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Veröffentlicht am 17.05.2026

Coming-of-Age trifft Coming-Out

The Lesbiana's Guide to Catholic School
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Worum geht’s?
Eigentlich soll der Wechsel auf eine katholische Privatschule einen kompletten Neuanfang für Yamilet darstellen. Neben Geldsorgen und ihrem dauerhaft Streit suchendem Bruder will sie sich ...

Worum geht’s?
Eigentlich soll der Wechsel auf eine katholische Privatschule einen kompletten Neuanfang für Yamilet darstellen. Neben Geldsorgen und ihrem dauerhaft Streit suchendem Bruder will sie sich auch auf gar keinen Fall verlieben – erst recht nicht in Bo, das einzige offen queere Mädchen an ihrer Schule, das ihr Herz zwar höher schlagen lässt, sie damit aber auch vollkommen aus dem Konzept bringt.


Meine Meinung
Dieses Buch ist thematisch auf jeden Fall eine ganze Menge, was ich auf den ersten Blick für ein Jugendbuch ziemlich überwältigend, in der Umsetzung insgesamt aber auch wirklich gelungen fand.

Der Schreibstil war sehr angenehm zu lesen und insbesondere durch den immer wieder eingestreuten Humor auch sehr locker und flott weg zu lesen. Gleichzeitig gingen insbesondere die durchaus ernsten Themen nicht gänzlich dahinter unter, was mir in der Mischung wirklich gefallen hat und was in meinen Augen darüber hinaus auch wichtig ist, um Repräsentation und Gesellschaftskritik nicht zu sehr zu verwässern und präsent zu halten.

Mit den Figuren wurde ich ehrlicherweise nicht ganz so warm, wie ich es mir eigentlich erhofft hätte, was aber eventuell auch einfach dem Genre und dem Tempo des Handlungsbogens geschuldet sein kann. Nichtsdestotrotz habe ich Yamilet wirklich gerne begleitet, denn sympathisch und durchaus authentisch gestaltet fand ich sie definitiv schon, und insbesondere im Jugendbuchbereich bin ich durchaus der Meinung, dass man sich nicht zu einhundert Prozent mit einer Figur identifizieren muss, um sie gerne begleiten zu wollen.

Hinsichtlich des Handlungsbogens hätte das Buch in meinen Augen dann allerdings die ein oder andere Seite weniger vertragen können, da es stellenweise schon eine kleine Diskrepanz zwischen dem gab, was eine Aussage an Platz benötigt hätte und dem, was sie an Platz eingeräumt bekommen hat. In gewisser Weise wurden so zwar wichtige Aussagen und Haltungen bezüglich Toleranz und Akzeptanz normalisiert, der Geschichte an sich hätte ein kleines bisschen mehr Tempo stellenweise aber trotzdem nicht geschadet.


Fazit
Auch wenn der Handlungsbogen meiner Meinung nach durchaus ein wenig gestrafft hätte werden können, mochte ich die Figuren und die Geschichte an sich wirklich gerne. Wem Themen wie Selbstbestimmung, Offenheit und Toleranz auch in Jugendbüchern wichtig sind, dem kann ich diese Geschichte nur absolut ans Herz legen und eine klare Leseempfehlung aussprechen.

Dafür gibt es viereinhalb Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 17.05.2026

Ein Buch, mit dem ich mich wirklich schwer getan habe

Ich, die ich Männer nicht kannte
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Worum geht’s?
In einem Keller sitzen 40 Frauen in einem Käfig, ohne Kontakt zur Außenwelt, ohne zu wissen, wie und warum sie dort unten gelandet sind. Als eines Tages dann ihre Gefängniswärter verschwinden ...

Worum geht’s?
In einem Keller sitzen 40 Frauen in einem Käfig, ohne Kontakt zur Außenwelt, ohne zu wissen, wie und warum sie dort unten gelandet sind. Als eines Tages dann ihre Gefängniswärter verschwinden und sie unversehens in die Freiheit gelangen, ist ihre Verwirrung groß – doch die Jüngste unter ihnen ist nicht bereit, die neu gewonnene Welt dort draußen zu lassen und will erfahren, was sie alles verpasst hat.


