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Veröffentlicht am 29.09.2019

Der Teufel ist mein Liebling!

Golden Dynasty - Stärker als Begehren
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Schon lange habe ich keine Reihe mehr gelesen, die mich so begeistern konnte. Das besondere: sie hat sich von Band zu Band gesteigert, anstatt abzunehmen. Ich bin wirklich begeistert und kann die Reihe ...

Schon lange habe ich keine Reihe mehr gelesen, die mich so begeistern konnte. Das besondere: sie hat sich von Band zu Band gesteigert, anstatt abzunehmen. Ich bin wirklich begeistert und kann die Reihe jedem New Adult-Leser empfehlen, der nichts dagegen hat, dass es ein wenig Gruselspannung enthält.

Jetzt also die Rezension zum FINALEN DRITTEN BAND! ACHTUNG SPOILER! Denn anders als bei anderen Reihen in diesem Genre, wird immer mehr aufgeklärt. Die Geschichte nimmt ihren Lauf, auch wenn jedes Buch von einem anderen der Brüder erzählt.

Klappentext:
Jeder in New Orleans hat schon von Devlin »Devil« de Vincent gehört, der seit dem mysteriösen Tod des Patriarchen das neue Familienoberhaupt ist. Zahlreiche Gerüchte kursieren über die drei Brüder – das wohl pikanteste: Wenn ein de Vincent sich verliebt, endet dies für die Frau ihres Herzens fatal. Rosie ist sich dessen bewusst, als das Schicksal sie mit dem teuflisch attraktiven Devlin zusammenführt. Und doch hat kein Mann bisher solche wilden Fantasien in ihr entfacht. Sie ist nicht nur entschlossen, die Wahrheit über den Mythos zu enthüllen, sondern auch, hinter Devlins gut verborgene, dunkle Geheimnis zu kommen. Aber dafür muss sie sich in die Arme des Teufels begeben …

Der Schreibstil:
Die Autorin schreibt wunderbar fix und spannend. Man wird von der ersten Seite ab in die Geschichte gezogen und dann ist es wie ein Sog. Ein Ereignis folgt auf das nächste, Emotionen, Spannung, alles ist da. Ich habe das Buch an nur einem Tag durchgelesen. Es ist möglich und macht total viel Spaß. Dazu diese feine Gruselstimmung und das Flair von New Orleans… Ich habe es wirklich genossen!

Die Charaktere:
Jetzt sind wir also endlich beim geheimnisvollen Devlin de Vincent angekommen. Seid ich ihn im ersten Band kennengelernt habe, war ich neugierig, was es mit ihm auf sich hat. In den vorherigen Bänden lösten sich ja auch schon ein paar Stückchen der Fassade, aber eben nicht genug. Jetzt unter anderem aus seiner Sicht diese Geschichte erzählt zu bekommen, war wunderbar.
Devlin war genau so, wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Er ist stehts verschlossen, billigt sich keine Emotionen außer Wut und zeigt keinem sein Innerstes. Das belastet ihn ziemlich, es bekommt jedoch niemand mit. Devlin de Vincent lebt in seiner eigenen Welt, aus der ihn bisher keiner befreien konnte.
Doch dann kommt Rosie und er taut auf. Plötzlich sind ganz andere Emotionen möglich, die Devlin selber nicht versteht. Es ist sehr schön gewesen, das alles mitzuerleben. Ja, er verhält sich Rosie gegenüber zu oft wie ein Blödmann, aber durch seine Perspektive konnte man ihn verstehen. Devlin ist kein einfacher Bad-Boy, ich würde sogar sagen er ist noch nicht einmal ansatzweise einer. Er ist es einfach gewohnt, sein Leben für das anderer zu geben und wenn dann eine ziemlich forsche Rosie daherkommt und versucht, hinter seine Fassade zu blicken, dann reagiert er zunächst einmal so, wie er es immer getan hat: er schützt sich und seine Familie und denkt erst ganz zuletzt an seine Gefühle. So war es mit ihm ein ganz schönes Hin und Her, aber da man es verstanden hat und die Fortschritte und seine Entwicklung sah, fand ich es hier total passend und gut gemacht. Er ist auf jeden Fall mein Liebling unter den Brüdern!

