Profilbild von buchgestapel

buchgestapel

Lesejury Star
offline

buchgestapel ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit buchgestapel über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.01.2026

Etwas zu gemütlicher Krimi mit viel Lokalkolorit

Auslese à la Provence
0

Worum geht’s?
Eigentlich genießt Pascal Chevrier sein ruhiges Dasein als Dorfgendarm. Als dann jedoch ein Weinberg abbrennt und eine weibliche Leiche aus der Asche geborgen wird, ist es vorbei mit der ...

Worum geht’s?
Eigentlich genießt Pascal Chevrier sein ruhiges Dasein als Dorfgendarm. Als dann jedoch ein Weinberg abbrennt und eine weibliche Leiche aus der Asche geborgen wird, ist es vorbei mit der Ruhe – und Pascal muss nicht nur einen Mörder finden, sondern auch sein eigenes Leben retten.


Meine Meinung
Als großer Frankreich-Fan war dieses Buch definitiv interessant für mich, auch wenn ich bei Lokalkrimis immer ein wenig zwiegespalten bin. Rein auf das Setting bezogen war die Geschichte daher wirklich klasse gemacht, die Handlung konnte mich aber leider eher nicht überzeugen.

Der Schreibstil an sich war recht angenehm zu lesen, mein Lesefluss wurde nicht durch seltsame Formulierungen gestört und auch die zahlreichen Beschreibungen, die eigentlich nicht so mein Fall sind, haben hier tatsächlich gut zur Geschichte gepasst.

Das Setting war definitiv detailliert ausgearbeitet, was für Fans dieses Genres auf jeden Fall ein Pluspunkt sein dürfte. Man merkt beim Lesen, dass einiges an Recherchearbeit in diese Geschichte geflossen ist, was ich sehr gelungen finde, auch wenn mir der Handlungsbogen so ein wenig arg gemächlich vorkam.

Auch der Fall an sich war für meinen Geschmack etwas zu langsam erzählt, auch wenn ich die Ermittlungen grundsätzlich spannend zu verfolgen fand. Ein wenig mehr Tempo hätte der Erzählstil für mich aber trotzdem haben können, weshalb ich mich vermutlich einfach von diesem Genre verabschieden und weiterhin bei „klassischen“ Krimis und Thrillern bleiben sollte.


Fazit
Auch wenn die Geschichte insgesamt etwas zu gemütlich erzählt fand, waren die Beschreibungen durchaus bildhaft und haben die Handlung nett eingerahmt. Wer Lokalkrimis liebt, wird hier auf jeden Fall glücklich werden, für meinen Geschmack war es dann aber doch etwas zu idyllisch, um ein wirklich spannender Krimi zu sein.

Dafür gibt es dreieinhalb Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 08.01.2026

Spannendes Konzept für eine etwas ältere Zielgruppe

Schatten – Der Pakt (Schatten 1)
0

Worum geht’s?
Um das Leben seiner besten Freundin Sara zu retten, wünscht sich Pete vom Weihnachtsmann, dass sie von ihrer unheilbaren Krankheit geheilt wird. Auf wundersame Weise wacht sie am nächsten ...

Worum geht’s?
Um das Leben seiner besten Freundin Sara zu retten, wünscht sich Pete vom Weihnachtsmann, dass sie von ihrer unheilbaren Krankheit geheilt wird. Auf wundersame Weise wacht sie am nächsten Morgen gesund auf – doch dafür bezahlt Pete mit seinem Schatten, den die beiden nun unbedingt zurückholen müssen.


Meine Meinung
Als Graphic-Novel-Fan war ich definitiv gespannt auf diese Geschichte, auch wenn ich sie jetzt im Nachhinein eher für eine etwas ältere Zielgruppe einordnen würde, als das die Altersempfehlung hier tut.

