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Veröffentlicht am 19.08.2025

Der sechste Auftritt wird zu einer echten Zäsur für das Team der Fallanalysten

Der Einflüsterer
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Mit diesem Buch legt der Autor Roland Hebesberger den sechsten Band seiner Thriller-Reihe um die Fallanalysten Lisa Seifert und Jan Theurer vor und konnte mich dabei erneut auf ganzer Linie überzeugen ...

Mit diesem Buch legt der Autor Roland Hebesberger den sechsten Band seiner Thriller-Reihe um die Fallanalysten Lisa Seifert und Jan Theurer vor und konnte mich dabei erneut auf ganzer Linie überzeugen und begeistern.

Grundsätzlich sind hier keine Vorkenntnisse aus den ersten fünf Bänden erforderlich, um das Buch lesen und nachvollziehen zu können. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere Anspielung auf vergangene Ereignisse in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Als in Schwerin eine Frau die große Liebe ihrer besten Freundin brutal ermordet und anschließend vor den Augen der Polizei Selbstmord verübt, zieht die für den Fall zuständige Hauptkommissarin Anika Albrecht Jan, Lisa und ihr Team von der operativen Profilerstellungseinheit (OPE) zu den Ermittlungen hinzu. Dabei stoßen sie auf weitere Fälle nach ähnlichem Muster. Sind das alles nur zufällige Übereinstimmungen oder handeln die Täter gar nicht aus eigenem Antrieb, sondern werden von außen gesteuert ? Als die Ermittler dem Einflüsterer zu nah kommen, schlägt dieser zurück und der Fall wird zu einer persönlichen Zäsur für das gesamte Team.

Mit einem packenden Schreibstil und einem hohen Erzähltempo treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran, die er hauptsächlich aus den immer wieder wechselnden Perspektiven seiner inzwischen vier Ermittler erzählt. Eine zusätzliche Erzählperspektive ist zudem Anika vorbehalten, einer alten Bekannten von Jan. Die Geschichte ist diesmal im Jahr 2004 angesiedelt, so dass den Ermittlern auch weiterhin nicht die technischen Hilfsmittel von heute zur Verfügung stehen. Dieser Umstand lässt beim Lesen ab und an sogar etwas Nostalgie aufkommen. Viel Zeit lässt uns der Autor dafür aber nicht, denn er treibt seine Geschichte konsequent und mit vielen überraschenden Wendungen auf einen fulminanten Showdown zu, der eine überzeugende Auflösung liefert und dabei keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen.

Wer auf packende und atmosphärisch dichte Thriller steht, wird hier erneut bestens bedient und unterhalten.

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Veröffentlicht am 19.08.2025

Spannender Kriminalroman aus Schweden, der mit einem gut aufeinander abgestimmten Ermittler-Duo aufwartet

SchwedenRache (Schwedenkrimi)
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In ihrem neunten Küstenkrimi entführt uns die Autorin Nele Bruun zum dritten Mal in die schwedische Provinz rund um Vimmerby, dem Geburtsort von Astrid Lindgren. Dort ermitteln erneut der kommissarische ...

In ihrem neunten Küstenkrimi entführt uns die Autorin Nele Bruun zum dritten Mal in die schwedische Provinz rund um Vimmerby, dem Geburtsort von Astrid Lindgren. Dort ermitteln erneut der kommissarische Polizeichef Marten Henriksson und seine Ex-Frau Lena Wallin, ein gut aufeinander abgestimmtes Ermittler-Duo, das mich auch diesmal wieder gut und spannend unterhalten konnte.