Jetzt zu Rosie. Auch sie kannte ich schon, da sie die beste Freundin von Nikki, aus dem zweiten Band, ist. Anfangs war ich etwas skeptisch, was sie betraf. Ihr müsst euch vorstellen, dass Rosie wirklich immer mit dem Kopf durch die Wand möchte, kein Blatt vor den Mund nimmt und noch dazu an Geister glaubt und irgendwie Geisterjägerin ist. Da ich für letzteres irgendwie keine Begeisterung aufbringen kann, war ich hier schonmal gespannt, ob es mich nerven würde. Dazu kam noch, dass ich Angst hatte, hier würden ganz klischeehaft zwei Welten aufeinander prallen und dadurch entsteht dann die ganze Spannung. Ich wurde in beiden Punkten schnell beruhigt. Rosie ist Geisterjägerin ja, aber sie hält alles in Maßen und auch, wenn es Teil der Geschichte ist – in der es übrigens gar nicht so verrückt klingt – nimmt es nicht Überhand, sondern gibt vielmehr Anstöße. In erster Linie geht es um Rosie, die sich in Devlin verliebt hat (okay, erst einmal findet sie ihn natürlich anziehend). Die beiden liefern sich ein ständiges Geben und Nehmen und sind Stoff so mancher hitziger Diskussion. Es war wunderbar, die beiden zusammen zu erleben. Besonders gefallen hat mir dann einfach, dass Rosie ganz anders als erwartet, nicht nur direkt, sondern auch sehr einfühlend ist. Sie gibt genau an den richtigen Stellen nach, schafft es Devlin aus seinem Schneckenhaus zu locken, ohne sich selbst dabei zu verlieren. Die taffe, mutige Rosie zeigt Gefühle und Verständnis und auf einmal habe ich sie ganz anders gesehen. Nicht mehr als die quirlige, etwas verschrobene Frau. Kurzum: beide Charaktere waren mir super sympathisch, haben sich sehr schön weiterentwickelt (am meisten natürlich Devlin) und waren als Gespann ein Feuerwerk!

Zur Geschichte allgemein:
Nun habe ich in der Tat schon öfters Bücher gelesen, in denen das quirlige, lebensfrohe Mädchen, den grimmigen, dunklen Kerl verzaubert und ihn zurück ans Licht holt. Ein bisschen hatte ich ja auch Angst, dass dieses Klischee hier voll zutreffen würde. Ein bisschen bleibt natürlich, es ist immer noch eine Liebesgeschichte, aber es ist keine leere Floskel, wenn ich sage: da war noch viel mehr!
Jennifer L. Armentrout schafft es in dieser Reihe Liebesgeschichte mit Grusel zu verbinden. Grusel, der jede Menge Geheimnisse birgt. Wer nur einen Band der Reihe gelesen hat, wird schnell gemerkt haben, dass es viele offene Fragen gibt. Da ist dieses große Geheimnis: Wer hat Lawrence de Vincent getötet? Aber auch noch andere, kleinere, die letztlich dann doch gar nicht so klein waren. Jeder Band klärt ein bisschen weiter auf, dieser hier bildet das Finale. Ihr könnt euch also darauf gefasst machen, dass euch viel Spannung, unerwartete Wendungen und eine Auflösung erwartet, die alles Erdachte in den Schatten stellt. Die Tipps waren da und der ein oder andere ist mir auch aufgefallen, dennoch hätte ich nie gedacht, dass es so endet. Wirklich grandios!
Es beginnt einfach alles mit Rosie und Devlin. Er versteckt die meisten Geheimnisse und dadurch, dass Rosie ihn nach und nach knackt, kommt immer mehr ans Licht. Zusammen entdecken sie außerdem Zusammenhänge, die keiner geahnt hätte und sehr viel Bewegung in die Geschichte bringen. Die beiden sind also nicht nur ein Liebes-, sondern auch ein ungewolltes Actionduo.
Ich fand den Handlungsaufbau der Geschichte einzigartig und sehr sehr spannend. Das Gruselfeeling belegte alles mit einem Schleier, der es noch geheimnisvoller macht. Das Ende hat mich vollstens zufrieden gestellt, auch wenn es nicht für jeden happy geendet hat. Es passt einfach zur Geschichte.

Fazit:
Dieser dritte Teil, das Finale, konnte mich komplett von sich überzeugen. Es war super spannend, geheimnisvoll, actionreich und sehr emotional, unerwartet und funkensprühend. Die Charaktere sind jeder für sich und auch zusammen sehr charakterstark und überzeugen durch Tiefe und Entwicklung. Ich habe wirklich nichts, was mich an diesem Buch, das ich an einem Tag durchgelesen habe, gestört hat. Eine dringende Empfehlung! (aber bitte erst die anderen Bände vorweg lesen).

