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Ullap

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.04.2026

Über Grenzen hinaus

Der Fährmann
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Der Roman erstreckt sich zeitlich von derJahrhundertwende bis zum zweiten Weltkrieg und stellt einen Grenzfluss im ländlichen Bereich zwischen Österreich und Bayern in den Mittelpunkt. Hier wachsen bereits ...

Der Roman erstreckt sich zeitlich von derJahrhundertwende bis zum zweiten Weltkrieg und stellt einen Grenzfluss im ländlichen Bereich zwischen Österreich und Bayern in den Mittelpunkt. Hier wachsen bereits als Kinder Elisabeth, Annemarie und Hannes gemeinsam auf. Elisabeth fühlt sich sehr zu Hannes hingezogen, dieser darf aber als Fährmann nie heiraten, so fordert es die Tradition. Zudem ist die Hochzeit mit dem reichen Hoferben Josef bereits beschlossenen Sache. Annemarie als Wirtstochter hat sich ihr Leben ebenfalls anders vorgestellt, darf sie sich doch den mehr oder minder agressiven Annäherungen der Gäste im Wirtshaus erwähren, wo sie quasi als Freiwild behandelt wird.

Die Autorin hat uns hier eine mitreissende Geschichte präsentiert, die sehr atmosphärisch und sprachgewaltig daherkommt und teilweise nicht ganz einfach zu verdauen ist. Neben der wirklich interessanten und aufwühlenden Erzählung, bei der überwiegend die beiden Frauen und ihr schweres Leben im Mittelpunkt stehen, kommt auch immer wieder dem Fluss eine große Bedeutung zu, sei es tatsächlich oder auch symbolisch. Er steht für Tod und Leben, für Trennung und Verbindung.

Die Strukturen althergebrachter Traditionen, in denen zählt, was die Eltern oder der Ehemann bestimmen, werden hier sehr eindringllich dargestellt, die Handlung entwickelt dabei ein rasantes und sehr lesenswertes Tempo, das seinen Höhepunkt ein einem spektakulären Ende findet. Eine große Leseempfehlung von mir!

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Veröffentlicht am 14.04.2026

Was wird aus den Mirabellen?

Mirabellentage
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Die Geschichte spielt in einem kleinen bayrischen Dorf. Im Mittelpunkt steht Anna, die Haushälterin des gerade verstorbenen Pfarrers Josef, beide kannten sich bereits seit ihrer Kindheit. In seinem Nachlass ...

Die Geschichte spielt in einem kleinen bayrischen Dorf. Im Mittelpunkt steht Anna, die Haushälterin des gerade verstorbenen Pfarrers Josef, beide kannten sich bereits seit ihrer Kindheit. In seinem Nachlass findet sich ein ungewöhnlicher Wunsch Josefs, er möchte einmal ans Meer reisen, um dort seine letzte Ruhestätte zu finden. Anna sieht sich diesem Wunsch verpflichtet, doch wie soll sie das anstellen, steht doch bereits der neue junge Pfarrer vor der Tür und die Mirabellen sind auch bald reif...

Dieser Roman entwickelte sich im Verlauf ganz anders, als ich es mir vorher vorgestellt hatte. Neben dem alltäglichen Leben Annas, des neuen Pfarrers und der Dorfbewohner gibt es hier sehr viele Rückblenden in die Vergangenheit, in der die Kindheit und Jugend von Anna und Josef betrachtet werden, aber auch sehr viele Anekdoten aus dem täglichen Leben erzählt werden. Diese sind meist humorvoll, manchmal auch etwas übertrieben schräg oder skurril, immer aber auch pasend zu dem beschriebenen kleinen bayrischen Dorf. Fand ich die einzelnen Geschichtchen oft zum Schmunzeln, so hatte ich doch später den Eindruck, dass sich die eigentliche Handlung hier etwas verloren hat und die Anekdoten zum Teil auch unzusammenhängend aneinander gereiht wurden. Ich habe die ganze Zeit auf die Erfüllung von Josefs letztem Wunsch gewartet, dem aber am Ende für mich zu wenig Raum gegeben wurde. Anna habe ich aber als eine tolle und sympathische Protagonistin kennnengelrnt, eine Frau mit Herz und Verstand, die man einfach mal drücken möchte. Ihre Person kam für mich sehr gut herüber, insgesamt hätte ich mir hier aber etwas mehr Tiefe gewünscht. Eigentlich eine tolle Thematik, bei der für mich etwas zu viel gewollt war und sich der rote Faden ein wenig verlor.

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Veröffentlicht am 14.04.2026

Tod im Regierungsviertel

Einigkeit und Recht und Rache
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Auf dem Bundespresseball im Berliner Hotel Adlon brechen der Bundeskanzler und sein Finazminister nach einem Glas Champagner tot zusammen. Schnell stellt sich heraus, dass sie vergiftet wurden, die Bundesrepublik ...

Auf dem Bundespresseball im Berliner Hotel Adlon brechen der Bundeskanzler und sein Finazminister nach einem Glas Champagner tot zusammen. Schnell stellt sich heraus, dass sie vergiftet wurden, die Bundesrepublik hält den Atem an. Der aus Wien stammende und nun für die Berliner Kriminalpolizei arbeitende Andre Heidergott sowie seine Vorgesetzte Emily ermitteln hier in ihrem buchtechnisch zweiten Fall.

