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Veröffentlicht am 28.04.2025

Trauerbewältigung und Neuanfang – einfühlsam beschrieben.

Die Frau und der Fjord
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Neben der Bewältigung von Trauer, Selbstmitleid und Schuldgefühlen durch den überraschten Verlust des geliebten Ehepartners geht es in fünf Jahreszeiten um ein Leben in bewusst gesuchter Einsamkeit ...

Neben der Bewältigung von Trauer, Selbstmitleid und Schuldgefühlen durch den überraschten Verlust des geliebten Ehepartners geht es in fünf Jahreszeiten um ein Leben in bewusst gesuchter Einsamkeit in einem Fjord in den Lofoten. Nicht nur Fauna und Flora der Arktis neben geologischen Besonderheiten werden beschrieben, sondern auch die besondere Wirkung der umgebenden Naturereignisse gefällt. Das Cover fängt dieses Ambiente mit dem tatsächlich existenten einsamen Haus im Djupfjord nördlich von Sørvågen auf der Insel Moskenesøya gut ein. Mit der Protestbewegung gegen Erdölbohrungen in den Lofoten greift dieser Roman geschickt ein wichtiges, aktuelles Umweltthema auf und macht gleichzeitig gute Werbung für diesen Landstrich Norwegens. Der Weg der Geologin Gro als Hauptperson zurück ins Leben mag ähnlich Betroffenen eine mentale Stütze sein. Die Informationen zum genauen Vorgang der Erdölförderung und das monatelange bescheidene Zusammenleben auf einer Ölplattform sind interessant.
Sehr informativ und voller Emotionen!

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Veröffentlicht am 26.04.2025

Ein interessanter Einblick in das Leben eines Spions.

Ashenden oder Der britische Geheimagent
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Das Cover des Ullstein Buchs Nr. 2770 , einer Ausgabe aus dem Jahr 1971, passt ideal zu den zwei Geschichten im Buch rund um die Tänzerin Giulia Lazzari. Die insgesamt 14 Episoden entsprechen den Auslandseinsätzen ...

Das Cover des Ullstein Buchs Nr. 2770 , einer Ausgabe aus dem Jahr 1971, passt ideal zu den zwei Geschichten im Buch rund um die Tänzerin Giulia Lazzari. Die insgesamt 14 Episoden entsprechen den Auslandseinsätzen des Autors Somerset Maugham in der Person des Spions Ashenden. Seine Erfahrungen im Dienst des britischen Intelligence Department hat er fiktiv abgewandelt in einem Schreibstil und einer gepflegten Wortwahl der damaligen britischen Bourgeoisie. Die Wortgewandtheit, seine feine, detaillierte Beobachtungsgabe gefallen. Seine Tätigkeit als britischer Geheimagent im Ausland hat interessante Memoiren mit riskanten Abenteuern entstehen lassen. Die Charakterisierung einiger Akteure wird in bildhafter Wortwahl schillernd beschrieben. Auch wenn einzelne, unzusammenhängende Erfahrungen verarbeitet wurden, vermitteln diese Episoden einen spannenden Teil aus dem Leben des Schriftstellers als Mr. Ashenden um 1916, immer in sehr taktvollem Umgang miteinander, ganz Gentleman like.

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Veröffentlicht am 24.04.2025

Ein Lesevergnügen!

Das Haus der Türen
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Das gut situierte Leben von Robert und Lesley Hamlyn mit ihren zwei Söhnen im Cassowary House in George Town auf Penang Island, ehemals Malaya, wird sehr lebendig in vielen Details beschrieben. In drei ...