Man kann dieses Buch grundsätzlich auch ohne Vorkenntnisse aus den ersten beiden Bänden lesen und verstehen. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen und nachvollziehen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Als in der Nähe des Astrid-Lindgren-Freizeitparkes eine durch einen Pfeil aus einem Jagdbogen schwer verletzte Frau aufgefunden wird, die kurz darauf ihren Verletzungen erliegt, bekommen Marten und sein Team erneut dessen Ex-Frau Lena als erfahrene Mordermittlerin zur Seite gestellt. Das Opfer hat im Freizeitpark eine Imbissbude betrieben und befand sich gerade im offenen Streit mit dem örtlichen Klärwerk, dem sie vorgeworfen hat, illegal verschmutzts Wasser in den Fluss geleitet zu haben. Auch im familiären Umfeld der Frau gab es einige Konflikte. So mangelt es zwar nicht an Verdächtigen, eine heiße Spur zum Täter ist aber zunächst nicht zu erkennen. Doch dann spitzen sich die Dinge dramatisch zu.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und bestückt sie mit einer ganzen Riege gut gezeichneter und vielschichtig angelegter Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Besonders das gelungene Zusammenspiel der beiden ungleichen Hauptermittler ist durchaus gelungen, zumal ihr privates Verhältnis inzwischen nicht mehr so eine prägende Rolle einnimmt wie noch in Band 1 und dies der Krimihandlung zugutekommt. Zudem bekommen diesmal auch die übrigen Mitglieder des Ermittlerteams etwas mehr Raum zur Entfaltung, den sie auch gut nutzen können. Zwar konnte mich auch Band 3 erneut nicht komplett überzeugen, unter dem Strich aber doch gut und spannend unterhalten. Und an der überraschenden und schlüssigen Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt, gibt es auch nichts zu meckern.

Wer auf spannende Kriminalromane mit reichlich Lokalkolorit aus der schwedischen Provinz steht, wird hier insgesamt gut bedient und unterhalten. Für den nächsten Band bleibt aber weiterhin noch ein wenig Luft nach oben.

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Veröffentlicht am 15.08.2025

Turbulenter und launiger Kriminalroman aus dem hohen Norden

Napoli am Ostseestrand
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Mit diesem Buch legt der Autor Leo Hansen einen launigen, aber dennoch spannenden Kriminalroman vor, der an der Ostseeküste angesiedelt ist und seine Protagonisten auf einen turbulenten Road Trip schickt.

Die ...

Mit diesem Buch legt der Autor Leo Hansen einen launigen, aber dennoch spannenden Kriminalroman vor, der an der Ostseeküste angesiedelt ist und seine Protagonisten auf einen turbulenten Road Trip schickt.

Die Musikerin Jessie, die über ein äußerst feines Gehör verfügt, und der Koch Diego, dessen Geruchssinn sehr stark ausgeprägt ist, kehren zeitgleich und unabhängig voneinander dem Großstadtleben in Hamburg den Rücken und suchen einen Ort, an dem sie mit ihren Überempfindlichkeiten zur Ruhe kommen können. Als sie sich auf einem Campingplatz an der Ostsee zufällig über den Weg laufen, beschließen sie, diese Suche gemeinsam fortzusetzen. Sie ahnen allerdings nicht, dass Jessies Stiefvater den Campingbus, den er ihr scheinbar großzügig zur Verfügung gestellt hat, als Versteck für Diamanten aus einem Raub nutzt. Und die Jagd auf diese Diamanten ist längst eröffnet.

Mit einem packenden Schreibstil und viel Lokalkolorit aus dem hohen Norden treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und schickt seine beiden Protagonisten dabei in zahlreiche skurrile Situationen und Begegnungen, aus denen sie sich mit Glück und Geschick wieder hinauswinden müssen. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Am Ende präsentiert der Autor einen klassischen Showdown mit einigen Überraschungen und einer überzeugenden Auflösung, bei der keine wesentlichen Fragen offenbleiben. Ein mehr als unterhaltsamer Krimi, dem man auch die eine oder andere Länge, die es zwischendurch durchaus gibt, am Ende mit einem Lächeln im Gesicht verzeiht.

Wer auf launige Kriminalromane mit Humor und skurrilen Momenten steht, wird hier gut bedient und spannend unterhalten.

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Veröffentlicht am 13.08.2025

Verschachtelter Wirtschaftskrimi rund um eine Anwaltskanzlei in München

Aus Angst
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Mit diesem Buch legt der Autor Jörg Kirchner einen ziemlich komplexen Kriminalroman vor, der im Umfeld einer Münchener Wirtschaftskanzlei angesiedelt ist.

Die angesehene internationale Wirtschaftskanzlei ...

Mit diesem Buch legt der Autor Jörg Kirchner einen ziemlich komplexen Kriminalroman vor, der im Umfeld einer Münchener Wirtschaftskanzlei angesiedelt ist.