Die Grundidee der Geschichte hat mir wirklich gut gefallen, insbesondere weil erst im Laufe der Handlung klar wird, wie wichtig ein Schatten für einen Menschen eigentlich ist und was das für Charakter, Persönlichkeit und das Menschsein an sich bedeutet. Bei einem Buch, das ab einem Alter von zehn Jahren empfohlen wird, hätte ich tatsächlich nicht mit so viel Tiefgang gerechnet, weshalb ich durchaus positiv überrascht war. Auch die übergeordneten Themen wie Freundschaft, Nächstenliebe und Gemeinschaft fand ich durchaus gut umgesetzt, insbesondere wenn man bedenkt, wie reduziert eine Graphic Novel eigentlich mit Worten umgehen muss und was das für die Botschaften der Geschichte bedeutet.

Auch die Gestaltung an sich hat mir gut gefallen, wobei ich den durchaus nordischen Einschlag für Zehnjährige noch nicht ganz altersgerecht finde. Für etwas ältere Leseratten ist dieses Buch aber sicherlich spannend zu lesen, auch wenn man definitiv alle Bände lesen muss, um nicht an einem offenen und unbefriedigenden Ende hängen zu bleiben.


Fazit
Das eher offene Ende ist definitiv ein wenig frustrierend, weckt aber gleichzeitig Neugierde auf Band zwei der Reihe. Für die angegebene Altersgruppe finde ich das Buch noch nicht ganz passend, grundsätzlich haben mir Themen und Umsetzung aber ziemlich gut gefallen.

Dafür gibt es vier Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 03.01.2026

Dark Romance wie sie öfter mal sein sollte

He Sees You When You´re Sleeping
0

Worum geht’s?
Seit dem Unfalltod ihrer Eltern ist Weihnachten die schlimmste Zeit im Jahr für Schmuckinfluencerin Chloe. Als sie dann jedoch auf den fürsorglichen Feuerwehrmann Jack trifft, ist sie hin ...

Worum geht’s?
Seit dem Unfalltod ihrer Eltern ist Weihnachten die schlimmste Zeit im Jahr für Schmuckinfluencerin Chloe. Als sie dann jedoch auf den fürsorglichen Feuerwehrmann Jack trifft, ist sie hin und her gerissen – denn so nett wie Jack auch auf sie wirkt, eigentlich will sie viel lieber ihre dunkle Seite erkunden, von der niemand etwas ahnt.


Meine Meinung
Auch wenn ich das Genre Dark Romance durchaus interessant finde, haben mich die Tendenzen der Veröffentlichungen in letzter Zeit eher abgeschreckt und nicht begeistern können. Diesem Buch wollte ich jedoch trotzdem eine Chance geben, was ich nach dem Lesen auch nicht bereut habe.

Vorab schicken muss ich dabei, dass mein Exemplar eine noch unkorrigierte Fassung war, was man meiner Meinung nach beim Lesen auch gemerkt hat. Der Stil und vor allem die Übersetzung haben auf mich noch sehr unrund gewirkt, was aber hoffentlich durch Korrektorat und Lektorat noch behoben wird.

Abgesehen davon fand ich die Geschichte allerdings recht nett zu lesen, insbesondere weil der Spannungsaufbau für den Leser zwar subtil aber trotzdem vorhanden war. Da man gleichzeitig mehr als die Figuren weiß, kommt trotzdem keine Verwirrung auf, worauf die Geschichte eigentlich hinauslaufen wird, was mich hier allerdings nicht gestört hat.

An Jack fand ich tatsächlich am sympathischsten, wie reflektiert er mit der Tatsache umgegangen ist, dass er Chloe gestalkt hat. Seine Gewissensbisse fand ich sehr authentisch beschrieben, und auch wenn sein Verhalten absolut nicht akzeptabel war, fand ich seine Reflektionsfähigkeit sehr gelungen.

Chloe fand ich im Kontrast dazu fast schon etwas zu blass charakterisiert, da ich ihre Gefühle irgendwie kaum greifen konnte und gar nicht so sehr mit ihr mitgefiebert habe. Ein wenig befremdlich fand ich außerdem, dass sie praktisch jeden Mann, dem sie begegnet, als „Vanille“ einordnet, teils auch in Situationen, die diesen Gedankengang gar nicht primär nahegelegt haben. In gewisser Weise hat das zwar ihre innere Zerrissenheit illustriert, auf der anderen Seite fand ich es aber auch ziemlich befremdlich, praktisch völlig fremde Menschen so zu beurteilen. Auch ihre Aufmerksamkeit lässt sehr zu wünschen übrig, so merkt sie beispielsweise überhaupt nicht, dass ihr zerstörter Rauchmelder ersetzt wurde.

