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Veröffentlicht am 03.01.2026

Facettenreiche Spannung mit greifbar skandinavischem Flair!

Lügennebel
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“Lügennebel” ist der vierte Teil der Åre-Morde-Reihe - ein Fall für Hanna Ahlander. Man kann die Bücher jedoch unabhängig voneinander lesen, da Entscheidendes aus den Vorgängerbänden an passenden Stellen ...

“Lügennebel” ist der vierte Teil der Åre-Morde-Reihe - ein Fall für Hanna Ahlander. Man kann die Bücher jedoch unabhängig voneinander lesen, da Entscheidendes aus den Vorgängerbänden an passenden Stellen zusammengefasst eingestreut wird.

Januar im Bergdorf Åre: sechs Studierende reisen zum Skifahren und Feiern an, aber die Dynamik zwischen ihnen ist kompliziert - die Stimmung oft angespannt, manchmal sogar bedrohlich. Nach einer besonders wilden Partynacht in dem luxuriösen Ferienhaus morgens jemand vermisst - und schließlich gefunden: tot im Schnee!

Die Aussagen der Feriengäste wirken unglaubwürdig, auch untereinander herrscht Misstrauen, denn nicht alle sind zur selben Zeit ins Bett gegangen, und niemand will wissen, wie jemand von ihnen nur in Unterwäsche im Schnee enden konnte. Ihr Miteinander wird zunehmend feinseliger, es kommt zu Machtspielchen, Vorwürfen sowie Ausrastern, dann überschlagen sich die Ereignisse. Ein Nachbar wirkt ebenfalls verdächtig - er macht kein Geheimnis daraus, dass die ausgelassenen, lauten, unverschämten Feierbiester ihn zur Weißglut getrieben haben. Und eine Frau aus der Nachbarschaft hat in jener Nacht etwas beobachtet, das die Ermittler ratlos zurücklässt …

Die Handlung ist von Anfang an spannend: die vielen Verdächtigen und Andeutungen von dunklen Geheimnissen geben Rätsel auf, das Zwischenmenschliche innerhalb der Clique ist faszinierend verstörend, genau wie das komplizierte Liebes- und Familienleben der Ermittelnden der Abteilung für Schwerverbrechen - Hanna, Daniel sowie Anton.

Die greifbar unheilvolle, winterliche Atmosphäre, der Hauch von Hygge, der immer wieder zum Tragen kommt, die lebensechten Charaktere, ihre persönlichen Probleme, die Perspektivwechsel, die packenden Ermittlungen und die nervenaufreibenden Wendungen haben mich restlos begeistert! “Lügennebel” ist für mich das bisher beste Buch der Reihe!!!

Die verschiedenen zwischenmenschlichen Konflikte verleihen der vielschichtigen Handlung zusätzlich Tiefe: ich fand die Darstellung toxischer Männlichkeit erschütternd und die toxischer Familienverhältnisse sehr bewegend!

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Veröffentlicht am 30.12.2025

Die Umsetzung der raffinierten Handlung hat mich nicht ganz überzeugt

The Woman in Suite 11
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“The Woman in Suite 11” ist die Fortsetzung von “The Woman in Cabin 10”. Für die britische Journalistin Lo hat sich seit den verheerenden Ereignissen auf dem Luxusschiff Aurora viel verändert: sie hat ...

“The Woman in Suite 11” ist die Fortsetzung von “The Woman in Cabin 10”. Für die britische Journalistin Lo hat sich seit den verheerenden Ereignissen auf dem Luxusschiff Aurora viel verändert: sie hat geheiratet, zwei Kinder bekommen und lebt in den USA. Nun, zehn Jahre später, kehrt sie nach Europa zurück, um gemeinsam mit einer handverlesenen Gruppe von Medienschaffenden an den Eröffnungsaktionen eines Schweizer Luxushotels teilzunehmen. Doch hier ist nichts, wie es scheint und die Schatten der rätselhaften, bedrohlichen Geschehnisse auf der Aurora verdunkeln die Gegenwart – Lo gerät erneut in Schwierigkeiten ...