Das gut situierte Leben von Robert und Lesley Hamlyn mit ihren zwei Söhnen im Cassowary House in George Town auf Penang Island, ehemals Malaya, wird sehr lebendig in vielen Details beschrieben. In drei Büchern, den Zeitraum von 1910 bis 1947 umfassend, enthüllen sich Geheimnisse um Homosexualität, Affären und Ängste, um das Scheitern von Ehen. Die Szenerien spielen sich vor allem im asiatischen Raum in Malaysia und um Doornfontein in Südafrika ab. Die Geschichten und politischen Fakten rund um Sun Yat-Sen, einem chinesischen Revolutionär und Staatsmann, und dem Bund der Tongmenghui sind ebenso interessant wie die Erlebnisse mit dem Schriftsteller Willie Somerset Maugham um 1921 während seines Aufenthaltes im Haus seines Freundes Robert. Aber auch der Prozess von Ethel Proudlock im Jahre 1910 in Kuala Lumpur ist schockierend zu verfolgen, berücksichtigt man die verzwickte Lage einer verheirateten Frau in der damaligen britischen Kolonialgesellschaft. Die Hauptfigur Lesley schildert ihr (für uns doch exotisches) Alltagsleben in Penang zwischen Rikschas, Hamsa, Sor Hei, uns fremder Fauna und Flora im Monsumklima, auch über ihre Affäre mit einem Chinesen.
Der Schreibstil ist sehr poetisch und feinfühlig in sinnlichen Momenten des gemeinsamen Schweigens, des vertrauten, innigen Kontaktes. Der auch historisch ausgerichtete Roman beschreibt eine kultivierte, angenehm komponierte Existenz unter britischem Diktat.
Ein Lesevergnügen!

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Veröffentlicht am 23.04.2025

Über Verlust und Liebe zweier Familien

Beeren pflücken
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Auf dem Cover springen die Blaubeeren fast dreidimensional heraus, zum Zugreifen nahe. Die Szenerien spielen hauptsächlich in Maine und Nova Scotia. Auf zwei Erzählebenen geht es ab Juli 1962 um zwei Familien: ...

Auf dem Cover springen die Blaubeeren fast dreidimensional heraus, zum Zugreifen nahe. Die Szenerien spielen hauptsächlich in Maine und Nova Scotia. Auf zwei Erzählebenen geht es ab Juli 1962 um zwei Familien: Eine Mi'kmaq-Familie mit ihren vielen Kindern und eine wohlhabende, weiße Familie mit Norma als Einzelkind. Über 50 Jahre verfolgt man in wechselnden Perspektiven je Kapitel aus der Sicht von Joe bzw. von Norma die langsame Enthüllung eines großen Geheimnisses in angenehmem, berührendem Schreibstil. Interessant dabei ist der Verlust der traditionellen Lebensweise und auch der Sprache der Mi'kmaq. Wie erfolgreich die Christianisierung bei diesem indigenen Volk war, ist ebenfalls kurz festgehalten. Thematisiert werden neben der Lebenssituation und den Alltagsproblemen nicht nur dieser Indianer auch Albträume, Alkoholismus, Gewalt, Schuldgefühle, Krankheit, Tod, Lügen, Rassismus und Hoffnung.
Ein informativer, teils sehr berührender Lesespass!

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Veröffentlicht am 21.04.2025

Zu langatmig.

Die Garnett Girls
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Das Cover mit drei jungen Frauen im klaren Wasser in sommerlichem Ambiente passt zum Buchtitel. Vorwiegend spielt die Szenerie abwechselnd in London und auf der Isle of Wight, deren Historie mit der immer ...

Das Cover mit drei jungen Frauen im klaren Wasser in sommerlichem Ambiente passt zum Buchtitel. Vorwiegend spielt die Szenerie abwechselnd in London und auf der Isle of Wight, deren Historie mit der immer noch statt findenden Cowes Regatta Week positiv vorgestellt wird. Die Familiengeschichte mit der Party süchtigen Mutter Margo und ihren drei Töchtern ähnelt nicht einem glücklichen Familienleben, aus dem der alkoholsüchtige Vater vor 20 Jahren entflohen ist und Traumata hinterließ. Margos Wunsch nach einer guten Ehe für ihre Töchter scheint nicht so einfach zu verwirklichen zu sein. Und so plätschert die Handlung wenig spannungsgeladen dahin, die Ehen dieser Frauen mit ihren Problematiken thematisierend. Eine enge, vertraute Beziehung untereinander wird durch viel Alkoholgenuss erschwert statt mit Kommunikation zu überzeugen. In Rückblicken zu Margo und Rachel wird die häusliche, bedrückende Situation gut beschrieben, voller Vernachlässigung und Alkoholmissbrauch. Das Familiengeheimnis stellt sich nicht als besonders spektakulär heraus.
Insgesamt zwar eine langatmige Beschreibung vieler Konflikte, aber kein emotional berührendes Ganzes.

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