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Veröffentlicht am 13.04.2021

Ein gelungener dritter Band!

Unbesiegbar
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Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin gefiel mir wieder sehr. Sie schreibt locker und flüssig, vermag es aber auch, ihren Protagonisten die nötige Ernsthaftigkeit in den Mund zu legen, die sie ihrem ...

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin gefiel mir wieder sehr. Sie schreibt locker und flüssig, vermag es aber auch, ihren Protagonisten die nötige Ernsthaftigkeit in den Mund zu legen, die sie ihrem Alter entsprechend sehr erwachsen wirken lassen. Für mich brachte sie die wichtigsten Erkenntnisse immer super auf den Punkt, ohne sie wie Kalendersprüche klingen zu lassen. Dazu gab es immer wieder Momente, die zum Schmunzeln waren:)

Meine Meinung:
Der Anfang war wieder sehr typisch für die Reihe. Die Protagonisten begegnen sich völlig ohne Vorwissen an einem Ort, an dem sie sich sonst nicht aufhalten. Dadurch hat man zunächst einmal ganz ohne Hintergrund die puren Gefühle zwischen den beiden Protagonisten. UND man blickt auch schon ein wenig auf den wahren Charakter der Figur, während er sich dann meist im Alltag hinter seiner Fassade versteckt. Gerade in diesem Band wird das sehr deutlich. Shawn verstellt sich sogar ganz gezielt, Taryn dagegen, muss erst herausfinden, dass sie in ihrem Alltag nicht sie selbst ist. Das wird hier wieder sehr gut herausgearbeitet.
Aber der Reihe nach. Taryn als Protagonistin ist auf den ersten Blick wohl nicht die spannendste Figur. Sie ist Dozentin, in der Vergangenheit gefangen, arbeitet verbissen an einem scheinbar in Nichts führenden Projekt und opfert sich für ihre Familie auf. Dabei vergisst sie, dass sie selbst auch noch ein Leben hat und vergeht förmlich im Stress. Dadurch jedoch, dass Shaw sehr früh auf Taryn trifft und beide sofort eine nahezu explosive Anziehung zueinander empfinden, wird sie schnell spannend. Die Arbeit an ihrer Vergangenheit wird zu einem spannenden Herzensprojekt, dass die Autorin wieder sehr schön als Nebenhandlung, die aber gleichzeitig den Kern der Geschehnisse ausmacht, darstellt.
Ihre Entwicklung fand ich ebenfalls gut gemacht. Man merkt, wie sie immer mehr zu ihrem Leben findet, wie sie lernt, für das zu kämpfen, was ihr wichtig ist und dennoch wird am Ende fein ausgearbeitet, was Vergangenheit und Gegenwart zusammenfügt, sodass man eine authentische Zukunftsaussicht erhält.
So und dann einmal Taryn in Bezug auf ihre Beziehung zu Shawn: Ich liebe diese Geschichten einfach, weil die Protagonisten nicht nur erwachsen sind, sondern sich auch so verhalten. Statt panisch irgendetwas anzunehmen, ewig beleidigt zu sein, oder eine Sache aus etwas zu machen, dass durch ein Gespräch schnell geklärt werden zu können, redet sie. Sie spricht Sachen an, ist fähig, über Kleineres hinwegzusehen und sich auf das große Ganze einzulassen. Das klärt nicht nur so manche Situation, sondern macht auch Shawn viel greifbarer. Ansonsten bliebe nämlich nur die Möglichkeit, Shawn komplett zu verteufeln.

Shaw hat mal wieder bewiesen, dass bei Roni Loren nicht nur die Hauptprotagonistinnen ihr Päckchen zu tragen haben, weil sie alle unterschiedlich aus ihrer Vergangenheit herausgetreten sind. Auch die männlichen Protagonisten sind von etwas geprägt. Bei Shawn ist es jetzt allerdings das erste Mal, dass ihre Vergangenheit ganz konkret zusammenhängt. Die Situation ist dadurch definitiv keine einfache. Die Autorin ist hier aber einfach konstant geblieben und hat ihre Protagonistin mit dem Typen verbandelt, der das in sich vereint, was bei der Prota zu den größten Gewissenskonflikten führt. Ich mochte Shawn total gerne. Er ist ein unheimlich guter Kerl, der sich aus Schuldgefühlen komplett aufgegeben hat und so eine sehr zarte, verletzliche Saite zeigt. Gleichzeitig ist er aber eigentlich ein recht fröhlicher Mensch und er versucht es immer allen recht zu machen.

Die Beziehung der beiden zueinander fand ich aber im Vergleich zu den anderen beiden Bänden vielleicht am schwächsten. Man versteht zwar die Umstände und es gibt auch eine triftige Begründung für die Verzögerung ihrer Gefühle, aber mir wurde doch lange Zeit in den Gedanken der beiden nicht deutlich genug, wie sie zu dem anderen stehen. Beide verdrängen die Auseinandersetzung sowohl mit ihren Gefühlen als auch mit ihrer gesellschaftlichen Situation als Paar in der Gesellschaft lange Zeit. Man spürt die Gefühle zwar trotzdem, aber die Geschichte verlangsamt sich durch diese wenig leidenschaftliche Auseinandersetzung damit ein wenig. So würde ich ebenfalls sagen, dass es bisher der Band ist, der am meisten Länge besitzt. Auch, wenn er sich dennoch weiterhin gut lesen ließ.

