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Veröffentlicht am 24.11.2021

Enttäuschend!

Sharing – Willst du wirklich alles teilen?
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Sharing Willst du alles teilen von Arno Strobel Fischer Taschenbuch Verlag

So recht weiß ich nicht, was ich von dem Roman halten soll. Ich habe den Text von Arno Strobel zu Ende gelesen, ab der Hälfte ...

Sharing Willst du alles teilen von Arno Strobel Fischer Taschenbuch Verlag

So recht weiß ich nicht, was ich von dem Roman halten soll. Ich habe den Text von Arno Strobel zu Ende gelesen, ab der Hälfte nur noch quer, weil ich mich einfach schlecht unterhalten gefühlt habe!

Die Zurschaustellung der Frauen, die sich, trotz oder gerade wegen der einfachen Schreibweise in den Gedanken des Lesers unumgänglich weiterspinnt, fand ich einfach nur abstoßend. Dazu kommt ein gewisses gefühlsmäßiges Unverständnis sowie Empathielosigkeit der Figuren und eine rätselhafte Vater-Tochter-Beziehung. Der Charme der Protagonisten wirkte reichlich unterkühlt.
Auf mich wirkte das Geschriebene konstruiert und an den Haaren herbeigezogen, oberflächlich und platt. Wiederholungen und einfache Dialoge bestätigten und untermauerten dies noch.

Fazit: Ich hatte eine andere Vorstellung von der Geschichte. Die Idee ist gut, doch in der Umsetzung hatte ich mir niveauvollere Zeilen erhofft. Mein erster Strobel und sicher auch mein Letzter! Schade! Das Cover ist gut und verdient die wenigen Punkte, die ich zu vergeben habe.

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Veröffentlicht am 24.10.2021

Ruhig, seltsam, mysteriös und anders

Der Uhrmacher in der Filigree Street
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Der Uhrmacher in der Filigree Street ein Debüt von Natasha Pulley (Verlag: Hobbit Presse/Klett Cotta)

Als er sich die Uhr ans Ohr hielt, konnte er das Uhrwerk arbeiten hören. Es war so leise, dass er ...

Der Uhrmacher in der Filigree Street ein Debüt von Natasha Pulley (Verlag: Hobbit Presse/Klett Cotta)

Als er sich die Uhr ans Ohr hielt, konnte er das Uhrwerk arbeiten hören. Es war so leise, dass er nicht hätte sagen können, ob es erst gerade angesprungen war oder schon die ganze Zeit gearbeitet hatte und nur von anderen Dingen übertönt worden war. Er hielt sich die Uhr ans Hemd, hob sie dann wieder an und versuchte, das Geräusch mit seiner Erinnerung an die gestrige Version der Stille und ihre Schattenfarben zu vergleichen. Schließlich setzte er sich auf und drückte auf den Verschlussknopf. Der Deckel lies sich noch immer nicht öffnen. S. 23/24

Dieser Roman ist wie sein Schreibstil selbst, zeitweise unheimlich spannend und im nächsten Moment so trocken, dass es staubt. Vielleicht liegt es an den verschiedenen Handlungssträngen und Zeitsprüngen, bei denen es schwerfällt, Zusammenhänge zu sehen und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. Manche Aktionen der Protagonisten sind abrupt und teilweise nicht schlüssig. Die Stimmung der Figuren konnte das ein oder andere Mal nicht stimmig transportiert werden. Punkten konnte die Erzählung von Natasha Pulley, als sich am Ende alle Zahnrädchen ineinander fügten mit tollen Wendungen und einem überzeugendem Abschluss.

Besonders gut hat mir die Atmosphäre im herbstlichen London um 1883 und im alten Japan gefallen. Die Autorin versteht es, das Setting stimmungsvoll zu gestalten und die passenden Bilder zur Geschichte umzusetzen.
Ebenso haben mich die unaufgeregten Personen berührt, die im Blickpunkt dieser Geschichte stehen. Ihre unterschiedlichen Charaktere und ihre Beziehungen zueinander geben dem Inhalt die nötige Würze. Mori, der Uhrmacher mit einer Vorliebe für Mechanik und ein einziges Rätsel selbst; Thaniel, der Künstler, ruhig, unaufgeregt und etwas traurig; Grace, rebellisch, kämpferisch, die ihren eigenen Weg gehen will.
Die Einflechtungen des historischen Hintergrunds unter politischen und gesellschaftlichen Gesichtspunkten fand ich passend und informativ. Genauso die Theorien und Experimente mochte ich gern lesen.

