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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.03.2026

Ich bin nicht begeistert

Die Ehefrau – Was hat sie zu verbergen?
1

Was mir nicht gefallen hat:

- Einige entscheidende Elemente erinnerten mich an zwei sehr bekannte Thriller und diese Elemente sind in den entsprechenden beiden Büchern mMn überzeugender gestaltet.

- ...

Was mir nicht gefallen hat:

- Einige entscheidende Elemente erinnerten mich an zwei sehr bekannte Thriller und diese Elemente sind in den entsprechenden beiden Büchern mMn überzeugender gestaltet.

- Ich fand die Darstellungen der Protagonistinnen unglaubwürdig (sehr naiv, sehr leicht zu beeindrucken, mangelnde psychologische Plausibilität).

- Die meisten Wendungen ergaben für mich eher wenig Sinn.

- Ich fand die Handlung insgesamt konstruiert, den Erzählstil schlicht und vieles klischeehaft.

- Der Humor, der mich in vielen Büchern der Autorin begeisterte, kam mir hier zu kurz.

- Nervenaufreibend wurde es für meinen Geschmack erst zum Ende hin.

Was mir gefallen hat:

- Aufgrund der Prämisse ist mMn durchgehend eine subtile Spannung vorhanden.

- Womöglich ist mehr Humor vorhanden, als ich wahrgenommen habe; mich erreichten nur zwei Stellen – die haben mir dafür umso besser gefallen.

- Die letzte Überraschung fand ich toll.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.03.2026

Die Kaninchen, das Hühnchen, der Kater und andere erbarmungswürdige Geschöpfe

Die Dinner Party
3

Die Endzwanzigerin Franca zieht ihrem wohlhabenden Freund Andrew zuliebe von den Niederlanden nach England, doch das ist nicht so romantisch, wie es vielleicht klingt. Sie findet keinen Job, weshalb sie ...

Die Endzwanzigerin Franca zieht ihrem wohlhabenden Freund Andrew zuliebe von den Niederlanden nach England, doch das ist nicht so romantisch, wie es vielleicht klingt. Sie findet keinen Job, weshalb sie als gelangweilte, einsame, frustrierte Hausfrau in einem schönen Haus voller Luxus feststeckt. Als Andrew sie überredet, eine Dinnerparty für seine Kollegen auszurichten, dafür Fleisch zuzubereiten, obwohl sie Vegetarierin ist, ist sie heillos überfordert. Dann geht auch noch alles schief, was schief gehen kann, sie trinkt Alkohol, als wäre es Wasser, und zwei Vorfälle erschüttern sie schließlich vollends, sodass all ihre verdrängten Gefühle an einem Abend heraussprudeln ...

Die Stimmung ist von Anfang an beklemmend, düster sowie unheilvoll. Der lebendige, ausdrucksstarke Erzählstil mit einem feinen Hauch dunklen Humors und die vielen Andeutungen haben mich direkt gepackt. Die Figurendynamik ist sehr interessant und das Springen zwischen den Zeitebenen sorgt für Abwechslung und hält die Spannung hoch. Es gibt Einblicke in Francas Kindheit, ihre Studienzeit, die Beziehung zu Andrew sowie die zu ihrer Mutter, die Geschehnisse der chaotischen, verstörenden Dinner Party und die Zeit danach. Francas brutale Ehrlichkeit ist ungemein berührend: Sie erzählt ungeschönt von traumatischen Kindheitserfahrungen, bittersüßen Momenten, herben Enttäuschungen, die sie allmählich in eine Art inneres Erstarren trieben und ihrem Zusammenbruch.

“Die Dinner Party” ist ein vielschichtiges, packendes Psychogramm voller Überraschungen, das zum Nachdenken anregt und lange nachhallt! Ein Stilelement fand ich unnötig oder sogar etwas verwirrend und die “Auflösung” hat ein mich kleines bisschen enttäuscht.

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Veröffentlicht am 20.03.2026

Mordsromantisch: schräg, cool & aufregend!

Tödliche Freundinnen
1

Die Privatdetektivin Mel hatte eine ungewöhnliche Jugend, die sie nun einholt: Sie und ihre Mitschülerin Chloe haben eine Leiche vergraben. Zwei Jahre später ist Chloe spurlos verschwunden. Da ihr Vater ...