Wie derTitel bereits verspricht, handelt es sich hier um einen nicht nur hochbrisanten Krimi, dem mittermittelnden Leser präsentiert sich hier auch ein mehr als interessanter Einblick in die Berliner Polit-, Medien- und Promiwelt. Die Geschichte ist aus Sicht des Kommissars Heidergott erzählt, der den Leser mit seinen Gedanken direkt anspricht, so dass man sich wirklich mittedendrin wähnt, in einem Sumpf aus Lug und Betrug, Eifersüchteleien und politischen Verwicklungen, halt der ganz normale Alltagswahnsinn im politischen Berlin. Neben dem wirklich sehr spannnenden Fall, bei dem man bis zum Schluss nichts über den Hintergrund ahnt, hat es mich hier auch sehr gereizt, die mehr oder weniger versteckten Anspielungen auf tatsächliche Politiker und weitere "Prominente" zu entschlüsseln. Schuldzuweisungen untereinander sowie die Suche nach den scheinbar Verantwortlichen für die Abläufe spiegeln für mich hier das politische Hauptstadtleben bestens wider, da erscheint der so herrlich normale Kommissar, in dessen Privatleben er uns auch tolle Einblicke erlaubt, gerne als die sympathische Gegenfigur.

Ein großes Lob und verdiente 5 Sterne von mir für einen aus meiner Sicht mal ganz anderen Krimi, der absolut spannend ist, leicht humorvoll, aber nicht cozy, und der micht bestens unterhalten hat!

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Das Band der Freundschaft

Der Sommer, der uns blieb
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Als Jugendliche verbringen Britta, Pia und Martin fast jede freie Minute miteinander, ihr Freundschaft erscheint unzerrüttbar.

Zwei Jahrzehnte später: Der Kontakt zwischen den Dreien hat sich ...

Als Jugendliche verbringen Britta, Pia und Martin fast jede freie Minute miteinander, ihr Freundschaft erscheint unzerrüttbar.

Zwei Jahrzehnte später: Der Kontakt zwischen den Dreien hat sich verloren. Lediglich Martin ist immer in der Kleinstadt wohnen geblieben, arbeitet im elterlichen Unternehmen. Als eines Tages alle drei in der alten Heimat wieder aufeinandertreffen, brechen alte Wunden wieder auf, sowie die Frage, warum damals die Freundschaft scheinbar grundlos auseinanderbrach.

Zunächst möchte ich dieses wunderbar gestaltete Cover loben, in das ich mich so wunderbar fallen lassen kann, das eigentlich wenig zeigt, doch im Nachhinein so viel aussagt. Passend dazu habe ich eine Geschichte gelesen, die zum Teil unterhaltsam, in großen Stücken jedoch sehr berührend ist. In wechselnden Perspektiven und auf zwei Zeitebenen wird jeweils aus der Sicht der drei Hauptdarsteller berichtet. Als Leser habe ich zwar schnell geahnt, was damals wohl geschehen ist, dennoch fand ich den Weg dorthin und die langsame spätere Wiederannährung so gefühlvoll beschrieben, dass mich die ganze Geschichte auch in Teilen an meine eigene Jugendzeit erinnerte. Es ist eine Geschichte von Neuanfängen, von Verzeihen können und einer großen Freundschaft, die auch Jahre überwinden kann. Sehr feinfühlig wurde hier mit sehr privaten Gefühlen umgegangen, so dass ich meine Sympathien doch am Ende auf alle drei Protagonisten gleichmäßig verteilen konnte. Eine wunderbare Geschichte, die mir wirklich sehr zu Herzen gegangen ist!

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Veröffentlicht am 10.04.2026

Flaco ermittelt wieder

Rote Sonne - Mord auf Fuerteventura
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In diesem zweiten Band rund um den ehemaligen Kriminalinspektor "Flaco", der nun als Sicherheitschef einer Hotelkette tätig ist, erleben wird direkt zu Beginn einen Todesfall: Eine Dame wurde im Hotel ...

In diesem zweiten Band rund um den ehemaligen Kriminalinspektor "Flaco", der nun als Sicherheitschef einer Hotelkette tätig ist, erleben wird direkt zu Beginn einen Todesfall: Eine Dame wurde im Hotel vergiftet! Die Geschichte spielt diesmal nicht auf Gran Canaria, sondern auf der Kanareninsel Fuerteventura. In seiner gewohnt unkonventionellen Art, aber mit messerscharfen Verstand, begibt sich Flaco an die "Ermittlungen", als schon bald weitere Todesfälle nicht auf sich warten lassen.

Wieder einmal habe ich diesen Krimi sehr gerne gelesen. Die etwas eigene Art Flacos mag ich gerne, seine Gedankenspiele, bei denen man als Leser immer direkt mit involviert ist, sowie seine private Geschichte zeigen uns nicht nur einen Ermittler, der auch mal hinter die Kulissen schaut, sondern bringen uns Flaco auch menschlich sehr nah. Die Geschichte ist sehr spannend aufgebaut, bringt Nebengeschichten und somit auch verschiedene Verdächtige ins Spiel, um mich am Ende doch mit einer überraschenden, aber sehr schlüssigen Auflösung zu überzeugen. Auch von Land und Leuten erfährt man so einiges. Einige heftige Szenen zwischendurch, bei denen sich die Ereignisse zu überschlagen scheinen, nimmt man Flaco sofort ab. Bei seinem "Schlussplädoyer", in dem sich die Geschichte insgesamt auflöst, erinnerte er mich ein wenig an Inspector Columbo.

Gerne lese ich demnächst einen weitern Krimi mit Beteiligung Flacos, vielelicht diesmal auf noch einer anderen Insel?

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