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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.10.2018

spannend, aber die Nanos sind nur Kulisse

Nanos - Sie bestimmen, was du denkst
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Bewertet mit 5 Sternen
In diesem Buch kommen mehrere Horrorszenarien zusammen. Die Nazizeit mit dem Gruß und dem "In Kehlis", dem blinden Gehorsam dem Staatsoberhaupt gegenüber, aber auch die DDR. Beides ...

Bewertet mit 5 Sternen
In diesem Buch kommen mehrere Horrorszenarien zusammen. Die Nazizeit mit dem Gruß und dem "In Kehlis", dem blinden Gehorsam dem Staatsoberhaupt gegenüber, aber auch die DDR. Beides mit Deportieren von Andersdenkenden und Regimekritikern, denunzieren selbst in Familien, Verfolgung, Bespitzeln von Nachbarn, Freunden, Kollegen und Familienmitgliedern usw. Ob die Schergen nun SS, Stasi oder Konfessoren und Gardisten heißen, der Alptraum ist der gleiche.
Das zweite Horrorszenario ist die Machtübernahme durch Lebensmittelhersteller oder andere Großkonzerne. Das ist ja bereits in vollem Gange. Durch Lobbyisten werden unsere Politiker mehr oder weniger zu Marionetten (man denke an TTIP oder andere Handelsabkommen und sogar Gesetze, die hinter verschlossenen Türen von Industrie und Wirtschaftsbossen ausgehandelt werden und die die Politiker dann nur noch unterschreiben, oder wie die EU vorschreiben will, wie gerade eine Gurke zu sein hat und der Rest auf dem Müll landen muß, weil er nicht verkauft werden darf oder wie die Lebennsmittellobby sich erfolgreich wehrt, wenn es um Kennzeichnungspflicht mancher Inhaltsstoffe geht oder um die Nahrungsampel). Es ist ja jetzt schon so, dass Konzerne in vielen Dingen das Sagen haben und mit Umweltsünden, Steuerschlupflöchern usw. davon kommen. Der Gier und dem Einfluß der Konzerne kann man kaum was entgegensetzen. Wie schwer war es den Hambachger Wald zu retten, den RWE aus Profitgier roden wollte. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen. Und wenn man allein den Zucker, der sich in fast allen Lebensmitteln der Industrie versteckt, durch Nanoteilchen ersetzen würde, dann hätten wir diesen Alptraum in Wirklichkeit. Denn allein dem Zucker kann man kaum und nur mit viel Aufwand und Mühe entgehen. Nestle will das Wasser privatisieren, obwohl es ein Grundrecht ist. Die Liste ist unendlich.
Das dritte Horrorszenario ist die Überwachung. In der digitalisierten Welt kann man ihr kaum entgehen. Handys etc. können geortet werden, Googelsuchen .werden gespeichert ( "weil" man ja personifizierte Werbung schalten will ), Drohnen werden eingesetzt. Und in der Wirklichkeit kommt noch hinzu, dass es bald kein Bargeld mehr geben soll, sondern nur noch elektronischen Zahlungsverkehr usw. Hinzu kommen freiwillige Angaben (Paybackkarten, Alexa oder wie das Ding heißt etc.)
Das grottenschlechte Fernsehprogramm, was zur Volksverdummung beiträgt (ich muß Sender und Sendungen ja nicht nennen, oder ?) und die Medien, die Einfluß auf die Meinung der Menschen nehmen, indem sie manchen Themen (z.B. Flüchtlingen) viel Raum geben, aber wichtigen Dingen, die die meisten Menschen betreffen, deutlich weniger Sendezeit oder Artikel zukommen lassen (Pflegenotstand, Rente, Steuertricks, die Deutschland Milliarden kosten), haben wir ja jetzt auch schon.
Dieses Buch packt wirklich viele Horrorszenarien zusammen und macht einen richtigen Alptraum daraus, der hoffentlich nie Wirklichkeit wird. Gut, dass einige Leute free sind. Wie grauenhaft es ist, in so einer Diktatur zu leben, sieht man an Maria gut. Ohne ihren Sohn, könnte sie vielleicht flüchten (aber wohin ?). Was macht man in solch einer Situation ? Wie trifft man die richtige Entscheidung ?
Das Buch liest sich gut und ist spannend, aber es ist auch sehr bedrückend und beängstigend und es wird am Schluß etwas James Bond mäßig. Und das Ende ist abrupt und lässt viele Fragen offen. Gemeiner Cliffhanger.
Mit Maria kann ich mich am ehesten identifizieren. Sie lebt in dem Regime und muß ihren Alltag meistern. Besonders perfide, dass man zwar anders denken kann und aufpassen muß, was man sagt, aber dass sich das auch in körperlichen Syptomen äußert, die man nicht immer vor anderen verstecken kann. Welche Angst,. dass der Sohn sich verplappert ! Und wie schwer eine Entscheidung zu treffen, sich jemandem amzuvertrauen. Ich muß an all die mutigen Widerstandskämpfer denken, die Leute ansprechen mußten, ohne ihre wirkliche Gesinnung zu kennen. Was für ein vorsichtiges Herantasten das jedesmal war. Und auch die Menschen in der DDR, die fliehen wollten. Wem kann man trauen ? Und was wird aus dem Kind, wenn man geschnappt wird ? Wie erziehe ich mein Kind in solchen Zeiten ? Mund halten, tun was der Diktator sagt oder sich die Menschlichkeit und das Mitgefühl bewahren ? Muß ich das kritische Denken unterbinden und mein Kind zum stumpfen Gehorsam erziehen ?
Das Buch hat mir gut gefallen. An manchen Stellen habe ich laut gelacht . Es gibt auch überraschende Wendungen und immer wieder temporeiche Stellen. Habe das Buch verschlungen. Aber irgendwie hätte ich mir den Fokus mehr auf die Nanos und deren Beeinflussung gewünscht. Statt den Rebellen hätte ich es spannender gefunden, mehr über den Alltag der Leute zu erfahren, vor allem, als alles anfing. Wie wirkten sich die ersten Beeinflussungen aus ? Was haben die Leute bemerkt, die erst später davon betroffen waren ? Ich finde dieses interessante Thema hätte man mehr vertiefen können. So ist es ein spannender Thriller geworden, aber die Nanos sind mehr oder weniger nur Kulisse.
Lesenswert ist es auf jeden Fall.