5 von 5 Sterne von mir.

Veröffentlicht am 24.09.2019

Weit mehr als ein Sommerroman!

Ein kleines Stück Unendlichkeit
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Klappentext:

Sie ist frei und unabhängig, er an Verpflichtungen gebunden.
Sie will nur einen Urlaubsflirt, er unendlich viel mehr

Als Lou auf dem Markt in Avignon Manu trifft, wird ihr schnell klar, ...

Klappentext:

Sie ist frei und unabhängig, er an Verpflichtungen gebunden.
Sie will nur einen Urlaubsflirt, er unendlich viel mehr

Als Lou auf dem Markt in Avignon Manu trifft, wird ihr schnell klar, unterschiedlicher könnten sie nicht sein. Während Manu in den Tag hinein lebt, hat Lou ihre Zukunft durchgeplant. Ihr Studium ist beendet und im Herbst wird sie ihren Traumjob beginnen. Der Sommer in Avignon ist nur eine Zwischenstation für sie und Manu eine nette Ablenkung von den Schatten ihrer Vergangenheit. So ist wenigstens ihr Plan.

Manu ist von Lou fasziniert. Sie spricht eine Seite in ihm an, die er schon lange nicht mehr gespürt hat. Die Geschichte seiner Familie lastet schwer auf ihm, doch mit Lou kann er loslassen und sich erstmals wieder eine Zukunft vorstellen. Um Zeit mit ihr zu verbringen ist er bereit, alles zu vergessen und ihre Bedingungen zu akzeptieren.

Aber Gefühle lassen sich nicht abstellen und das Herz hält sich nicht an Pläne.

Der Schreibstil:

Maja Lorim schreibt wie ein alter Hase. Total flüssig, locker, bildgewandt und spannend. Sie schafft es immer wieder genau die richtigen Momente einzufassen, die die Geschichte einmalig machen. Dazu kommt durch die Beschreibungen ein richtiges Frankreich-Feeling auf. Ich fühle mich, als wäre ich dort und dürfte mich glücklich schätzen, es mitzuerleben.
Ich habe das Buch zudem in nur wenigen Stunden gelesen. Das spricht für sich, oder? ❤

Die Charaktere:

Die Geschichte wird je nach aktueller Lage aus den Perspektiven der zwei Hauptprotagonisten Lou (Louisa) und Manu (Emmanuelle) erzählt.

Lou war mir von Anfang an sehrt sympathisch. Sie ist offen und lebensbejahend und dazu noch wunderbar spontan. Kein langes Zögern, keine Buchwurmallüren. Stattdessen bleibt sie sich stets selbst treu und hält sich an ihre Vorsätze, während sie das Leben genießt. Genau wie Manu dachte ich zuerst, sie sei etwas schüchtern, tatsächlich aber ist sie das nicht. Sie ist geradezu mutig und setzt sich mit ihrem starken Willen durch. Zu ihrem eigenen Leidwesen geht sie dabei aber manchmal etwas zu zielstrebig vor. Dazu kommt noch die Angst, die ihr ihr Ex-Freund eingebrockt hat.
Mit ihrer Vielschichtigkeit und ihrem überraschenden Mut konnte mich Lou definitiv bezaubern. Ich habe es genossen, die Geschichte durch ihre Augen zu sehen und gleichzeitig mit Manus Augen völlig ahnungslos zu sein, was sie da gerade veranstaltet:)

Manu ist der typische französische Junge. Der französische Charme kommt durch ihn definitiv rüber, gleichzeitig ist er natürlich noch sehr viel mehr. Er ist der junge Mann, der alles für seine Familie tut und dabei selbst viel zurücksteckt, er ist der Künstler, mit dem Blick fürs Detail, er ist der Abenteurer, der die schönsten Orte in Avignon kennt und er ist der Kerl, der Lou zu würdigen weiß.
Auch er war mir auf Anhieb sympathisch. Sein Charme hat mich mindestens genauso bezirzt wie Lou und dann ist er auch noch derjenige, der unheimlich viel Spannung und Gefühl in die Geschichte bringt. Da hat jemand auf jeden Fall Bookboyfriend-Potential!

