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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.12.2021

Ein bewegender und gesellschaftskritischer Klassiker

Ein Baum wächst in Brooklyn
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nhalt:
In Brooklyn leben Katie und Johnny Nolan und ihre Kinder Francie, die eifrige Leserin und Geschichtenerzählerin und Neeley, der lebensfrohe und hilfsbereite Sänger ein Leben ohne Annehmlichkeiten. ...

nhalt:
In Brooklyn leben Katie und Johnny Nolan und ihre Kinder Francie, die eifrige Leserin und Geschichtenerzählerin und Neeley, der lebensfrohe und hilfsbereite Sänger ein Leben ohne Annehmlichkeiten. Katie und Johnnys Ziel ist, dass es ihre Kinder einmal besser haben werden, als sie selber und so nimmt Katie die Geschicke und Finanzen der Familie in die Hand, lässt ihre Kinder lesen und sparen, schickt sie zur Schule und ist ihnen ein pragmatisches und hart arbeitendes Vorbild. Ihr Mann Johnny ist ein singender Kellner und Tänzer, eine Lebemann, der zwischen Optimismus und Schwermut schwankt und dafür sorgt, dass seine Familie Klavierunterricht erhält und die Freuden und Schönheiten des Lebens kennenlernen darf und schätzen lernt.
Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an die Stadt Brooklyn und das Gefühl, das darin vorherrscht und das Betty Smith so grandios einzufangen vermag. Es schildert den Alltag einer armen Familie und erzählt äusserst gesellschaftskritisch die Geschichte mutiger und emanzipierter Frauen sowie die Geschichte der jungen Francie, welche Schriftstellerin werden will.

Meine Meinung:
Jahrelang stand dieses Buch schon auf meiner Wunschliste und angeregt durch die Erwähnung im Buch "Unorthodox", das ich ebenfalls schon mit Jamie gelesen habe (von dem wir aber leider beide nicht komplett überzeugt waren), machten wir Nägel mit Köpfen und planten diese nächste Leserunde.
"Ein Baum wächst in Brooklyn" habe ich mit einem von Gedanken, Sorgen, Ängsten, Erinnerungen und Vorfreude gefüllten Kopf gelesen, ich habe es inmitten von Umzugskisten am Boden unserer alten Wohnung sitzend und inmitten von Umzugskisten in unserer neuen Wohnung gelesen und letztendlich in der fertig eingerichteten neuen Zuhause beendet. Es hat mich in einer Zeit des Umbruchs unterhalten, inspiriert und vor allem unendlich tief berührt und wird noch lange nachhallen.

Sprache:
Ich weiss nicht genau, wie es der Autorin gelungen ist, aber sie schafft es, Emotionen, Menschen und Orte zum Leben zu erwecken und "Ein Baum wächst in Brooklyn" hat mich sofort nach Brooklyn entführt und am Alltag dieser bunten Familie teilhaben lassen.
Besonders bewegend waren die Schilderungen der traurigen und fröhlichen Weihnachtsfeste sowie der Silvesterfeier 1917, welche Francie und Neeley gemeinsam auf dem Dach ihres Hauses verbringen.
Immer wieder wird klar, wie sehr Katie versucht, ihre Familie und die Finanzen zusammenzuhalten, wie sie noch mehr arbeitet, noch weniger isst, noch mehr spart und immer wieder sehr einzigartige aber äusserst pragmatische Lösungen für jedes noch so abwegige Problem findet, damit es ihren Kindern an nichts mangelt. Auch Johnny als Lebenskünstler und unverbesserlicher Optimist, der trotzdem manchmal in seiner Schwermut versinkt oder die beiden Kinder Francie und Neeley, welche sehr früh selbstständig und ebenso gerissen und lebensklug werden, wie ihre Mutter, haben mich mit ihrer ehrlichen und hilfsbereiten Art eine Achterbahnfahrt der Gefühle mit einigen Tränen und noch mehr Gelächter durchleben lassen. Durch das ganze Buch zieht sich ein Hauch von Wehmut, aber auch eine Aufbruchstimmung, die mich sofort erfasst und inspiriert hat.