Das Ende war dann super. Die Entwicklung der Protagonisten wurde vollendet und zwar auf allen Ebenen (sowohl gefühlstechnisch als auch in Bezug auf Freunde und Familie und neue Zukunftsperspektive). Es wurde doch noch nahezu kitschig mit einer schönen Endszene und das Kernprojekt der Geschichte hat alles noch moralisch super schön untermauert. Ich bin jedes Mal nach dem Lesen eines Bandes der Autorin wieder happy, die Geschichte gelesen zu haben, weil nicht nur die Liebesgeschichten schön sind, sondern es auch einfach interessant und berührend, welche Wohltätigkeitsprojekte darin aufgenommen werden. So fühlt sich die Geschichte hinterher nicht an, als hätte man nur Ewigkeiten von einem Liebespaar gelesen, dass sich liebt, aber das nicht kapiertXD

Fazit:
Im Vergleich zu den anderen zwei Bänden war dieser vielleicht ein ganz klein wenig schwächer, weil einfach mehr Länge da war. Ansonsten aber ließ es sich super lesen, die Nebenhandlung war wieder super, die Protagonisten sympathisch und erwachsen (kein Nicht-Gerede, bei dem man nur die Augen verdrehen kann) und viele schöne, lustige und berührende Szenen.

Von mir gibt es 4 von 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 11.04.2021

Wenig feinfühlig

The Story of a Love Song
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Der Schreibstil:
Wie gewohnt ist der Schreibstil locker leicht und sehr lustig sowie sexuell aufgeladen. Hier reihen sich wirklich Sexbeschreibungen an kuriose Szenen. Für den Lesefluss war das auf jeden ...

Der Schreibstil:
Wie gewohnt ist der Schreibstil locker leicht und sehr lustig sowie sexuell aufgeladen. Hier reihen sich wirklich Sexbeschreibungen an kuriose Szenen. Für den Lesefluss war das auf jeden Fall förderlich, auf Ebene der Figurenbeziehungen dagegen wirkte es wenig feinfühlig. Da wurde schon so manche Szene mit Humor übergangen, die eigentlich etwas ernster hätte angegangen werden müssen. Zudem gab es meiner Meinung nach gegen Ende des Buches immer wieder unglückliche Formulierungen, die die Figuren merkwürdig klingen ließen.

Meine Meinung:
Der Einstieg in die Geschichte fiel mir sehr leicht. Luca ist als Protagonistin durch ihr Handicap total interessant und auch sehr sympathisch. Ich mochte ihre leicht zurückhaltende, aber ehrliche Art mit der sie der Welt entgegentritt und sich an die Briefe wagt, die ihr Leben verändern.
Bezüglich der Briefe war ich erst einmal wirklich skeptisch. Ich mag Briefromane nicht ganz so gerne, weil mir da immer zu wenig passiert und man meist das ganze Buch über auf das Treffen hofft. Irgendwann bin ich dieses Hoffen dann leid. Hier war es mit den Briefen aber erst einmal in Ordnung, weil sie total süß haben. Griffin und Luca nähern sich langsam wieder einander an und sind überraschend ehrlich in ihren Briefen. Während andere Leben fernab der Briefe weiterlaufen, als wäre nichts, neigen sich Griffins und Lucas Leben dem Plot der Briefe sehr schnell an. Das ließ mich zu hoffen wagen, dass man hier gar nicht so lange auf das Treffen warten muss und das fand ich sehr gut. Dadurch kam einfach mehr Action und mehr andere Spannung in die Geschichte.

Was ich etwas merkwürdig fand und was letztlich auch für mich der Anfang vom Ende war, waren die vielen Sexbeschreibungen in den Briefen. Erst sind die noch ganz süß und natürlich witzig (eben Vi Keeland), aber irgendwann enthalten sie fast nur noch Beschreibungen sexueller Fantasien oder ähnlichem. Gerade, weil die beiden sich doch noch sehr fremd sind und beinahe anonym schreiben, klang das alles doch sehr unrealistisch und befremdlich. Es liest sich wie eine Art Brautwerbung, dabei hätten die beiden sich doch eigentlich noch genug anderes zu erzählen. Das verlagerte die Beziehung der beiden auf eine sehr komische Ebene, die man in Bezug auf eine wahre Liebesgeschichte nicht mehr so ganz ernst nehmen konnte.