Zur Geschichte allgemein:

Da ist also ein Mädchen als Ferienjobberin in Avignon und trifft auf einen Typen, der zufälligerweise unheimlich gut aussieht und das Mädchen auch noch gut zu finden scheint. Habt ihr jetzt eine Geschichte im Kopf? Ich hatte sie und war äußerst skeptisch, denn zu oft schon habe ich Sommerferienromane gelesen, die einfach alles viel zu schnell abhandeln müssen.
Schon nach fünf Seiten ändert sich die Situation jedoch. Lou und Manu werden Lou und Manu und nichts läuft mehr, wie ich es mir vorgestellt hatte. Zwischen den beiden beginnt es zu prickeln. Eine Beziehung entsteht, die so zart und wunderbar ist, dass ich mich gar nicht von dem Buch lösen konnte. Dann kommt diese Regel: Kein Küssen! und so entsteht unweigerlich eine enorme Spannung, was genau das zwischen den beiden wird. Ich habe mitgefühlt, gebangt, war total verliebt und konnte wunderbar langsam miterleben, wie die Gefühle zwischen ihnen immer stärker wurden. Hier entwickelten sich wirklich tiefe Gefühle, die mich aufgrund der Ausgangssituation überrascht haben.
Weiter hat das Buch aber auch viele actiongeladene Spannungsmomente. Stellt euch jetzt bitte keine umhergeschleuderten Autos vor, sondern viel mehr eine Schlägerbande, alte Feindschaften und Diebe. Die Mischung aus geheimnisvollen Hintergrundaktionen, Verstrickungen und der langsamen Entwicklung der Beziehung zwischen Lou und Manu hat diese Geschichte für mich sehr interessant und gut lesbar gemacht. Es war durchgängig spannend, sodass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte, dieses Prickeln zwischen den Protagonisten hat definitiv den erforderlichen Liebesromananteil geschaffen, den ich so gerne mag, und dann ist da noch diese Wendung. Jedes gute Buch sollte eine Wendung haben, die unverhofft und nicht vorhersehbar geschieht, gleichzeitig aber nicht völlig aus der Luft gezogen sein und Logik besitzen sollte. Die Wendung hier erfüllt alle Kriterien. Ich war total fertig und total baff, dass es dann in ein so schönes Ende übergehen konnte, ohne das es kitschig wirkte. Die Autorin hat es hier einfach geschafft, die Story mit allen Elementen auszustatten, die eine gute Geschichte braucht und sie dann noch so zu kombinieren, dass aus einer oft gelesenen Anfangsidee, etwas völlig Einzigartiges und Vielschichtiges entstanden ist.

Fazit:

Maja Lorim konnte mich auch mit ihrem zweiten Buch vollsten überzeugen. Die Protagonisten hatten wirklich Charakter, die Storyline war gut durchdacht und sehr spannend, die Liebesgeschichte ist tiefgehend und prickelnd und der Schreibstil unterstützt alles, durch seine lockere Art und Weise. Ich kann dieses Buch jedem New-Adult-Leser empfehlen, besonders, wenn ihr einen wunderschönen Sommerroman lesen wollt. Das Frankreich-Feeling ist wirklich wunderbar!

5 von 5 Sterne von mir.

Veröffentlicht am 22.09.2019

Wundervoll emotional und berührend!

The Light in Us
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Emma Scott würde ich mittlerweile schon zu meinen Lieblingsautoren zählen. Ihre Bücher berühren mich tief und enthalten so wundervolle Geschichten, in denen unperfekte Charaktere die größte Rolle spielen. ...

Emma Scott würde ich mittlerweile schon zu meinen Lieblingsautoren zählen. Ihre Bücher berühren mich tief und enthalten so wundervolle Geschichten, in denen unperfekte Charaktere die größte Rolle spielen. Gerade deshalb wirkt es so realistisch. Ich als Einzelne, als Normalsterbliche, kann mich in die Protagonisten einfühlen und mitfühlen und das macht es für mich besonders.

Jetzt aber zu „The Light in Us“. Wieder einmal habe ich vorher nicht den Klappentext gelesen. Ich habe mich auf die Autorin verlassen und das zu Recht.

