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Veröffentlicht am 29.12.2025

Die Welt im Umbruch des Feminismus

Die Frau der Stunde
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Eine Frau in den Siebzigern die sich nicht an die gesellschaftlichen Regeln hält und halten will, eine Frau die anstatt verheiratet zu sein und Kinder zu haben, in die Politik gegangen ist und dann kommt ...

Eine Frau in den Siebzigern die sich nicht an die gesellschaftlichen Regeln hält und halten will, eine Frau die anstatt verheiratet zu sein und Kinder zu haben, in die Politik gegangen ist und dann kommt ihr Moment als sie zur ersten deutschen Außenministerin und Vizekanzlerin wird.

Ich muss gestehen, das ich am Anfang noch etwas skeptisch war, wo der Inhalt dieses Buches hinführen soll, bis ich ahnte, das da noch etwas Großes kommen wird. Hinter politischen Verstrickungen und Machtspielchen geht unsere Frau der Stunde ihren Weg. Man kann nicht sagen das sie dies unbeirrt tut, natürlich hegt sie hier und da Zweifel, aber durch den Kreis ihrer Vertrauten kämpft nicht nur sie sich durch die Geschichte des Buches, sondern auch ihre Freundinnen. Eine Geschichte im Übrigen bei der man geneigt ist zu zweifeln, ob man politisch etwas verpasst hat, bei dieser fiktiven Story, die doch so real wirkt, als wäre sie aus dem Leben gegriffen wurden. Eine Geschichte über Frauen die sich ihren Wert in der Welt erkämpfen müssen, nicht wollen. Eine Geschichte wie Männer denken, es leicht mit dem vermeintlich schwachen Geschlecht zu haben.

Ich fand das Buch inhaltlich gut, teilweise etwas holprig geschrieben für meinen Geschmack. Der politische Rahmen war interessant konstruiert, leider ist es nicht ganz meine Thematik gewesen. Deshalb würde ich es nur bedingt weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 30.11.2025

Literarisch metaphorischer Meistertext

Lázár
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Lázár ist ein schriftliches Meisterwerk, es zeigt wozu man Sprache nutzen kann, wie vielfältig, wortgewaltig und bildhaft sie sein kann. Der Text fließt, trotz seiner Komplexität, einfach dahin, wie die ...

Lázár ist ein schriftliches Meisterwerk, es zeigt wozu man Sprache nutzen kann, wie vielfältig, wortgewaltig und bildhaft sie sein kann. Der Text fließt, trotz seiner Komplexität, einfach dahin, wie die Geschichte die darin erzählt wird.

Eine Geschichte über die Familie (von) Lázár oder zumindest ein Bruchstück dessen und zwar das Bruchstück ab der Geburt von Lajos. Eine Geschichte über eine Adelsfamilie in den Wirren und Unruhen des 20. Jahrhunderts. Eine Geschichte über Verlust, unerwiderter Liebe, Flucht, Identitätsfindung, Aushalten. Eine Geschichte über die Gegenwart und wie diese doch immer ein Stück weit von der Vergangenheit geprägt bleibt. Aber auch eine Geschichte über Generationenwechsel. Eine Geschichte die zeigt wie viel man besitzen kann, verlieren kann und das Leben doch voranschreitet, dass das Leben mit dem Verlust nicht endet, nur wenn man es gedanklich enden lässt.

Wäre der Inhalt dieses Buches von jemand anderen verfasst wurden, hätte ich es wohl nicht bis zu Ende gelesen. „Lázár“ lebt von dem Text den Biedermann erschaffen hat und eben diesen Text kann ich nur weiterempfehlen und hoffe, dass dieser mindestens so lange von Generationen gelesen wird, wie sie im Buch beschrieben werden, das der Text Generationen überdauert und Generationen begeistert.

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Veröffentlicht am 24.11.2025

Reportage in Romanform

Protokoll eines Verschwindens
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Eine Kriminalgeschichte die keine ist, weil sie wahr ist und trotzdem hat es Alexander Rupflin geschafft daraus eine Geschichte zu machen, eine Romanreportage. Eine Geschichte über einen Kriminalfall der ...

Eine Kriminalgeschichte die keine ist, weil sie wahr ist und trotzdem hat es Alexander Rupflin geschafft daraus eine Geschichte zu machen, eine Romanreportage. Eine Geschichte über einen Kriminalfall der durch die Medien ging und so tiefgründig von ihm wiedergegeben wird ohne fiktiv zu werden oder zu wirken.

