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Veröffentlicht am 16.11.2022

Teuflisch abstruser Dorfschwank

Teufelskreuz
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Pünktlich bei der Amtsübergabe macht der alte Pfarrer von Ursprung seinen letzten Atemzug. Neuer Gottesmann ist Pater Mano Urian, ein recht unkonventioneller junger Geistlicher mit einem etwas befremdlichen ...

Pünktlich bei der Amtsübergabe macht der alte Pfarrer von Ursprung seinen letzten Atemzug. Neuer Gottesmann ist Pater Mano Urian, ein recht unkonventioneller junger Geistlicher mit einem etwas befremdlichen Aussehen und Auftreten. Mancher Dorfbewohner sieht in ihm glatt einen Teufel. So nach und nach sterben auch immer mehr Bewohner des kleinen Örtchens Ursprung, hat der neue Geistliche etwa seine Hand im Spiel?

„Teufelskreuz“ von Autor Joesi Prokopetz ist kein richtiger Krimi, sondern mehr als schräger Roman mit kriminellen Handlungen zu bezeichnen, beschreibt er doch ein bizarres Dorfleben, in dem sich die Bewohner selbst dezimieren. Den Startschuss dazu, gibt der neu auftauchende Pfarrer ihrer Gemeinde Ursprung, der durch seine etwas eigentümliche Amtsauslegung seine Schäfchen dazu animiert, ihren Begierden freien Lauf zu lassen.
Frei nach: Machen wir uns die Welt, so wie sie uns gefällt, verstricken sich die Bewohner immer mehr in die übelsten Abgründe ihrer Seelen und Pastor Mano Urian berät seine Schäfchen fleißig beim Beichten. Wie es der Teufel will, kommt es danach auch zu unzähligen Unheil! Kann das noch mit rechten Dingen zugehen? Das fragt sich nicht nur der Leser, sondern mittlerweile auch die Obrigkeit vor Ort.
Die Geschichte ist gut geschrieben und lässt uns in die menschlichen Abgründe eines Dorfes blicken. Das Geschehen ist dabei äußerst abstrus angelegt, an Stelle eines Krimis, bekommt man ein unheimliche okkulte Handlung mit reichlich derben und schrägen Protagonisten, deren Befindlichkeiten des Öfteren auch unterhalb der Gürtellinie liegend.
Gestaltung des Covers und Umschlags im Inneren sind unheimlich gut gelungen, passend dazu als wahrer Augenschmaus ist der Buchschnitt noch blutrot eingefärbt. Auch dieses Detail verführt zum Lesen und Greifen nach dem Buch. Begeisterung für die Story ist allerdings stark abhängig von Geschmack und Humor des Einzelnen.

Mein Fazit:
Gut und böse liegen nicht nur hier im Buch nahe beisammen, leider wurden meine Erwartungen nach einem spannenden bitterbösen Krimi nicht erfüllt. Jedoch hatte die Handlung ihren gewissen Reiz, deshalb fühlte ich mich zweifelsohne recht gut unterhalten. Dazwischen aber auch mal ratlos, befremdet oder angewidert, manches trifft wohl nicht immer mein Humor. Aber der Teufel verführte mich anscheinend auch dann zum Weiterlesen;).

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Veröffentlicht am 12.11.2022

Zwei ambitionierte junge Frauen setzen das Engagement ihrer Mutter fort und leben für ihre Berufung

Die Töchter der Ärztin
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The next Generation

1928 - die Töchter der Ärztin Richarda Thomasius teilen beide deren Leidenschaft für die Medizin. Aber während Henny sich als Onkologin in Berlin einen Namen machen will, zieht es ...