Meine Empfehlung:
Das Buch hat mich von Anfang an abgeholt und emotional berührt, sehr gut unterhalten und mir eine wundervolle, von Zusammenhalt und - teilweise - Liebe, aber auch von Träumereien, Mut und Kraft geprägte Familie nähergebracht. Es hat mich wohl genau zum richtigen Zeitpunkt auf dem richtigen Fuss erwischt und ich gehe sehr inspiriert und um eine Erfahrung reicher aus dieser Leserunde und dieser Leseerfahrung, weshalb ich euch "Ein Baum wächst in Brooklyn", das einfach dieses Brooklyner-Gefühl so wunderbar vermitteln kann, sehr, sehr ans Herz lege.

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Veröffentlicht am 10.11.2021

Ich bin begeistert

Der Dieb
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Meine Meinung:
Mit angehaltenem Atem bin ich dem Protagonisten Nishimura, einem Taschendieb, der nach strengen persönlichen Prinzipien auf Beutezug geht, durch die Strassen Japans gefolgt. Zuerst habe ...

Meine Meinung:
Mit angehaltenem Atem bin ich dem Protagonisten Nishimura, einem Taschendieb, der nach strengen persönlichen Prinzipien auf Beutezug geht, durch die Strassen Japans gefolgt. Zuerst habe ich ihm nur beim einfachen Taschendiebstahl über die Schultern geschaut und bin dabei in seine Gedankengänge eingetaucht. Dann habe ich beobachtet, wie er sich mit einem kleinen Jungen anfreundet, der von seiner Mutter zum Klauen angestiftet wird. So kommt die Familie zu den alltäglichen Lebensmitteln, was in Nishimura einen starken Beschützerinstinkt weckt. Obwohl es gegen seine Ideale ist, beginnt er den Jungen halbherzig in seine Geheimnisse einzuweihen.
Schliesslich bin ich Nishimura in ein lebensgefährliches Abenteuer gefolgt, das die Geister der Vergangenheit in ihm weckt und ihn tief in die Unterwelt Topkios führt.
Innerhalb von wenigen Stunden habe ich dieses Buch inhaliert, Seite um Seite umgeblättert und mich in eine Welt enführen lassen, die mir komplett fremd ist und die mich bisher (zum Glück) nicht beschäftigt hat. In Zukunft werde ich definitiv die Augen offen halten...

Sprache:
Nakamura hat mich mit seinen Worten gefesselt und es ist eine absolute Meisterleistung des Autors und des Übersetzers, diese zwielichtige Welt des Stehlens, Lügens und Betrügens so fassbar zu machen. Die Beschreibungen des Alltags und der gefährlichen Aufgabe des Protagonisten haben mich auf eine ganz eigene zwischen Traum und Wirklichkeit schwankende Weise gefesselt und in dieser Geschichte versinken lassen. Klare, präzise und emotionslos wirkende Worte entwickeln dabei eine einzigartige Sogwirkung, die mich die Figuren trotzdem und um so besser hat verstehen lassen.

Meine Empfehlung:
Ich wusste überhaupt nicht, worauf ich mich da einlasse und bin absolut und restlos begeistert und werde die anderen Bücher von Fuminori Nakamura hoffentlich schon ganz bald lesen.

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Veröffentlicht am 10.11.2021

Der schwächste Band der Reihe, aber trotzdem einen Besuch in Budbury wert

Weihnachten mit Zimt und Happy End
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Meine Meinung:
Was habe ich lange auf diesen sechsten Teil der Reihe gewartet und ich habe mich riesig darüber gefreut, wieder zur Weihnachtszeit nach Budbury zu reisen und die weihnachtlichen Düfte, Geräusche, ...