So zu Lucas Hintergrund direkt kann ich sagen, dass mir da ein wenig die Abgrenzung gefehlt hat. Ihr Handicap wird zwar immer wieder mal kurz beschrieben, man wird aber nicht so ganz schlau daraus, worauf es ihr nun wirklich ankommt und was möglich und was unmöglich ist. Dadurch kann man nicht immer nachvollziehen, warum eine Situation auf diese oder jene Art ausgeht. Es wirkte einfach unlogisch und hat Lucas Handicap etwas an Glaubwürdigkeit verlieren lassen. Vor allem, weil es dann, wenn es im Plot als Wendepunkt gut passt, wieder stärker ausgeprägt beschrieben wird.
Griffin fand ich anfangs sehr sympathisch. Er wollte Luca aufmuntern und bewies ein wenig, dass der Status in der Gesellschaft nicht zählt (das Aussehen aber wohl indirekt doch, denn beide werden als natürlich perfekt beschrieben). Seine Gründe dafür, Luca Informationen vorzuenthalten und nicht alles über sich preiszugeben, waren für mich allerdings nicht immer nachvollziehbar. Ganz allgemein ist es hier so, dass die Beziehung so aufgebaut wird, dass sie eigentlich unmöglich scheint. Wie man das so kennt, wird es bei solch einem Buch am Ende nicht so ausgehen, aber Griffin macht es einem nicht leicht, dass Ganze als realistisch wahrnehmbar zu betrachten.
Irgendwann fing es aber damit an, dass Griffin Luca ein wenig zu sehr auf ihre Sexualität zu beschränken. Er schreibt ihr davon, was er mit ihr tun will, obwohl sie sich praktisch gar nicht kennen, sobald sie sich kennen, geht er ihr an die Wäsche (ob das so richtig einvernehmlich geschah, blieb für mich zweifelhaft) und belagert sie in der Downphase der Geschichte mit Sexwitzen. Ich habe mich zwischendurch wirklich gefragt, um was es hier ging. Mir machte es jedenfalls nicht den Eindruck, als läse ich eine Liebesgeschichte. Von Liebe habe ich nämlich nicht viel gespürt. Wenn dann von der Begeisterung, die man für eine Affäre hegt. Mag sein, dass gegen Ende noch Details eingeführt werden, die zeigen sollen, wie gut er Luca kennt und wie tief ihre Beziehung ist, dem geht jedoch viel vorweg, was für mich ebenfalls von zweifelhaften Ruf war.

Luca gerät in eine Art Abhängigkeit zu Griffin. Erst ist er ihre Stütze, etwas das ihr positiv aus ihrer Vergangenheit in Erinnerung geblieben ist, dann wird er zu ihrem Freund, dem sie sich anvertrauen und auch mit dem sie Dinge ausprobieren kann, mal ganz normal sein kann. Dann aber wird er zu jemandem, der sie auf eine Art beeinflusst, die nicht mehr länger gut für sie ist. Ihr Handicap gerät in den Hintergrund bzw. wird verdrängt, ihre Gedanken von Griffin beherrscht, Rückfälle runtergemacht. Wenn Griffin sie zu sehr bedrängt oder Mist baut, schafft er es, Luca einzureden, sie sei Schuld. Gehen Lucas Gedanken einmal in die richtige Richtung (sie denkt über das nach, was Griffin mit ihr macht/zweifelt), verdreht er ihr förmlich die Wahrheit im Munde und lenkt sie fein in eine andere Richtung. Ich habe mich echt gefragt, in welchem Psychodrama ich da gelandet bin.
Zwar gab es auch süße Aktionen zwischen den beiden, aber die wurden immer schnell abgehandelt, sodass sie wie vorgespult zum „Wesentlichen“ schienen. Auf diesem Weg fehlten aber die Emotionen. Alles, was nicht in diesem Psychodurcheinander verloren geht, verliert sich im Witz, den die Geschichte enthält.

So und nun noch zu diesem Rockstarding: Können wir einmal festhalten, dass Griffins Unsicherheit in Bezug auf Luca nicht nachvollziehbar oder logisch scheint, sondern vielmehr ganz oberflächlich und egozentrisch wirkt? Wenn ihr das Buch lesen solltet, dann werdet ihr das merken. Ganz generell scheinen alle zentralen Thematiken verschoben. Man besucht einen völlig Fremden, der einen unheimlich gut beeinflussen kann – Luca denkt daran, mit wie vielen Frauen Griffin wohl im Bett war. Was ist daran bitte logisch?! Und so ging es weiter. Die Thematiken, auf die es ankam, die ausdiskutiert, wohlüberlegt oder schlicht besprochen hätten werden müssen, werden unter den Tisch fallen gelassen und weichen irgendetwas, das definitiv mit Sex zu tun hat.

Und jetzt zum letzten Abschnitt der Geschichte: Wie ihr euch vielleicht denken könnt, geht einem Happy End immer ein Wendepunkt voraus, bei dem mal alles nicht so happy ist. Es wurde unheimlich mit Lucas Handicap gespielt und das so, dass es sehr sehr konstruiert wirkte und auch einfach langfristig betrachtet, ziemlich heftig gewesen wäre (hätte man es authentisch haben wollen). Da haben die Autorinnen meiner Meinung nach ziemlich übertrieben und mal wieder bewiesen, dass die Emotionen hier einfach nicht gegeben sind. Luca und Griffin können keine Krise überwältigen (jedenfalls nicht adäquat und auf einer tieferen Ebene), weil sie so nie miteinander sind. VORSICHT IRONIE: Wenigstens hat sich jetzt auch der einzige Nebenprotagonist dazu entschlossen, die wunderbare und vor allem gesunde Beziehung zwischen Griffin und Luca zu fördern. Und das, obwohl er Lucas Therapeut ist und eigentlich um ihr seelisches Wohl besorgt sein müsste.

