt, hatte das Setting für mich etwas Besonderes und sehr Charmantes. Ich mochte die Dynamik zwischen Audrey und Lewis, wie sie sich annähern und als Team zusammenwachsen. Insgesamt war es für mich ein ruhiger, tiefgründiger und cleverer Krimi, der mich mit seinem Setting, seinen Charakteren und dem überraschenden Ende wirklich überzeugt hat.

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Veröffentlicht am 12.05.2025

Unerwartet fesselnd

Fable – Der Gesang des Wassers (Fable 1)
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Ich habe mir von Fable ein „Zwischendurch"-Buch erwartet und genau das habe ich auch bekommen. Trotzdem war ich positiv überrascht. Der Schreibstil ist sehr angenehm, flüssig und leicht verständlich, sodass ...

Ich habe mir von Fable ein „Zwischendurch"-Buch erwartet und genau das habe ich auch bekommen. Trotzdem war ich positiv überrascht. Der Schreibstil ist sehr angenehm, flüssig und leicht verständlich, sodass man die Zeit beim Lesen ganz schnell vergisst. Auch das Erzähltempo war für mich ideal. Die erste Hälfte ist zwar spannend, aber es entstehen eher kleinere Spannungshügelchen. Trotzdem halten einen die Erwartung auf die Entwicklung und die Atmosphäre im Buch, was verhindert, dass sich die Geschichte zieht. In der zweiten Hälfte wird die Handlung deutlich brisanter und wirkt stellenweise fast actionreich.

Die Romance taucht erst spät auf und bleibt insgesamt eher im Hintergrund, was ich für ein gehyptes Buch als sehr erfrischend empfunden habe. In der ersten Hälfte gibt es lediglich einzelne Andeutungen, was der Geschichte gut tut und sie nicht unnötig beschwert. Das maritime Setting mit den Handelsschiffen, der Taucherei und den versteckten Motiven fand ich spannend und atmosphärisch gelungen.

Fable als Protagonistin konnte überzeugen. Sie ist stark, unabhängig und bleibt dabei nahbar. Auch die Nebencharaktere tragen zur Stimmung des Buches bei, allerdings hatte ich manchmal Schwierigkeiten, sie auseinanderzuhalten. Zwar bringt jeder eine eigene Backstory mit, dennoch hätte ich mir stellenweise etwas mehr individuelle Kontur gewünscht.

Der Cliffhanger am Ende ist ziemlich fies, und ich denke, dass der Zweite Band den ersten sogar noch übertrumpfen könnte - wahrscheinlich werden dort noch einige weitere Geheimnisse endlich aufgedeckt.

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Veröffentlicht am 12.05.2025

Zwischen Wahnsinn und Wahrheit

Das Septemberhaus
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Der Horror blieb leider ziemlich oberflächlich. Klar, es gab brutale Beschreibungen und verstörende Szenen, aber echte Gänsehaut? Fehlanzeige. Auch die Suche nach Margarets verschwundenem Ehemann hat mich ...

Der Horror blieb leider ziemlich oberflächlich. Klar, es gab brutale Beschreibungen und verstörende Szenen, aber echte Gänsehaut? Fehlanzeige. Auch die Suche nach Margarets verschwundenem Ehemann hat mich eher kaltgelassen, weil ziemlich schnell klar wird, dass er nicht unbedingt vermisst werden muss...

Was mich hingegen überzeugt hat, war der Aufbau der Geschichte. Die Rückblicke waren spannend, klug platziert und haben der Handlung spürbar mehr Tiefe gegeben. Der angenehme Schreibstil hat dafür gesorgt, dass ich durch die Seiten geflogen bin und gerade am Anfang kamen bei mir sogar kurz American Horror Story-Vibes auf.

Lange wusste ich nicht, worauf die Story eigentlich hinauswill. Vieles wirkte fast schon zu ruhig für ein Spukhaus. Doch je näher man dem Ende kommt, desto mehr verschwimmen Realität und Wahnsinn.Orlando spielt erst spät, aber dafür umso effektiver mit Wahrnehmung und Wahrheit. Insgesamt hat mich das Buch auf eine ruhige, aber fesselnde Art wirklich gut unterhalten.

Ich hätte mir mehr düstere Atmosphäre gewünscht - mehr Bedrohung, mehr spürbaren Schrecken. Aber dafür hat mich die psychologische Ebene überrascht. Und obwohl es nicht im Fokus stand: An manchen Stellen hat mich die Geschichte emotional wirklich berührt. Kein typischer Haunted-House-Roman - aber definitiv ein ungewöhnlicher.

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Veröffentlicht am 12.05.2025

Langsam, leise, berührend

The Last Bookstore on Earth
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Das Buch punktet mit einer ruhigen, fast poetischen Atmosphäre und einem angenehm unaufgeregten Humor, der sehr gut zur düsteren Kulisse passt. Der Schreibstil war für mich durchgehend stimmig - leicht, ...

Das Buch punktet mit einer ruhigen, fast poetischen Atmosphäre und einem angenehm unaufgeregten Humor, der sehr gut zur düsteren Kulisse passt. Der Schreibstil war für mich durchgehend stimmig - leicht, klar und schön zu lesen.

Das Erzähltempo ist insgesamt eher langsam.
Teilweise war es für mich ein wenig zu ruhig, aber nie langweilig, da immer das Gefühl blieb, dass etwas bevorsteht.

Liz als Protagonistin war für mich nicht immer einfach. Ihre Art hat mich stellenweise gestört, wirkt aber nachvollziehbar, wenn man ihre traumatischen Erfahrungen mit einbezieht.
Einige brutale Momente kamen überraschend und haben einen Kontrast zur sonst leisen Erzählweise gebildet. Ich fand sie gut umgesetzt, nicht übertrieben, sondern passend zur Stimmung.

Die Liebesgeschichte zwischen Liz und Maeve war schön geschrieben. Zart, vorsichtig und gut eingeführt - am Ende hätte ich mir ein wenig mehr emotionale Tiefe gewünscht, trotzdem hat sie mich überzeugt.

Das Regen-Thema hat mich ganz leicht an „The Rain" erinnert, was aber eher eine Assoziation als ein inhaltlicher Vergleich ist.

Insgesamt eine interessante, atmosphärisch starke Geschichte mit authentischen Figuren und einer ruhigen Tiefe, die nachwirkt - auf leise Weise.

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