Meine Meinung:
Was habe ich lange auf diesen sechsten Teil der Reihe gewartet und ich habe mich riesig darüber gefreut, wieder zur Weihnachtszeit nach Budbury zu reisen und die weihnachtlichen Düfte, Geräusche, den Trubel und die Lichterketten im Comfort Food Café zu erleben. Einmal mehr hat sich das Lesen dieses Buches angefühlt, wie ein Nachhausekommen und ausserdem habe ich endlich etwas über Katie und ihren Sohn Saul erfahren. Ausgerechnet Katie ist in den letzten Bänden nämlich ein wenig im Hintergrund geblieben, was sich nun geändert hat.
Leider aber ist der weihnachtliche Funke nicht ganz so sehr gesprungen, wie in "Weihnachten mit dir" oder auch "Schlittschuhglück und Mandelduft". Auch hat sich die Handlung ein wenig zäher entwickelt, als ich dies von den anderen Bänden kenne und ausserdem hat mich Katies Geschichte nicht so sehr berühren können, wie Lauras oder Zoes Schicksal.
Um so schöner fand ich aber die Mutter-Kind-Beziehung zwischen Katie und Saul beschrieben. Ich habe mit Katie mitgefiebert, die sich von ihrer traumatischen Kindheit und ihren immer streitenden Eltern und deren verkorksten Beziehung lösen möchte. Ausserdem hat mir sehr gut gefallen, wie Auburn und Katie in der Apotheke zusammenarbeiten und sich auch nach und nach miteinander anfreunden. Generell schaffen es in diesem Band Cherie und Laura aber auch die anderen uns bereits aus den Vorgängerbänden bekannten Figuren, die Handlung aktiv mitzugestalten und so den typischen Geist Budburys zu verströmen und Katies Geschichte wesentlich spannender zu machen.

Schreibstil:
Obwohl der Titel natürlich ein Happy End verspricht, hält das Buch noch einiges an überraschenden Wendungen, kleinen Schreckmomenten und humorvollen Szenen bereit, bevor es dann endlich so weit ist. Diese Entwicklungen haben mir sehr gut gefallen und mich wunderbar unterhalten. Ein wenig gestört hat mich die doch sehr stereotype Sprache, welche Frauen als leicht zu beeindrucken darstellt, sobald ein muskelbepackter Mann auftaucht. Auch haben die ganzen Verstrickungen für eine eher langsame Erzählweise gesorgt, die dann gegen Ende doch ein wenig gar vorhersehbar war.

Meine Empfehlung:
Einmal mehr gelingt es Debbie Macomber, ein nicht ganz einfaches Thema in die tröstliche Szene von Budbury hineinzuschreiben. Wenn auch dieser Band der bisher schwächste Band der Reihe ist, so lohnt sich eine Reise ins Comfort Food Café auch dieses Mal, damit endlich in Erfahrung gebracht werden kann, welche Geheimnisse Katie seit Jahren mit sich herumschleppt und um den bereits bekannten Figuren, welche sich in diesem Band von ihrer besten Seite zeigen und die Handlung so positiv beeinflussen, einen erneuten Besuch abzustatten.

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Veröffentlicht am 03.11.2021

Anspruchsvoll und spannend

Die drei Sonnen
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Meine Meinung:
Dieses Buch habe ich mir vor einigen Jahren von einem guten Freund ausgeliehen und kurz vor dem Umzug wollte ich es unbedingt beenden, damit wir es dann nicht mitschleppen müssen. Typische ...

Meine Meinung:
Dieses Buch habe ich mir vor einigen Jahren von einem guten Freund ausgeliehen und kurz vor dem Umzug wollte ich es unbedingt beenden, damit wir es dann nicht mitschleppen müssen. Typische Umzugs-To-Do's eines Bücherwurms
Zuerst einmal muss ich anmerken, dass ich Bücher mag, die mich fordern. Bücher, die mich auf eine Reise schicken, deren Ziel ich nicht kenne und/oder die sich mit Themen beschäftigen, mit denen ich mich bisher überhaupt nicht beschäftigt habe. Beides gelingt "Dei drei Sonnen", weshalb ich von der ersten Seite an gefesselt war.