Fazit: Ein tolles Lesevergnügen, wenn man sich darauf einlässt!
Alles in allem ein Geschichte, die man so vielleicht nicht erwartet. Es ist von jedem Genre etwas dabei, ein wenig Krimi, Fantasie und Magie, historische Elemente, Wissenschaft und Gefühl.
Eine außergewöhnliches, anderes und überraschendes Gesamtpaket mit kleinen Schwächen, welches ich gern gelesen habe und weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 17.10.2021

Sie können nun ihre Stimme abgeben!

Reality Show
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Reality Show ein Roman von Anne Freytag dtv
Verlag

Fragt man wütende Menschen nach ihrer Meinung, bekommt man nicht selten Antworten, die am Vorhandensein des so viel gepriesenen Menschenverstandes zweifeln ...

Reality Show ein Roman von Anne Freytag dtv
Verlag

Fragt man wütende Menschen nach ihrer Meinung, bekommt man nicht selten Antworten, die am Vorhandensein des so viel gepriesenen Menschenverstandes zweifeln lassen, Zorn ist kein guter Ratgeber, ganz im Gegenteil, er ist Öl im Feuer. (S.202)

Ich teile die Meinung von Opa Fritz, der den Wunsch nach Gerechtigkeit und Rache durchaus verstehen kann. In welche Zwickmühle und damit verbundene Konflikte Anne Freytag ihre Protagonisten und somit den Leser hineinmanövriert, ist schon ein erstaunliche Ungeheuerlichkeit. Der Plot und die Fragen dahinter sind so genial und aktuell wie nie. In schnellen Bilder, wechselnden Szenen und Zeiten versteht die Autorin ihre Figuren und deren Stimmungen in Szene zu setzen. Der interessante und intelligente Schreibstil untermauert die aufkommenden Fragen und zieht somit den Leser vollkommen in diese gegenwärtige, teils absurde Geschichte. Man muss sich darauf einlassen und, genau wie die Zuschauer, Stellung beziehen. Häppchenweise entsteht ein gesellschaftskritisches Portrait verpackt in einem genialen Thriller.

Zur besinnlichsten Zeit des Jahres, an Heiligabend übt eine überschaubare Gruppe Gerechtigkeit mit einer Live-Übertragung der Geiselnahme aus verschiedenen Häusern der Opfer. Diese sind Drahtzieher und korrupte Schattenmänner der Gesellschaft, die sich bereichern und Andere manipulieren. Das Urteil über die Kandidaten dieser Reality Show fällen die Zuschauer. Sie sind jetzt die Richter mit allen Konsequenzen. Das ist verlockend und gefährlich zugleich. Mal schauen, ob alle so weitsichtig denken und handeln wie Opa Fritz?

Fazit: Anne Freytag steht für interessante Themen und intellektuelle Literatur. Ihre Romane sind anders, immer ein überraschendes Abenteuer und äußerst emotional. In meist kurzen Sätzen erzeugt sie Bilder im Kopf der Leser, die noch lange im Gedächtnis bleiben. So auch in ihrem gelungen konstruierten Pageturner „Reality Show“, spannend bis zum Schluss! Eine klare Leseempfehlung, wie alle ihre anderen bisher erschienen Bücher!

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Veröffentlicht am 17.10.2021

Ein Teil unseres Lebens

Was bleibt, wenn wir sterben
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Was bleibt wenn wir sterben ein Erfahrungsbericht von Louise Brown (Diogenes Verlag)

Ich wollte meine Leseerfahrungen schon viel eher teilen. Leider kreuzte dieses Buch zu einem unpassenden Zeitpunkt ...

Was bleibt wenn wir sterben ein Erfahrungsbericht von Louise Brown (Diogenes Verlag)

Ich wollte meine Leseerfahrungen schon viel eher teilen. Leider kreuzte dieses Buch zu einem unpassenden Zeitpunkt mein Leben, ein Todesfall in meiner Familie und so musste ich die Lektüre erst einmal beiseitelegen. Die Endlichkeit war so überwältigend, dass ich erst ein wenig Abstand brauchte, um mich auf diese Lektüre einlassen zu können. Wahrlich kann ich andere Lesermeinungen bestätigen, dass diese Literatur einfühlsam geschrieben ist und Trost spenden kann. Letztendlich konnten mich die sensiblen Worte der Autorin in den Momenten der Trauer nicht trösten. Zu intensiv und groß waren und sind die Gefühle noch immer.

