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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.05.2026

tolles Setting, klischeehafte Charaktere

Bachelorette Party
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Der Thriller spielt auf zwei Ebenen, zum einen dreht sich alles um die Bachelorette-Party von Anneliese auf der abgelegenen Schäreninsel, bei der nach und nach alles aus dem Ufer läuft und im Hintergrund ...

Der Thriller spielt auf zwei Ebenen, zum einen dreht sich alles um die Bachelorette-Party von Anneliese auf der abgelegenen Schäreninsel, bei der nach und nach alles aus dem Ufer läuft und im Hintergrund wirkt auch noch die Tragödie der damaligen Freundesgruppe mit, die sich ziemlich genau an der gleichen Stelle abgespielt hat. Allein diese Situation im Hinterkopf verursacht bei mir schon Gruselfaktor und eine angespannte Atmosphäre.
Spannend finde ich das isolierte Setting, sodass man von der Gefahrensituation nicht wegkann und die begrenzte Anzahl an Verdächtigen sowie die unterschwellige Angst und Bedrohung, die deutlich spürbar ist und sich zum Ende hin noch steigert. Weniger gut gefallen mir die Charaktere, da sie allesamt sehr klischeehaft und einfältig dargestellt werden, mir Ausnahme von Tessa, die noch am authentischsten wirkt. Hier hätte ich mir eine realistischere Freundinnengruppe gewünscht.
Am besten gefällt mir, dass der ältere Fall auch mit der aktuellen Geschichte verwoben ist und die häppchenweise Aufklärung darüber, was damals passiert ist.

Veröffentlicht am 20.05.2026

unerwartetes Ende

Daisy muss sterben
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Der Psychothriller startet mit einem Einblick in das aktuelle Leben der Charaktere, den ehemaligen Mitbewohnerinnen von Daisy, und gibt auch immer wieder Rückblenden in die Studienzeit vor 20 Jahren.
Interessant ...

Der Psychothriller startet mit einem Einblick in das aktuelle Leben der Charaktere, den ehemaligen Mitbewohnerinnen von Daisy, und gibt auch immer wieder Rückblenden in die Studienzeit vor 20 Jahren.
Interessant finde ich, dass die ehemaligen Freund
innen sich nach dem Tod von Daisy auseinandergelebt haben, seit 20 Jahren kaum oder keinen Kontakt hatten und sich jetzt alle auf die mehrtägige Reunion anlässlich Daisys Geburtstag einlassen, sogar vollständig erscheinen.
Der True Crime Podcast bringt eine neue Dimension ein und zwingt die ehemaligen Freundinnen von Daisy nahezu, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, alle Situationen nochmals durchzuspielen, die ehemaligen Schauplätze wieder zu besuchen und sich gegenseitig kritisch zu betrachten und zu analysieren. Wer ist schuld an Daisys Tod und wer hat am meisten davon profitiert? Die Emotionen kochen hoch, Ängste dominieren die Gespräche und scheinbar hat jeder das eine oder andere Geheimnis, damals wie heute.
Die Gruppendynamik wirkt spannend, da die Charaktere äußerst unterschiedlich sind, ein ehemaliges Pärchen der Gruppe hat inzwischen geheiratet und ist gemeinsam hier, alte Liebesbeziehungen flackern wieder auf. Die Perspektiven aller einzelnen Personen werden eingebracht und jede*r hat die Möglichkeit sich selbst zu verteidigen oder andere zu beschuldigen. Am Ende der mehrtägigen Feier sollte feststehen, wer Daisy getötet hat und was das Motiv war und der ehemals verurteilte Collegeprofessor sollte entlastet werden.
Das Ende kommt etwas unerwartet, klärt allerdings alle offenen Fragen auf und liefert einen Ausblick.

Veröffentlicht am 12.05.2026

psychologische, emotionale Einblicke - keine wissenschaftlichen Studien

Wofür wir Töchter unsere Mütter brauchen
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Das Buch ist eine Kombination aus Sachbuch und persönlichen Erfahrungsberichten, wobei der sachliche, literarische und wissenschaftliche Teil überwiegt. Zu Beginn wirkt es etwas holprig, es ist nicht ganz ...

Das Buch ist eine Kombination aus Sachbuch und persönlichen Erfahrungsberichten, wobei der sachliche, literarische und wissenschaftliche Teil überwiegt. Zu Beginn wirkt es etwas holprig, es ist nicht ganz einfach in einen Lesefluss zu kommen. Die Titelüberschriften und Kapitelbezeichnungen sind prägnant und aussagekräftig, es könnten auch einzelne Kapitel extra gelesen werden oder in anderer Reihenfolge. Die Dynamik zwischen Müttern und Töchtern, vor allem auch von erwachsenen Töchtern wird analysiert, aus verschiedenen Perspektiven und unter Berücksichtigung von unterschiedlichen Familienkonstellationen. Teilweise werden auch Beobachtungen und Analysen von anderen Autoren eingebracht. Als zentrales Thema wird die Entwicklung der eigenen Identität betrachtet, wie dies gut gelingen kann und wann es schiefläuft. Die Autorin nimmt keine Schuldzuweisungen vor, es werden allerdings häufig alleinerziehende Mütter, Frauen, die selbst Gewalterfahrungen ausgesetzt sind usw. in den negativen Fokus gerückt. An manchen Stellen fehlt mir die ganzheitliche Betrachtungsweise: Ein Kind, in diesem Fall ein Mädchen hat viele Bezugspersonen, innerhalb und außerhalb der Familie, wobei die Mutter eine besondere Rolle einnimmt, aber auch Väter, Großeltern, liebe Freunde können viel abfedern und positiv ausgleichen. Der Einfluss der Väter wird stellenweise miteinbezogen, aber nicht in dem Ausmaß, in dem ich es mir gewünscht hätte. Ebenso gefehlt hat mir die Unterscheidung zwischen Einzelkindern, Geschwisterfamilien und anderen Familienkonstellationen.
Das Buch ist lesenswert für Mütter und Töchter, die sich vielleicht gerade in einer ähnlichen Situation oder in Therapie befinden und herausfinden möchten, warum sie an diesem Punkt angelangt sind und was hätte anders laufen sollen. Es bietet bestimmt ein besseres Verständnis für die gegenseitige Situation. Empirische Studien und Forschungsergebnisse haben mir gefehlt, um die Therien zu untermauern und das Bild abzurunden.