Was ich dann ehrlich gesagt nicht gelungen fand, war tatsächlich das Ende der Geschichte. Die ganze Situation mit Tyler ist meiner Meinung nach viel zu schnell viel zu sehr eskaliert, nur um dann innerhalb weniger Sekunden aus der Welt geräumt zu werden. Chloes Umgang mit der Situation und ihre daran anschließende Entscheidung in Bezug auf Jack fand ich so unglaubwürdig, dass ich diesen Part einfach ignorieren wollte, da ich mich schlichtweg über sie geärgert habe.


Fazit
Auch wenn das Ende für mich vergeigt war, hat mir die Geschichte insgesamt Spaß beim Lesen gemacht und meine Hoffnung in das Genre und seine Zukunft auf jeden Fall gestärkt. Auf Band zwei der Reihe bin ich daher durchaus neugierig, auch wenn das hier in Deutschland sicherlich noch einige Zeit dauern wird.

Dafür gibt es vier Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 03.01.2026

Leider ein Abbruch für mich

We Will Give You Hell
0

Worum geht’s?
Schon ihr ganzes Leben lang ist Hellea wütend. Nicht nur ihr Umfeld, sondern auch sie selbst leidet unter den ständigen Anfällen, die sie immer weniger kontrollieren kann. Als sie dann den ...

Worum geht’s?
Schon ihr ganzes Leben lang ist Hellea wütend. Nicht nur ihr Umfeld, sondern auch sie selbst leidet unter den ständigen Anfällen, die sie immer weniger kontrollieren kann. Als sie dann den bestandenen Schulabschluss mit ihren Freunden bei einer gemeinsamen Wanderung durch Schweden feiern will, kommt es zum Eklat – und sie trifft auf eine Gruppe geheimnisvoller Frauen, in deren Gemeinschaft sie mehr über sich selbst lernt, als irgendwo sonst.


Meine Meinung
Auch wenn ich nur ungerne meine Lebenszeit verschwende, kann ich es eigentlich überhaupt nicht leiden, Bücher zu lesen, die mir absolut nicht zusagen und sie dann doch abzubrechen. In diesem Fall habe ich es aber mehrfach versucht, bin dabei jedoch nie bis zum Ende durchgekommen.

Bereits der Beginn hat mir Schwierigkeiten bereitet, da mir der Schreibstil irgendwie sehr sperrig vorkam und ich keine der Figuren besonders sympathisch fand.

Insbesondere Hellea kam mir eher anstrengend vor, da ich ihre zahlreichen Anfälle zwar ohne Frage nervig fand, sie aber ehrlich gesagt gar nicht so sehr als Wut wahrgenommen habe. Die Situationen und die Beschreibung von Helleas Gefühlen dabei kamen mir häufig fast schon absurd vor, was für mich einfach kein guter Start war.

Auch die Nebenfiguren, insbesondere ihre Freunde fand ich sehr seltsam, da ich ihre Handlungen teilweise einfach absolut nicht nachvollziehen konnte. Ich hatte insbesondere während der Wanderung einfach das Gefühl, irgendetwas verpasst zu haben, denn egal wie sehr mich jemand auch nervt, ihn oder sie einfach im Wald zurückzulassen wäre in keiner Situation eine Option für mich. Die Hinführung zu dieser Entwicklung kam mir daher sehr seltsam und nur wenig authentisch vor, was dann auch das anfangs noch recht interessante Zusammenleben im Wald für mich leider nicht mehr herausreißen konnte.