Aufbau:
Cixin Lu verknüpft die brutalen Ereignisse der chinesischen Kulturrevolution mit dem bisher nur in Sonderfällen lösbaren Dreikörperproblem aus der Himmelsmechanik.
Er beginnt seine Geschichte in den 60er Jahren mit dem Schicksal der jungen Astrophysikerin Ye Wenjie, welche Teil des geheimen Forschungsprojektes "Rotes Ufer" wird.
In der Gegenwart beobachten wir den Nanowissenschaftler Wang Miao, der begleitet vom gefürchteten und bewunderten Polizisten Shi Qiang, auf eine Reihe von Suiziden brühmter Wissenschaftler:innen stösst. Der jüngste Fall ist ausgerechnet Ye Wenjies Tochter, weshalb Wang Miao Ye Wenjie aufsucht, um sie zum damaligen Forschungsprojekt "Rotes Ufer" zu befragen.
Gleichzeitig wird Wang Miao auf das aussergewöhnliche VR-Game 3body aufmerksam, welches die Welt von Trisolaris und deren steter Aufbau und Untergang thematisisert. Auch die Spieler von 3body bilden einen geheimnen Zirkel, in den sich Wang Miao einschleust und dabei Zeuge ungeheuerlicher Ereignisse und Überlegungen wird. Existiert Trisolaris wirklich? Und wie hängt das Dreikörperproblem der Himmelsmechanik damit zusammen?

Schreibstil:
Vor allem der Anfang der Geschichte ist äusserst brutal geschildert, bildet er doch einige Ereignisse der chinesischen Kulturrevolution ab. Auch im Verlauf des Buches wird einiges an Blut vergossen, was ich aber als zur Handlung passend und nicht übertrieben empfand.
Ausserdem ist der erste in der Gegenwart von Wang Miao spielende Teil sehr wissenschaftlich korrekt, gründlich recherchiert und anspruchsvoll aber gleichzeitig weiterhin sehr spannend erzählt. Ich habe dazu selber einige Recherchen angestellt und mich vom ausführlichen Anhang und Glossar inspirieren lassen. Das Buch verlangt seiner Leserschaft einiges ab, man muss wirklich mit dem Kopf dabei sein, was ich persönlich aber immer sehr gerne mag.
Nach etwa zwei Dritteln driftet die Handlung vom wissenschaftlichen Ansatz ab und bewegt sich immer weiter in fantastische Überlegungen und Konstruktionen. In einigen Rezensionen wurden einzelne kleine Rechenfehler und Logikfehler erwähnt, die allerdings auch bei der Übersetzung passiert sein können und weder die Handlung beeeinflussen, noch mir als mathematisches Antigenie auch nur annähernd aufgefallen wären
Ausserdem gab es bei mir einen Moment im dritten Drittel des Buches, an dem ich den Fokus ein wenig verloren habe, weil die ganzen Schilderungen doch sehr detailliert waren, aber am Schluss ist noch einmal so richtig Spannung aufgekommen und ich möchte den zweiten Teil sehr, sehr bald lesen (was sich sicher so oder so empfiehlt, da jetzt alle Erklärungen und Recherchen noch präsent sind).

Meine Empfehlung:
Dieser Ausflug in den Bereich der Science-Fiction-Literatur war für mich komplettes Neuland und um so spannender. Es freut mich sehr, dass ich einem Buch begegnet bin, das gekonnt historische Ereignisse, menschliche Schicksale und wissenschaftliche Erkenntnisse mit einer spannenden Geschichte verbindet und einen hohen Anspruch an die Leserschaft hat, aber auch bestens unterhält. Deshalb empfehle ich euch "Die drei Sonnen" sehr, sehr gerne weiter.

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Veröffentlicht am 26.10.2021

Berührend, voller Düfte, Liebe und Familiensinn

Ein Rezept fürs Glück
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Inhalt:
Laura ist eine begnadete Köchin und liebt es, ihre Kinder und ihren Mann, aber auch ihre Grossmutter, beste Freundin oder liebe Gäste zu bewirten und findet selber auch Trost und Halt in den Rezepten, ...

