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Veröffentlicht am 08.01.2023

Ein ganzes Dorf voller Verdächtiger

Die letzte Party
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Das traditionelle Neujahrschwimmen im Lake Mirror endet abrupt mit dem Auffinden einer Leiche mitten im See. Bei dem Opfer handelt es sich um den berühmten Opernsänger Rhys Lloyd, der zu seinen walisischen ...

Das traditionelle Neujahrschwimmen im Lake Mirror endet abrupt mit dem Auffinden einer Leiche mitten im See. Bei dem Opfer handelt es sich um den berühmten Opernsänger Rhys Lloyd, der zu seinen walisischen Wurzeln zurückgekehrt ist und in dem kleinen Dorf Cwm Coed die mondäne Ferienanlage „The Shore“ gebaut hat. „The Shore“ kam nicht überall in dem kleinen Dorf gut an und zur Versöhnung waren die Dorfbewohner zu einer großen Sylvesterparty eingeladen. Es wurde Rhys` letzte Party…
„Die letzte Party“ bildet den Auftakt zu einer Serie mit einem Ermittler-Duo, das man einfach mögen muss. Da sich der See, in dem das Opfer trieb im walisisch-englischen Grenzgebiet befindet, nehmen von der englischen Seite DC Leo Brady und von der walisischen Polizei DC Ffion Morgan die Ermittlungen auf. Beide müssen sich erst einmal zusammenraufen. Ffion stammt selbst auch aus Cwm Coed und bekommt es schnell mit einer ganzen Menge Verdächtiger zu tun, die ihr nur zu gut vertraut sind. Rhys, der ebenfalls aus dem Dorf stammt, hat es zu Lebzeiten noch gut verstanden, sich bei vielen Bewohnern unbeliebt zu machen und damit ein gutes Motiv zu liefern.
Im Prinzip handelt es sich also bei dem Buch um einen klassischen whodunit, allerdings mit einer ganz besonderen Erzählweise. Denn es gibt zwei Erzählebenen. Auf der einen verfolgt man das Geschehen von Beginn an mit dem Auffinden der Leiche und den weiterführenden Ermittlungen. Auf der zweiten gibt es immer wieder chronologisch ungeordnete Rückblicke in die Vergangenheit. So formt sich erst mit der Zeit ein Gesamtbild und so manche Szene durchlebt man gegen Ende des Buches ein zweites Mal, dann allerdings besitzt man schon viel mehr Informationen und schon ergibt sich eine andere Sichtweise. Sehr gut gefallen haben mir ebenfalls die walisischen Ausdrücke, die in den Gesprächen immer wieder mal einfließen. Zwar gibt es hierzu keine Erläuterung in dem Buch, sondern man muss schon selbst nach einer Übersetzung suchen. Dennoch machte es das Ganze für mich authentischer und unterstrich die nordwalisische Note.
Insgesamt war der Fall sehr spannend geschrieben und es gab so manche überraschende Wendung. Ich freue mich auf jeden Fall auf eine Fortsetzung mit Ffion und Leo.

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Veröffentlicht am 20.12.2022

Total genial

Jemand
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Seit neun Jahren jagt die Polizei einen Serienmörder. Dieser sucht sich Jahr für Jahr nur ein Opfer, tötet es auf brutale Weise und setzt es anschließend in Szene. Ein Foto davon verkauft er an den Meistbietenden ...

Seit neun Jahren jagt die Polizei einen Serienmörder. Dieser sucht sich Jahr für Jahr nur ein Opfer, tötet es auf brutale Weise und setzt es anschließend in Szene. Ein Foto davon verkauft er an den Meistbietenden im Darknet. Man nennt ihn den „Fotografen“. Doch plötzlich wird sein Ablauf gestört, denn der Fotograf wird Zeuge, wie die siebenjährige Maria entführt wird. Soll er Maria retten oder weiter seine Mission erfüllen?

