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Veröffentlicht am 29.12.2025

Tolle Cozy Romance für die Weihnachtszeit - perfekt als Adventskalender zu lesen

Glow like December
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Marie studiert Physik, ganz wie ihre wissenschaftsbesessenen Eltern es sich wünschen. Als Physiker können sie mit dem Weihnachtszauber nichts anfangen. Marie hingegen träumt davon, ihr Leben endlich selbst ...

Marie studiert Physik, ganz wie ihre wissenschaftsbesessenen Eltern es sich wünschen. Als Physiker können sie mit dem Weihnachtszauber nichts anfangen. Marie hingegen träumt davon, ihr Leben endlich selbst in die Hand zu nehmen und mietet kurz vor Weihnachten eine Wohnung im ländlichen Raum von Münster. Sie schmeißt ihr Studium hin und kellnert im "Zuckerpöttchen", einem kleinen Café in Münster, ihren Eltern hat sie nichts von ihrer Entscheidung erzählt. Als sie sich dann noch in Aron, den Sohn der Vermieter verliebt, nimmt das Chaos seinen Lauf.

Ich habe "Glow Like December" als "Adventskalenderbuch" gelesen: jeden Tag ein Kapitel. Die Kapitel haben genau die richtige Länge und man fliegt förmlich durch die Seiten durch den angenehmen Erzählstil der Autorin. Jede erste Seite eines Kapitel ist außerdem toll illustriert und hat einen Untertitel passend zur Geschichte.
Die gesamte Geschichte ist aus der Ich-Perspektive Maries geschrieben, was einem die Protagonistin beim Lesen nochmal näher bringt. Marie ist stets sympathisch, tollpatschig und macht eine bemerkenswerte Entwicklung im Lauf der Geschichte durch. Sie wächst über sich hinaus und kann sich gegenüber anderen behaupten. Mehr als ein Mal konnte ich mich in ihr wieder finden, man leidet und freut sich mit ihr mit. Auch Aron, der anfangs noch ziemlich unsympathisch wirkt, taut mehr und mehr auf und auch er entwickelt sich immer mehr. Natürlich kommt auch das Weihnachtsfeeling nicht zu kurz und Maries Hang zur besinnlichen Vorweihnachtszeit kommt absolut authentisch rüber und wirkt nicht kitschig. Die Liebesgeschichte hat genau die richtige Balance ohne überladen zu wirken.

Die Geschichte ist die perfekte Cozy Romance für die Weihnachtszeit und lässt sich super als "Adventskalender" lesen - sofern man nicht nach jedem Kapitel sofort weiter lesen möchte ;) Auch ein tolles Geschenk für die Weihnachtszeit.

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Veröffentlicht am 16.12.2025

Urkomischer Roman über das besinnliche Weihnachtsfest mit der Familie - auch ein tolles Geschenk

Merry Crisis - ein fast besinnliches Weihnachtsfest
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Olivia Schenk fährt wie jedes Jahr an Weihnachten zu ihrer Familie. Der fünftägige Marathon mit der Familie verlangt ihr alles ab - extra dafür hat sie das "Weihnachtsgesicht" bis zur Perfektion geübt. ...

Olivia Schenk fährt wie jedes Jahr an Weihnachten zu ihrer Familie. Der fünftägige Marathon mit der Familie verlangt ihr alles ab - extra dafür hat sie das "Weihnachtsgesicht" bis zur Perfektion geübt. Zwischen ihrem neu dazu gewonnenen Onkel Klaus, ihrer traditionsbewussten Familie und dem vierjährigen Miró-Baptiste, dem Sohn ihrer Cousine, muss sie ihre Eltern wieder einmal enttäuschen und wird deren Erwartungen nicht gerecht. Zu allem Überfluss taucht auch noch Nathan auf, den sie schon zur Schulzeit gehasst hat - aber als sie sich nach Jahren wieder sehen, ist er so ganz anders als früher.

Ein chaotisches Weihnachtsfest mit der lieben Familie und die Protagonistin erzählt herrlich-schräg, wie es ihr in dem Wahnsinn ergeht? Ich bin sofort dabei!
Eli Mell erzählt so erfrischend und ehrlich von ihrem Familienchaos, dass ich selbst auf mindestens jeder zweiten Seite das Gefühl hatte: das habe ich so oder so ähnlich auch schon erlebt, kenne ich. Die Geschichte ist aus Olivias Ich-Perspektive geschrieben und sie schildert ungeschönt ihre Gedanken dazu. Jedes Familienmitglied ist auf seine Weise so toll beschrieben, dass es nicht nur urkomisch ist sondern man merkt beim Lesen, dass zusammen am Ende doch alles mehr oder weniger funktioniert. Oft musste ich beim Lesen auch laut loslachen, weil Eli Mell es versteht, die Handlung so zu beschreiben, dass ich das Gefühl hatte, selbst mit am Tisch zu sitzen.
Es werden auch wichtige Themen mit eingeflochten wie Erwartungsdruck der Familie und Gesellschaft, Versagensängste und das Aufeinandertreffen unterschiedlichster Charaktere. Das Ganze wird aber stets so lustig beschrieben, dass die Geschichte nie ins Kitschige oder zu Ulkige abdriftet.

