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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.08.2021

Entscheidungsschwierigkeiten

Wir für uns
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Josie ist 40 Jahre alt und ist seit 9 Jahren die Affäre von Bengt, der seine Familie nicht für sie verlassen möchte. Sie lebt für die Dienstage mit ihm und ist nicht wirklich zufrieden mit der Situation, ...

Josie ist 40 Jahre alt und ist seit 9 Jahren die Affäre von Bengt, der seine Familie nicht für sie verlassen möchte. Sie lebt für die Dienstage mit ihm und ist nicht wirklich zufrieden mit der Situation, als sie ungewollt schwanger wird. Je mehr Bengt auf Abtreibung drängt, um sein gewohntes Leben beibehalten zu können, je mehr Zweifel regen sich in Josie. Dennoch gibt sie ihm immer nach, wird es auch diesmal so sein? Immerhin ist sie nicht mehr die Jüngste und es handelt sich um eine Risikoschwangerschaft. Die Themen Behinderung und Trisomie 21 stehen im Raum.
Kathi hat kurz vor der goldenen Hochzeit ihren Mann Werner beerdigt, der ihr Leben auch in weiten Teilen bestimmt hat. Ihr Sohn Max ist ihr fremd geworden, zudem möchte er sich von seiner liebenswerten Frau scheiden lassen. Immer wieder trauert sie neben Werner auch noch um den kleinen Laden, den sie seinetwegen aufgab und den sie von ihrem Opa geerbt hatte.
Durch einen Zufall lernen sich die beiden Frauen kennen. Abwechseln wird aus jeder Sicht etwas erzählt, sowohl aus der Gegenwart als auch aus der Vergangenheit. Durch diese Wechsel lässt sich die Geschichte gut lesen und man kommt flott voran. Die beiden Frauen bestärken einander in ihrer Entwicklung und den Entscheidungen.
Beide Frauen haben eine Entwicklung durchgemacht, die interessant zu verfolgen ist.
Jedoch konnte ich mich für keine von ihnen erwärmen. Beide kreisten mir zu sehr um sich selbst und erschienen mir in einigen Bereichen zu eingefahren. Ich hatte mir mehr Wärme und Tiefgang von diesem Buch erwartet, wie sie einige andere Nebencharaktere durchaus vermitteln konnten. Einige Probleme schienen mir auch etwas weit hergeholt, da hatte ich den Eindruck das Buch sollte noch etwas bereichert werden. Dass eine neue Freundin auftaucht, die ein Kind mit Down Syndrom hat, wo Josie sich gerade mit dem Thema beschäftigt, erschien mir zu gewollt. Ebenso wie das Thema Homosexualität, das nur oberflächlich gestreift wurde und einen verschämten Beigeschmack bekam. Für ältere Menschen ist es bestimmt schwer dies bei dem eigenen erwachsenen Kind zu akzeptieren, da hätte ich gerne mehr und vor allem differenzierter zu gelesen.
Insgesamt war das Buch kurzweilig und unterhaltsam zu lesen, aber da war noch deutlich Luft nach oben. Ich vergebe hier gerne 3 von 5 Sternen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.08.2021

Auf der Baustelle

Meine Schiebebahn-Pappe: Fahr mit auf der Baustelle
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Ein sehr schönes Mitmachbuch für Kinder ab 18 Monaten. Sie erleben hier mit, wie ein Haus im Apfelweg gebaut wird. Die einzelnen Schritte können in Bild und Wort miterlebt werden und zusätzlich zum Betrachten ...

Ein sehr schönes Mitmachbuch für Kinder ab 18 Monaten. Sie erleben hier mit, wie ein Haus im Apfelweg gebaut wird. Die einzelnen Schritte können in Bild und Wort miterlebt werden und zusätzlich zum Betrachten und Zuhören können die Kinder das jeweils thematisierte Fahrzeug innerhalb eines Rahmens bewegen. Das Fahrzeug ist auf eine stabile Pappscheibe gedruckt und kann bewegt werden, das fördert die Feinmotorik und bringt schnell Erfolgserlebnisse, dadurch wird das Buch interessant und wird auch gerne einmal alleine bespielt.
Schön ist, dass auf der Baustelle auch Frauen arbeiten und so ein Stück weit mit der klassischen Rollenverteilung in Kinderbüchern gebrochen wird. Gut, wenn dieses Selbstverständnis schon früh gefördert wird. Die Bilder sind schön gemacht, nicht zu überladen und von toller Farbigkeit. Ich habe dieses Buch als Geschenk gekauft und es kam sehr gut an.

Veröffentlicht am 09.08.2021

Besuch auf dem Bauernhof

Meine Schiebebahn-Pappe: Fahr mit auf dem Bauernhof
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Ein sehr schönes und stabiles Pappbilderbuch für kleine Leser ab 18 Monaten, bei dem sie nicht nur zuhören und betrachten können, sondern auch aktiv die Geschichte mitspielen können. Durch diese Ansprache ...