Klappentext:
Charlotte Conroy stand am Anfang einer großen Karriere als Geigerin, doch dann zerbrach ihr Leben und die Musik in ihr verstummte. Aus Geldnot nimmt sie den Job als Assistentin für einen jungen Mann an, der sein Augenlicht bei einem Unfall verloren hat. Noah Lake war Fotograf und Extremsportler, immer auf der Jagd nach dem nächsten Adrenalinrausch. Nun stößt er alle Menschen von sich, unfähig, sein Schicksal anzunehmen. Doch Charlotte ist entschlossen, ihm zu beweisen, dass das Leben noch so viel mehr zu bieten hat …

Das Cover:
Mal ehrlich? Wer kann einem Cover aus dem LYX-Verlag widerstehen? Mir ist klar, dass es gerade einfach voll Trend ist irgendwelche Farben im Hintergrund zu mischen und groß den Titel darauf zu setzen. Solche Bücher sieht man zurzeit massenhaft. Aber sie sind dennoch wunderschön oder? Auch hier wurden die Farben wieder sehr gut gewählt und obwohl es so schlicht ist, kann ich gar nicht den Blick davon lösen und will es in meinem Regal stehen haben. Ein großer Vorteil an diesen Covern: sie geben keinen Aufschluss über die Geschichte und lassen somit keine Erwartungen entstehen. Man kann sich überraschen und völlig in die Geschichte fallen lassen.

Der Schreibstil:
Emma Scott schreibt wundervoll! So einfühlsam, detailreich, geradezu künstlerisch. Dem Leser bleibt nichts anderes über, als sich voll auf die Geschichte einzulassen. Es heißt Ganz oder Gar nicht. Wenn ich sagen würde, es ist flüssig, locker und gut lesbar, dann käme das nicht mal im entferntesten an diesen schönen Schreibstil heran. Lest einfach selbst und lasst euch berühren!

Die Charaktere:
Charlotte war mir sofort sympathisch. Sie wirkt so schön auf dem Boden geblieben. Keine Extreme, die sie besonders hervorstechen lassen sollen. Sie ist einfach Charlotte, unkompliziert, liebenswert, mit einer beachtlichen Gabe: der Musik. Und die beinhaltet noch viel mehr als ihre bloße Fingerfertigkeit oder ihr gutes Ohr. In Charlottes Fall bedeutet das auch, dass sie Menschen gut zuhören kann, geradezu die Musik in ihnen klingen hört. Sie geht auf die Gefühle anderer ein und steckt dabei allzu oft zurück. Sie ist vielleicht ein wenig zurückhaltend, aber nur dann, wenn es um ihre eigenen Talente geht und gerade das macht sie besonders sympathisch. Sie dreht nicht ab und versucht andere zu beeindrucken, sondern bleibt sich selbst treu. Bescheiden und wundervoll, so ist Charlotte und so appelliert sie an die Gefühle des Lesers.

Noah erinnerte mich so sehr an Will aus „Ein ganzes halbes Jahr“. Ihm ist etwas Tragisches zugestoßen und er versinkt in Melancholie, in Trauer und Wut und allem, was dazu gehört, wenn man den wichtigsten Teil seines Lebens verloren hat. Aber gleichzeitig ist er von Anfang an auch eine Person, die vorher ganz anders gelebt hat als Charlotte. Er war jung, gutaussehend, wurde von allen angehimmelt. Bei mir kam der unwiederbringlich der Gedanke, dass sein Leben sich dann doch ein wenig von dem einer Charlotte, die sich alles erarbeiten muss, aussieht wie viele andere auf Erden und einfach ein bisschen unterm Radar verschwindet, verlief. In diesem Buch muss Noah erst noch lernen, was wirklich wichtig ist, während Charlotte mehr zu sich selbst stehen muss. Ich habe es geliebt, den beiden zuzusehen. Wie Noah immer mehr auftaut, sich Charlotte einfach nicht widersetzen kann. Man fühlt mit ihm, klar. Ich kann mir noch nicht einmal ansatzweise vorstellen, wie es sein muss, in seiner Situation zu sein. So fand ich Noahs Entwicklung am größten und für ihn am schwersten. Er hat gezeigt, was er sein will und kann und die Autorin hat dies ganz wunderbar dargestellt.

Beide Charaktere waren für mich somit Charaktere zum Mit- und Einfühlen. Sie schienen so lebendig, hatten so viele Gefühle, haben sich so entwickelt und dabei zueinander gefunden. Perfekter ging es nicht, auch wenn beide noch so viel „Unperfektes“ mitbringen.

