Große Pläne, schwache Umsetzung
Die Spiele der UnsterblichenAra wirkt stellenweise mehr wie ein quengeliges Kind als eine rachsüchtige Heldin - was schade ist, denn die Idee hinter der Geschichte hat eigentlich echt Potenzial. Ihre „Mission", Zeus zu töten, ergibt ...
Ara wirkt stellenweise mehr wie ein quengeliges Kind als eine rachsüchtige Heldin - was schade ist, denn die Idee hinter der Geschichte hat eigentlich echt Potenzial. Ihre „Mission", Zeus zu töten, ergibt für mich überhaupt keinen Sinn. Er ist ein Gott, unsterblich, allmächtig - und Ara strebt an es bei der nächst besten Möglichkeit zu versuchen, als hätte sie vergessen, dass sie ein Mensch ist. Das wirkt nicht naiv, sondern einfach undurchdacht geschrieben.
Die Prüfungen, die sie bestehen muss, sind inhaltlich oft leer: Nicht ihr Mut oder Können entscheidet, sondern zufällig passende Geschenke der Götter. Dabei wird am Anfang betont, wie hart trainiert wurde. Und das Ende ist sehr vorhersehbar. Plötzlich ist alles gut, alle Streitigkeiten vergessen, jeder bekommt, was er will - wie ein zu süßes Dessert, das dann doch einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt.
Hades als pazifistischer Gott war ein spannender Ansatz, aber mir fehlt Persephone einfach. Sie wurde ersatzlos gestrichen. Auch die Liebesgeschichte funktioniert für mich nicht: Es gibt keinen Aufbau, keine echten Gefühle, nur plötzlich ein kitschiges Liebesgeständnis. Slow Burn war das für mich nicht.
Dazu kommt, dass ich diese Beziehung zwischen einer 16-Jährigen und einem uralten Gott ehrlich gesagt ziemlich unpassend finde. Passend dazu haben auch die Nebencharaktere kaum Tiefe und wechseln ihre Persönlichkeiten.
Das Hörbuch an sich hatte ein paar technische Probleme: wechselnde Lautstärken und plötzlich andere Stimmfarben, dazu kam am Ende noch eine unerklärliche Dopplung mit Echoeffekt. Ansonsten hat die Sprecherin dafür gesorgt, dass man die Figuren gut auseinanderhalten kann.
Das Buch bringt Tempo, Stimmung und Action - bleibt dabei aber recht oberflächlich. Und ist eher für ein jüngeres Publikum gedacht.