Inhalt:
Laura ist eine begnadete Köchin und liebt es, ihre Kinder und ihren Mann, aber auch ihre Grossmutter, beste Freundin oder liebe Gäste zu bewirten und findet selber auch Trost und Halt in den Rezepten, welche seit Jahrzehnten in Familienbesitz sind. Als sich ihr Leben von einem Tag auf den anderen auf den Kopf stellt, muss sie sich aufrappeln und neu erfinden und wird dabei von ihrer besten Freundin und ihrer Grossmutter mit Rat und Tat unterstützt.

Meine Meinung:
Veronica Henry hat mich zum dritten Mal mit einem ihrer Bücher überzeugen können und in dieses Buch bin ich besonders gerne eingetaucht, weil es auf zwei Zeitebenen erzählt wird. Der Vergangenheitsstrang, dessen Handlung im Jahr 1942 im Haus Nummer 11 an der Lark Hill in Bath beginnt, thematisiert die Bombardierungen der Stadt Bath und beschreibt, wie die junge Jilly und ihre beste Freundin Ivy sich gegenseitig beistehen, durch die dunkelsten Stunden helfen und sich nach den Bombennächten wieder aufraffen und anderen Menschen beistehen. Ich hätte nie erwartet, hinter diesem Cover eine solche Geschichte und einen so brutalen Beginn anzutreffen. Und wohl genau deshalb war ich von der ersten Seite an gefesselt und wollte unbedingt erfahren, was in den 75 Jahren bis zum Gegenwartsstrang alles noch geschehen würde.
Im Gegenwartsstrang, der 2017 spielt, begleiten wir die sympathische Laura, die Enkelin von Jilly, welche in diesem Erzählstrang von allen Kanga genannt wird. Laura wohnt ebenfalls im Haus Nummer 11 an der Lark Hill und befindet sich gerade an einem Wendepunkt in ihrem Leben. Nachdem ihre ältere Tochter Jaz das Haus bereits verlassen hat, zieht ihre Tochter Willow ebenfall aus, um in York zu studieren. Zudem erfährt Laure auch noch, dass ihr Mann Dom sie betrügt. Lauras Schicksal und ihre Verzweiflung gingen mir nahe und ihr Mut und ihre Energie, aus allem das Beste zu machen, haben mir imponiert. Sie ist eine starke und zugleich sehr gefühlvolle Protagonistin, die durch die Umstellungen in ihrem Alltag beginnt, zu sich selber zu finden.
Besonders gut gefallen hat mir, wie mit den Veränderungen im Haus - Laura räumt einige Zimmer aus und um - auch die Figuren einige Veränderungen durchleben und wie Laura durch das Kochen und Einmachen, das Kreieren und Gestalten Trost findet und neuen Lebensmut gewinnt.

Schreibstil:
Veronica Henry beschreibt äusserst eindringlich und gefühlvoll. Sie schafft es, das Kriegsgeschehen, die zerstörte Stadt und die Trauer, Wut und Verzweiflung der Menschen genau so greifbar zu machen, wie die Liebe, welche die Figuren füreinander empfinden. Auch die Gartenarbeit und die daraus resultierende köstliche Ernte sowie das Verarbeiten der hochwertigen Nahrungsmittel in der gemütlichen kleinen Küche werden so intensiv beschrieben, dass ich die Speisen, Chutneys und Saucen förmlich gerochen habe. Henrys Sprache ist liebevoll beschreibend, flüssig und packend zugleich und hat mich verzaubert.

Meine Empfehlung:
Ganz überraschend spielt dieses Buch nicht nur in der Gegenwart, sondern auch mitten im zweiten Weltkrieg und erzählt eine humorvolle, rührende Geschichte voller Düfte, Freundschaft, Liebe und unerschütterlicher Familienbande. Von mir gibt es eine herzliche Leseempfehlung.

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