Zur Geschichte allgemein:
Ich erinnere mich noch an den Epilog, bei dem ich gar nicht so richtig wusste, was ich da gerade lese. Und irgendwann dann realisierte ich, dass es Noahs Gedanken waren. Was er erlebt und gefühlt hatte und dass es für ihn einmalig bleiben würde. Gleich von Anfang an hat man also immer im Hinterkopf, was Noah verloren hat, sodass sich ein Schleier von Melancholie über die Geschichte legt. Verstärkt noch durch das, was Charlotte durchgemacht hat. So baut sich die Geschichte quasi aus dem Dunklen heraus auf. Die kleinen Dinge zwischen Noah und Charlotte scheinen dadurch umso heller.
Immer wieder musste ich außerdem bewundernd zugeben, wie gut die Geschichte aufgebaut ist. Sie verliert wirklich an keiner Stelle die Spannung, ist sehr emotional und genau im richtigen Tempo erzählt. Nur das mit Charlottes Musikkarriere kam etwas spät. So im Nachhinein fand ich es immer noch gut eingebaut und auch noch gut ausgebaut, allerdings habe ich die Geschichte über immer darauf gewartet, dass sich da mal was tut.
Das Ende war dann aber wieder perfekt. Schön langsam. Beide Charaktere haben mit allem anderen abgeschlossen und waren frei und noch viel wichtiger: sie selbst. So fühlte sich ihre Beziehung dann an wie etwas, dass ewig hält. Und so muss es schließlich auch sein. Jedenfalls wäre ich sonst mit ziemlich vielen Gedanken zurückgelassen worden. Jetzt bin ich einfach nur happy, freue mich für die beiden und habe dieses Buch in sehr! guter Erinnerung.

Fazit:
Emma Scott hat hier wieder einmal bewiesen, was für eine exzellente Autorin sie ist. Wunderbar detailreich und emotional erzählt sie eine Geschichte, die den ein oder anderen an „Ein ganzes halbes Jahr“ denken lassen wird. Tatsächlich aber vergisst man das schnell wieder. Noah und Charlotte sind so anders und gleichzeitig ebenso zwei Seelen, die im Leser nachklingen. Mir ist das Buch beim Lesen mitten ins Herz gegangen und ich habe jede Seite geliebt. Eine absolute Empfehlung von mir! Und gleichzeitig die Warnung: eure Augen werden nicht trocken bleiben!

5 von 5 Sterne von mir.

Veröffentlicht am 15.09.2019

Es fehlte etwas Fantasy-Charme...

Die letzte Königin - Das Feuer erwacht
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Der Klappentext:
Nach dem Tod des Tyrannen Tarek ist Kalinda auf der Flucht vor dem verräterischen Rebellenführer Hastin. Dieser möchte die uralte Schrift der Elementmagier an sich reißen, die in Kalindas ...

Der Klappentext:
Nach dem Tod des Tyrannen Tarek ist Kalinda auf der Flucht vor dem verräterischen Rebellenführer Hastin. Dieser möchte die uralte Schrift der Elementmagier an sich reißen, die in Kalindas Obhut ist. Die junge Frau sucht Zuflucht im benachbarten Königreich, doch dort wird sie von ihrem Geliebten Deven getrennt und gerät in ein Netz von Intrigen, Verrat und Versuchung.

Der Schreibstil:

Den Schreibstil empfand ich als recht angenehm. Alles ist flüssig und auch relativ schnell lesbar. Die Spannung ist da und zieht einen durchs Buch. Die unterschiedlichen Perspektiven haben die Geschichte wieder sehr viel aufschlussreicher gemacht und man erkannte beim Lesen durchaus, wer da gerade erzählt. Einzig bemängeln muss ich, dass einige Passagen für mich zu wenige Beschreibungen enthielten. Dadurch kam ich teilweise nicht ganz mit.

Die Charaktere:
Ich mag Kali immer noch. Sie ist mutig, denkt nicht nur an sich und zu dem, was sie denkt oder fühlt steht sie auch. Das macht sie unheimlich sympathisch, geht aber nicht ohne ihre Schwächen einher. Wie schon im ersten Band denkt sie ziemlich schwarz weiß. Für sie gibt es nur einen Weg und entweder ist der richtig oder falsch. Da hätte ich mir von ihr einfach mehr Raffinesse gewünscht, schließlich ist sie gerade in diesem Buch eine Anführerin und auch Königin. So hat sie sich meiner Meinung nach nur gering weiterentwickelt. Auch innerhalb dieses Buches ändert sich das nicht. Es kam nichts, wovon ich überrascht war, bei dem ich ihr meinen Respekt zugesprochen hätte oder mir gewünscht hätte, zu sein wie sie. Von ihrem Kämpferherz, dass doch so gewollte zu sein scheint, erkennt man wenig.