Tja, was kann ich Positives zu der Geschichte sagen? Ich mochte die Aktionen, die Griffin gegen Ende des Buches Luca zuliebe veranstaltet hat, ich mochte den etwas schrägen Therapeuten mit seiner Vogelliebe (bitte aber sein therapeutisches Können abziehen) und ich mochte es, dass das Buch sich leicht und locker lesen ließ, weil eben nichts tiefer ging, alles recht witzig aufgemacht war und „langweiliges“ (was die beiden voran gebracht hätte) schnell erzählt wurde.

Fazit:
Ich habe gelacht und konnte das Buch schnell durchlesen. Ich habe aber auch viel die Stirn gerunzelt, war enttäuscht, entsetzt und durchaus nicht davon angetan, wie Griffin hier auf Luca einwirkt. Für mich fehlte der Geschichte sämtliches Feingefühl, Emotionen, Tiefe und auch die nötige Ernsthaftigkeit, die eine Protagonistin mit dem Hintergrund, gebraucht hätte. Ich war mir bewusst, dass die Vi Keeland-Bücher meist sehr lustig sind und habe da anfangs auch noch drüber hinweg gesehen und mich einfach amüsiert. Irgendwann rutscht es aber in eine Richtung ab, die mir nicht mehr wirklich gefiel. So würde ich sagen, dass mir das erste Viertel des Buches gefallen hat (mit der Info im Kopf, dass Keeland eben so schreibt und man sie deshalb mag), der Rest des Buches konnte mich jedoch nicht überzeugen.

2 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 11.04.2021

Liebe die Mischung aus Natur und College!

Touch of Ink, Band 1: Die Sage der Wandler (Fesselnde Gestaltwandler-Romantasy)
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Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm flüssig. Die wichtigen Momente konnten sehr gut eingefangen werden und waren durchaus aufregend mitzuerleben. Vielleicht hat mir manchmal etwas ...

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm flüssig. Die wichtigen Momente konnten sehr gut eingefangen werden und waren durchaus aufregend mitzuerleben. Vielleicht hat mir manchmal etwas an Geschwindigkeit gefehlt, um der Geschichte an manchen Stellen Länge zu nehmen und sie etwas lockerer zu gestalten. Ansonsten aber fühlte ich mich sehr wohl mit der Darstellung. Die College-Atmosphäre war da, ebenso das Kleinstadtfeeling und dann noch das leicht mystische Flimmern durch die Hintergründe der Geschichte.
Was ich vom Stil her als nicht ganz ausgereift empfand, waren die Beschreibungen zu den Tribes. Sowohl im Fließtext als auch in den Zwischenkapiteln, die einzig dem Zweck dienen, die Tribes zu erklären, erschien mir der Stil recht kindisch – naiv und wenig differenziert. Die Beschreibungen fielen für mich einfach aus dem ansonsten an das Alter der Protagonisten angepassten Schreibstil.

Meine Meinung:
Ich habe super in die Geschichte hineingefunden. Der Collageflair, der anfangs vorrangig herrscht, unterstützt das einfach. Zudem spielt die Story in Kanada, in einer kleineren Stadt, was ich persönlich sehr schön fand. Quinn war mir ebenfalls gleich sympathisch. Einerseits muss sie sich in diesem neuen Leben nun zurechtfinden (als Ersti), andererseits erhält sie aber auch schnell Attribute, die sie geheimnisvoll wirken lassen und den Leser neugierig machen. Wenn man genau aufpasst, kann man schon auf den ersten Seiten die ersten Puzzleteile sammeln, denn auch Nathan taucht früh auf. Allerdings etwas unscheinbar. Mir war zunächst gar nicht klar, dass er nun der Love-Interest sein sollte. Vielmehr erschien er mir wie die erste Person, die die Hauptprota trifft und die dann zu ihrem besten Freund wird. Aber so weit weg ist diese Annahme auch gar nicht. Nathan und Quinn verstehen sich von Anfang an auf einer sehr feinen Ebene. Die ganze Handlung hinweg habe ich es genossen, dass die Beziehung zwischen ihnen so vertrauensvoll, freundschaftlich, aber eben auch tiefer ist. Die Anziehung zwischen ihnen wirkte nie kitschig oder dramatisch, nicht so, wie man es vielleicht von den meisten Büchern kennt (ihr wisst schon mit diesem Gehabe von wegen: Liebe auf den ersten Blick o. Hate vs. Love o. ähnlich dramatischen Situationen). Stattdessen wirkt alles bei ihnen super natürlich und einfach schön. Ich hatte, wenn es mal nur um sie ging, jedes Mal das warme Gefühl, dass das einfach eine schöne Beziehung ist, die die beiden da zueinander aufbauen. Sie ist intensiv, aber langsam. Dazu passt auch, dass es hier keine expliziten Sexszenen gibt, wie es oftmals bei Fantasyromanen der Fall ist.