Eli Mell hat mit "Merry Crisis" den perfekten Roman rund um das vermeintlich besinnliche Weihnachtsfest geschaffen. Mit der richtigen Portion Humor und herrlichen-absurden Beschreibungen fliegt man durch die Seiten. Auch als Geschenk, nicht nur zu Weihnachten, kann ich mir das Buch vorstellen. Unbedingte Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 14.12.2025

Spannender Krimi mit Einblick in Polizei- und Ermittlungsarbeit und den Gedanken eines Psychopathen

Schonungslos offen
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Alexandra Rau ist Polizeikommissarin, gemeinsam mit ihrem Assistenten Isidor Rogg klärt sie Verbrechen auf. Als eine Serie von vermissten Personen die Region erschüttert, arbeiten die beiden und das gesamte ...

Alexandra Rau ist Polizeikommissarin, gemeinsam mit ihrem Assistenten Isidor Rogg klärt sie Verbrechen auf. Als eine Serie von vermissten Personen die Region erschüttert, arbeiten die beiden und das gesamte Team unter Hochdruck den oder die Täter zu finden. Ohne jede Spur versuchen die beiden, ein Täterprofil zu erstellen - nichtsahnend, dass der Täter nicht schläft und sich durch die Einmischung der Polizei in seine Taten provoziert fühlt. Gerade Alexandra möchte er am liebsten ausschalten. Dazu sind ihm alle Mittel recht und bald ist sie ebenso in großer Gefahr...

Das Cover passt für mich nicht richtig zum Inhalt des Krimis und hat mich nicht sofort angezogen. Der Klappentext allerdings verspricht einen psychologisch dichten und spannenden Krimi - und ich wurde nicht enttäuscht!
Das Buch ist aus zwei Sichtweisen geschrieben: den Großteil nimmt der Erzählstrang rund um die Polizei- und Ermittlungsarbeit und Alexandra ein, der zweite, sehr interessante Teil beschäftigt sich mit Tagebucheinträgen des Täters. Man ist somit direkt mittendrin in den Ermittlungen und auch im Kopf eines Psychopathen. Nicht immer leicht auszuhalten, wenn er seine Gedanken schildert, aber dafür umso spannender und düster ist die Atmosphäre - gerade weil man als Leser den Ermittlern immer einen Schritt voraus ist.
Alexandra war mir sympathisch, auch wenn ich nicht jeden Gedanken nachvollziehen konnte. Man folgt ihr gerne bei ihren Ermittlungen und merkt schnell, dass mit Herzblut bei der Sache ist. Oft verbissen, aber immer motivierend führt sie ihr Team an. Isidor war mit von allen am sympathischsten, man schließt ihn mit seiner lockeren und unbedarften Art direkt ins Herz.
Ein kleiner Kritikpunkt sind für mich die manchmal etwas hölzern wirkenden Dialoge, was der Spannung aber keinen Abbruch tut. Mit ein oder zwei kleinen Detailänderungen im Handlungs- und Erzählsprung wäre die Geschichte für mich noch runder geworden, beispielsweise wenn die Identität des Täters noch länger verschleiert gewesen wäre und man als Leser, ebenso wie Polizei, lange im Dunkeln tappt. Das ist allerdings auch Kritik auf hohem Niveau. Der Krimi lässt sich gut lesen, der Erzählstil lässt einen durch die Seiten fliegen und man ist neugierig, wie die Ermittlungen weiter gehen. Mit dem Ende hätte ich so nicht gerechnet, die Autorin hat mich hier mehr als ein mal überrascht. Generell versteht die Autorin ihr Handwerk und hat hier einen tollen und kurzweiligen Krimi geschaffen. Auf jeden Fall gibt es eine Leseempfehlung von mir!

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Veröffentlicht am 24.11.2025

Über Verlieren und Sich-wieder-Finden - sprachlich starkes und anspruchsvolles Buch

Lichtbrechung
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Andrea Morgenrot beschreibt in ihrer Geschichte verschiedenste Menschen in verschiedensten Epochen und Lebenslagen, die sich verlieren, wieder finden und ganz werden. Das Buch lässt sich keinem Genre wirklich ...