Meine Meinung
Bei diesem Buch war mir schon vor dem Lesen klar, dass ich eventuell eine Enttäuschung erleben würde. Tatsächlich war das dann leider auch eher der Fall, da ich die Geschichte an sich zwar relativ schnell beendet habe, mir aber ehrlicherweise nicht sicher bin, ob ich sie überhaupt richtig verstanden habe.

Zu Beginn der Geschichte bin ich noch durchaus schnell vorab gekommen, da ich unbedingt wissen wollte, wie es überhaupt zu dieser wirklich bizarren Ausgangslage gekommen ist und wie die Frauen es aus der Gefangenschaft heraus schaffen würden. Trotz der eigentlich wenigen Seiten habe ich mich dann jedoch recht schnell eher schwer damit getan, wirklich vorwärts zu kommen, was in meinen Augen vor allem daran lag, dass es einfach keine Antworten auf meine Fragen gab.

Den Grundgedanken einer so vollkommen unklaren Welt finde ich zwar nach wie vor grundsätzlich ganz spannend, die Ungewissheit, in der sowohl die Figuren, als auch man selbst beim Lesen dann allerdings bleibt, ist alles andere als zufriedenstellend. Darüber hinaus habe ich mich wirklich schwer damit getan, eine feministische Perspektive in dieser Geschichte zu finden, den gerade das war ein Punkt, der mir immer wieder als Begründung dafür genannt wurde, warum ich dieses Buch unbedingt lesen sollte. Da die Frauen untereinander eher blass geblieben sind – was insofern konsequent beschrieben war, da die Protagonistin sich sozial überhaupt nicht entwickeln konnte – war es für mich auf emotionaler Ebene praktisch unmöglich, wirklich mit ihnen mitzufiebern, da ich schon die Namen kaum einer konkreten Figur zuordnen konnte und das für die Handlung auch ehrlicherweise gar keine Rolle gespielt hat.

In austauschbaren Charakteren, einem vollkommen im Dunkeln bleibenden Worldbuilding und der Menge an unbeantworteten Fragen, mit denen ich nach dem Lesen dieses Buches zurückgeblieben bin, sehe ich für mich leider keinen Mehrwert, der über die reine Lesezeit und das damit verbundene Gedankenexperiment einer dystopischen Welt hinaus geht. Den begeisterten Stimmen zu dieser Geschichte kann ich mich daher leider eher weniger anschließen, auch wenn ich persönlich durchaus Potenzial in dieser Idee sehe und eine etwas andere Ausarbeitung vielleicht mit mehr Freude gelesen hätte.


Fazit
Auch wenn ich die Idee dieser Geschichte im Grunde spannend fand und auch vergleichsweise schnell mit dem Buch fertig war, habe ich die Kernaussage vermutlich einfach nicht verstanden. Die Ausgangslage hat unglaublich viele Fragen bei mir aufgeworfen, die leider zum Großteil unbeantwortet geblieben sind, was mich zwar nachhaltig beschäftigt, aber leider definitiv nicht in Begeisterungsstürme ausbrechen lässt.

Dafür gibt es noch knappe drei Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 13.05.2026

Ein (vorerst) recht gelungener Abschlussband

Verraten
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Worum geht’s?
Carl wähnt sich mitten in einem Albtraum, als er plötzlich verhaftet wird und in Untersuchungshaft landet. Der Koffer voll mit Drogen und Geld auf seinem Dachboden gehört zwar eigentlich ...

Worum geht’s?
Carl wähnt sich mitten in einem Albtraum, als er plötzlich verhaftet wird und in Untersuchungshaft landet. Der Koffer voll mit Drogen und Geld auf seinem Dachboden gehört zwar eigentlich nicht ihm, doch weder die Justiz, noch seine Vorgesetzten wollen ihm das glauben. Als dann auch noch ein Kopfgeld auf ihn angesetzt wird, kann er die Schlinge um seinen Hals schon spüren – und muss gemeinsam mit seinem Team alles daran setzen, seine Unschuld zu beweisen.


