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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.02.2026

Eine riesige Enttäuschung!

Mathilde und Marie
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Oh, was habe ich mich auf dieses Buch gefreut: aus meiner Sicht stimmte hier einfach alles! Allem voran natürlich der Autor, der Entdecker des legendären Romans "Leonard und Paul" des irischen ...

Oh, was habe ich mich auf dieses Buch gefreut: aus meiner Sicht stimmte hier einfach alles! Allem voran natürlich der Autor, der Entdecker des legendären Romans "Leonard und Paul" des irischen Autors Rónán Hession. Dank Torsten Woywod, der gemeinsam mit seiner Partnerin extra einen Verlag gründete, wurde dieses Buch überhaupt ins Deutsche übertragen. Dann das Thema: Selbstfindung wie auch das Einander-finden in einem Bücherdorf in den Ardennen!

Die sind nicht weit von meiner Heimat Köln und das Dorf Redu existiert tatsächlich - also nahm ich mir vor, dieses Buch zu lesen und im Anschluss das Dorf zu besuchen. Der erste Teil des Vorhabens ist vollendet, doch leider ist meine Enttäuschung groß! Was natürlich vor allem aus meiner überaus hohen Erwartung resultiert.

Wie bereits erwähnt, war das erwähnte Thema neben dem Autor ebenfalls ein Grund für diese Lektüre. Allerdings kam der Text sehr hölzern und blutleer hinüber, meiner Ansicht nach konnte der Autor seine Figuren nicht mit Leben füllen und auch der so besonderen Landschaft nicht das gewisse Etwas verleihen. Die inhaltliche Umsetzung blieb aus meiner Sicht völlig kraftlos. Wenn ich weiterlesen wollte, musste ich zunächst die letzten paar Seiten wiederholen, um mich zu erinnern was passiert war.

Ich hätte nie gedacht, dass mir diese Lektüre schwer fallen würde und dass ich das Buch am Ende mit einer unermesslichen Erleichterung zusammenklappe, aber genau das war der Fall. Kein Roman für mich also - leider!

Veröffentlicht am 16.02.2026

Eine Jugend ab vom Schuss

Sommer auf Perigo Island
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Die erlebt Pierce zu Beginn der 1990er Jahre auf der kleinen Insel Perigo Island in Neufundland, Kanada. Es ist ein karges, hartes und auch gefährliches Leben, das man dort führt. Die meisten Männer sind ...

Die erlebt Pierce zu Beginn der 1990er Jahre auf der kleinen Insel Perigo Island in Neufundland, Kanada. Es ist ein karges, hartes und auch gefährliches Leben, das man dort führt. Die meisten Männer sind Fischer, so auch Pierces Vater, der eines Tages nicht mehr zurückkehrt. Seine Mutter arbeitet weiter wie die meisten Frauen in der Fischfabrik, doch schwebt ein Damoklesschwert über allen Bewohnern der Insel: die Gewässer sind überfischt - es zeichnet sich ein Ende dieser Lebensform ab und zwar in nicht mehr allzu ferner Vergangenheit.

Pierce verbringt seine Sommerferien mit seinen Freunden Bennie und Thomas und begegnet dem Mädchen Anna, mit der er sich so gut versteht, dass sie seine Schwester sein könnte. Auf einmal wird sie vermisst und die Jungs machen sich auf die Suche: nicht zu dritt, sondern zu viert, denn Bennies New Yorker Cousine Emily ist zu Besuch und Pierce erlebt ganz neue Gefühle.

Bei ihrer Suche stoßen sie auf ein geheimnisvolles Haus, das von einem unheimlichen Mann bewohnt wird und begegnen auch weiteren Dämonen in sichtbarer und unsichtbarer Form.

Doch Pierce trifft in diesem Sommer auch Verständnis, Verbundenheit und entdeckt so einiges hinter seinem bisherigen Horizont.

Während der Lektüre habe ich meine eigenen frühen Teenagerjahre noch einmal erlebt und fühlte mich verstanden, auch wenn ich selbst weiblich bin und in einer deutschen Großstadt aufwuchs. Das Dickicht, durch das man sich in seiner Jugend selbst finden muss, schildert der Autor Perry Chafe so eindringlich, lebendig und nachvollziehbar, dass es mir unmöglich war, mich dem auch nur eine Sekunde zu entziehen! Ein wundervoller Roman: zum Identifizieren, zum Erinnern, Erfahren, Verstehen und, und, und! Ich wünsche ihm viele Leser!