„Aber irgendwann müssen wir Raum schaffen für leichtere Gedanken. Um aus dem Stillstand wieder in Bewegung zu kommen.“ S.174

Auch ich werde dann dieses Büchlein von Louise Braun zur Hand nehmen und ihre Worte lesen und erneut auf mich wirken lassen. Denn mit ihren von Herzen kommenden Trauerreden und dem angenehmen Umgang mit den Trauernden beschreibt sie einen respektvollen und würdigen Weg, der Lieben zu gedenken. Die Trauer und das Andenken gehören zu unserem Leben dazu und ich danke der Autorin für ihre Erfahrungen und Anekdoten aus ihrem “Berufsleben“.

Dieses Buch berührt durch seine Leichtigkeit im Umgang mit den Themen Tod, Sterbebegleitung und Trauerbewältigung. Es macht nachdenklich auf eine angenehme Art. Gern empfehle ich „Was bleibt, wenn wir sterben“ weiter.

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Veröffentlicht am 15.08.2021

Worauf es im Leben ankommt

Dich hab ich nicht kommen sehen
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Dich hab ich nicht kommen sehen von Nina Resinek (Bastei Lübbe Verlag)

„Psychisches Wohlbefinden“... War das nicht ein Mythos, bestenfalls eine Ausnahme, eine Abweichung vom normalen Funktionieren der ...

Dich hab ich nicht kommen sehen von Nina Resinek (Bastei Lübbe Verlag)

„Psychisches Wohlbefinden“... War das nicht ein Mythos, bestenfalls eine Ausnahme, eine Abweichung vom normalen Funktionieren der Seele? Im Laufe des Lebens wurde die Otto Normalseele ja mit allerlei Zeug bekleckert, und Rotweinflecken gingen bekanntermaßen schwer raus. S.21

Mari versucht einen Neuanfang in Berlin. Neue Wohnung, neuer Job, neue Bekannte und Freunde. Dabei kreuzt auch Leo Maris Weg. Er wirbelt einigen Staub auf und lässt ihr Inneres erzittern. Leos berührt durch seine stille Art. Er ist geerdet und der komplette Gegensatz zu Mari. Sie ist flatterhaft und perfektionistisch veranlagt. Sie will gut sein in allen Dingen, die sie anpackt. Daher befindet sich gerade in ihrem beruflichen Bereich, einer Anwaltskanzlei, in der Zwickmühle, Eine Diskrepanz zwischen den Erwartungen sowie Anforderungen, die an sie gestellt werden und ihren Wünschen, die sie noch nicht so recht greifen kann. Ihr Weg im Buch bringt sie zurück in eine gewisse Balance und zu der Erkenntnis, was wirklich zählt im Leben.
Dabei begleiten sie die unterschiedlichsten Figuren.
Diese Charaktere sind allesamt gelungen, vielfältig und aus dem Leben gegriffen. Jeder hat seine Eigenarten und Schrulligkeiten. Sie bezaubern durch ihren Details und mir gefallen sie alle.
Der Schreibstil, die Geschichte und der Roman selbst sind skurril. Diese Art eine Geschichte zu erzählen, der intelligente Humor und die zahlreichen Wortspiele sind mal etwas ganz anderes. und machen das Ganze daher so interessant. Der Text zwingt den Leser bei der Sache zu bleiben. Man muss wirklich jeden Satz lesen und kann hier nichts überfliegen. Mich hat es bei Laune gehalten und ich diesen Roman nicht aus der Hand legen wollen. Genau das finde ich so klasse und macht für mich Genialität aus. Das ganze Buch zeigt, das nichts perfekt sein muss, im Leben nicht und auch nicht in einem Buch!

Fazit: Lustig, fantasiereich, und unglaublich skurril. Wer sich darauf einlässt, kann einige Wahrheiten zwischen den Zeilen herauslesen. Für mich ist Nina Resineks Roman ein kleiner Schatz, weil er satirisch zeigt, worauf es im Leben, im Job und in Beziehungen ankommt.

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