Andrea Morgenrot beschreibt in ihrer Geschichte verschiedenste Menschen in verschiedensten Epochen und Lebenslagen, die sich verlieren, wieder finden und ganz werden. Das Buch lässt sich keinem Genre wirklich zuordnen, vielmehr ist es ein Kaleidoskop, so bunt wie das Leben.

Das Buch hat etwa 200 Seiten und ist schnell durchgelesen, ich musste es jedoch immer wieder zur Seite legen und über das Geschriebene und auch Unausgesprochene zwischen den Zeilen nachdenken. Am Anfang sind die Geschichten noch verwirrend und scheinbar zusammenhanglos, man merkt beim Lesen jedoch schnell, dass jede Geschichte auf ihre Weise zusammenhängt und sich ein großes Ganzes bildet.
Die Sprache ist schön und bildlich, auf keinen Fall alltäglich und in jeden Satz steckt so viel Botschaft und Kraft, dass man eigentlich nach jedem Satz eine Pause machen müsste. Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich, dass die Gedanken nicht immer alle greifbar waren, oft hatte ich das Gefühl, dass ich etwas übersehen oder nicht richtig verstanden habe um die Informationen und Botschaften richtig einzuordnen.

Nichtsdestotrotz ist "Lichtbrechung" ein gelungenes Werk, in dem jeder etwas für sich mitnehmen kann, auf das man sich aber auch einlassen muss. Großes Lob an die Autorin, so ein komplexes, in sich verwobenes und stimmiges Werk zu schaffen und dafür eine so besondere Sprache zu finden.

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Veröffentlicht am 20.11.2025

Ein Blick mehr als zwanzig Jahre zurück - Vergangenheitsbewältigung mit interessanter Herangehensweise

Die Ausweichschule
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Der Autor ist elf Jahre alt und Schüler des Gutenberg-Gymnasiums in Erfurt als am 26. April 2002 der ehemalige Schüler Robert Steinhäuser 16 Menschen erschießt und danach sich selbst. Der Schock und das ...

Der Autor ist elf Jahre alt und Schüler des Gutenberg-Gymnasiums in Erfurt als am 26. April 2002 der ehemalige Schüler Robert Steinhäuser 16 Menschen erschießt und danach sich selbst. Der Schock und das Trauma sitzen bei allen tief, damals wie heute. Mehr als zwanzig Jahre später kommt dem Auto das Ereignis wieder in den Sinn. Er fragt sich, ob er nach so langer Zeit die Wunden nochmal aufreißen sollte? Und überhaupt darf? Ist er dafür genügend traumatisiert?

Da das Buch auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2025 stand und der Klappentext mich direkt abgeholt hat, habe ich begeistert dazu gegriffen.
Das Buch ist nicht einfach zu lesen, gibt es doch keinen wirklichen roten Faden. Der Autor erzählt aus der Ich-Perspektive: von seinen Erinnerungen an den Amoklauf, dem Bericht, der damals verfasst wurde, seinen Gedanken, ein Buch zu dem Thema zu schreiben und auch Alltägliches von heute. Dort liegt für mich auch der Knackpunkt: der Autor versucht, viele Themen aufzugreifen und schweift oft ab in seiner Geschichte. Er besucht beispielsweise ein Theaterstück eines Dramatikers, mit dem er zuvor am Telefon über seine Erinnerungen an den Amoklauf spricht. Dieser Handlungsstrang wechselt sich ab mit Erinnerungen, Alltäglichem und Überlegungen. Gekennzeichnet oder betitelt wird dies nicht und man muss sich immer wieder neu zurecht finden.
Mehr als interessant sind dafür seine Überlegungen, inwieweit er sich dem Thema des Amoklaufs mehr als zwanzig Jahre später "annähern" darf. Hat er überhaupt das Recht dazu, so viele Jahre später? Er hat den Täter damals gesehen, aber wie klar sind seine Erinnerungen daran noch? Wie viel wurde dazu erfunden in den Erinnerungen? Diesen Fragen widmet er sich vorsichtig, ehrlich und immer wieder innehaltend. Es ist nicht immer einfach zu lesen, durch die Abschweifungen verliert man selbst öfters den roten Faden beim Lesen. Das Thema ist interessant und sensibel und trotzdem aktueller denn je.

Für mich hätte "Die Ausweichschule" verdient den Deutschen Buchpreis gewonnen, es widmet sich einem wichtigen und sensiblen Thema, das auch nach über zwanzig Jahren noch im Gedächtnis sowohl aller Beteiligten als auch von wahrscheinlich ganz Deutschland ist. Die Herangehensweise ist dabei interessant und mit ein paar Abstrichen kann ich das Buch auf jeden Fall weiter empfehlen.

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