Deven hingegen hat meiner Meinung nach eine Entwicklung hingelegt. Zwar kommt diese ziemlich spät, aber immerhin ist sie da. Auch er hätte meiner Meinung nach ein bisschen mehr kämpfen können. Er ergießt sich hier ziemlich lange in Selbstmitleid. Die Soldatenehre ist alles für ihn und viel zu lange weicht er davon nicht ab. Am Ende hat er jedoch den Bogen raus und erkennt, worauf es ankommt. Das war wirklich schön zu sehen. So freue ich mich nämlich weiterhin auf ihn. Während des Buches hatte ich ihn schon teilweise abgeschoben, weil ein Liebespaar, bestehend aus zwei Menschen, die sich verstecken, einfach nicht zueinander finden kann und auch einfach nicht interessant ist.

Zur Geschichte allgemein:
Erst hatte ich ein wenig Angst, dass der letzte Band schon zu lange her war. Das hat sich dann aber super gelegt, weil (schön verteilt) ein paar Begebenheiten aus dem letzten Band erwähnt werden. So kann es dann auch recht schnell weitergehen. Allerdings geht es zu meiner Enttäuschung erst einmal wieder mit einem Tunier weiter. Der Ablauf des Bandes ist damit ziemlich ähnlich, wie beidem letzten: Kali muss kämpfen, ihre Freunde unterstützen sie und Deven steht irgendwie zwischen allem. Letztlich war es dann aber doch ganz spannend und somit für mich okay.

Neu ist dieses Mal, dass sich geradezu eine Dreiecksgeschichte anbahnt. Während Tarek gleich raus war, ist es Ashwin nicht. So fragt man sich die ganze Zeit, ob Kali sich nicht doch von Deven abwendet. Dies geschieht aber zum Glück nicht. Es geschieht alles völlig nachvollziehbar und für alle sehr befriedigend in Handlungen und Gesagtem erklärt, sodass es kein nerviges: Wen nehme ich denn jetzt? gab. Das war für mich auf jeden Fall positiv.

Obwohl alles wirklich sehr spannend erzählt wurde, hatte ich irgendwann ein paar Probleme mit den Aufgaben, die Kali gestellt bekam. Es hat sich einfach immer etwas zu einfach für sie entwickelt. (Sie muss zum Beispiel als Einzige kein lebendiges Tier fangen und schlafende Schlangen sind dann schon was anderes, als ein wütendes, schnappendes Krokodil…) Ich musste irgendwann keine Angst mehr vor einer Gefahr oder dem Verlieren haben, weil es sich immer positiv für Kali ergab. Das fand ich leider enttäuschend. Ich hätte mir schon gewünscht, dass die Auf und Abs etwas ausdrucksstärker gewesen wären. Leider passte diese Mentalität aber zu der allgemeinen einstrickigen Erzählweise. Ein wenig mehr Verzweigungen, mehr Gewitztheit, sowohl von Kali als auch vom Handlungsverlauf, hätte ich mir ebenfalls gewünscht. Es wirkte einfach, als würde die Autorin versuchen Kali möglichst groß und besonders zu machen, ohne all zu viel Arbeit aufwenden zu müssen.

Die Aufklärung des Ganzen ist dann auch etwas einfach geraten und zieht nur schnell herbei, was für den nächsten Band gebraucht wird.

Fazit:
Das Buch ließ sich wieder super durchlesen. Die Aufgaben, die Kali zu bewältigen hat, sind sehr spannend und die Liebesgeschichte sorgt für Stoff zum Schwärmen. Nach dem ersten Band konnte dieses Buch aber leider nicht meine Erwartungen erfüllen. Es fehlte mir einfach ein wenig Raffinesse, die von Fantasybüchern gewohnten Verstrickungen und Hintergrundgeschehnisse. Auch Kali hätte ein wenig stärker auftreten können.

Deshalb gibt es leider nur 3 von 5 Sterne. Aber ich bin mir sicher, dass der nächste Band besser wird. Ich werde ihn auf jeden Fall lesen.

Veröffentlicht am 13.09.2019

Gut für Zwischendurch

Chicago Devils - Die Einzige für mich
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Kommen wir nun aber zum Klappentext:
Anton Petrov, der verschlossene (und unheimlich attraktive) Captain der Chicago Devils ist bekannt dafür … für nichts bekannt zu sein. Strikte Diät, immer genug Schlaf ...