Die Geschichte als Urban Fantasy zu kategorisieren, hat bei mir dann auf jeden Fall irreführende Erwartungen geweckt, da ich so beim Vorblättern auch wirklich enttäuscht vom Ende war. Die Auflösung habe ich zwar lediglich überflogen, so richtig gut gelöst fand ich die aber ehrlich gesagt auch nicht. Obwohl die Themen dieses Buches definitiv wichtig sind und ich grundsätzlich Potenzial in der Handlung gesehen habe, bin ich daher im Nachhinein leider wirklich enttäuscht.


Fazit
Für mich war dieses Buch leider ein absoluter Fehlgriff, auch wenn die Grundidee spannend klang und mir eine solche Geschichte eigentlich hätte gefallen können. Die Charakterisierung der Figuren, ihr Verhalten und auch die Auflösung haben mich eher gelangweilt als mein Interesse zu wecken, weshalb ich dann schlussendlich schweren Herzens aufgegeben habe.

Dafür gibt es einen Bücherstapel von mir.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.01.2026

Wichtige Themen mit etwas überzogener Umsetzung

Falling in love was not the plan
0

Worum geht’s?
Für Eliza steht eigentlich schon fest, dass am Ende ihrer harten Arbeit der Job der Chefredakteurin ihrer Schülerzeitung stehen muss. Als dann jedoch Sportler Len überraschend die Wahl gewinnt, ...

Worum geht’s?
Für Eliza steht eigentlich schon fest, dass am Ende ihrer harten Arbeit der Job der Chefredakteurin ihrer Schülerzeitung stehen muss. Als dann jedoch Sportler Len überraschend die Wahl gewinnt, ist Eliza fuchsteufelswild – und tritt eine feministische Bewegung los, die ihre Highschool in Aufruhr versetzt.


Meine Meinung
Die Grundidee dieser Geschichte klang für mich eigentlich wirklich niedlich, vor allem weil ich Rivals to Lovers als Trope bisher immer gerne gelesen habe. Darüber hinaus fand ich die Kombination mit wichtigen Themen wie Diskriminierung und Feminismus sehr spannend und wollte definitiv wissen, wie diese Mischung umgesetzt werden würde.

Zu Beginn der Geschichte bin ich auch wirklich gut in die Handlung hineingekommen, der Schreibstil hat mir keine Probleme bereitet und ich wollte wirklich gerne wissen, wie Eliza und Len miteinander klarkommen würden. Im Laufe der Geschichte hatte ich dann jedoch vermehrt den Eindruck, dass sich sowohl die Handlung, als auch die Figuren ein wenig im Kreis gedreht haben und Entwicklungen somit kaum vonstatten gehen konnten.

Was ich an Eliza als Protagonistin zunächst noch sehr authentisch dargestellt fand, war vor allem ihre Wut und die Fassungslosigkeit darüber, dass sie die Wahl zur Chefredakteurin gegen Len verloren hat. Mit der Zeit nahm ihr Empörung jedoch etwas überhand, was es mir irgendwann eher schwer gemacht hat, sie als sympathische und nahbare Figur wahrzunehmen. Ironischerweise richteten sich insbesondere ihre durchaus unfairen und voreiligen Urteile über andere Personen häufig gegen Frauen, was ich angesichts der intendierten Botschaft dieses Buches eher unglücklich fand.

Im Gegensatz dazu wirkten die Nebenfiguren eher blass und handlungsunwillig auf mich, was auch die Beziehung zwischen Eliza und Len auf mich nicht so ganz glaubwürdig auf mich hat wirken lassen. Durch die Nebenhandlungsstränge kam zwar durchaus etwas Abwechslung in die Geschichte, rundum begeistert hat mich das Gesamtpaket dieses Buches trotz aller positiven Ansätze aber leider trotzdem nicht.


Fazit
Auch wenn Themen wie Feminismus und Diskriminierung unglaublich wichtig sind, ist die Umsetzung hier meiner Meinung nach ein wenig über das Ziel hinaus geschossen. Die Liebesgeschichte hat daher in meinen Augen einiges an Potenzial liegen gelassen, was ich sehr schade fand.

Dafür gibt es drei Bücherstapel von mir.