Meine Meinung
Auch wenn ich mich mit den letzten Teilen der Reihe etwas schwerer getan habe, als das zu Beginn der Fall war, mochte ich das Team aus dem Sonderdezernat Q immer wirklich gerne. Dem Abschlussband habe ich daher durchaus mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegengesehen, denn insbesondere so lange Reihen und ihre Charaktere wachsen mir irgendwann fast schon zwangsläufig ans Herz.

Der Spannungsbogen war mir persönlich hier fast schon ein wenig zu sprunghaft, was meiner Meinung nach vor allem daran lag, dass es immer wieder Rückbezüge auf alte Fälle und Ereignisse gab, die als Erinnerungsstützen zwar sicherlich ganz nett sind, dabei aber definitiv nicht für einen Neueinstieg in die Reihe geeignet waren. Der eigentliche Fall bekam daher meiner Meinung nach auch nicht die Aufmerksamkeit, die er eigentlich verdient hätte, was es mir stellenweise wirklich nicht leicht gemacht hat, mit Konzentration bei der Sache zu bleiben. Nichtsdestotrotz wollte ich natürlich wissen, wie die Geschichte für Carl und sein Team ausgeht, weshalb ich mich beim Lesen definitiv nicht durchgehend gelangweilt habe.

Die Figuren sind bei zehn Bänden natürlich ein ganz elementarer Bestandteil der Reihe, die mir fast noch wichtiger sind als die Handlung an sich. Ganz rund fand ich das Gesamtbild auch in diesem Punkt leider nicht, was aber vermutlich einfach daran lag, dass die Geschichte um das Sonderdezernat Q mittlerweile dann doch weitestgehend auserzählt ist. Ich habe das Buch daher insgesamt eher als nettes Wiedersehen mit alten Bekannten gelesen, was ich als Abschluss der Reihe dann insgesamt doch recht nett, wenn auch nicht überragend gut fand.


Fazit
Auch wenn dieses Buch meiner Meinung nach nicht unbedingt das Rad neu erfindet, fand ich es als Abschlussband dieser langlebigen Reihe durchaus gelungen. Fans der Charaktere werden hier sicherlich noch einmal Freude beim Lesen haben, als Einstieg in die Reihe eignet sich diese Geschichte allerdings eher weniger.

Dafür gibt es dreieinhalb Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 13.05.2026

Niedliche Idee mit etwas holperiger Umsetzung

Words Like Feathers
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Worum geht’s?
Für Olivia wird ein regelrechter Lebenstraum wahr, als sie überraschend einen der begehrten Plätze in einem Künstler-Retreat in Schottland bekommt. Zwischen Stars und jeder Menge begeisterter ...

Worum geht’s?
Für Olivia wird ein regelrechter Lebenstraum wahr, als sie überraschend einen der begehrten Plätze in einem Künstler-Retreat in Schottland bekommt. Zwischen Stars und jeder Menge begeisterter Filmfans sollte sie sich eigentlich am wohlsten fühlen – wäre da nicht Musicalstar Tristan, der Mann, dem sie vor Jahren das Herz gebrochen hat und der ihres jedoch noch immer zum Rasen bringt.


Meine Meinung
Die Idee dieser Geschichte fand ich eigentlich wirklich schön, insbesondere weil ich selbst großer Film- und Serienfan bin und daher bereits diesen Aspekt wahnsinnig ansprechend gewählt fand. Auch das Setting in Schottland war ein unglaublich großer Pluspunkt für mich, der das Buch ziemlich direkt auf meine Wunschliste hat wandern lassen. Mit der Umsetzung habe dann aber selbst ich mich eher schwer getan, weshalb ich die durchaus durchwachsenen Meinungen leider absolut nachvollziehen kann.

Protagonistin Olivia fand ich zunächst sehr sympathisch gewählt und grundsätzlich gut charakterisiert, was es mir leicht gemacht hat, sie durch die Geschichte begleiten zu wollen. Mit zunehmendem Fortschreiten der Handlung hatte ich aber leider das Gefühl, dass ihre Charakterentwicklung eher stagnierte und Potenzial liegengelassen wurde. Ganz grundsätzlich mochte ich sie aber bis zum Schluss wirklich gerne, was für mich zumindest ein Pluspunkt ist.