Langsam ist auch eher der Rest der Handlung. Mir gefiel es von der Spannung her ganz gut, weil sie schon da war – es gab immer wieder Situationen und Handlungsstränge, die dies begünstigten – es läuft allerdings alles wenig schnell und dramatisch ab. Für den ein oder anderen mag das zu langatmig gewirkt haben, ich für meinen Teil habe es aber genossen. Wenn es um Quinn und Nathan ging, war man voll bei ihnen, ebenso dann, wenn es um Quinn selbst oder die anderen Ereignisse der Geschichte ging.
Natürlich war aber nicht alles so ganz unvorhersehbar. Dafür habe ich wohl zu wenige Bücher gelesen. Gerade diese Romeo-und Julia-Geschichte war für mich ziemlich schnell ersichtlich. (Allerdings möchte ich auch hier wieder betonen, dass es sehr undramatisch ablief, sodass man sich nicht so ins Klischee gedrückt fühlte.) Gut fand ich daran aber, dass die Autorin wirklich viele Anhaltspunkte auf ein mögliches Ende des Buches geliefert hat. Es gab viele viele kleine Puzzleteile, die man teilweise aber nur wahrnahm, wenn man sehr gut aufpasste. Gegen Ende habe ich mich dann doch manchmal über mich selbst geärgert, weil ich schon die ganze Zeit über das Gefühl hatte, dass etwas so oder so sein musste, es wurde aber so fein gesät, dass ich es für mich selbst gar nicht in Gedanken gefasst habe. Dadurch wurde das Ende dann doch überraschender, als ich anfangs vermutet hatte.

Vielleicht darf ich hier vorausgreifen, dass das Ende für mich dennoch nicht ganz perfekt war, weil mir irgendwann etwas Kommunikation zwischen den Protas gefehlt hat. Da wäre durchaus meiner Meinung nach noch Potential für noch mehr Wendungen gewesen. Gerade, weil doch viele Figuren aufeinandertreffen, die sich vorher nie begegnet sind und die eigentlich Konflikte auslösen müssten. Aber vielleicht ist das auch nur in den nächsten Band geschoben worden. Es lässt sich auf jeden Fall schon erahnen, dass am Ende nicht alles gesagt wurde, was zur wirklichen Auflösung der Ereignisse führt, weshalb die Autorin dort entsprechend lose Fäden erzeugt hat, die neugierig auf einen zweiten Band machen.

Dann nochmal zu dem Thema der Story. Es ist nicht ganz leicht, hierzu was zu sagen, ohne zu spoilern. Ich kann aber sagen, dass ich das eigentliche Thema der Geschichte als sehr schön inszeniert empfand. Ich habe dazu schon so einige Bücher gelesen, fand es hier aber toll, dass es nochmal etwas anders aufbereitet wurde. Dazu kam, dass die Thematik sehr stark mit der Natur zusammenhängt. Diese Naturverbundenheit spürt man fein in den Protas, den Themen und den Ereignissen, wie auch der Geschichte der Handlung. Es geht viel um instinktive Gefühle, Verbundenheiten, die einzig auf Gefühlen beruhen. Dadurch erhält die Geschichte viel Charakter und auch die Nebenprotagonisten wurden super in die Handlung eingebunden. Mir gefiel einfach, dass dieses Nebeneinander – die Thematik der Geschichte und die Verortung innerhalb des Collegeumfeldes – auch ineinanderhakte und das Fantastische der Geschichte somit gut in der Realität verankert war.

Und nun noch kurz zu den Hauptprotagonisten:
Quinn war die perfekte Besetzung für ihre Rolle^^, weil sie durch ihre forsche und unerschrockene Art dafür sorgte, dass die Geschichte nicht einschlief. Sie drängt immer wieder vor, handelt instinktiv und lässt sich nicht von eigentlich festgeschriebenen Normen beeindrucken. An einigen Stellen war mir das sogar etwas zu viel. Da hätte ich mir doch gewünscht, dass sie noch einen Gedanken mehr daran „verschwendet“, was sie da gerade eigentlich vor hat. Aber hätte Nathan den Ton angegeben, wäre das Buch wohl jetzt noch nicht zu EndeXD
Nathan ist so ein bisschen das Gegenteil von Quinn. Er ist ruhiger, besonnener und handelt überlegter. Allerdings nicht einfach so, sondern weil er bereits seine Erfahrungen gemacht hat, die ihn letztlich so beeinflusst haben. Das kommt innerhalb der Handlung ganz schön rüber und die Thematik darüber sorgt dafür, dass Quinn und Nathan neben den ganzen beeindruckenden Ereignissen des Handlungsverlaufs auch etwas haben, worüber sie tiefergehende Gespräche führen können. Ich habe Nathan´s Handeln auf jeden Fall gut nachvollziehen können. Der Star der Geschichte bleibt aber wohl Quinn:)

Fazit:
Die Story von „Touch of Ink“ arbeitet eher langsam und besonnen, jedoch mit vielen Feinheiten und Details. Die Spannung ist dadurch nicht immer so mitreißend, wie eine überdramatisierte Lovestory um Leben und Tod. Mir persönlich hat das aber gefallen. Es war genug Spannung, um gut voranzukommen und selbst zum Denken angeregt zu werden. Mir gefiel die Thematik sehr und die Protas waren durchweg sympathisch. (Obwohl es natürlich auch die gemeine Zicke gibt.) Die Mischung aus Collegeflair, Fantasy und Natur in einer kleineren Stadt erzeugt ein tolles Feeling, von dem man sich gerne mitnehmen lässt. Ich denke, dass es zwischendurch noch ein klein wenig mehr Wendungen hätte geben können, ebenso wie etwas weniger Naivität der Hauptprotagonistin. An der Lovestory dagegen habe ich nichts auszusetzen. Da passte die geringe Dramatik einfach perfekt!