Ein sehr schönes und stabiles Pappbilderbuch für kleine Leser ab 18 Monaten, bei dem sie nicht nur zuhören und betrachten können, sondern auch aktiv die Geschichte mitspielen können. Durch diese Ansprache verschiedener Sinne prägt sich Vieles besser ein und wird leichter gelernt, zudem wird die Feinmotorik gefördert.
Die Fahrzeuge, die auf dem Bauernhof genutzt werden, sind auf dicke Pappscheiben gedruckt und diese können innerhalb von vorgestanzten Schienen bewegt werden, eine tolle Idee.
Das Leben auf dem Bauernhof ist spannend und viele Kinder kennen es lieber gar nicht. Sie können Heu mähen, Korn ernten, die Milch in einem Sammelwagen zur Molkerei fahren, den mit der Ernte beladenen Wagen auf den Wochenmarkt fahren, oder helfen ein Tier im Transporter zum Tierarzt zu bringen. Die schönen Illustrationen machen wirklich Spaß und werden durch kurze Texte sinnvoll ergänzt. Empfehlenswert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 09.08.2021

Gerne mehr davon

Tote schweigen nie
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Ein sehr gelungener Reihenauftakt um die junge Sektionsassistentin Cassie. Sie geht völlig in ihrer Arbeit auf und es ihr wichtig den Toten ihre Würde zu lassen und sie auf dem letzten Weg gut zu begleiten. ...

Ein sehr gelungener Reihenauftakt um die junge Sektionsassistentin Cassie. Sie geht völlig in ihrer Arbeit auf und es ihr wichtig den Toten ihre Würde zu lassen und sie auf dem letzten Weg gut zu begleiten. Sie spricht mit ihnen und hat auf mystische Weise manchmal Kontakt zu ein paar letzten Worten der Verstorbenen. Das ist schräg, kommt hier aber wirklich gut rüber und wirkt nicht so gewollt, wie es sich jetzt vielleicht anhört. Die junge Frau hat eine bewegte schwierige Vergangenheit und einen ungewöhnlichen Look, der häufig für Vorurteile sorgt.
Cassie kann sehr gut beobachten und liefert den Pathologen oft wertvolle Hinweise. Als sie eines Tages ihre ehemalige Lehrerin auf dem Tisch hat, glaubt sie nicht an einen natürlichen Tod, sie setzt alles daran, diesen Mord aufzuklären. Als sie alleine nicht weiterkommt, sucht sie Hilfe bei einer unterkühlten Polizistin, die sich stur an Regeln hält. Ein ungleiches Team, das sich aber notgedrungen zusammenrauft.
Der Fall wird durch kleinere Nebenfälle angereichert, die aber im Zusammenhang Sinn ergeben. Am Ende wird alles vollständig aufgeklärt, so dass keine Fragen offen bleiben. Durch geschickte Wendungen und Perspektivwechsel kann man sich in Hauptfiguren gut hineinversetzen und mitfiebern. Den wahren Täter und die Motive konnte ich lange Zeit nicht erahnen.
Die beiden Protagonistinnen werden gut vorgestellt, der Anteil der privaten Zusatzinformationen passt vom Umfang her. Mich hat das Buch sehr gut unterhalten und ich kann es weiterempfehlen. Für alle die Krimis mögen, in denen Forensik eine Rolle spielt und /oder die schräge, aber engagierte Charaktere lieben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.08.2021

Bildgewaltiges Romandebüt

Wie viel von diesen Hügeln ist Gold
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Eine chinesische Familie sucht Mitte des 19. Jahrhunderts in Amerika ihr Glück. Der Goldrausch, dem Viele folgten, verflüchtigt sich schnell. Stattdessen schuftet der Familienvater für einen Hungerlohn ...

Eine chinesische Familie sucht Mitte des 19. Jahrhunderts in Amerika ihr Glück. Der Goldrausch, dem Viele folgten, verflüchtigt sich schnell. Stattdessen schuftet der Familienvater für einen Hungerlohn im Bergbau.
Diese Zeit wird in Westernfilmen häufig romantisiert.
Viele Aspekte des Lebens damals werden hier entzaubert dargestellt.
Es gelingt der Autorin in ihrem Debüt diese Zeit lebendig werden zu lassen und eine Vielzahl von Problemen aufzugreifen, die noch heute aktuell sind.
Die Mutter der Familie ist tot, nun ist auch der Vater gestorben, die beiden Mädchen müssen sich allein behaupten. Sie fliehen mit der Leiche des Vaters, die sie in einer Truhe auf einem gestohlenen Pferd transportieren, aus der Stadt.
In mehreren Teilen erzählt die Autorin aus der Vergangenheit der Eltern und wie es den Kindern weiter ergeht. Die Mädchen suchen eine Heimat, fühlen sich aber weder China noch Amerika verbunden, woran die Umwelt mit Vorurteilen und Rassismus einen großen Anteil hat. Die Ausrottung von bestimmten Tierarten, die Ausbeutung der Natur, Bildung, der Umgang mit den Menschen, die das Land einst bewohnten und auch Genderfragen kommen zum Tragen. Ab und an wirkte das Buch durch diese Vielfalt etwas überfrachtet.
Erzählt wird in einer bildhaften Sprache, die den Leser gut anspricht. C Pam Zhang schafft es durch Wendungen zu überraschen und wenn man am wenigsten damit rechnet, hält sie einem den Spiegel vor. Das ist gut konstruiert und macht nachdenklich. Keine leichte Lektüre, aber eine lohnende, die mich noch länger beschäftigen wird. Gesellschaftsstrukturen werden hinterfragt und man wird animiert zu reflektieren. Mir hat das Buch gut gefallen.

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