Die Privatdetektivin Mel hatte eine ungewöhnliche Jugend, die sie nun einholt: Sie und ihre Mitschülerin Chloe haben eine Leiche vergraben. Zwei Jahre später ist Chloe spurlos verschwunden. Da ihr Vater im Sterben liegt, beauftragt er eine Privatdetektivin, sie zu finden, doch Mel führt den Auftrag aus – warum?

Und wie kam es überhaupt dazu, dass sie zusammen eine Leiche vergraben? Die beiden hatten bis zu jenem Abend nichts miteinander zu tun, außer, dass sie auf dieselbe Schule gingen! Mel wuchs unter prekären Verhältnissen auf, Chloe hingegen lebte ein privilegiertes Leben. Und was passierte danach, wieso konnte Mel Chloe nie vergessen?

Die Handlung entfaltet sich aus mehreren Blickwinkeln (hauptsächlich erzählen Mel und Chloe, aber eine gemeinsame Freundin und ihr Widersacher kommen auch sporadisch zu Wort) sowie auf zwei Zeitebenen: Man erfährt, was vor acht Jahren rund um Chloes 16. Geburtstag und den darauffolgenden Jahren geschah. In der Gegenwart geht es um den Auftrag, Chloe zu finden bzw. nach Hause zu bringen, was sich als weitaus problematischer erweist als gedacht: Mel war nicht klar, dass sie sich in einen Strudel aus Gefühlschaos, gefährlichen Geheimnissen und lebensbedrohlichen Situationen begibt. Der Auftrag entwickelt sich von einer turbulenten Odyssee durch die kanadische Wildnis zum Überlebenskampf, denn die verhängnisvolle Vergangenheit holt sie ein …

“Tödliche Freundinnen” macht wirklich Spaß: Der geistreich witzige, schräge Erzählstil ist mitreißend. Die Protagonistinnen sind cool, tough, sarkastisch, aber auch verletzlich sowie empathisch, und die Dynamik zwischen ihnen ist unterhaltsam wie bewegend. Die ereignisreiche Handlung ist abgefahren, im besten Sinne cartoonhaft actiongeladen und temporeich!

Ich habe allerdings zwei kleine Kritikpunkte: Ich finde, dass auch die Kapitel, in denen die Protagonistinnen 24 Jahre alt sind, wie aus einem Jugendbuch wirken und die widersprüchlichen Gefühle, von denen beide hin- und hergerissen werden, nehmen für meinen Geschmack ein bisschen zu viel Raum ein.

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Veröffentlicht am 05.03.2026

Ein toller Jugendthriller!

Liars all around me
1

Der Schüler Ryle hat einige Schicksalsschläge hinter sich, einer davon führte dazu, dass seine Familie verarmte, weshalb er aus purer Verzweiflung Straftaten begeht - was ihm einen entsprechenden Ruf eingebrockt ...

Der Schüler Ryle hat einige Schicksalsschläge hinter sich, einer davon führte dazu, dass seine Familie verarmte, weshalb er aus purer Verzweiflung Straftaten begeht - was ihm einen entsprechenden Ruf eingebrockt hat. Aber wieso bittet ihn ausgerechnet Avery, eine Musterschülerin UND die Tochter der Bürgermeisterin, darum, ihr eine Waffe zu besorgen. Kann es ein Zufall sein, dass kurz darauf Averys Konkurrentin um den Titel der Jahrgangsbesten erschossen aufgefunden wurde? Jetzt bekommt sie seine Vorurteile zu spüren, denn für ihn ist klar – Avery ist die Täterin. Doch sie beteuert ihre Unschuld und bittet ihn sogar zusammen zu ermitteln. Zwischen Klassenunterschieden, altem Groll, Zweifeln, Gefahr sowie wachsendem Verständnis füreinander entdecken die beiden viele Spuren, Motive und Verdächtige …

Avery und Ryle haben es aus völlig verschiedenen Gründen schwer: Sie ist das typische arme reiche Mädchen, in ihrer lieblosen Familie geht es nur um Ansehen und Leistung, während Ryle mehr überlebt als lebt. Ja, das ist klischeehaft, dennoch sind die beiden vielschichtig und ihre Annäherung ist wirklich unterhaltsam, süß, intensiv, gefühlsvoll sowie bewegend gestaltet!