Zugegeben, der Einstieg in das Buch wird einem nicht einfach gemacht. Viele verschiedene Handlungsstränge tun sich gleich zu Beginn auf und die Geschichte wechselt ständig zwischen diesen Strängen hin- und her. Zunächst scheinen die verschiedenen Perspektiven nichts miteinander gemein haben, doch dann tun sich erste Verknüpfungen auf und mit der Zeit vernetzt sich alles immer mehr. Erst dann erkennt man, wie genial dieses Buch konstruiert wurde. Durch den ständigen Wechsel der Perspektiven bleibt es unglaublich spannend und temporeich. Dabei ist der „Fotograf“ der einzige Ich-Erzähler. Von ihm erfährt man auch in kleinen Rückblicken in die Vergangenheit, wie seine Mission überhaupt entstanden ist. Aber keine Angst, es bleibt bis zum Schluss sehr spannend und das Geheimnis um die Identität des Fotografen wird erst ganz am Ende gelüftet.
Die Charaktere in dem Buch fand ich ziemlich schräg, so ein richtiger „Normalo“ war eigentlich nicht dabei. Dennoch wirkten die Figuren total authentisch und selbst der Fotograf wurde mir mit der Zeit immer sympathischer.
Erzählt wird auf eine spannende Weise, der Erzählstil ist wirklich äußerst flüssig und fesselnd. Immer wieder gibt es Wendungen und Überraschungen. Mit anderen Worten: der
Mich konnte Elias Haller auf jeden Fall überzeugen, mit „Jemand“ ist ihm der perfekte Thriller gelungen. Ein Buch voller Spannung und bester Unterhaltung.

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Veröffentlicht am 13.12.2022

Roman mit Spannungselementen

Beschütze sie
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Was passiert, wenn dein Ehemann plötzlich verschwindet und du feststellen musst, dass du eigentlich gar nichts über ihn weißt? So ergeht es Hannah Hall. Ein zwölfjähriges Mädchen steht vor ihrer Tür und ...

Was passiert, wenn dein Ehemann plötzlich verschwindet und du feststellen musst, dass du eigentlich gar nichts über ihn weißt? So ergeht es Hannah Hall. Ein zwölfjähriges Mädchen steht vor ihrer Tür und drückt ihr einen Zettel in die Hand. Nur „Beschütze sie“ steht darauf, geschrieben von ihrem Ehemann Owen, der seit dem Morgen verschwunden ist. Beschützt werden soll Bailey, Owens 16jährige Tochter mit der sich Hannah eigentlich gar nicht gut versteht. Hannah muss erkennen, wie wenig sie ihren Ehemann kannte und begibt sich gemeinsam mit Bailey auf die Suche nach Owen – und seiner Vergangenheit.
Um es gleich vorweg zu nehmen: Dieses Buch ist definitiv kein Thriller! Die Bezeichnung Roman mit Spannungselementen ist weitaus zutreffender. Der Schreibstil selbst gefiel mir gut, das Buch lässt sich flüssig lesen. Die Figuren konnten mich auch nicht sonderlich überzeugen. Die Charaktere waren mir einfach zu blass und ich bekam kein richtiges Bild in den Kopf. Erzählt wird das Ganze aus Hannahs Perspektive. Anfänglich wirkt Hannah noch etwas schwach, entwickelt sich dann aber immer mehr zu einer starken Frau und wächst mit ihren Aufgaben. Bei der Spurensuche nach Owens Vergangenheit kommen dabei Stück für Stück immer mehr neue Seiten ans Licht. Als Leser ist man auf dieser Entdeckungsreise dabei, aber so richtig Spannung kommt dabei nicht auf. Dazu fehlte einfach die Atmosphäre, man erlebt das ganze ziemlich emotionslos. Zum Ende hin wird dann alles noch passend konstruiert, sodass wenigstens ein einigermaßen zufriedenstellender Schluss entsteht.
Da ich liebend gerne spannende Thriller lese, war dieses Buch leider kein Highlight für mich.

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Veröffentlicht am 08.12.2022

Hochspannung pur

Blutmond (Ein Harry-Hole-Krimi 13)
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Harry Hole ist wieder einmal ganz unten. Gestrandet in Los Angeles, verbringt seine Tage nur noch mit Trinken. Zur selben Zeit werden in Oslo zwei junge Frauen ermordet, unter Verdacht gerät ein bekannter ...