Veröffentlicht am 08.05.2026

langsame Eskalation

Meeresdunkel
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Der Thriller vermittelt schon von Beginn an eine düstere, unheilvolle Atmosphäre, sodass man als Leser*in angespannt ist und in Erwartung, dass jeden Moment etwas passieren wird. Zuerst werden die beiden ...

Der Thriller vermittelt schon von Beginn an eine düstere, unheilvolle Atmosphäre, sodass man als Leser*in angespannt ist und in Erwartung, dass jeden Moment etwas passieren wird. Zuerst werden die beiden Familien eingeführt, die völlig unterschiedlich sind, aber mit dem gleichen Reiseziel und dann auch noch in der gleichen Finca landen. Die renovierungsbedürftige Finca strahlt etwas Mystisches aus und schon bald bröckelt nicht nur die Fassade der Villa, sondern auch die Fassaden der einzelnen Charaktere. Als sich dann auch noch die Wetterbedingungen verschlechtern, eskaliert die Situation in der Finca ebenfalls. Mit der Zeit wird immer klarer, dass es kein Zufall war, warum genau diese beiden Familien hier gleichzeitig gelandet sind. Die Situationen werden psychologisch sehr gut aufgebaut, strategisch vorbereitet und die Spannung immer weiter gesteigert, bis die Szenen eskalieren. Dies finde ich sehr gelungen und spannend und vor allem in Kombination mit der düsteren Atmosphäre und der Hintergrundgeschichte äußerst interessant. Auch wenn zu Beginn noch nicht so viel passiert, so wartet man schon darauf, weil man es vermutet. Durch die Abgeschiedenheit müssen sich die zwei Familien mit ihrer Situation und mit sich selbst auseinandersetzen, es gibt kein Entkommen und auch kaum Rückzugsmöglichkeiten. Für mich bleibt es spannend bis zum Schluss.

Veröffentlicht am 07.05.2026

Sommerflaute

Summer Heat
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Das Cover und der Titel lassen vermuten, dass es sommerlich heiß hergehen wird und auch die Arbeit als Barkeeper und Animateurin in einem Luxus-Ferienresort verspricht Spaß, gute Laune, Partynächte und ...

Das Cover und der Titel lassen vermuten, dass es sommerlich heiß hergehen wird und auch die Arbeit als Barkeeper und Animateurin in einem Luxus-Ferienresort verspricht Spaß, gute Laune, Partynächte und neue Freundschaften. Im Resort, in dem Mia und Yanis arbeiten, trifft das allerdings kaum zu, bis auf die Hitze. Es gibt kaum Freundschaften unter den Mitarbeiter*innen, die Stimmung ist durchgehend angespannt und feindselig, es wird gelogen und intrigiert. Mia verliebt sich in Yanis, mit den anderen kommt sie weniger klar, auch sie hätte sich die Zeit im Resort angenehmer vorgestellt. Mia hat allerdings auch ein dunkles Geheimnis und einen Grund, warum sie genau in diesem Resort arbeiten wollte, dies wird allerdings erst mit der Zeit klarer. Mia ist als Charakter schwierig, ich konnte mich mit ihrem Verhalten und ihrer Art bis zum Schluss nicht wirklich warm werden, sie wirkt auf mich zeitweise nervig.
Der Einstieg ist mir sehr leichtgefallen, die Sprache ist einfach und die Kapitel sind aus unterschiedlichen Perspektiven geschrieben. Trotzdem kommt lange Zeit keine Spannung auf, die Geschichte entwickelt sich zäh, es gibt viele Wiederholungen, immer wieder ähnliche und gleiche Szenen, gleiche Gespräche. Ich hätte mir gerade zu Beginn und im Mittelteil mehr Tempo und Aktionen gewünscht. Durch die begrenzte Anzahl an Charakteren wirkt es noch monotoner. Für mich wäre es spannender gewesen, wenn auch Urlaubsgäste oder andere Personen zumindest eine Nebenrolle gespielt hätten. Im letzten Drittel kommt endlich Spannung auf und es geschieht auch endlich etwas, allerdings finde ich es im Vergleich zum restlichen Inhalt nur minder passend.
Meine Erwartungen wurden leider nicht erfüllt, es kam eher Sommerflaute als Sommerlaune auf.