Veröffentlicht am 19.10.2018

guter Krimi

Knochenjagd
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In einer Wohnung wird ein totes Baby gefunden. Wo ist die Mutter ? Hat sie ihr Kind getötet ? Die Spur zieht sich bis in den Norden Kanadas, aber was steckt eigentlich dahinter ? Tempe Brennan und Ryan ...


In einer Wohnung wird ein totes Baby gefunden. Wo ist die Mutter ? Hat sie ihr Kind getötet ? Die Spur zieht sich bis in den Norden Kanadas, aber was steckt eigentlich dahinter ? Tempe Brennan und Ryan fahren in den Norden und jeder ermittelt auf seine Weise. Die Fernsehreihe Bones wird irgendwie immer abstruser und ich gucke sie nicht mehr, aber die Bücher sind immer noch gut. Am Anfang haben mich die vielen französischen Ausdrücke genervt (Gebäude, Behörden, Titel, EInrichtungen etc.). Da ich kein französisch kann, hat es den Lesefluß doch etwas behindert. Aber zum Glück hörte das schnell auf und der Rest lies sich schnell und flüssig lesen. Der Krimi ist spannend und man muß weder die Fernsehserie kennen, noch die anderen Bücher. Der Autorin gelingt es, manchmal mir nur wenigen Worten, eine bestimmte Athmosphäre zu schaffen, z.B. Trostlosigkeit. Es ist schon erschreckend was für ein Leben/Schicksal manche Menschen haben und wie sie sich angesichts der Gegebenheiten (Ort, Familie, Umstände etc.) in ihrem Leben einrichten. Alles in allem ein guter Krimi, der aber auf die Action oder den Showdown am Schluß ruhig hätte verzichten können. Ich finde es schon nervig, wenn der Held/die Heldin am Schluß in Gefahr geraten, wo man doch eh weiß, dass sie gerettet werden, wie in Millionen anderer Geschichten auch. Also auch ohne diese Dramatik wäre es ein guter Krimi.