Von mir gibt es 4 von 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 16.03.2021

Besser als Band 1, aber da ist noch Luft nach oben

Shadowscent - Die Krone des Lichts
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Schreibstil:
Meiner Meinung nach schreibt die Autorin flüssig und in einem schönen Sinnzusammenhang. Ich hätte mir vielleicht aber noch etwas mehr Geschwindigkeit in ihrem Stil gewünscht. Die Geschichte ...

Schreibstil:
Meiner Meinung nach schreibt die Autorin flüssig und in einem schönen Sinnzusammenhang. Ich hätte mir vielleicht aber noch etwas mehr Geschwindigkeit in ihrem Stil gewünscht. Die Geschichte plätschert ein bisschen vor sich hin und das u.a. weil vieles nicht stark genug auf den Punkt gebracht wird. Dazu kommt, dass es zwar Ansätze von sprachlicher Raffinesse gibt (wie in Band 1 in Zusammenhang mit Schlussfolgerungen zu Düften, aber hier auch verstärkt auf die Magie bezogen), diese aber nur wenig mit den wichtigsten Ereignissen der Geschichten zu tun haben. Da hätte meiner Meinung noch ein wenig mehr Zusammenhang hergestellt werden können, um den Handlungsverlauf auch sprachlich etwas komplexer wirken zu lassen.

Meine Meinung:
Der Anschluss an Band 1 erfolgte nahtlos. Je nachdem, wann man das Buch zuvor beendet hat, ist man also sofort wieder in der Story. Allerdings passierte mir zu Anfang zu wenig. Ich brauchte einige Seiten, um die Spannung im Handlungsverlauf zu finden. Dazu kommt, dass in diesem Band eine neue Erzählperspektive dazukommt: die von Luz. Ich musste so zunächst erst einmal ein Gespür für sie bekommen und hatte gleichzeitig damit zu kämpfen, dass man von ihr noch so wenig weiß und sie sich gerne in Geheimnissen ausdrückt. Man tappt also erst einmal ziemlich im Dunklen und hat nur vage im Kopf, was jetzt passieren könnte. Schließlich haben wir nur einen Anhaltspunkt aus Band 1:
ACHTUNG SPOILER
Irgendjemand anderes steckt hinter dem Anschlag auf den Prinzen und hat nun auch Ash gefangen genommen.
SPOILER AUS
Dementsprechend hat man nicht nur als Leser das Gefühl, kein richtiges Zeil mehr vor Augen zu haben, sondern auch Rakel scheint orientierungslos. Ich konnte nachvollziehen, was in ihr vorgeht, dennoch habe ich die starke, abenteuerlustige Rakel in diesem Buch oft vermisst. Zwar gibt es die ein oder andere Szene, die sie anheizt und mit ihrem altbekannten Willen aufmischt, jedoch sind das ziemlich wenige.
Der Handlungsverlauf verlagert sich hier ganz klar auf die Magie, die das Reich Aramtesch beherbergt und damit einhergehend die ganzen Geheimnisse, die die verschiedensten Personen bewahren. Ash fand ich in diesem Zusammenhang wieder total interessant und spannend. Er ist einfach eine Hauptfigur, die alles bietet, was man sich erträumt: ein starker, geheimnisvoller Krieger, der im Inneren sehr verletzlich ist und ein gutes Herz hat. Und genau um seine Verletzlichkeit geht es in diesem Buch. Er steht im Zwiespalt zwischen der guten und der „schlechten“, eher dunklen Seite in sich und ist auf der Suche nach seiner eigenen Identität. Das fand ich schön dargestellt, v.a. weil es mit der Thematik der Geschichte einhergeht. Er hat nämlich noch weitaus mehr zu bewältigen und ist den Großteil der Geschichte von den anderen getrennt, sodass er einen eigenen Handlungsstrang in den Handlungsverlauf bringt, der für Spannung sorgt.
Was Luz angeht, so bleibt ihr genaues Tun bis zum Schluss ein Geheimnis und sie undurchschaubar. Bei Luz kann man nicht einfach sagen, sie sei gut oder böse, sie sei männlich oder weiblich. Sie ist eine sehr variable Figur, die ihre geheimnisvolle Position gut ausfüllt und immer wieder für kleine Überraschungen gut ist.