Die angesehene internationale Wirtschaftskanzlei Hammersmith wird von einer Gruppe Umweltaktivisten erpresst. Die Erpresser werfen dem Münchener Ableger der Kanzlei vor, dem Energieriesen German Petroleum AG, geholfen zu haben, einen Umweltskandal zu vertuschen, und fordern eine Million Euro Schweigegeld. Da die Konzernzentrale in London auf einer internen Untersuchung besteht, bevor darüber entschieden werden kann, ob man der Erpressung nachgibt, bringt der Starpartner Henry Klein seinen Bruder George ins Spiel, einen ehemaligen Top-Anwalt für Compliance-Recht. George sieht in dem Auftrag die Chance, zurück ins Rampenlicht zu kommen und stürzt sich mit Feuereifer in die Nachforschungen. Doch schnell wird ihm klar, dass er hier in ein Wespennest voller Intrigen und gegenseitiger Abhängigkeiten stößt.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran. Dabei gelingt es ihm, die komplizierten wirtschaftlichen Zusammenhänge anschaulich zu beschreiben, so dass man sie auch ohne BWL-oder Jura-Studium nachvollziehen kann. Dass er selbst jahrelang in internationalen Wirtschaftskanzleien tätig war und somit weiß, worüber er hier schreibt, merkt man dem Buch jederzeit an. Angesichts des doch recht hohen Personenaufgebotes und der verschachtelten Zusammenhänge muss man hier aber dennoch sehr aufmerksam lesen, damit einem kein wichtiges Detail entgeht. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Echte Sympathieträger sucht man hier allerdings lange Zeit vergebens, auch wenn es George im Laufe der Geschichte durchaus gelungen ist, in dieser Hinsicht bei mir zu punkten. Ein echter Lichtblick ist zudem seine Nachbarin, mit der ihn die Liebe zur Musik verbindet. Am Ende sind dann die unterschiedlichen Fäden entwirrt und wir bekommen eine überzeugende Auflösung präsentiert, die absolut schlüssig daherkommt und keine wesentlichen Fragen offenlässt.

Wer auf spannende Wirtschaftskrimis steht, wird hier sehr gut bedient und unterhalten.

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Veröffentlicht am 11.08.2025

Tiefgründiger und facettenreicher Roman, der reichlich Stoff zum Nachdenken bietet

Die Erbin der Wut
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In diesem Roman verknüpft die Autorin Heidi Metzmeier gesellschaftspolitische Thema aus Gegenwart und Vergangenheit und transportiert das Ganze über eine facettenreiche und spannende Geschichte.

Die Studentin ...

In diesem Roman verknüpft die Autorin Heidi Metzmeier gesellschaftspolitische Thema aus Gegenwart und Vergangenheit und transportiert das Ganze über eine facettenreiche und spannende Geschichte.

Die Studentin und engagierte Klimaaktivistin Hanna wohnt in einer Dreier-WG mit ihrer Mutter Yvonne, die leicht esoterisch angehaucht ist, und Monika, die zwar nicht Yvonnes Mutter ist, sie aber großgezogen hat, seit diese im Alter von 2 Jahren ihre leibliche Mutter verloren hat. Bislang glaubte Yvonne, dass ihre Mutter bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, doch dies ist eine Lüge, die Monika seit Jahren mit sich herumschleppt, bis ein verhängnisvoller Anruf ihrer alten Freundin Angela die Schatten der Vergangenheit wieder zum Leben erweckt. Im gemeinsamen Urlaub auf Kreta müssen sich alle vier Frauen mit der Wahrheit und ihrer Auswirkung auf ihr zukünftiges Leben auseinandersetzten.

Mit einem packenden Schreibstil treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und führt uns Leser dabei immer tiefer in den Konflikt zwischen den unterschiedlichen Generationen, der aus den überraschenden Enthüllungen entsteht und in dem politische Ideale eine wichtige Rolle spielen. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Die Insel Kreta nimmt hier die Rolle einer durchaus tragenden Nebenfigur ein, die viel zur gelungenen Atmosphäre des Buches beiträgt, die eigentliche Haupthandlung dabei aber nicht überlagert. Hier stehen die vier starken Frauenfiguren im Mittelpunkt, die es mir nicht immer leicht gemacht haben, ihre Handlungsweisen und Ansichten nachzuvollziehen, letztendlich ergeben sich die Gründe und Ursachen hierfür aber aus dem Verlauf der Geschichte, so dass am Ende ein schlüssiges und absolut stimmiges Gesamtbild entstehet, bei dem keine wesentlichen Fragen offenbleiben.

Ein bewegender und tiefgründiger Roman, der nicht nur gute und spannende Unterhaltung bietet, sondern zudem auch noch lange über sein Ende hinaus nachhallt und dabei reichlich Stoff zum Nachdenken bietet.

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