Veröffentlicht am 09.10.2018

Tolle Idee, aber die Umsetzung hat ihre Mänge

Escape Room - Nur drei Stunden
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Bewertet mit 4.5 Sternen
Da ich die Exit-Spiele liebe und bald selbst in einen Escape Room gehe, dachte ich, dieser Krimi ist genau mein Fall. Die Grundidee gefällt mir gut. Jemand wacht in einem Raum ...

Bewertet mit 4.5 Sternen
Da ich die Exit-Spiele liebe und bald selbst in einen Escape Room gehe, dachte ich, dieser Krimi ist genau mein Fall. Die Grundidee gefällt mir gut. Jemand wacht in einem Raum mit 5 anderen Leuten auf, die er nicht kennt und muß einen Mord aufklären, wofür er nur begrenzte Zeit hat. Das Setting erinnert an Agatha Christie : Eine Gruppe Menschen, die nicht weg kann (Zug, Schiff, Schloß bei Unwetter oder Insel) und einer von ihnen ist der Mörder. Nur, dass hier das Ganze etwas moderner ist.
Es beginnt spannend, aber irgendwie wirkt alles sehr künstlich und konstruiert. Die Dialoge, das Vorgehen des Protagonisten um den Mord aufzuklären und sein Handeln sind für mich nicht wirklich nachvollziehbar. Auch was die Anderen sagen und tun erscheint mir angesichts der Situation, in der sie sich befinden, nicht wirklich authentisch. Die meisten Leute würden anders reagieren, irgendwie panischer, aufgebrachter. Das Ganze wirkt etwas wie ein Bühnenstück. Mich hat von Anfang an gewundert, dass der Mörder selbst lieber in den Tod geht, als sich durch Outen zu retten. Irgendwann kam dem Protagonisten auch dieser Gedanke (ich glaube nach 200 Seiten), wurde aber nicht weiter verfolgt. Das klingt alles sehr negativ, aber davon abgesehen, ist es schon eine spannende Geschichte.
Von Seite 230 bis 294 wird die Vorgeschichte erzählt und das, was vorher nur Auszugsweise berichtet bzw. angedeutet wurde, wird nun geschildert. Das ist richtig spannend und überraschend. Auch ist es viel besser geschrieben als der erste Teil des Buches finde ich. Dieses 3. Viertel des Buches ist ein richtig spannender Krimi. Die Auflösung danach, die Rolle des Opfers und das mit dem Anwalt, lässt meiner Meinung nach noch viele Fragen offen. Es ist irgendwie nicht rund und einiges ergibt für mich keinen Sinn. Das Finale ist auch nicht mein Fall. Ich finde, es passt weder zum Buch, noch sind die Beweggründe des Täters nachvollziehbar (Rache ja, aber die Begründung für die Art und Weise wie, nicht).
Tolle Idee, aber die Umsetzung hat ihre Mängel. Es ist trotzdem spannend und lässt sich gut lesen, lässt aber viele Fragen unbeantwortet.

Veröffentlicht am 19.09.2018

phantastisch

Heilige und andere Tote
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Bewertet mit 5 Sternen
Was für ein Buch ! Schon die ersten Seiten haben mich begeistert.
Der Schreibstil, die Bilder, die Vergleiche und Beschreibungen sind einfach traumhaft schön. Die Geschichte selbst ...