Zur Handlung:
Ich muss tatsächlich sagen, dass ich es bezogen auf die komplette Handlung einfach etwas schade fand, dass Rakel nicht ganz so stark war. Zwar haben wir da diesen Ausflug hin in die Wissenschaft, erstmals werden sich Gedanken um die Zukunft gemacht, die innovativ raus aus dem mittelalterlichen Umfeld der Geschichte finden.. Das fand ich total cool, weil oft alles so einfach scheint. Ein Wundermittel und zack. Genau das passiert nicht. Alles bleibt verzwickt, muss überlegt werden und nichts ist einfach nur schwarz-weiß. Dem Leser wird dies durch Rakel, die jedoch ein wenig in dem Dazwischen verweilt, aber auch durch den Prinzen und die Machtverhältnisse im Land klar. Ansonsten hält Rakel sich aber aus den interessanten Dingen der Geschichte etwas raus.
Das kann man negativ wie auch positiv sehen. Mit Luz zum Beispiel kommt eine neue Ebene in die Geschichte: der Untergrund, die Hintergründe, all das, was dem Prinzen und somit auch Rakel und Ash nicht zugänglich ist, wird durch sie sichtbar und findet seinen Weg in die Geschichte. Die Verstrickungen dieses „Geheimwissens“ mit Ashs Perspektive, die viel Magie enthält, waren für mich der Hauptspannungspunkt der Geschichte. Man rätselt mit, leidet mit (hier kamen wirklich auch viele Emotionen auf) und bekommt die Gelegenheit, sich vollständig in die Geschichte hineinziehen zu lassen. Entsprechend ernst wird es auch. Es geht irgendwann um Leben und Tod, was ich persönlich super fand. Eine Fantasygeschichte benötigt für mich immer ein gewisses Maß an Ernsthaftigkeit und auch tödlicher Dramatik. Schließlich hat die Welt Ähnlichkeiten zum Mittelalter.

Weiter fand ich es gut, wie Ashs Teil der Geschichte bedrohlich und traurig zugleich war. Gerade dadurch, dass die Bedrohung unmittelbar in seinem Charakter liegt, erhielt die Geschichte viel Tiefe und konnte beweisen, dass die Vorgänge nicht oberflächlich sind.
Der Handlungsverlauf war zudem im Vergleich zu Band eins nicht so linear. Es gab mehr zu rätseln, mehr Ungereimtheiten und mehr Action. Die Ortswechsel sind nicht mehr so vorhersehbar und das Ziel lange Zeit unklar. Es ist mehr ein mitreißen lassen von den Geschehnissen, was ich wesentlich besser fand.
Auch dass Ash und Rakel nicht die ganze Zeit über zusammen auftreten, sondern beide ihre eigenen Probleme haben und sich eigentlich nur nebensächlich bemühen, zu dem anderen zu gelangen, fand ich für die Geschichte förderlich. Es sorgte einfach für mehr Dynamik.

Fazit:
Alles in allem fand ich diesen Band besser als den davor. Es gab mehr Tiefe, mehr zum Rätseln und der Handlungsverlauf war nicht mehr so gleichförmig und linear. Rakel war dafür dieses Mal etwas schwächer, Ash jedoch stärker. Der Schreibstil war weiterhin gut auf die Geschichte eingespielt, es fehlte mir nur manchmal etwas an Raffinesse. Das brachte einige Längen mit sich. Ansonsten bin ich aber sehr zufrieden mit der Geschichte. Es wird ernster, actionreicher und auch überlegter. Die Ereignisse laufen nicht mehr so glatt wie in Band eins und durch die dritte, neue Perspektive von Luz, erhielt die Geschichte viele Hintergründe, die Grauschlieren zwischen dem schwarz und weiß verursachten. Ebenfalls sehr förderlich für die Handlung.

Von mir gibt es 4 von 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 16.03.2021

Wundervolle Geschichte, die mich sofort mitreißen konnte

One Last Dance
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Schreibstil:
Den Schreibstil der Autorin empfand ich als super gut zu lesen. Ich habe das Buch wirklich fast in einem Rutsch durchgelesen. Es ließ mich nicht mehr los. Keine Längen, kein komisches Geplänkel, ...

Schreibstil:
Den Schreibstil der Autorin empfand ich als super gut zu lesen. Ich habe das Buch wirklich fast in einem Rutsch durchgelesen. Es ließ mich nicht mehr los. Keine Längen, kein komisches Geplänkel, nicht zu viel Sex, keine langen Sätze, unlogischen Formulierungen oder Drumherumgerede. Kurzum: ein flüssiger, lockerer Schreibstil, der sich super lesen ließ und die Geschichte perfekt unterstützte.

Meine Meinung:
Ich war vom ersten Moment an drin in der Geschichte. Gillian wird als taffe Frau beschrieben, die jetzt aber vor einer Mammutsaufgabe steht und dabei zu zerbrechen droht. Für mich die Charakterisierung einer idealen Hauptfigur. Sie macht neugierig, erzeugt Erwartungen, die vielversprechend im Hinblick auf eine gleichgestellte Beziehung schüren, und bringt gleichzeitig viel Tiefe und Emotionen in die Handlung. Ihr Perspektivkapitel ging entsprechend gleich flott und neugierig machend los und hat schnell deutlich gemacht, dass ein obdachloser Streetdancer ihr Leben durchaus bereichern könnte.
Im Verlauf der Handlung blieb sie mir genau so sympathisch. Sie lässt sich von anderen zwar ins Gewissen reden, sich aber nicht beeinflussen. Immer wieder beweist sie, wie stark sie ist. Das zeigt sich vor allem darin, dass sie sich von Jaz nicht abbringen lässt. Sie vertraut auf ihr Bauchgefühl und kann über Vorurteile hinwegsehen, bzw. denkt gar nicht erst an sie. Das bringt unheimlich viel Leichtigkeit in die Geschichte und lässt sie letztlich auch flüssiger werden. Es macht einfach unheimlich viel aus, wenn die Protagonisten zueinander ein authentisches Vertrauensverhältnis haben und nicht bei jedem Mist aneinander zweifeln. Da fragt man sich dann nicht nur, worauf ihre angeblich tiefe Liebe aufbaut, sondern auch, ob miteinander reden keine Alternative ist.
Jaz und Gillian sind da anders. Sie reden miteinander und haben keine Geheimnisse voreinander. Das fand ich total nachvollziehbar und authentisch, weil sie von Anfang an von einer besonders intensiven, emotionalen Beziehung zueinander sprechen und dazu würde es einfach nicht passen, wenn sie die ganze Zeit umeinander herumschleichen und Geheimnisse voreinander haben.