Tristan war dann in meinen Augen leider eher anstrengend, auch wenn ich durchaus nachvollziehen konnte, dass er nicht so leicht über seinen Schatten springen und die Vergangenheit hinter sich lassen konnte. Wirklich tiefgründig dargestellt fand ich seinen Charakter aber leider trotzdem nicht, was es mir bei allem Mitfiebern für die zweite Chance auf die große Liebe zwischen ihm und Olivia schwer gemacht hat, ihn wirklich ins Herz zu schließen.

Etwas anstrengend fand ich leider auch die permanenten Bezüge auf Filme, Serien und Musiktexte, was zwar grundsätzlich nett und unterhaltsam war, in der Menge aber dann leider einfach wie eine Referenzkeule auf mich gewirkt hat. Die poetische Note ging meiner Meinung nach so leider auch eher unter, was es mir beim Lesen schwer gemacht hat, die eigentlich sehr berührenden Momente der Geschichte präsent zu halten und konzentriert bei der Sache zu bleiben. Darüber hinaus bekam das Retreat in meinen Augen gar nicht die Aufmerksamkeit und den Raum, die mich eigentlich interessiert hätten, was ich aufgrund des wirklich ansprechenden Settings ebenfalls sehr schade fand.


Fazit
Auch wenn ich die Grundidee der Geschichte wirklich gerne mochte, konnte mich die Umsetzung nicht so überzeugen, wie sie es eigentlich hätte tun sollen. Da ich die Autorin bisher immer gerne gelesen habe, war das leider keine besonders schöne Überraschung, ganz von meiner Leseliste streichen möchte ich sie dafür aber noch nicht.

Dafür gibt es drei Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 13.05.2026

Informative Aufarbeitung eines eher unbekannten Themas

"Ich habe getötet, aber ein Mörder bin ich nicht"
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Meine Meinung
Auch wenn ich wirklich historisch interessiert bin, war mir der Völkermord an den Armeniern bisher noch kein wirklicher Begriff und somit ein Thema, zu dem ich selbst noch kein Vorwissen ...

Meine Meinung
Auch wenn ich wirklich historisch interessiert bin, war mir der Völkermord an den Armeniern bisher noch kein wirklicher Begriff und somit ein Thema, zu dem ich selbst noch kein Vorwissen hatte. Die Aufarbeitung der Geschichte hat mir hier daher insgesamt wirklich gut gefallen, insbesondere weil die zunächst vielleicht etwas ausschweifenden Erklärungen Hintergründe erläutern, die es auch ohne Vorwissen recht einfach machen, dem Geschehen zu folgen.

Nicht ganz so überzeugend fand ich dann insgesamt leider den Schreibstil, da man durchaus gemerkt hat, dass das Buch vermutlich nicht in der Reihenfolge der Kapitel geschrieben wurde und ich somit leider den Eindruck hatte, keinem roten Faden von Anfang bis Ende folgen zu können.

Darüber hinaus gab es einige Abschnitte, die in meinen Augen etwas unnötig gestreckt wurden, insbesondere wenn ich innerhalb von zwanzig Seiten sieben Mal die Information lesen muss, dass Istanbul früher einmal Konstantinopel hieß. Da sich dieses Muster glücklicherweise nicht durch das gesamte Buch gezogen hat, konnte ich dabei durchaus ein Auge zudrücken, stilistisch habe ich jedoch auch im Sach- und Fachbuchbereich schon deutlich angenehmer zu lesende Bücher gelesen.

Die Informationen an sich waren für mich überwiegend neu, weshalb ich auch durchaus gespannt darauf war, mit welchen Quellen hier gearbeitet wurde. Die Quellenangaben habe ich als umfangreich wahrgenommen und konnte somit auch direkt weiter recherchieren, wenn mich ein Thema besonders interessiert hat, was ich insgesamt sehr zufriedenstellend fand.


Fazit
Ich konnte in diesem Buch auf jeden Fall eine Menge lernen und war wirklich überrascht, wie umfangreich die Aufarbeitung insgesamt angelegt war. Stilistisch bin ich allerdings nicht ganz glücklich mit der Umsetzung, da ich mich stellenweise durchaus anstrengen musste, um weiterzulesen und bis zum Ende durchzuhalten.

Dafür gibt es trotzdem noch knappe vier Bücherstapel von mir.