Das Geschehen wird aus Los Sicht geschildet – für meinen Geschmack manchmal zu ausführlich, mit zu vielen Nebensächlichkeiten. Auch die Charakterzeichnung der Protagonistin hat mein Lesevergnügen ein bisschen getrübt: sie wirkte oft unbedarft bzw. leichtsinnig auf mich, was mir angesichts ihres Alters von 40, ihres Berufs und ihrer Erfahrungen nicht plausibel erschien.

Die komplexe, raffinierte, wendungsreiche Handlung fand ich großartig: die greifbar beklemmende Atmosphäre, die moralischen Dilemmata und die undurchsichtigen Nebenfiguren haben mich begeistert! Die ausführliche, ausdrucksstarke Erzählweise erzeugt oft eine herrlich unheilvolle Stimmung, aber manchmal zieht die Handlung mMn in die Länge, was die Spannung meines Erachtens etwas ausbremst, wie ich finde.

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Veröffentlicht am 27.12.2025

Nicht ganz nach meinem Geschmack

Der Boss – Ist er ein Monster oder ein Genie?
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Natalie und ihre beste Freundin Cara feiern in einem Club. Irgendwann geht Cara mit einem Fremden mit und am nächsten Morgen liegt sie im Krankenhaus – im Koma. Die Polizei ist ratlos, aber Natalie ist ...

Natalie und ihre beste Freundin Cara feiern in einem Club. Irgendwann geht Cara mit einem Fremden mit und am nächsten Morgen liegt sie im Krankenhaus – im Koma. Die Polizei ist ratlos, aber Natalie ist fest entschlossen, den Mann zu finden, der dafür verantwortlich ist. Dann entdeckt sie zufällig, dass Geoffrey Rosenberg, ein superreicher Unternehmer, der Mann ist, mit dem Cara mitgegangen ist. Kurz darauf bekommt sie die Gelegenheit für ihn zu arbeiten. Doch alle, die für Geoffrey Rosenberg arbeiten, müssen spezielle Regeln einhalten und sein gesamtes Personal wirkt seltsam angespannt sowie ängstlich. Zudem gehen in der Villa des Exzentrikers merkwürdige Dinge vor sich …

Ich empfand die Protagonistin als naiv und ihr Verhalten während der Undercover-Nachforschungen als Hausangestellte wirkte auf mich kopf- bzw. planlos: mal stellt sie sich klug an, mal unklug und sie geht unnötige Risiken ein. Das hat mich irritiert, ergibt allerdings Sinn, da normale Menschen nun einmal nicht wissen, wie man ermittelt, und sich damit übernehmen, Fehler machen, sich in Gefahr bringen.

Der lebendige Erzählstil, die rätselhaften Geschehnisse und die verschiedenen Perspektiven sind mitreißend. Zudem hat “Der Boss — ist er ein Monster oder ein Genie?” einige überraschende Wendungen sowie erschütternde Enthüllungen zu bieten. Ich empfand die Handlung bzw. das Verhalten der Figuren jedoch immer wieder wenig glaubwürdig gestaltet und das Ende war mir persönlich irgendwie zu kitschig. Die Umsetzung der Grundidee, die ich großartig finde, traf einfach nicht meinen Geschmack!

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Veröffentlicht am 25.12.2025

Für mich hat das gewisse Etwas gefehlt.

The Blackgate Invitation
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Die Geschwister Ruby und Wren sollen sich einen Abend lang als die Enkeltöchter der exzentrischen Mrs Blackgate ausgeben – gegen Bezahlung. Die alte Dame möchte „ihre Enkelinnen“ unbedingt bei einer Abendgesellschaft ...

Die Geschwister Ruby und Wren sollen sich einen Abend lang als die Enkeltöchter der exzentrischen Mrs Blackgate ausgeben – gegen Bezahlung. Die alte Dame möchte „ihre Enkelinnen“ unbedingt bei einer Abendgesellschaft dabeihaben – nur wissen die Schwestern nicht, dass es sich dabei um das jährliche Treffen von Hexenfamilien handelt! Als eine mächtige Hexe, die hohe Zauberin, ermordet wird, wird das Anwesen durch Magie abgeriegelt: Niemand kann das Grundstück verlassen, bis der Mord aufgeklärt und ein Wettbewerb um die Nachfolge ausgetragen wurde. Ruby und Wren sind auf sich gestellt, denn „ihre Großmutter“ ist verschwunden. Schaffen sie es ihre Tarnung aufrechtzuerhalten? Die Voraussetzungen sind eigentlich perfekt …