Jetzt aber erst einmal zu Jaz. Bei ihm kommt sofort dieses Feeling des Künstlers rüber. Die Autorin weiß seine Leidenschaft zum Tanzen sehr schön zu beschreiben, sodass wir Leser das Gefühl, dass er dabei verspürt (oder eher die Gefühle), gut nachvollziehen können. Im Buch findet er darin immer wieder einen Ruhepol, eine Zuflucht, in die er letztlich auch Gillian entführt. Das fand ich super passend und hat der Geschichte viel Intensität geschenkt. Aber auch charakterlich hat Jaz viel zu bieten. Er ist leidenschaftlich, steht zu sich selbst und seinem Leben und hat beste Manieren. Auf keinen Fall will er sich aufdrängen, wird unhöflich, laut oder irgendwie anders ungebührlich im Benehmen. Obwohl er so wenig hat, ist er damit zufrieden. Während des Handlungsverlaufs trägt das für uns Leser zu dem Gefühl bei, dass er nicht abhängig von Gillian wird. Er hat sein Leben und ist damit zufrieden. Er braucht Gillians Reichtum nicht, um glücklich zu sein. Ihre Beziehung konzentriert sich somit vollständig auf ihre Gefühle zueinander und wird da entsprechend intensiv, auch wenn natürlich schon problematisiert wird, dass hier zwei Welten aufeinander prallen. Die Auseinandersetzung damit hat für mich allerdings perfekt gepasst. Jaz weiß den „Luxus“ zu schätzen, besinnt sich aber auch auf seine Wurzeln und agiert unheimlich wertschätzend. Ich habe lange nicht mehr von einer solch schönen Beziehung zwischen zwei Protagonisten gelesen, bei denen es wirklich nur darum geht, was sie füreinander empfinden.
Passend dazu wird es auch nicht wirklich problematisiert, dass Jaz etwas jünger und unerfahren ist. Vielmehr werden seine Stärken betont und alles andere einfach aufgeholt, ohne es negativ zu problematisieren. Das war nicht nur süß, sondern verhalf der Beziehung der beiden auf eine ganz andere Ebene, weil sie beide ganz neue Gefühle und Erfahrungen mit dem jeweils anderen machen.
Auch bezüglich einer späteren Eifersuchtsszene und innerhalb der Sexszenen ist diese Basis super wertvoll und man merkt, wie schön ausgearbeitet sie ist.

Kurzum hat mir ihre Beziehung super gefallen. Einfach süß, schön und dennoch aufregend und spannend.

Zur Geschichte allgemein:
Nicht nur Jaz‘ Leidenschaft findet innerhalb der Handlung ihren Platz, sondern auch die von Gillian. Und das ist die Tanzschule, die sie mit ihrem Dad aufgebaut hat. Ihre Arbeit dort ist ständiges Thema und bietet neben Gesprächsstoff auch Handlungselemente, die eine andere Art von Spannung erzeugen und die Geschichte einfach etwas voller machen. Zudem integriert Gillian ebenso Jaz in diese Welt, sodass die beiden beide in der Realität des jeweils anderen Einzug finden, was ich immer als wichtig für die Authentizität der Geschichte empfinde.
Weiter fand ich die Geschichte gerade deshalb so spannend, weil es immer eine Art Abwiegen gab. Mal zieht es die beiden mehr in Gills Welt, mal in Jaz‘, mal treten dort Probleme auf, mal hier und mal haben die beiden mit sich selbst zu kämpfen. Dabei machen beide ihre Erfahrungen, lernen sich kennen und lieben und lassen alles andere auf sich zukommen.
Mehr kann ich eigentlich gar nicht schreiben, weil das Buch eben (wie es sich für einen Liebesroman gehört) von der Liebesgeschichte dominiert wird und das in diesem Fall einfach wundervoll.

Fazit:
Eine wundervolle Geschichte, die sich super schnell lesen ließ. Ein Buch zum Durchsuchten, deren Charaktere einfach nur wahnsinnig interessant und sympathisch sind. Ich fand es toll, wie die beiden zueinander stehen, wie ihre Leidenschaften mit der Handlung verbunden werden und wie der Konflikt zwischen arm und reich hier verbunden wurde. An keiner Stelle hatte ich das Gefühl, dass Jaz geringschätziger betrachtet wurde. Stattdessen wirkte alles mit seinen Vor- und Nachteilen authentisch und realitätsnah.
Definitiv ein Buch, das ich weiterempfehlen möchte!

5 von 5 Sterne von mir.

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