Kommen wir nun aber zum Klappentext:
Anton Petrov, der verschlossene (und unheimlich attraktive) Captain der Chicago Devils ist bekannt dafür … für nichts bekannt zu sein. Strikte Diät, immer genug Schlaf und vor allem Enthaltsamkeit sind die Geheimnisse seines Erfolgs. Sagt man zumindest. Dem Eishockey-Star ist es völlig egal, ob die ganze Welt denkt, dass er sich freiwillig entschieden hat, wie ein Mönch zu leben – solang niemand die Wahrheit erfährt! Denn es gibt eine Frau, der Antons Herz gehört. Eine Frau, die er niemals haben kann. Denn Mia ist die Frau seines Teamkollegen …

Der Schreibstil:
Ich war sofort im Buch drin. Es ließ sich super leicht und flüssig lesen. Ein bisschen hat mir allerdings gefehlt, dass ich richtig in die Geschichte hineingezogen werde. Es fühlte sich eher an, als würde ich durch ein Guckloch die Protagonisten agieren sehen. Man könnte es auch mit einer Theaterbühne vergleichen. Der relativ flotte Einstieg hat dies noch verstärkt.

Die Charaktere:
Mia ist für mich eine sehr typische Figur. Eine Frau, die schon viel durchgemacht hat, es leider ja immer noch macht, und gleichzeitig innere Stärke zeigt. Noch dazu ist sie unheimlich freundlich und liebenswert und aufopferungsvoll. Obwohl sie selbst mit so wenig auskommen muss, gibt sie die wenigen Mittel, die wenige Liebe, die sie hat, wie selbstverständlich an andere weiter.
Das sind alles sehr schöne Charakterzüge und ich habe sie für ihre Stärke bewundert, gleichzeitig war sie für mich so aber auch nicht neu und damit nicht ganz so interessant. Sie war einfach etwas zu gut. (Immerhin ist sie einem Ehemann treu, der sie schlägt und emotional runtermacht. Wie stark ist das?)

Anton dagegen fand ich wirklich interessant. Er war so ganz anders, als man es von einem Sportler erwarten würde. Er übt sich in Geduld, die Sticheleien seiner Kumpels und seines Onkels können ihm nichts und er kämpft ohne Druck und harte Bandagen für Mia. Gleichzeitig ist er aber auch bereit, für sie durchs Feuer zu treten. Ich mochte ihn echt gerne. Er war sympathisch, süß und hat Mia wirklich verdient.

Alles in allem sind die Charakter allerdings etwas kurz geraten, was vollkommen normal bei der Kürze der Geschichte ist.

Zur Geschichte allgemein:
Die Handlung verlief für mich Phasenweise ab. Man merkte richtig, wie die Protagonisten eins nach dem anderen bewältigen, durchstehen und in die Zukunft blicken. So gibt es auch immer wieder Phasen, in der Liebesgeschichte gar nicht unbedingt im Mittelpunkt steht. Die Geschichte hat auf so kurzen Raum noch viel mehr zu bieten. Es wird emotional, herzzerreißend und inhaltlich einfach etwas mehr, als man erwarten würde. Dadurch wird die Spannung vermehrt und die Liebesgeschichte verlagert sich in ein größeres Setting. Mir hat die Handlung um den Großvater und den Onkel sehr gefallen. Es bewies einfach, dass es wichtigeres im Leben gibt und das man anderes einfach nur durchstehen muss.
Gleichzeitig hat die Geschichte mit Mias Ex natürlich auch ihre dunklen Seiten. Ich konnte teilweise nicht fassen, was dieser Typ dort veranstaltete. Wenn ich daran denke, dass das durchaus Realität einiger Frauen ist… Grausam.
Aber genau der Eindruck ensteht. Alles ist authentisch und realistisch erzählt. Nichts übertrieben, nichts künstlich in die Länge gezogen. Ich denke diese Natürlichkeit ist eine Stärke der Geschichte.
Einzig gefehlt hat mir ein kleines bisschen die Funken, das Knistern und Verliebtsein zwischen den Protagonisten gefehlt. Es wurde so selbstverständlich dargestellt, dass man als Leser gar nicht in die Schwärmphase kam.

Fazit:
Ein gutes Buch für Zwischendurch. Für mich persönlich etwas zu kurz in allem gehalten. Es wirkte schon so, als würde ich durch ein Bullauge alles beobachten. Trotzdem hat es mir viel geboten.

4 von 5 Sterne von mir.

Vielen Dank an Netgalley.de und den LYX-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Liebe Grüße