Wozu brauchte Avery eine Waffe? War die Ermordete tatsächlich ihre Erzfeindin? Was hat es mit den vielen Verdächtigen auf sich? Die Nachforschungen sind abwechslungs- und ereignisreich. Ich fand zwar, dass das Zwischenmenschliche mehr Raum einnimmt als die Ermittlungen an sich, aber die psychosozialen Elemente und das Miteinander der beiden Hauptfiguren haben mir so gut gefallen, dass mir nichts fehlte! Zum Ende hin empfand ich die Handlung dann als nervenaufreibend spannend, denn erschütternde Enthüllungen sowie entsetzliche Erkenntnisse leiten einen spektakulären Showdown ein …

Der lebendige, eindrückliche Erzählstil, die gemütliche Küsten-Kleinstadtatmosphäre, die toll gezeichneten Charaktere (auch die Nebenfiguren), der Humor, das Gefühl, die zwischenmenschlichen Dynamiken und die facettenreiche Handlung voller Überraschungen haben mich restlos begeistert!

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Wenn die verhängnisvolle Vergangenheit anklopft …

Fünf Fremde
0

Sommer 1995, Insel Neuwerk im Hamburgischen Wattenmeer: zwei Jugendliche verschwinden aus dem Schullandheim …

Herbst 2025: Fünf Menschen reisen auf die Insel Neuwerk. Eine Polizistin, um ihre kranke ...

Sommer 1995, Insel Neuwerk im Hamburgischen Wattenmeer: zwei Jugendliche verschwinden aus dem Schullandheim …

Herbst 2025: Fünf Menschen reisen auf die Insel Neuwerk. Eine Polizistin, um ihre kranke Mutter zu unterstützen. Eine Vogelwartin hat einen beruflichen Termin. Eine Journalistin ist einer spannenden Geschichte auf der Spur und zwei weitere Personen reisen nicht ganz freiwillig an. Fast alle waren auch in jenem verhängnisvollen Sommer auf der Insel …

Die herrlich düstere Atmosphäre, das vom ersten Kapitel an ereignisreiche Geschehen und großartige Lokalkolorit mit greifbar norddeutschem Flair haben mich von Anfang an gepackt! Der ausdrucksstarke Schreibstil, die interessanten Charaktere und die rätselhafte Handlung sind von der ersten bis zur letzten Seite absolut mitreißend!

Die Gegebenheiten der Insel werden so eindrücklich und lebendig beschrieben, dass ich mir alles gut vorstellen konnte, z.B. das Gefühl auf einem drei Quadratkilometer kleinen Fleckchen Erde im Wattenmeer zu leben, auf dem nur etwa dreißig Menschen wohnen, ohne “Luxus”, wie beispielsweise eine Apotheke oder eine weiterführende Schule.

Die Handlung entfaltet sich aus mehreren Blickwinkeln und auf zwei Zeitebenen: vor dreißig Jahren und jetzt, es gibt aber auch kurze Einblicke in jüngere Vergangenheit der Figuren. 2025 stehen die Erfahrungen der fünf Neuankömmlinge im Mittelpunkt, während man 1995 aus der Sicht einer Schülerin erfährt, wie sie den Sommer auf der Insel erlebte. Sie wurde Teil einer 5er-Clique, bestehend aus zwei Mitschülern, einer Mitschülerin und einem “Inselmädchen” - die Dynamik zwischen den Teenagern hatte es in sich …

Da ich 1995 eine Jugendliche war, konnte ich mich mit den Darstellungen der Popkultur identifizieren und ein bisschen in Erinnerungen schwelgen – das Schwärmen für einen bestimmten Schauspieler und die Musik, die gefühlt ständig überall lief.

Für die fünf Fremden wird es bereits auf dem Weg zur Insel turbulent und einmal auf Neuwerk angekommen, überschlagen sich die Ereignisse, was dazu führt, dass allmählich lang gehütete, dunkle Geheimnisse aufgedeckt werden.

Trotz der vielen verschiedenen Perspektiven war es leicht, den Überblick zu behalten, denn die Figuren sind wirklich gut charakterisiert!

“Fünf Fremde” ist nonstop spannend: Die vielen unheilvollen Andeutungen, die lebendig gestalteten Begebenheiten und die zahlreichen beunruhigenden “Vorfälle”, die Fragen aufwerfen, ließen mich immer weiterblättern - ich habe diesen Thriller in nur zwei Zügen verschlungen! Die Auflösung empfand ich allerdings als ein bisschen konstruiert.

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