The next Generation

1928 - die Töchter der Ärztin Richarda Thomasius teilen beide deren Leidenschaft für die Medizin. Aber während Henny sich als Onkologin in Berlin einen Namen machen will, zieht es Antonia in die Ferne. Heimlich hat sie sich um eine Stelle als Assistenzärztin in Ostafrika beworben. Aber weder Henny, noch die Eltern reagieren begeistert, als Toni ihre Abreise verkündet! Das Abenteuer Afrika beginnt und auf Antonia warten aufregende Erlebnisse. Doch auch in Berlin bleibt es spannend, denn es gibt etliche Aufregungen.
In diesem Buch ist die nächste Generation an der Reihe. Die Geschichte um “Die Ärztin” Ricarda Thomasius und ihre Familie wird fortgesetzt, wieder glänzend erzählt von dem Bestsellerautorenduo mit dem Pseudonym Helene Sommerfeld, hinter dem sich ein Berliner Ehepaar verbirgt. Mit dem Titel “Die Töchter der Ärztin - Zeit der Sehnsucht” beginnt der erste Teil der Fortsetzung, in der Hauptrolle sind diesmal die beiden Töchter Henny und Toni. Es gibt wieder viele großartige Szenerien und dabei begegneten mir erfreulicherweise sogar alte Bekannte aus der Serie "Polizeiärztin Magda Fuchs".
Die Geschichte lebt von ihren großartig angelegten Charakteren und den bildreichen Erlebnissen aus Berlin, Afrika und Freynstetten. In dieser Familie und dieser Zeit war wieder einiges los.

Mein Fazit:
Es war mir eine große Freude diese Zeitreise ins Jahr 1928 zu machen, zusammen mit altbekannten Figuren und auch neu hinzugekommenen. Sehr aufregend, abenteuerlich und spannend. Freue mich schon auf die Fortsetzung!

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Veröffentlicht am 31.10.2022

Sehr sprunghafte und erschreckende Story

Dark Clouds
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Überall in Europa sorgt Extremwetter für erschreckend alarmierende Zustände und verzweifelte Menschen. Während die Politik hilflos zusieht, lassen die aktuellen Ereignisse wie Stürme, Starkregen und Überflutungen ...

Überall in Europa sorgt Extremwetter für erschreckend alarmierende Zustände und verzweifelte Menschen. Während die Politik hilflos zusieht, lassen die aktuellen Ereignisse wie Stürme, Starkregen und Überflutungen bei Wolkenkundlerin Fjella Lange, IT-Spezialist Arian Fischer und Schadensgutachter Philipp Graf die Alarmglocken läuten. Zweifellos ist an diesen extremen Zuständen nicht nur das Klima schuld, irgendjemand scheint das Wetter und sensible Infrastruktur zu manipulieren?

Mit seinem düsteren Titel „Dark Clouds“ und dem dazu passenden bedrohlichen Buchcover, verspricht das Buch von Autor Thilo Falk eine Art End-Zeit-Handlung. Beginnend mit der Beschreibung dystopischer Szenen in unterschiedlichen Teilen Deutschlands, wird man auch sofort ins Geschehen geworfen.
Die Lektüre ist nicht einfach, durch ihre Sprunghaftigkeit, mit vielen einzelnen Szenen, vielen Charakteren und Örtlichkeiten, wirkt die Geschichte etwas gehetzt. Die Protagonisten sind interessant angelegt, es sind jedoch verdammt viele, die sich da abwechselnd durch die Handlung bewegen, es dauert etwas bis man sie alle auf dem Schirm hat. Durch Meldungen, Zeitungsartikel, Wetterdaten und ähnlichen Instrumenten, wird die Geschichte zwar unterstützt, aber auch oft abgehakt oder unterbrochen. Manche Entwicklungen waren für mich teils etwas rätselhaft, gerade wenn es um die KI, Statistiken und deren Prognosen ging. Durch die oft wechselnden Beschreibungen brauchte es dann auch ein wenig, bis meine Vorstellungskraft ansprang, die Lektüre erinnerte mich teilweise fast ein wenig an ein Fachbuch. Andererseits fühlt sich die Story aber gut recherchiert an, der Autor scheint sich intensiv mit dem Thema beschäftigt, zu haben. Das Gruselige dabei war, die Geschichte wirkte wie ein erschreckender Tatsachenbericht.

Mein Fazit:
Das Buch umfasst ein spannendes und aktuelles Thema und hat mich gut Unterhalten. Allerdings konnte es mich leider nicht ganz so fesseln, wie ich es mir für dieses Weltuntergangs-Szenario gewünscht hätte. Trotz der apokalyptischen Nässe war mir einfach der Schreibstil etwas zu trocken.

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Veröffentlicht am 24.10.2022

Fesselnde Familiensaga vom Lande

Die Töchter des Geistbeckbauern
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Vom Hopfenland nach München

Die Wally, das jüngste Kind der Hopfenbauern und Gastwirt-Familie Geistbeck, ein aufgewecktes und kluges Mädchen, kommt in einer stürmischen Januarnacht 1911 zur Welt. Mit ...