Bewertet mit 5 Sternen
Was für ein Buch ! Schon die ersten Seiten haben mich begeistert.
Der Schreibstil, die Bilder, die Vergleiche und Beschreibungen sind einfach traumhaft schön. Die Geschichte selbst ist spannend und geheimnisvoll, aber was das Besondere dieses Buches ausmacht, sind die poetischen Metaphern. z.B. als beschrieben wird, wie weit die Wellen zurückweichen " So weit, dass die Meeresalgen sich auf den Felsen vor Sehnsucht trocken weinten." S. 38.
Es beginnt mit einer Beschreibung eines Messiehaushaltes und ist so herrlich, dass ich mich auf Seite 1 direkt in das Buch verliebt habe. Ich habe schon einige Messiewohnungen (und ein Haus) entrümpeln müssen, sowohl privat, als auch beruflich und habe einige besucht, die wirklich so wohnten. Sehr beeindruckend. Und daher finde ich die Schilderung auch so toll, denn genauso ist es. Ich finde Jess Kidd ist eine ausgezeichnete Beschreibung des Hauses gelungen. Die Mauer aus Geo-Heften z.B. und man riecht förmlich den Mief, Moder, Staub und Altherrengeruch des Messiehauses und sieht, wie der Staub in den einzelnen Lichtstrahlen tanzt, die sich ins düstere Halbdunkel verirrt haben. Die Autorin schafft eine wunderbar authentische Atmosphäre.
Ein weiteres Highlight sind die Flüche des alten Herrn, bei dem Maud, die Ich-Erzählerin, nun angefangen hat zu putzen und auszuräumen. Sehr kreativ. z. B. ""Er wünscht mir, ...dass ich esse, ohne je kacken zu können..." S. 9.
Maud entdeckt beim Entrümpeln geheimnisvolle Hinweise z. B. ein Photo von zwei Kindern, wo bei einem Kind das Gesicht rausgebrannt wurde. Oder werden ihr diese Dinge absichtlich in die Hände gespielt ? Wenn ja, von wem ? Maud möchte zu gerne hinter das Geheimnis kommen...
Wie gesagt, eine spannende Geschichte. Aber sie lebt vor allem durch die fantastische Sprache der Autorin. Sei es die Beschreibung einer Frau, die einem Frosch sehr ähnlich sieht, in einer klammen Wohnung lebt und von der Maud vermutet, dass sie heimlich die Vorhänge mit Wasser besprüht und den Teppich begießt, sei es, dass sie das alte Anwesen schildert. "In Bridlemere zaudert die Zeit und weicht zurück, hustend und schlurfend. Hier verwest Geschichte lautlos, und Eleganz welkt höflich vor sich hin." S.30 . Am Anfang ist noch nicht ganz klar, um was für ein Buch, es sich eigentlich handelt, aber egal, was für ein Genre, egal, wie die Handlung sich entwickelt, man genießt jeden Satz. Und es gibt viele Sätze, die ich mehrfach gelesen habe, weil sie so schön sind, dass sie auf der Zunge zergehen. Da es etliche Sätze sind, bei denen ich inne gehalten habe, um sie nochmal zu lesen, kam ich nur langsam voran. Aber die Formulierungen sind so schön, dass man sie einfach genießen und immer wieder "kosten" muß. Nur mit den Heiligen konnte ich nicht wirklich etwas anfangen, aber "gestört" haben sie auch nicht.
Es ist mit viel Humor und Poesie geschrieben und manche Sätze wirken wie eine Textzeile aus einem Song. z.B. "... ein Unterseeboot, das durch trübe Tränen treibt" S.298 . Und auch, wenn es um Mord und Totschlag geht, ist es ein zauberhaftes Buch, das ich nur jedem empfehlen kann.

Veröffentlicht am 10.09.2018

erschreckend

Pharma-Crime
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Dass Medikamente, die man über das Internet kauft, nicht sicher sind, weiß man. Aber, dass sich auch in unseren Apotheken Medikamente ohne Wirkstoff oder mit falscher Dosierung oder mit schädlichen Substanzen ...