Ein Mann verschwindet spurlos in Hamburg, die Familie sucht unablässig nach ihm, während in der Wohnung eines für sie vollkommen Fremden, die Leiche des Vermissten 4 Monate im Gästezimmer liegt. In dem Roman lässt Rupflin die Geschichten der der Familie und des Täters parallel zueinander herlaufen. So wie es damals in der Realität auch passiert ist. Nichts verbindet diese Leben bis auf den einen Punkt. Der Autor erzählt mit viel Feingefühl, sprachlichen Bildern und seinem diplomatischen Schreibstil die Zeit vom Verschwinden bis zum Punkt des Findens. Er geht darüber hinaus, berichtet vom Prozess gegen den Täter, von Gesprächen mit den Beteiligten und bleibt hierbei so diplomatisch, dass er Dinge nicht erfindet, fiktiv nichts hinzufügt. Er äußert seine Meinung über Abläufe die im bis heute nicht aufgeklärt sind, zieht Rückschlüsse ohne unbewiesene Behauptungen aufzustellen.

Dieses Buch ist ein gut recherchiertes Werk und ich würde es jedem empfehlen.

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Veröffentlicht am 24.11.2025

Tödlicher Skiurlaub

Lügennebel
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Eine Gruppe Studenten fahren in den Semesterferien in den Skiurlaub. Im gefühlten Paradies einer luxeriösen Blockhütte angekommen, wird gefeiert, gespielt, getrunken und ein bißchen gekokst. Am nächsten ...

Eine Gruppe Studenten fahren in den Semesterferien in den Skiurlaub. Im gefühlten Paradies einer luxeriösen Blockhütte angekommen, wird gefeiert, gespielt, getrunken und ein bißchen gekokst. Am nächsten Morgen fehlt von einer Person jede Spur, jedoch nur kurz. Ein tödlicher Unfall scheint in der Nacht passiert zu sein oder war es doch Mord. Die Ermittlungen beginnen und in ihrem Verlauf wird jeder einzelne gedanklich zumindest hier und da zum Verdächtigen der Ermittler. Auch in der Gruppe wird die Stimmung und das gegenseitige Vertrauen schwächer.

Lügennebel ist ein guter kurzweiliger Krimi, der durch das säen immer neuer Erkenntnisse und Details an Spannung nicht verliert. Für mich war das Buch gut, nicht sehr gut oder überragend. Der Schreibstil war einfach, flüssig und es lass sich unter der Hand weg. Mir fehlte tatsächlich das atmosphärische bzw. hat sich dies beim Lesen nicht dauerhaft eingestellt. An einigen Stellen war diese zu spüren, ebbte dann leider wieder ab. Auch die privaten Zustände der Ermittler und ihre daraus resultierenden Launen, waren mir zu ausgeprägt beschrieben.

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Veröffentlicht am 24.11.2025

Ungeschönte Familienbiografie im neuen Israel

Adama
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Lavie Tidhar ist mit Adame eine lebendige Verknüpfung einer Familiengeschichte mit den Geschehnissen des neuen Staates Israel gelungen. Alles in diesem Buch ist miteinander verwoben und so spinnt der Autor ...

Lavie Tidhar ist mit Adame eine lebendige Verknüpfung einer Familiengeschichte mit den Geschehnissen des neuen Staates Israel gelungen. Alles in diesem Buch ist miteinander verwoben und so spinnt der Autor das Netz seiner Geschichte Seite für Seite, bis sich zum Schluß alle Fäden in der Mitte zusammenfinden und am Ende doch voneinander entfernen.

Den Inhalt, die Geschichte von Ruth, ihrer Familie und dem Kibbuz Trashim von 1946 bis 2009, erzählt der Autor in einzelnen Zeitabschnitten wo immer eines der Familienmitglieder die Hauptperson ist. Im Hintergrund, wie ein Schatten, immer Ruth, immer das gemeinsame Leben im Kibbuz, das Leben für Adame, die heilige Erde. Und wie in dem Buch an einer Stelle gesagt wird, Adama gibt es nicht ohne Dam, das hebräische Wort für Blut. Und eben auch das zieht sich wie ein buchstäblich roter Faden durch, die Geschichte von Israel, die Leiden, Entbehrungen und Taten der Bevölkerung.

Die Geschehnisse werden sehr trocken wiedergegeben, geschehen fast beiläufig, wie ein tägliches Geschäft. Man könnte sagen, dass der Handlung hier zu wenig emotionaler Raum entgegengebracht wird. Ich finde jedoch, es ist genau das richtige Maß, Dinge zu beschreiben, die wir uns so nicht

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