Vom Hopfenland nach München

Die Wally, das jüngste Kind der Hopfenbauern und Gastwirt-Familie Geistbeck, ein aufgewecktes und kluges Mädchen, kommt in einer stürmischen Januarnacht 1911 zur Welt. Mit ihren älteren Geschwistern wächst sie zwar behütet auf dem Lande auf, doch der Alltag ist arbeitsreich, selbst die Kinder müssen auf dem Hof und in der Wirtschaft mithelfen! Der Vater ist ein freundlicher Mann, der aber leider das Wirtschaften nicht beherrscht und des Öfteren in Geldnöten steckt! Auch die Zeiten sind nicht immer die besten, mal droht Kriegsgefahr oder die Inflation macht alles zunichte.

Der erste Band von „Die Töchter des Geistbeckbauern“, mit dem Untertitel „Jahre des Säens“, geschrieben von Autorin Antonia Brauer, spielt in den Jahren 1911 bis 1928. Der Beginn legt sein Augenmerk auf die Jugendjahre der Geistbeck Schwestern Zenzi, Resi und der kleinen Wally. Ort des Geschehens ist das kleine Dorf namens Deimhausen in der Hallertau und die bayrische Landeshauptstadt München. Star der Handlung ist das jüngste Kind der Familie, Wally. Als Inspiration diente der Autorin die Geschichte ihrer Familie und ihre Großmutter Wally. Anschaulich schildert sie die damaligen Verhältnisse, Bräuche und Gewohnheiten auf dem Lande. Der Alltag war hart und arbeitsintensiv, die schönen Momente selten. Als Wally dann in die Stadt kommt, erwartet sie eine völlig andere Welt, doch an harter Arbeit herrscht auch hier kein Mangel. Ihre unschuldige, aber auch sehr ambitionierte Herangehensweise an ihr neues Leben in der Stadt ist faszinierend.
Den Schreibstil fand ich mitreißend und anrührend. Schon erschreckend wie starr das Leben damals strukturiert war, immer nur Arbeit, kaum Zeit für Gefühle und eigene Entfaltung.
Komplettiert wird die Geschichte noch durch ein schönes passendes Cover und ein paar toll Rezepte aus Wallys Hauswirtschaftskurs;).

Mein Fazit:
Ein gelungener Serienauftakt, der mich komplett begeistert und berührt hat. Freue mich schon sehr auf die Fortsetzung, denn ich bin gespannt, was das Leben für Wally und ihre Schwestern noch bereithält? Absolut Lesenswert!

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Veröffentlicht am 18.10.2022

Sehr komplexer und spannender 9. Fall für Jan Tommen

Auf der Spur des Jägers
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Auf offener Straße wird in Berlin eine Frau überfallen und gnadenlos erschlagen. Doch war es wirklich Raubmord, die Spurenlage ist merkwürdig und führt die Ermittlungen in eine andere Richtung. Kurz darauf ...

Auf offener Straße wird in Berlin eine Frau überfallen und gnadenlos erschlagen. Doch war es wirklich Raubmord, die Spurenlage ist merkwürdig und führt die Ermittlungen in eine andere Richtung. Kurz darauf wird in einem Park ein toter Mann gefunden, auch er brutal mit einem Ast erschlagen. Ähnliches Opus Moderandi, war hier etwa der gleiche Täter am Werk? Jan Tommen und sein Team suchen verzweifelt nach der Verbindung, doch die Frau des Opfers wirft ihm Steine in den Weg!

Der Thriller mit dem Titel “Auf der Spur des Jägers” von Autor Alexander Hartung ist der 9. Fall in Serie, in der die Kombinationsgabe von Jan Tommen und seinem Team gefragt ist!
Dieses Mal wird es wahrlich spannend, denn einige ungewöhnliche Morde, geben dem Berliner LKA-Team reichlich Stoff zum Forschen und Grübeln. Hängen all diese Morde etwa zusammen? Doch wo ist das Motiv zu finden? Es ist eine wirklich spannende Jagd nach dem Mörder, die der Autor seinen Lesern hier bietet. Wie immer packend und mitreißend geschrieben, mit hervorragenden Charakteren. Dieses Mal ist es auch gar nicht schade um die Opfer, denn Abgründe tun sich auf!

Mein Fazit:
Ein weiterer aufregender Tommen-Thriller, der es in sich hat! Hochspannung bis zum Ende, wie immer mit einem tollen Ermittler-Team. Prima Serie, mag ich sehr gerne, freue mich auf weitere Fälle!

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