Der humorvolle Schreibstil und die unheilvolle Atmosphäre haben mich direkt angesprochen, auch die Dynamik zwischen den Schwestern ist interessant - Ruby ist ernst sowie kritisch, während Wren spontan und unbeschwert durchs Leben geht. Der vielversprechende Einstieg hat Erwartungen geweckt, die sich im weiteren Verlauf für mich leider nicht erfüllt haben.

Die Handlung ist rätselhaft, komplex und einfallsreich gestaltet, ich empfand sie allerdings als schleppend, da für meinen Geschmack Schilderungen von Gedankengängen, Spekulationen sowie Diskussionen zu viel Raum einnehmen und ereignisreiche Geschehnisse zu wenig. Zudem bleiben die offenen Fragen, die Emotionen, die Magie, die Gefahren und die Überraschungen irgendwie blass für mich. Ich denke, es liegt daran, dass ich den Erzählstil eher als „tell“ statt „show“ empfand - z. B. Die Poetenseele eines Hexers wir mehrfach erwähnt, bei mir kam das jedoch nicht so an.

Ich habe “The Blackgate Invitation” über vier Wochen hinweg gelesen - ich habe ich immer wieder Pausen eingelegt, da mich das Buch nicht fesseln konnte. Es hat objektiv betrachtet definitiv gute (Handlungs)Elemente, aber sie haben mich emotional nicht erreicht.

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Veröffentlicht am 23.12.2025

Unterhaltsam und erschütternd!

The Final Act
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Mit fast vierzig Jahren kann die frühere Hollywood-Schauspielerin Madison, die ihren Lebensunterhalt als Kellnerin verdient, nur wenige alte Filme, niederschmetternde Erfahrungen mit Leuten aus der Filmbranche ...

Mit fast vierzig Jahren kann die frühere Hollywood-Schauspielerin Madison, die ihren Lebensunterhalt als Kellnerin verdient, nur wenige alte Filme, niederschmetternde Erfahrungen mit Leuten aus der Filmbranche und einen Haufen zerbrochener Träume vorweisen. Jetzt wird sie vermisst und der Fund ihrer Handtasche in den Hollywood Hills ruft schließlich das LAPD auf den Plan. Die Detectives Sarah und Rob von der Missing Persons Unit übernehmen den Fall.

Der lebendige Erzählstil und die spritzige Dynamik zwischen der mittelalten Sarah und ihrem jungen Kollegen sind von Anfang an mitreißend! Sarahs privater Hintergrund ist interessant und der rätselhafte Vermisstenfall bringt spannende, ereignisreiche Ermittlungen sowie erschütternde Erkenntnisse mit sich.

Die Handlung entfaltet sich aus zwei Perspektiven und auf mehreren Zeitebenen: 2022 begleitet man Sarah bei den laufenden Ermittlungen und erfährt von ihren Gründen für ihren Wechsel aus der Mordkommission zur Missing Persons Unit. Zudem schildert Madison, was kurz vor ihrem Verschwinden passiert ist. In den frühen 2000er Jahren erzählt die junge Madison von ihren düsteren Erfahrungen in Hollywood.

Die Dynamik zwischen der mittelalten Sarah und ihrem jungen Kollegen ist oft urkomisch, die Geschehnisse in der Gegenwart sind insgesamt ziemlich unterhaltsam gestaltet, erst zum Ende hin wird es todernst …

Was die junge Madison erleben musste, ist hingegen einfach nur entsetzlich: Machtmissbrauch, Gewalt, Psychoterror und Verrat …

“The Final Act” ist ein packender, humorvoller, wendungsreicher Thriller über die Schattenseiten Hollywoods sowie die weitreichenden Folgen. Besonders gelungen ist die Art, wie Madison ihre alten und neuen Hollywood-Erfahrungen schildert, weil spürbar wird, wie Vergangenheit und Gegenwart schicksalshaft ineinandergreifen …

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