Dass Medikamente, die man über das Internet kauft, nicht sicher sind, weiß man. Aber, dass sich auch in unseren Apotheken Medikamente ohne Wirkstoff oder mit falscher Dosierung oder mit schädlichen Substanzen befinden, war mir neu.
Es ist wirklich erschreckend, wie überall aus Profitgier gefälscht und betrogen wird. Von unseriösen Internethändlern, etlichen Zwischenhändlern und Vertreibern von Medikamenten bis zu den großen Pharmafirmen selbst, die im Ausland produzieren lassen, ohne die Reinheit der Wirkstoffe oder die hygienischen Bedingungen der Herstellung zu überprüfen. Viele gepanschte Arzneimittel werden durch etliche Länder hin und her transportiert, sodass man für die Echtheit keine Garantie mehr hat, von einer korrekten Lagerung oder Einhaltung der Kühlkette ganz zu schweigen. Am schlimmsten sind wiedermal die Menschen in der 3. Welt betroffen, die sich die teuren Originalmedikamente nicht leisten können und auf günstige Generika zurückgreifen müssen. Und diese sind fast alle gefälscht, d.h. ohne Wirkung oder sogar mit schädlichen teils giftigen Inhaltsstoffen. Abgelaufene Produkte werden neu etikettiert und in den Handel gebracht und selbst unter den deutschen Apothekern gibt es schwarze Schafe, die gerade beim Anmischen von Zytostatika (Krebsmedikamente), diese verwässern und strecken, um sich zu bereichern. Eine direkte Todesfolge aufgrund unwirksamer Medikamente nachzuweisen, ist nahezu unmöglich. Manchmal sind auch nur einzelne Bestandteile der Originalmedikamente vergiftet, da die Pharmariesen keine Kontrolle darüber haben, woher ihre "Zutaten" genau stammen. Selbst ihnen wird ein Einblick oder ein Kontrollbesuch der indischen oder chinesischen Produktionsstätten verwehrt. Zoll, Interpol, Gesetzesänderungen, Whistleblower, können dem Skandal kaum Einhalt gebieten. Es gibt anscheinend unzählige Wege, wie gefälschte Medikamente in die legale Handelskette eingeschleust werden können. Und selbst, wenn man der illegalen Machenschaften Herr werden würde, blieben immer noch die aus fragwürdigen Quellen stammenden Wirkstoffe für die originalen Medikamente. Kontrollen erfolgen nur stichprobenartig und die Pharmafirmen übernehmen keine Verantwortung. Durch die übermächtige Pharmalobby, bleibt diese Verantwortung nun am einzelnen Apotheker hängen, der unmöglich alle Medikamente prüfen kann, zumal er ja kein dafür notwendiges Labor im Hinterstübchen hat.
Die betroffenen Medikamente sind nicht nur teure Zytostatika, Viagra oder Schlankheitsmittelchen, sondern auch ganz normale Medikamente, für die nicht mal ein Rezept gebraucht wird, wie z.B. Erkältungsmedikamente, Schmerzmittel o.ä. Die Palette geht von Blutdrucksenkern, Herzmitteln, Psychopharmaka, Insulinen und Lipidsenkern über Immunsuppressiva, HIV- Medikamente, Mittel gegen Hepatitis C, Asthmamittel und Kortison bis hin zu Augentropfen, Mittel gegen Schuppenflechte, Magendarnerkrankungen und Heparin. Die Liste ist unendlich und scheint eigentlich alle Medikamente zu betreffen.
Ein sehr erschreckendes Buch, für das jahrelang recherchiert wurde. Die Autoren sind rund um den Globus gereist und haben hinter die Kulissen geguckt, soweit dies möglich war und mit vielen Insidern gesprochen. Es lässt sich gut lesen, allerdings hat mein Interesse im Indienkapitel gegen Ende etwas nachgelassen, da sich alles zu wiederholen scheint. Natürlich müssen viele Beispiele gebracht werden, um zu verdeutlichen, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt und natürlich muß es auch Quellenangaben geben, bzw. aufgeführt werden, mit wem man alles gesprochen hat und welche Firmen und welche Medikamente betroffen sind, aber es wurde dadurch Ende letzten Drittels doch etwas zäh zu lesen. Die Gegenmaßnahmen am Schluß des Buches sind wieder interessant, machen aber nicht wirklich Hoffnung auf baldige Besserung.
Jeder sollte dies Buch lesen oder sich dessen zumindest bewußt sein. Vielleicht lässt sich so etwas Druck auf die Pharmafirmen erzeugen. Aber auch das wird nicht den illegalen Handel mit gefälschten Medikamenten unterbinden.