Harry Hole ist wieder einmal ganz unten. Gestrandet in Los Angeles, verbringt seine Tage nur noch mit Trinken. Zur selben Zeit werden in Oslo zwei junge Frauen ermordet, unter Verdacht gerät ein bekannter Immobilienmakler. Dieser bietet Harry ein kleines Vermögen an, wenn er seine Unschuld beweisen kann. Geld, das Harry gut gebrauchen könnte, da eine Bekannte von ihm dringend finanzielle Hilfe benötigt…
Es ist bereits der 13. Fall für Harry Hole und wie auch die Vorgänger ist dieser Fall wieder in sich geschlossen und somit auch für Quereinsteiger geeignet. Katrine Bratt von der Osloer Polizei hätte Harry gerne wieder in ihrem Team, bekommt jedoch keine Genehmigung dafür. So muss Harry sein
eigenes vierköpfiges Team bilden, das aus einem korrupten Polizisten, einem Kokaindealer und seinem todkranken Freund besteht. Ein ziemlich schräges Team, das jedoch sehr effizient arbeitet. Durch den Kontakt mit Katrine kommen sowohl die Polizei als auch Harrys Team dem Täter immer näher.
Jo Nesbø erzählt die Handlung aus ständig wechselnden Perspektiven und dies auf eine unglaublich spannende Weise. Stück für Stück erfährt man Einzelheiten und es dauert seine Zeit, bis man die Zusammenhänge erkennen kann. Dabei führt der Autor den Leser oftmals in die Irre und man muss überrascht feststellen, dass man einer falschen Spur gefolgt ist. Zudem gibt es total viele Wendungen, es bleibt wirklich bis zur letzten Seite spannend. Die Details was die Tatbeschreibungen und der Toten angeht sind nicht gerade appetitlich, man sollte also nicht allzu zartbesaitet sein.
Insgesamt war es ein ganz starker Harry-Hole-Fall. Hochspannung mit vielen falschen Fährten. Mich konnte das Buch restlos begeistern.

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Veröffentlicht am 22.11.2022

Beachtenswerte Reihe

Rachejagd - Gequält
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Auch noch Jahre nach ihrer Entführung ist die Investigativ-Journalistin Anna Jones traumatisiert. Nur knapp konnte sie ihrem Entführer entkommen und musste dabei ihre Freundin Natalie zurücklassen, die ...

Auch noch Jahre nach ihrer Entführung ist die Investigativ-Journalistin Anna Jones traumatisiert. Nur knapp konnte sie ihrem Entführer entkommen und musste dabei ihre Freundin Natalie zurücklassen, die sich ebenfalls in der Gewalt des Entführers befand. Natalie musste mit ihrem Tod bezahlen.
Doch nun taucht ein Brief auf, der eindeutig vom Entführer stammt. Sofort wendet sich Anna an ihre Jugendliebe Nick Coleman und bittet um Hilfe. Der FBI-Agent setzt sofort alle Hebel in Bewegung fliegt nach Chicago, ebenso die erfahrene Profilerin Lynette.
Der Einstieg in das Buch ist sehr spannend gemacht. Ständig passiert etwas und in kleinen Rückblicken erfährt man etwas über die damalige Gefangenschaft. Der Erzählstil des Autoren-Duos konnte mich sofort überzeugen. Auch die Anzahl der Figuren ist überschaubar und sie wirkten authentisch. Dabei konnte ich allerdings keine besonderen Sympathien für Anna entwickeln. Ganz anders dafür die erfahrene Profilerin Lynette. Sie fand ich einfach grandios und man merkte ihr die jahrelange Erfahrung und die davon ausgehende Ruhe an.
Viele der Kapitel enden mit einem Cliffhanger und auch die Perspektiven wechseln ständig. Dazu sind die Kapitel angenehm kurz, sodass man durch das Buch geradezu fliegt.
Toller Auftakt einer neuen Serie, ich freue mich schon auf den zweiten und dritten Band, die im Dezember 22 bzw. Februar 23 erscheinen sollen.

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