Veröffentlicht am 09.02.2026

Es stürmt ganz schön

Stürmische Klippe
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im neuesten Fall, in dem Liv Lammers und ihre Kollegen ermitteln müssen! Wobei Liv zunächst aus einem privaten Aufenthalt auf Sylt herausgezogen wird, in dem es eigentlich um einen Nachlass geht. Doch ...

im neuesten Fall, in dem Liv Lammers und ihre Kollegen ermitteln müssen! Wobei Liv zunächst aus einem privaten Aufenthalt auf Sylt herausgezogen wird, in dem es eigentlich um einen Nachlass geht. Doch ihre Chefin Hilke Hasselbrecht bittet eindringlich um ihre Hilfe bei den Ermittlungen um einen - erfreulicherweise misslungenen - Anschlag auf ihre Freundin, eine ehemalige Ministerin. Dabei geht es auch um den Schutz der Anwesenden, einer Gesellschaft, die anlässlich eines Geburtstages versammelt ist und illustrer nicht sein könnte. Natürlich gibt es Mord und Todschlag, nur anders als erwartet..

Wie immer geht es auch um Livs Partner, den Gerichtsmediziner Sebastian Gerlich. Der gerät diesmal auf eine ganz besondere Art und Weise ins Kreuzfeuer: Diesmal ist das Privatleben der Ermittlerin so eng mit der Krimihandlung verwoben hat, dass es quasi einteilig daherkommt. Und Liv es ganz schön schwer hat, die Dinge auseinanderzuhalten. Zudem wimmelt es diesmal sozusagen vor Verdächtigen - es gibt so viele, dass ich mir wieder einmal bei der Lektüre dieser Krimireihe ein Personenverzeichnis gewünscht habe, um alles im Einzelnen nachhalten zu können!

Auch dieser nunmehr zehnte ist ein spannender Fall, bei dessen Auflösung es für meinen Geschmack leider zu sehr drunter und drüber ging.. Dennoch lohnt sich die Lektüre! Ob Sie jetzt hier oder mit einem anderen Band starten, ich könnte mir vorstellen, dass sie wie ich diese Reihe, bei der sich die Protagonistin dank zahlreicher Alleinstellungsmerkmale von der Masse abhebt, lieben werden. Auf den nächsten Fall freue ich mich jedenfalls schon jetzt!

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 02.02.2026

Ein Universum der Sprachlichkeit

Schleifen
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Und der Mathematik noch dazu - oder ist eines nicht auch das andere? - hat Elias Hirschl geschaffen, in dem die Protagonisten Franziska Denk und Otto Mandl zu Hause sind. Oder sich dieses Zuhause ...

Und der Mathematik noch dazu - oder ist eines nicht auch das andere? - hat Elias Hirschl geschaffen, in dem die Protagonisten Franziska Denk und Otto Mandl zu Hause sind. Oder sich dieses Zuhause erst suchen (müssen).

Einen solch abwegigen und zugleich stimmigen Roman habe ich noch nie gelesen - Franziska Denk weist von Kind an Symptome einer jeden Krankheit auf, von der sie hört - sie lernt, sich durch Mittel der Sprache zu schützen. Sie kreiert eigene Sprachen, findet Follower - sowohl Freunde der Worte als auch Nonverbalisten und trifft durch Zufall auf Otto Mandl, der für einige Zeit ihr Lebensgefährte wird - in welcher Form genau, ist nicht so klar. Zudem ist Mandl auch - wie vormals sein Vater - ein Mathematiker ganz besonderer Art.

Ein fordernder, ein verwirrender Roman, in dem es auf eine wissenschaftliche Art und Weise ganz schön durcheinander geht. Oder ist dies gerade nicht wissenschaftlich? Klar ist, dass Autor Elias Hirschl eine gehörige Portion Phantasie und mindestens eine ebensolche an Humor aufbietet, um Protagonisten ebenso wie seine Leser von einer abstrusen Situation in die nächste zu katapultieren.

Ein sehr ungewöhnlicher Roman - ob der Autor die ganze Dauer seiner Entstehung in der von ihm geschaffenen Welt verbrachte? Ich kann es mir kaum anders vorstellen!